Ersatzspule: zweite Schnur in Sekunden

Eine Ersatzspule ist eine zweite Spule für dieselbe Stationärrolle, fertig bespult und beschriftet. Mit ihr wechselst du am Wasser von Geflecht auf Monofil oder ersetzt eine Schnur, die gerissen oder verknotet ist, ohne eine zweite Rolle mitzunehmen. Hier steht, wie der Wechsel geht, was auf das Etikett gehört und was beim Kauf passen muss.

Stationärrolle an der Rute, die Spule ist abgenommen: Man sieht den Rotor mit Bügel und die freie Spulenachse, daneben liegt der abgeschraubte Bremsknopf. Darunter stehen zwei Ersatzspulen mit Etikett, links mit kreuzweise gewickeltem Geflecht, rechts mit glatt gewickeltem Monofil; Pfeile zeigen, dass jede auf die Achse passt.BremsknopfRotor mit BügelSpulenachseKurbelwechselnGeflechtMonofil
Abb. 1 · Stationärrolle am Rollenhalter der Rute, Spule abgenommen, daneben zwei beschriftete Ersatzspulen mit Geflecht und Monofil für dieselbe Achse. Verkürzt dargestellt. KI-unterstützt gezeichnet, schematisch.

Wofür eine zweite Spule gut ist

Bei der Stationärrolle steht die Spule still, der Rotor legt die Schnur um sie herum. Sie lässt sich abnehmen und gegen eine andere tauschen. Welche Schnur wofür taugt, steht im Vergleich der Angelschnüre.

Der zweite Zweck ist die Reserve. Fisch & Fang rät, einen Knoten, der sich nicht mehr lösen lässt, abzuschneiden, weil jeder Knoten eine Sollbruchstelle ist. Geht dabei zu viel Schnur verloren, liegt sie nicht mehr dicht unter dem Spulenrand, und das kostet Wurfweite. Mit einer Ersatzspule, die dieselbe Schnur trägt, angelst du einfach weiter.

Was beim Kauf passen muss

Laut Blinker unterscheiden sich die Größenangaben bei Stationärrollen je nach Hersteller. Eine 3000er des einen ist also nicht zwingend so groß wie die 3000er des anderen, und die Größenzahl allein sagt nicht, ob eine Spule auf deine Rolle passt.

Auf der Spule steht meist die Schnurfassung, etwa „200 m/0,20 mm“. Sie nennt, wie viele Meter Schnur dieses Durchmessers darauf passen. Der Blinker rät, diese Angabe zusätzlich zur Größe zu beachten. Beim Material nennt der Blinker Aluminiumspulen belastbarer als solche aus Kunststoff.

Flache und tiefe Spulen

Spulen unterscheiden sich in der Form. Eine lange, flache Spule heißt Weitwurfspule. Laut Blinker bietet sie der Schnur im Wurf weniger Widerstand an der Spulenkante, deshalb fliegt der Köder weiter. Brandungs- und Karpfenrollen und einige Spinnrollen haben meist besonders flache Spulen.

Eine tiefe Spule fasst viel Schnur. Der Blinker merkt an, dass auf viele Rollen weit mehr Schnur passt, als man braucht. Bei Geflecht füllt deshalb eine günstige Unterlage aus Monofil, das Backing, den unteren Teil der Spule. Sie verhindert zugleich, dass das glatte Geflecht auf dem Spulenkern rutscht. Meist reichen 5 bis 10 m, bei einer tiefen Spule können es laut Blinker bis zu 100 m Monofil sein, je nach Fischgröße und Durchmesser des Geflechts. Wie viel Unterlage und wie viel Geflecht auf deine Spule passen, rechnest du im Schnur-Rechner aus.

Spule wechseln Schritt für Schritt

  1. Köder oder Montage abnehmen und die Schnur aus den Ringen ziehen.
  2. Bei einer Rolle mit Frontbremse sitzt die Bremsschraube vorn auf der Spule. Schraub sie ganz ab, dann kannst du die Spule abziehen.
  3. Bei einer Heckbremse sitzt die Einstellschraube hinten am Gehäuse. Wie die Spule dort gelöst wird, unterscheidet sich je nach Bauart und steht in der Anleitung deiner Rolle.
  4. Das Schnurende der abgenommenen Spule sichern, damit es sich nicht abwickelt, und die Spule dunkel und trocken verstauen.
  5. Die neue Spule auf die Achse schieben, bis sie ganz aufsitzt, und den Bremsknopf wieder aufschrauben.
  6. Die Schnur durch alle Ringe fädeln und die Montage neu binden.
  7. Die Bremse neu einstellen, passend zur Tragkraft der neuen Schnur.

