Ein Echolot schickt Schallimpulse ins Wasser und misst, wie lange ihr Echo bis zurück zum Boot braucht. Daraus entsteht ein Bild von Tiefe, Grund, Kanten und Fischechos. Welche Art dort schwimmt, zeigt es nicht, und an manchen Gewässern ist das Gerät oder seine Live-Variante verboten.
Schallimpuls, Geber und Kegel
Das Echolot ist Sender und Empfänger in einem, erfunden 1912 von einem deutschen Physiker, auch um Fischschwärme aufzuspüren (Lexikon der Physik). Der Geber, oft auch Schwinger genannt, hängt im Wasser und strahlt kurze Ultraschallimpulse ab. Grund, Holz und Fische werfen einen Teil zurück. Aus der Laufzeit des Echos und der Schallgeschwindigkeit, im Meerwasser laut Lexikon etwa 1500 Meter pro Sekunde, errechnet das Gerät die Entfernung.
Der Schall breitet sich als Kegel aus, der mit der Tiefe breiter wird. Alles darin liefert ein Echo, auch was nicht genau unter dem Boot steht. Im Flachen ist der Kegel eng, ein Fisch durchquert ihn dort schnell (Blinker).
Die Frequenz sagt, wie oft der Geber pro Sekunde schwingt, angegeben in Kilohertz. Hohe Frequenzen zeichnen feiner, reichen aber weniger weit. Niedrige reichen tiefer und weiter zur Seite und geben dafür weniger Einzelheiten wieder (Blinker). Für die Vermessung des Meeresbodens nennt das Lexikon der Physik 10 bis 30 kHz als typisch, die Fische im Zürichsee zählte die Forschung mit 120 kHz.
Was der Bildschirm zeigt
In der klassischen Ansicht, meist 2D genannt, wandert das Bild von rechts nach links: Neue Messungen kommen rechts dazu.
- Grund: Die kräftigste Linie unten ist der Boden. Harter Grund wirft viel Schall zurück und zeichnet eine breite Linie. Schlamm, Sand und Bewuchs schlucken und streuen ihn, die Linie wird dünn.
- Kanten und Berge: Fällt oder steigt die Grundlinie steil, fährst du über eine Kante oder einen Berg. Das klassische Gerät schaut nur nach unten, eine interessante Stelle fährst du deshalb über Kreuz ab (Blinker). Warum Fische solche Stellen suchen, steht bei Angeln am See.
- Pflanzen: Mit hoher Frequenz und etwas Übung erkennst du laut Blinker, wie Krautarten auf dem Bildschirm aussehen, und findest Krautfelder, in denen Hechte stehen.
- Fischsicheln: Fährt das Boot über einen Fisch, kommt er am vorderen Rand des Kegels in Reichweite, ist unter dem Geber am nächsten und entfernt sich wieder. Auf dem Bild entsteht ein Bogen. Liegt das Boot vor Anker, zieht ein durchschwimmender Fisch stattdessen einen langen Strich.
- Schwärme: Im Flachen verschmelzen eng stehende Fische oft zu einem einzigen großen Echo, im tieferen Wasser bekommt eher jeder Fisch seine eigene Sichel.
Die perfekte Sichel aus dem Prospekt ist die Ausnahme, laut Blinker erscheinen Fische meist als Punkt oder Strich. Ihre Form hängt von Tempo und Tiefe des Fischs ab, von seiner Lage im Kegel und davon, wie schnell das Bild läuft.
Grenzen der Anzeige
An der Form einer Sichel lassen sich laut Blinker weder Art noch Größe ablesen. Die Forschung braucht die Art von anderswo: Im Projet Lac im Zürichsee ließ sich die Fischgröße aus der Echostärke nur berechnen, wenn man die Art kannte und wusste, wie stark ihr Echo bei welcher Länge ausfällt. Parallel wurde mit Netzen und elektrisch gefischt (Eawag, Projet Lac).
- Störechos: Luftblasen, treibende Blätter und Krautstängel liefern ebenfalls Echos, die automatische Fischerkennung meldet sie laut Blinker sogar als Fisch. Im Projet Lac wurden aufsteigende Methanblasen von Hand aus den Daten entfernt.
- Flachwasser und Tageszeit: Für die Bestandsschätzung galten Aufnahmen in weniger als 5 m Tiefe als nicht aussagekräftig. Gemessen wurde nachts, weil sich die Schwärme dann auflösen und einzelne Fische zuverlässiger gezählt werden können.
