Der Red Snapper (Lutjanus campechanus) ist ein rosaroter Schnapper aus dem westlichen Atlantik und dem Golf von Mexiko. In den USA gilt er als gefragter Angel- und Speisefisch, der über Riffen, Wracks und Felsgrund meist in 30 bis 130 Metern Tiefe gefangen wird.
- Rosaroter Körper, zum Bauch hin weiß, kleine rote Augen
- Großer Kopf mit dreieckigem Profil, Stirnlinie steiler als die Kehle
- Lange Brustflossen, die angelegt bis zum After reichen
Fangchancen im Jahresverlauf
- Kaum Chancen
- Möglich
- Gut
- Hauptsaison
- Laichzeit (Schonzeit beachten)
Redaktionelle Einschätzung für das Heimatrevier (Golf von Mexiko und Südostküste der USA), kein Messwert und keine Garantie. Verbindlich sind die Regeln des Reiselandes.
Woran du ihn erkennst
Körper und Flossen sind rosarot, zum Bauch hin wird die Färbung weiß. Fische aus tieferem Wasser sind laut NOAA Fisheries meist kräftiger rot als solche aus flachem. Der Kopf ist groß und bildet ein langes Dreieck, dessen obere Linie steiler abfällt als die untere. Die Augen sind klein und rot. Die beiden Rückenflossen gehen mit einer leichten Kerbe ineinander über, die Schwanzflosse ist gerade abgeschnitten.
Die Brustflossen sind lang und reichen angelegt bis zum After. Im Oberkiefer sitzen neben feinen Bürstenzähnen mehrere vergrößerte Fangzähne, ein Kennzeichen aller Schnapper. Jungfische unter etwa 35 Zentimetern tragen einen dunklen Fleck auf der oberen Flanke unter dem vorderen weichen Teil der Rückenflosse, manche zeigen bläuliche Längsstreifen.
FishBase nennt eine übliche Länge von 60 Zentimetern, höchstens einen Meter und 22,8 Kilogramm. NOAA Fisheries gibt für US-Gewässer ähnliche Werte an. Red Snapper werden sehr alt: Im Golf von Mexiko sind 57 Jahre belegt, im Südatlantik 51 Jahre.
Mehrere Schnapper der Region sehen ähnlich aus. Am nächsten kommt laut Florida Museum der Schwarzflossen-Schnapper (Lutjanus buccanella), der an der Brustflosse einen deutlichen schwarzen Fleck trägt. Dem Red Snapper fehlt dieser Fleck. Den dunklen Flankenfleck der Jungfische haben auch andere Schnapper, hier helfen Kopfform und Länge der Brustflossen.
Trotz Farbe und Namen hat er mit dem Rotbarsch aus dem Nordatlantik nichts zu tun. Der Red Snapper gehört zur Familie der Schnapper (Lutjanidae).
Wo er steht
Der Red Snapper lebt im westlichen Atlantik, im gesamten Golf von Mexiko und entlang der US-Ostküste, nördlich der Carolinas ist er selten. FishBase nennt Tiefen von 10 bis 190 Metern, meist 30 bis 130 Meter.
Erwachsene leben am Grund, meist an harten Strukturen mit deutlichem Relief auf dem Kontinentalschelf: Korallen- und künstliche Riffe, Felsen, Kanten und Höhlen. Über solchen Strukturen sind die Bestände laut Florida Museum größer als über glattem Grund, ältere und größere Fische suchen eher kühleres, tieferes Wasser. Jungfische wachsen über Sand und Schlick auf und ziehen später an Kanten, Felsen und Wracks.
Wie er frisst und laicht
Junge Red Snapper fressen Zooplankton, später Garnelen, Kalmare und Kraken. Erwachsene jagen am Grund Fische, Krebstiere und Weichtiere, oft auf den flachen Flächen neben den Riffen.
Gelaicht wird abseits der Riffe über flachem Sandgrund in 18 bis 37 Metern Tiefe. Die Laichzeit reicht je nach Region von Mai bis Oktober. Im nordwestlichen Golf liegt der Höhepunkt laut Florida Museum von Juni bis August, vor Südwestflorida im August und September. Ein Weibchen laicht mehrmals pro Saison und kann bei einem einzigen Laichgang über neun Millionen Eier abgeben. Weibchen können schon mit zwei Jahren laichen.
Wann und wo die Saison ist
Der Red Snapper bleibt das ganze Jahr über in seinem Revier. Im Winter zieht er sich laut Florida Museum aus dem kühleren Flachwasser in tieferes Wasser zurück. Gefangen wird er deshalb ganzjährig, mitnehmen darfst du ihn aber nur in den Fangzeiten, die Bundesstaaten und Bundesbehörden jedes Jahr festlegen.