Die Bremse ist weg: Bei der Frontbremse sitzt die Bremsschraube vorn auf der Spule. Wer sie zum Wechseln abschraubt, hat damit auch die Bremseinstellung gelöst. Die Lehrunterlage zur Gerätekunde des Fischereivereins Löningen verlangt, die Schnurbremse vor dem ersten Wurf passend zur Tragkraft der Schnur einzustellen. Nach jedem Wechsel heißt das: neu einstellen, wie unter Rollenbremse einstellen beschrieben.

Beschriften und aufbewahren

Geflecht und Monofil unterscheidest du auf der Spule mit einem Blick, eine 0,25er und eine 0,30er Monofile nicht. Schreib deshalb auf ein Etikett an der Spule die Schnurart, den Durchmesser oder die Tragkraft und das Datum, an dem du aufgespult hast. Das Datum zeigt dir, wie alt die Schnur ist. Ein US-Fachmagazin für Meeresangler berichtet, dass die meisten befragten Guides Monofil zweimal im Jahr tauschen, manche einmal. Geflecht hält laut demselben Bericht von den drei gängigen Schnurarten am längsten, und eine ausgeblichene Farbe heißt dort nicht unbedingt, dass die Tragkraft gesunken ist.

Für die Lagerung gilt: dunkel, kühl und trocken. Angelschnüre sind aus Kunststoff und durch UV-Licht gefährdet, heißt es in der Löninger Unterlage. Ständige UV-Einstrahlung macht Monofil spröde und kostet Tragkraft, schreibt der Blinker, Sein Rat: Rollen mit Monofil nach dem Fischen lichtdicht verpacken, zum Beispiel in einen dunklen Leinen- oder Lederbeutel.

Bevor du eine lange gelagerte Spule nutzt, hilft bei Monofil eine Probe aus dem Blinker: die Schnur durch einen Wattebausch laufen lassen. Bleiben Fasern hängen, ist sie beschädigt und gehört getauscht. Frisch aufgespultes Monofil braucht nach demselben Magazin mindestens 24 Stunden, um sich der kleineren Spule anzupassen. Bespule die Ersatzspule deshalb am Vortag. Wie das ohne Drall geht, zeigt Angelrolle richtig bespulen.

Typische Fehler

  • Nach der Größenzahl kaufen. Die Größenzahl allein sagt nicht, ob die Spule passt, denn die Hersteller geben die Größen teils unterschiedlich an.
  • Die Bremse nach dem Wechsel nicht einstellen. Bei der Frontbremse ist die alte Einstellung mit dem Abschrauben weg, und die neue Schnur trägt meist anders.
  • Frisch bespultes Monofil sofort fischen. Der Blinker nennt Perücken und Drall als Folge, weil die Schnur noch die Form der großen Vorratsspule hat.
  • Die Ersatzspule halb leer lassen. Liegt die Schnur weit unter dem Rand, reibt sie im Wurf an der Kante. Laut Blinker gehört sie bis 1 bis 2 mm vor den Spulenrand.
  • Spulen ohne Etikett und offen lagern. Dann weißt du am Wasser nicht, was drauf ist, und das Licht setzt der Schnur zu.

Häufige Fragen

Mehr Antworten rund ums Angeln: Alle häufigen Fragen im Überblick

Passt die Spule einer anderen Rolle derselben Größe?

Darauf ist kein Verlass, weil die Größenangaben je nach Hersteller verschieden ausfallen. Probiere die Spule an deiner Rolle, bevor du sie bespulst.

Gibt es Ersatzspulen auch für Multirollen?

Bei der Multirolle dreht sich die Spule beim Einholen selbst und ist laut Blinker auf beiden Seiten gelagert. Ob und wie sie sich tauschen lässt, steht in der Anleitung deiner Rolle.

Wie voll soll die Ersatzspule sein?

Genauso voll wie die Hauptspule, also bis kurz unter den vorderen Rand. Ist sie zu voll, gibt es laut Blinker oft Perücken im Wurf. Ist sie zu leer, reibt die Schnur an der Kante. Die Länge für deine Spule ermittelst du im Schnur-Rechner.

Passend dazu

Quellen

Text und Zeichnung KI-unterstützt erstellt. Quellen im Oktober 2026 geöffnet und geprüft, keine Grafik aus den Quellen übernommen.

Alle Angaben sind Richtwerte ohne Gewähr. Welche Ersatzspule auf deine Rolle passt und wie sie gewechselt wird, steht in der Anleitung des Rollenherstellers.