Merksatz: Das Echolot zeigt Echos, keine Fischarten. Eine Sichel über der Kante kann ein Zander sein oder eine Brasse, ein Fischsymbol der automatischen Erkennung sogar eine Luftblase.
Ansichten und Bauformen
Die Hersteller nennen dieselbe Ansicht unterschiedlich, viele Begriffe meinen laut Blinker dasselbe. Einordnung nach Blinker und DAFV:
| Ansicht | Blickrichtung | Zeigt vor allem |
|---|---|---|
| 2D, klassisch | nach unten | Tiefe, Bodenhärte, Sicheln |
| Down-Scan | nach unten, fotoähnlich | Bäume, Steine, Fische zwischen Ästen |
| Side-Scan | zu beiden Seiten | Struktur und Kraut neben dem Boot |
| 360 Grad | im Kreis wie ein Radar | Lage von Struktur rund ums Boot |
| Live-Sonar | je nach Geber, in Echtzeit | Fisch, Köder und Reaktion |
Die Down-Ansicht trennt Echos laut Blinker deutlich besser als die klassische, die Bodenhärte zeigt sie aber im Normalfall nicht. Blinker rät, beide Ansichten auf geteiltem Bildschirm nebeneinander zu nutzen.
Vom Boot, Bellyboot und Ufer
Boot: Ein Geber am Heck soll im Wasser senkrecht nach unten zeigen, sonst entstehen laut Blinker keine sauberen Sicheln. Fahr gleichmäßig und pass den Bildlauf dem Bootstempo an. Den Einsatz beim Vertikalangeln zeigt die Vertikalrute, die Sicherheit an Bord Boot und Schwimmweste.
Bellyboot: Ein Blinker-Autor nimmt auf dem Bellyboot ein kleines Gerät, weil ein großes Platz wegnimmt und viel Strom zieht. Gerät und Geber sichert er mit Gurten (Blinker). Zum Strom siehe Akkus und Powerbanks.
Ufer: Vom Land aus lässt sich ein auswerfbarer Geber nutzen. Die britische Angling Times sieht seine Stärke darin, Struktur und die Ausdehnung von Krautfeldern zu finden. Für die genaue Entfernung und die Festigkeit des Bodens rät sie zusätzlich zu Markerpose und Tastblei, weil jedes Werkzeug allein blinde Flecken lässt (Angling Times). Blinker nennt Lotrute und Tastblei als Notlösung ohne Elektronik, siehe Lotblei.
Live-Sonar: Streit und Regeln
Live-Sonar liefert laut Deutschem Angelfischerverband fast fotoähnliche Bilder in Echtzeit, auf denen sich Art, Größe und Tiefe eines Fischs und seine Reaktion auf den Köder ablesen lassen. Sein Arbeitskreis Angeln hat im April 2025 Für und Wider aufgelistet (DAFV):
- Dafür: gezielt nach Art, Größe und Position suchen, die Köderführung unter Wasser verfolgen und anpassen, selektiv angeln.
- Dagegen: Das Interesse gilt meist den großen Fischen, der Aufbau eines Bestands kann leiden. Ständig vorgeführte Köder stressen Fische, wiederholte Fänge erhöhen das Verletzungsrisiko, bisher unerreichbare Fische werden fangbar. Leisten können sich die Technik nur Angler mit großem Budget.
Eine Empfehlung spricht der Arbeitskreis nicht aus, ihm fehlen belastbare Studien. Am Vierwaldstättersee ist Live-Sonar seit dem 1. September 2023 verboten, auch das Mitführen. Der Kanton Schwyz begründet das mit dem Vorsorgeprinzip: Der Schutz der Bestände gehe vor, abzuwarten, bis Schäden nachweisbar sind, widerspreche dem. Eine Statistik zu mehr gefangenen Großfischen gibt es laut Kanton bisher nicht (Kanton Schwyz).
Beispiele für Regeln, Stand Oktober 2026
- Chiemsee: Der Erlaubnisschein 2026 verbietet beim Fischen, Echolote mit Live-Sonartechnik mitzuführen oder zu verwenden, herkömmliche Geber bleiben zulässig (Fischereigenossenschaft Chiemsee).
- Steinhuder Meer (Region Hannover): Der Anglerverband Niedersachsen untersagt vorausschauendes Live-Sonar grundsätzlich, die Geberstangen dafür müssen vor dem Befahren abgebaut sein (AVN).
- Niederösterreich: Das NÖ Fischereigesetz 2001 führt in § 12 Abs. 5 das Echolot unter den verbotenen Vorrichtungen und Fangmitteln (RIS).
