Elritze

Die Elritze (Phoxinus phoxinus) ist ein kleiner, lebhafter Schwarmfisch klarer, kühler Bäche und Seen. Sie lebt meist dort, wo auch Forellen stehen, und ist für diese ein wichtiger Futterfisch. Gezielt beangelt wird sie nicht, und ob sie als Köderfisch dienen darf, regelt das Landesrecht.

Naturkundetafel einer Elritze
Naturkundetafel von AngelMomente, KI-unterstützt entworfen.
  1. Kleines, endständiges Maul am fast zylindrischen Körper
  2. Reihe dunkler Querflecken entlang der Flanke, darüber ein silbrig-goldenes Längsband
  3. Beim Männchen zur Laichzeit rote Unterseite
Typische Größe6–10 cmhöchstens 14 cm
Altermeist bis 6 JahreFishBase: höchstens 11
MerkmalWinzige Schuppendunkle Flecken, heller Längsstreifen
RevierForellen- und Äschenregionklar, kühl, sauerstoffreich

Fangchancen im Jahresverlauf

J–
F–
M–
A–
M–
J–
J–
A–
S–
O–
N–
D–
  • Kaum Chancen
  • Möglich
  • Gut
  • Hauptsaison
  • Laichzeit (Schonzeit beachten)

Redaktionelle Einschätzung für Gewässer in Deutschland, kein Messwert und keine Garantie. Laichzeit ist nicht gleich gesetzliche Schonzeit.

Woran du sie erkennst

Die Elritze hat einen schlanken, fast drehrunden Körper mit winzigen Schuppen und einem kleinen, endständigen Maul. Meist wird sie 6 bis 10 Zentimeter lang, große Tiere erreichen 14 Zentimeter.

Der Rücken ist graugrünlich mit undeutlichen dunklen Querbinden, die bis zur Mitte der Flanke reichen. Darunter zieht ein auffälliges, silbrig-goldenes Längsband. Die Flanken tragen braune bis schwarze Tupfen oder Streifen, der Bauch ist weiß bis rötlich weiß.

Zur Laichzeit werden die Männchen sehr bunt und bekommen eine rote Unterseite. Männchen und Weibchen tragen dann einen Laichausschlag, also kleine, harte Hautknötchen am Kopf und Körper.

Ähnlich klein und silbrig ist das Moderlieschen. Es lebt aber in stehenden und langsam fließenden Gewässern, hat große Schuppen und ein steil nach oben gerichtetes Maul. Die Elritze trägt winzige Schuppen, ein endständiges Maul und die dunkle Fleckenzeichnung.

Schwieriger ist es innerhalb der Gattung. Die Rote Liste Deutschlands von 2023 unterscheidet vier Elritzen-Arten: die Rheinische Elritze (Phoxinus phoxinus), die Mitteldeutsche Elritze in Ems, Weser und Elbe, die Donau-Elritze und die Baltische Elritze. FishBase weist darauf hin, dass unter dem Namen Phoxinus phoxinus mehrere Arten verwechselt werden. Im Gelände lassen sie sich kaum unterscheiden.

Im direkten Vergleich

Naturkundetafel: Elritze (Phoxinus phoxinus) in Seitenansicht
ElritzeReihe dunkler Querflecken entlang der Flanke, darüber ein silbrig-goldenes Längsband
Naturkundetafel: Schneider (Alburnoides bipunctatus) in Seitenansicht
SchneiderNach unten gebogene Seitenlinie, oben und unten von je einer Reihe schwarzer Punkte eingefasst
Naturkundetafel: Strömer (Telestes souffia) in Seitenansicht
StrömerGelbe bis orangerote Seitenlinie, oben und unten schmal dunkel gesäumt

Wo sie lebt

Die Elritze braucht sauberes, klares und sauerstoffreiches Wasser. Sie lebt in Bächen, Flüssen und Seen der Forellen- und Äschenregion, in den Alpen bis etwa 2000 Meter Höhe. Laut FishBase kommt sie meist zusammen mit Forellen und anderen Lachsfischen vor.

Im Winter zieht sie sich in grobes Geröll oder tiefe, strömungsarme Gumpen zurück.

Gefährdet ist sie durch Querbauwerke, die ihre Wanderwege zerschneiden, durch verschlammte Kiesbänke und durch Gewässerverschmutzung. FishBase nennt außerdem übermäßigen Besatz mit Forellen als lokale Bedrohung.

Wie sie frisst und laicht

Elritzen sind scheue, lebhafte Schwarmfische, die sich gern in den oberen Wasserschichten aufhalten. Sie fressen Insektenlarven, Kleinkrebse und andere kleine Bodentiere, dazu Anfluginsekten und Algen. Selbst sind sie Beute: Forellen, Saiblinge und Rutten fressen sie, der Landesfischereiverband Bayern nennt sie ausdrücklich als Futterfisch dieser Arten.

