Der Graskarpfen (Ctenopharyngodon idella), auch Weißer Amur oder Grasfisch, stammt aus China. In Europa wurde er zur Bekämpfung von Wasserpflanzen besetzt. In Deutschland gilt er als nicht etabliert, die Bestände gehen auf Besatz zurück.
- Breiter Kopf mit stumpfer Schnauze, tief sitzenden Augen und leicht unterständigem Maul ohne Barteln
- Große, dunkel umrandete Schuppen, die ein Netzmuster bilden
- Langgestreckter, walzenförmiger Körper mit kurzer Rückenflosse
Fangchancen im Jahresverlauf
- Kaum Chancen
- Möglich
- Gut
- Hauptsaison
- Laichzeit (Schonzeit beachten)
Redaktionelle Einschätzung für Gewässer in Deutschland, kein Messwert und keine Garantie. Laichzeit ist nicht gleich gesetzliche Schonzeit.
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Woran du ihn erkennst
Der Graskarpfen hat einen langgestreckten, fast spindelförmigen Körper mit abgerundeter Bauchseite. Die Schnauze ist stumpf. Das Maul ist leicht unterständig, hart und trägt keine Barteln.
Die Schuppen sind groß, 42 bis 45 sitzen entlang der Seitenlinie. Ihr dunkler Rand ergibt eine Netzzeichnung. Der Rücken ist dunkelgrün bis grünschwarz, die Flanken sind heller, der Bauch ist weißlich. Die Rückenflosse ist kurz. Als Höchstlänge werden 130 bis 150 Zentimeter genannt.
Der Graskarpfen ähnelt dem Döbel. Unterhalb der Seitenlinie hat er fünf Schuppenreihen, der Döbel nur drei bis vier. Vom Karpfen unterscheidet er sich durch die fehlenden Barteln und die kurze Rückenflosse.
Wo er steht
Die Art stammt aus China und lebt dort in ruhigen, tiefen Flüssen und Seen der Ebenen. Seit den 1960er-Jahren wurde sie in Europa und Amerika zur Bekämpfung von Wasserpflanzen ausgesetzt.
Graskarpfen bevorzugen große, stehende oder langsam fließende Gewässer mit Pflanzenwuchs. Als optimal gelten 22 bis 26 °C. Das Bundesamt für Naturschutz stuft die Art als invasiv und unbeständig ein: Sie bildet in Deutschland keine sich selbst erhaltenden Bestände.
Standplätze im Bild
Wähle eine Jahreszeit: Der Fisch zeigt, wo die Art dann steht. Rot beschriftete Stellen gelten nur in der gewählten Zeit. Je mehr Fische im Bild, desto besser die Fangchance laut Fangkalender. Das Bild ist schematisch, jedes Gewässer ist anders.
Im See
- Seerosen und Krautfeld
- Freiwasser
- Dicht unter der Oberfläche
Graskarpfen bevorzugen große, stehende oder langsam fließende Gewässer mit Pflanzenwuchs, denn sie fressen vor allem höhere Wasserpflanzen. In Seen sind sie nur selten in der Uferzone zu sehen. Sie ziehen eher mit Abstand zum Ufer durch die Seemitte.
Frühjahr: Fangchance laut Fangkalender im März kaum, im April möglich, im Mai gut.
Sommer: Fangchance laut Fangkalender im Juni und Juli gut, im August Hauptsaison. In diese Zeit fällt die Laichzeit, Schonzeiten beachten. Im Hochsommer, bei Wassertemperaturen weit über 20 °C, halten sich Graskarpfen häufig an der Oberfläche auf. Dann schauen die kleinen, dreieckigen Rückenflossen aus dem Wasser.
Herbst: Fangchance laut Fangkalender im September gut, im Oktober möglich, im November kaum. Fällt die Wassertemperatur unter etwa 13 °C, fressen Graskarpfen nur noch das Nötigste.
Winter: Fangchance laut Fangkalender kaum.
Im Fluss
- Buhnenkessel
- Ruhige Bucht mit Wasserpflanzen
Im Fluss bevorzugen Graskarpfen kraftsparende Plätze in Buhnenfeldern und Altarmen. Auch FishBase nennt die Altwasser großer Flüsse mit Pflanzenwuchs als Lebensraum.
Frühjahr: Fangchance laut Fangkalender im März kaum, im April möglich, im Mai gut.
Sommer: Fangchance laut Fangkalender im Juni und Juli gut, im August Hauptsaison. In diese Zeit fällt die Laichzeit, Schonzeiten beachten.
Herbst: Fangchance laut Fangkalender im September gut, im Oktober möglich, im November kaum.