Im Golf von Mexiko bestimmen die fünf Anrainerstaaten ihre Freizeitsaison seit 2020 selbst. In Mississippi lag sie 2026 zwischen Ende Mai und Anfang Juli. Im Südatlantik wird über eine gemeinsame Bewirtschaftung durch Bund und Staaten beraten. Wer eine Reise plant, sollte die Fangzeit des Bundesstaats kennen, in dem er anlandet.
Wie er gefangen wird
Gefangen wird der Red Snapper fast ausschließlich mit Haken und Leine am Grund, vom Boot aus über Riffen, Wracks und künstlichen Riffen. Die Berufsfischer setzen senkrechte Leinen mit mehreren Haken und einem Gewicht am Ende ein, Freizeitangler fischen ebenfalls überwiegend mit Haken und Leine.
Als fängigste Köder nennt das Florida Museum Ladyfish (Elops saurus) und Kalmar. Wer im Golf mit Naturködern auf Riffische angelt, muss laut US-Bundesrecht Kreishaken (Haken mit nach innen gebogener Spitze) aus nicht rostfreiem Stahl verwenden. Im Südatlantik gilt eine Kreishakenpflicht für Schnapper und Zackenbarsche nördlich des 28. Breitengrads.
Abstiegshilfe einsatzbereit halten: Kommt ein Red Snapper schnell aus der Tiefe, dehnt sich seine Schwimmblase aus (Barotrauma). Für zurückgesetzte Fische empfiehlt NOAA Fisheries Entlüftungswerkzeuge oder Abstiegshilfen, die den Fisch zurück in die Fangtiefe bringen. In der US-Bundeszone des Golfs muss eines davon einsatzbereit an Bord sein.
Fangzeit vor der Tour prüfen: Ob du einen Red Snapper behalten darfst, hängt vom Bundesstaat, von Bundes- oder Staatsgewässern und vom Datum ab. Die Fangzeiten werden jedes Jahr neu festgelegt.
Passende Köder
Kalmar oder Ladyfish als Naturköder am Kreishaken über Riffen und Wracks.
Mehr dazu: Tierische Naturköder.
US-Fangzeiten und Kreishakenpflicht bei der zuständigen Behörde prüfen
Was vor Ort gilt
Den Red Snapper verwaltet NOAA Fisheries gemeinsam mit den Fischereiräten für den Golf von Mexiko und den Südatlantik. Im Golf weichen die Regeln der Bundesstaaten für Freizeitangler deutlich von den Bundesregeln ab, Fangzeiten, Mindestmaße und Tageslimits unterscheiden sich von Staat zu Staat und von Jahr zu Jahr. Zahlen nennen wir deshalb nicht: Verbindlich ist die zuständige Behörde, etwa das Mississippi Department of Marine Resources für Anlandungen in Mississippi oder NOAA Fisheries für Bundesgewässer.
Dazu kommen Melde- und Erlaubnispflichten der Bundesstaaten. In Mississippi muss je Boot und Fahrt ein Angler den Fang über das staatliche Meldesystem anmelden, und jeder lizenzierte Angler an Bord braucht eine Anlandeerlaubnis für Riffische.
Die IUCN führt den Red Snapper als gefährdet (Vulnerable, Bewertung von 2015). Nach NOAA Fisheries ist der Golfbestand nicht überfischt, wird aber nach einem Plan von 2005 noch wieder aufgebaut. Für den Südatlantik gilt seit 2010 ein eigener Wiederaufbauplan.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie erkenne ich einen Red Snapper?
Am rosaroten Körper mit weißem Bauch, den kleinen roten Augen und dem dreieckigen Kopfprofil. Die Brustflossen reichen angelegt bis zum After, ein schwarzer Fleck an der Brustflosse fehlt.
Warum braucht man beim Red Snapper eine Abstiegshilfe?
Beim schnellen Hochholen aus der Tiefe dehnt sich die Schwimmblase aus. Eine Abstiegshilfe bringt zurückgesetzte Fische wieder in die Tiefe. In der US-Bundeszone des Golfs ist sie oder ein Entlüftungswerkzeug Pflicht.
Wie alt wird ein Red Snapper?
Sehr alt: NOAA Fisheries nennt 57 Jahre im Golf von Mexiko und 51 Jahre im Südatlantik.
Quellen
Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).
- FishBase: Lutjanus campechanus, Northern red snapper
- NOAA Fisheries: Red Snapper
- Florida Museum of Natural History: Lutjanus campechanus (Northern red snapper)
- Mississippi Department of Marine Resources: Red Snapper
- South Atlantic Fishery Management Council: Snapper Grouper
KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.
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