Zum Laichen ziehen die Elritzen zwischen April und Juni in großen Schwärmen flussaufwärts zu flachen, kiesigen Stellen. Wikipedia beschreibt sie als typische Schwarmlaicher, die in kleiner Zahl kaum in Laichstimmung kommen. Die klebrigen Eier haften am sauberen Kies. Bei 18 °C schlüpfen die Larven laut FishBase nach vier bis fünf Tagen und bleiben danach noch einige Tage zwischen den Steinen verborgen.

Die Elritze wächst langsam. FishBase nennt ein durchschnittliches Höchstalter von sechs Jahren, einzelne Tiere werden bis zu elf Jahre alt. In der Forschung ist sie ein bekanntes Versuchstier für Untersuchungen an den Sinnesorganen von Fischen.

Wann du sie siehst

Eine Angelsaison im eigentlichen Sinn gibt es für die Elritze nicht. Am auffälligsten ist sie im Frühjahr, wenn die Schwärme zum Laichen über flache Kiesstellen ziehen und die Männchen ihr rotes Laichkleid tragen.

In Bayern fällt diese Zeit in die Schonzeit der Art. Im Sommer stehen die Schwärme oberflächennah im Flachwasser, im Winter ziehen sie sich in Geröll und tiefe Gumpen zurück.

Die Monatsübersicht aller Arten und den Wassertemperatur-Check findest du im Fangkalender.

Was du bei einem Beifang tust

Die Elritze ist kein Zielfisch. Geht sie beim Forellenangeln mit kleinen Ködern doch einmal an den Haken, löse sie im Wasser oder mit nassen Händen und setze sie zurück.

Elritzen werden auch als Köderfisch genutzt. Ob, wann und womit du sie dafür fangen darfst, regeln Landesrecht und Gewässerordnung. Lebende Köderfische sind in Bayern verboten.

Wichtig ist, keine Elritzen aus einem Gewässer in ein anderes zu bringen. Das Rote-Liste-Zentrum berichtet, dass die Rheinische Elritze lokal durch Kreuzung mit ausgesetzten Donau-Elritzen bedroht ist, etwa in der Sieg in Nordrhein-Westfalen.

Köderfische nicht verschleppen: Nimm tote Köderfische nur aus dem Gewässer, in dem du sie auch einsetzt, und schütte nie übrig gebliebene Elritzen in einen anderen Bach.

Schwarm als Zeiger: Elritzen brauchen klares, sauerstoffreiches Wasser und leben meist dort, wo auch Forellen vorkommen. Ein Elritzenschwarm im Flachen zeigt dir solche Abschnitte.

Passende Köder

Für diese Art zeigen wir bewusst keine Köder.

Wird nicht gezielt beangelt; Fang als Köderfisch regeln Landesrecht und Gewässerordnung, in Bayern gilt eine Schonzeit, lebende Köderfische sind dort verboten.

Alle Köder im Überblick

Was du beachten musst

In der Roten Liste der Süßwasserfische Deutschlands von 2023 gilt die Rheinische Elritze als ungefährdet, ist aber selten. Die Mitteldeutsche Elritze ist ebenfalls ungefährdet, für sie trägt Deutschland in hohem Maße Verantwortung. Donau-Elritze und Baltische Elritze stehen auf der Vorwarnliste.

Fang und Verwendung regeln die Länder. In Bayern hat die Elritze nach der Ausführungsverordnung zum Bayerischen Fischereigesetz eine Schonzeit im späten Frühjahr. Dieselbe Verordnung verbietet das Fischen mit dem lebenden Köderfisch. In anderen Ländern können andere Regeln gelten.

Schonzeiten, Mindestmaße und Fangverbote legen die Bundesländer fest. Sie unterscheiden sich je nach Land und Gewässer. Deshalb nennen wir keine starren Zahlen: Verbindlich sind stets die Fischereiverordnung deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein. Eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie groß wird eine Elritze?

Meist 6 bis 10 Zentimeter. Der Landesfischereiverband Bayern und FishBase nennen 14 Zentimeter als Höchstlänge.

Darf ich Elritzen als Köderfisch verwenden?

Das regeln Landesrecht und Gewässerordnung. In Bayern hat die Elritze eine Schonzeit, und lebende Köderfische sind dort verboten.

Gibt es in Deutschland mehrere Elritzen-Arten?

Ja. Die Rote Liste von 2023 führt vier Arten: Rheinische, Mitteldeutsche, Donau- und Baltische Elritze. Im Gelände sehen sie sich sehr ähnlich.

Quellen

Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).

KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.

Weiter im Lexikon