Winter: Fangchance laut Fangkalender kaum.
Tiefe: FishBase nennt einen Tiefenbereich von 0 bis 30 Metern.
Wie er frisst und laicht
Jungfische fressen Kleintiere. Ab sechs bis zehn Zentimetern Länge stellen sie auf Pflanzen um. Erwachsene Graskarpfen fressen vor allem höhere Wasserpflanzen, daneben Kleintiere wie Schnecken und Insektenlarven.
Gelaicht wird in stark strömendem Wasser über Kiesgrund. Die Eier treiben frei mit der Strömung, die Larven schlüpfen nach zwei bis drei Tagen. Geschlechtsreif werden die Fische je nach Wassertemperatur nach vier bis acht Jahren.
Wann er beißt
Der Graskarpfen ist ein Sommerfisch. Blinker empfiehlt den gezielten Ansitz, wenn das Wasser deutlich über 20 °C warm ist und der See ruhig liegt.
Dann verraten sich die Fische durch ihre kleinen, dreieckigen Rückenflossen an der Oberfläche. Die Art ist wärmeliebend, verträgt aber auch niedrige Temperaturen.
Die Monatsübersicht aller Arten und den Wassertemperatur-Check findest du im Fangkalender.
Womit du ihn fängst
Üblich ist das Grundangeln wie auf Karpfen mit Festblei und Haarvorfach. Als Köder und Futter dienen Partikel wie Hartmais und Tigernüsse, an viel befischten Gewässern auch Boilies. Ein sehr kurzes Haar erleichtert das Einsaugen, denn Graskarpfen nehmen den Köder langsam und vorsichtig auf.
Das Maul ist hart. Deshalb braucht es einen scharfen Haken, den du nach jedem Biss prüfst. In Ufernähe fressen die Fische selten, ein Futterplatz weiter draußen bringt mehr.
Bremse offen halten: Graskarpfen lassen sich oft ohne viel Druck heranführen und flüchten erst vor dem Kescher. Stell die Bremse so ein, dass der Fisch jederzeit Schnur nehmen kann.
Abhakmatte bereitlegen: Auch an Land schlagen die Fische kräftig. Eine gut gepolsterte Abhakmatte schützt sie vor Verletzungen.
Passende Köder
Schwimmbrot an der Oberfläche; am Grund Mais, Tigernüsse oder Boilies.
Montagen zu diesen Ködern: Grundblei-Laufmontage.
Was du beachten musst
Schonzeiten, Mindestmaße und Entnahmefenster legen die Bundesländer sowie die Fischereibehörden der Anrainerstaaten (Dänemark, Norwegen, Polen) fest. Sie variieren je nach Gewässertyp, Küstenabschnitt und Jahreszeit. Deshalb nennen wir keine starren Zahlen: Verbindlich sind stets die Fischereiverordnung deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein. Eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender.
Für maßige Fische, die entnommen werden dürfen, gilt die Pflicht zur sofortigen, tierschutzgerechten Betäubung und Tötung. Geschonte, untermaßige oder im Rahmen eines Entnahmefensters zu große Exemplare müssen mit nassen Händen äußerst schonend direkt im Wasser gelöst und zurückgesetzt werden.
Der Graskarpfen ist eine gebietsfremde Art. Ob Besatz zulässig ist und ob gefangene Fische zurückgesetzt werden dürfen, regeln Landesrecht und Gewässerordnung unterschiedlich.
Häufige Fragen (FAQ)
Hat der Graskarpfen Barteln?
Nein. Das Maul ist leicht unterständig und trägt keine Barteln.
Vermehrt sich der Graskarpfen in Deutschland?
Nach der Roten Liste von 2023 ist er in Deutschland nicht etabliert. Die Bestände stammen aus Besatz.
Was frisst der Graskarpfen?
Vor allem Wasserpflanzen, dazu Kleintiere.
Quellen
Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).
- Wikipedia: Graskarpfen (Merkmale, Schuppenzahl, Herkunft, Temperatur, Fortpflanzung)
- FishBase: Ctenopharyngodon idella (Höchstlänge, Höchstalter, Temperaturtoleranz, Eier)
- Blinker: Graskarpfenangeln (Faktencheck, Futter, Montage, Verhalten im Sommer)
- Bundesamt für Naturschutz: Gebietsfremde Fische, naturschutzfachliche Invasivitätsbewertung
- Rote-Liste-Zentrum: Graskarpfen (Gesamtartenliste 2023: nicht etabliert, unbeständig)
- Blinker: Steckbrief Grasfische (Silber- und Marmorkarpfen: Größe, Nahrung, Fangmethode)
KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.
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