- Wien, Nationalpark Donau-Auen: Der fischereiliche Managementplan 2022 bis 2028 verbietet in § 14 Abs. 6 Echolote und Fischfinder (Stadt Wien).
Das sind Beispiele, keine vollständige Liste. Was an deinem Gewässer gilt, steht in Gewässerordnung und Erlaubnisschein, im Zweifel fragst du den Bewirtschafter oder die Fischereibehörde.
Typische Fehler
- Der automatischen Fischerkennung trauen. Sie macht auch aus Luftblasen und Kraut Fischsymbole. Blinker rät, sie auszuschalten.
- Die Empfindlichkeit ganz aufdrehen. Je trüber das Wasser, desto weiter muss sie herunter. Ein Blinker-Autor regelt vom Maximum zurück, bis das Bild aufklart.
- Aus der Länge der Sichel auf die Größe schließen. Die Länge hängt vor allem davon ab, wie lange der Fisch im Kegel bleibt.
- Nur einmal geradeaus über die Stelle fahren. Was neben dem Kegel liegt, bleibt unsichtbar.
- Ohne Blick in die Gewässerordnung ablegen. Manche Gewässer verbieten Live-Sonar, manche jedes Echolot.
Häufige Fragen
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Sehe ich auf dem Echolot, ob ein Zander unter dem Boot steht?
Nicht an der Sichel selbst. Erfahrene Angler kennen laut Blinker die Vorlieben der Arten, etwa dass Zander und Hecht bestimmte Bodenhärten und Plätze bevorzugen.
Warum zeigt mein Echolot vor Anker nur Striche?
Die Sichel entsteht nur, wenn sich Boot und Fisch gegeneinander bewegen. Liegst du still, zieht ein Fisch, der im Kegel bleibt, eine waagerechte Linie.
Warum zeigt das Echolot an manchen Tagen keine Fische?
Oft liegen sie flach am Grund und gehen in der Grundlinie auf. Blinker rät dann, den Zoom einzuschalten, die Empfindlichkeit etwas zu erhöhen, langsamer zu fahren und den Bildlauf zurückzunehmen.
Passend dazu
- Vertikalrute: Angeln direkt unter dem Boot
- Bellyboot: Angeln im schwimmenden Sitz
- Futterboot: Futter und Montage ferngesteuert ablegen
- Lotblei: Tiefe ohne Elektronik messen
- Wassertemperatur und Sauerstoff: in welchen Schichten Fische im Sommer stehen
- Schnur-Rechner: Tragkraft nach dem Knoten
Quellen
- Spektrum Akademischer Verlag, Lexikon der Physik: Echolot (Prinzip, Erfindung, Schallgeschwindigkeit, Frequenzen)
- Blinker: Echolot richtig lesen, Fischerkennung auf Echoloten richtig deuten (Sichel, Strich vor Anker, Kegel im Flachen, Bodenhärte, Schwärme, Geber)
- Blinker: Angeln mit Echolot, so findet man Fische (Ansichten, Grenzen der Sichel, Fischerkennung, Einstellungen, Lotrute)
- Blinker: Angeln mit Echolot, wie lese ich Echolotbilder? (Frequenz, Ansichten, Kraut)
- Blinker: Belly-Boot (Echolot am Bellyboot)
- Angling Times: Improve your feature finding when fishing (Sonar vom Ufer)
- Eawag, Projet Lac: Fischgemeinschaft im Zürichsee, 2017 (PDF, Kanton Zürich) (Forschungsecholot, Grenzen, Störechos)
- Deutscher Angelfischerverband, Arbeitskreis Angeln: Live-Sonar, April 2025 (PDF) (Vor- und Nachteile) und Kanton Schwyz: Live Sonar, August 2023 (PDF) (Verbot und Begründung)
- Fischereigenossenschaft Chiemsee: Erlaubnisschein 2026 (PDF) und Anglerverband Niedersachsen: Steinhuder Meer (Verbote)
- RIS: NÖ Fischereigesetz 2001, § 12 und Magistrat der Stadt Wien: Fischereilicher Managementplan 2022 bis 2028, § 14 (PDF) (Verbote)
Text und Zeichnung KI-unterstützt erstellt. Quellen im Oktober 2026 geöffnet und geprüft, keine Grafik aus den Quellen übernommen.
Alle Angaben sind Richtwerte ohne Gewähr. Ob Echolot und Live-Sonar an deinem Gewässer erlaubt sind, regeln Gewässerordnung, Erlaubnisschein und die zuständigen Behörden.
