Mit einem Lotblei am Haken misst du vor dem Posenangeln, wie tief das Wasser an deinem Platz ist. Erst mit diesem Wert kannst du die Pose so einstellen, dass der Köder knapp über dem Grund schwebt oder gezielt aufliegt. Mehrfach an verschiedenen Stellen eingesetzt, verrät es dir außerdem Kanten, Löcher und Plateaus.
Warum vor dem Posenangeln gelotet wird
Im Fragenkatalog zur bayerischen Fischerprüfung hat die Pose zwei Aufgaben: Sie hält den Köder auf einer festgelegten Tiefe und meldet den Biss. Die erste Aufgabe erfüllt sie nur, wenn du die Tiefe am Platz kennst. Laut Rute & Rolle fressen die Arten in verschiedenen Schichten: Karpfen gründeln am Boden, Rotfedern stehen oft weit oben. Ob die Montage auf zwei oder auf fünf Meter eingestellt ist, sollte deshalb kein Schätzwert sein.
Besonders genau muss es sein, wenn der Köder am Grund liegen soll. Ein Blinker-Beitrag über das Angeln auf Brassen lässt das Vorfach rund 10 Zentimeter aufliegen. Begründung: Ein Köder, der knapp darüber schwebt, wird von kleinen Fischen schneller entdeckt. Grundlagen stehen unter Posenangeln.
So arbeitet das Lotblei
Die Gerätekunde des Landesfischereiverbands Baden-Württemberg beschreibt das Lotblei als hohle Kugel, die man öffnet und an den Haken klemmt. Die Reihenfolge nennen Blinker und Rute & Rolle übereinstimmend: Erst wird die Pose mit Schroten ausgebleit, bis nur noch die Antenne herausragt, danach kommt das Lot dazu. Welche Schrote zur Tragkraft deiner Pose passen, rechnet die Posen-Bebleiung aus.
Mit dem Lot hängt nun mehr Gewicht an der Montage, als die Pose tragen kann. Laut Rute & Rolle zieht es die Pose deshalb unter Wasser, solange die eingestellte Tiefe kleiner ist als die echte. Erreicht das Lot den Boden, liegt sein Gewicht dort ab, und die übrigen Schrote richten die Pose wieder auf. Damit das zuverlässig klappt, soll das Lotblei laut Blinker die Tragkraft der Pose deutlich übersteigen.
Du liest also nur die Pose ab (Abb. 1). Taucht sie weg, stellst du tiefer. Liegt sie flach, ist sie zu tief eingestellt, weil auch die Schrote am Grund liegen. Steht nur die Antenne heraus, entspricht der Abstand zwischen Pose und Haken der Wassertiefe. Bei der festen Pose verschiebst du die Pose selbst, bei der Laufpose den Stopper. Wie die Stopper sitzen, steht bei Stopper und Perlen.
Bauformen und Notlösungen
In der Prüfungsunterlage des Fischereivereins Löningen heißen die Helfer zum Ermitteln der Tiefe Grundsucher, es gibt sie als Lot- oder Schnappblei. Das Klemmlot klappst du auf, legst den Haken hinein und drückst es wieder zu. So zeigt es auch Blinker.
Blinker hat zwei Notlösungen von Lesern veröffentlicht: Wickelblei um ein Stück Schaumstoff, in das die Hakenspitze greift, oder ein Lochblei mit eingezogenem Gummiband, dessen Schlinge den Haken hält. Letzteres soll auch weite Würfe überstehen.
Auf weichem Schlamm kann ein Blei einsinken. Blinker zeigt für solchen Grund eine Lotpose, an der ein Schwimmkörper das Blei daran hindert, zu tief einzudringen. Weitere Formen zeigt die Seite Angelbleie.
Den Grund abtasten: Kanten, Löcher, Plateaus
Blinker beschreibt, wie Stippangler gezielt nach kleinen Absätzen, Steinen oder Rippeln im Sand suchen, weil sich in ihrem Strömungsschatten Futter und Fische sammeln. Ein Autor von Fisch & Fang hat an einem Moorsee mit dem Lotblei Löcher von 30 bis 40 Zentimetern Tiefe und etwa einem Meter Durchmesser gefunden und diese Standplätze von Zandern in eine Gewässerkarte eingetragen. Beim winterlichen Karpfenangeln nennt Blinker Erhöhungen und Plateaus als Ziel des Lotens.
Für eine solche Karte des Grundes beschreibt Blinker eine eigene Lotmontage: Auf die Hauptschnur kommen ein Grundblei und eine Perle, ans Ende eine gut sichtbare Pose mit viel Auftrieb. Auf die Rute klebst du eine Marke im Abstand von 50 Zentimetern zur Rolle. Nach dem Wurf sinkt das Blei zum Grund, die Pose wird bis ans Blei herangezogen. Dann gibst du in Schritten von Rolle bis Marke Schnur frei, bis die Pose auftaucht. Leicht geht das mit einer Freilaufrolle, auf der Spule empfiehlt Blinker geflochtene Schnur. Danach holst du das Blei zwei bis drei Meter heran und misst erneut.
Rechenbeispiel nach Blinker: Die Pose taucht nach 5,5 Schritten zu je 50 Zentimetern auf, also bei rund 2,75 Metern. Zwei bis drei Meter näher am Ufer reichen 3 Schritte, das sind 1,5 Meter. Dazwischen fällt der Grund um gut einen Meter: eine deutliche Kante.
Nebenbei verrät das Blei die Bodenart. Steckt es im Schlamm fest, verneigt sich laut Blinker die Rutenspitze beim Anziehen; lässt es sich leicht über den Grund schleifen, ist er fest. Ein harter Aufschlag spricht für Stein, ein weicher für Sand oder gemischten Boden. Schwarzer, übel riechender Schlamm ist nach Blinker arm an Sauerstoff und Nährtieren, grauer oder brauner gilt als belebt. Schneller, aber ungenauer ist eine Variante aus Rute & Rolle: Ein Grundblei fächerförmig auswerfen und jeweils die Sekunden zählen, bis es aufsetzt.
Wie der Grund an einem See typischerweise abfällt, zeigt Angeln am See.
Loten ohne Lotblei
Rute & Rolle klemmt ein zusätzliches großes Klemmblei direkt auf den Haken, das Prinzip bleibt gleich. Ein Blinker-Autor lotet und stellt in einem Schritt ein: An einem Waggler mit 3 bis 4 Gramm Tragkraft setzt er ein mittleres Schrot 10 Zentimeter vor den Haken. Die Pose geht unter, und er schiebt sie so lange höher, bis die Antenne gerade eben wieder herausschaut. Dann liegen Köder und unterstes Schrot sicher am Grund.
Auf größere Entfernung geht es sogar mit der normalen Montage. Ein Fisch & Fang-Autor lotet so einen Platz in rund 30 Metern Entfernung aus: Treibt die Pose schräg oder liegend, ist es dort flacher als eingestellt, wird es tiefer, richtet sie sich auf. So findet er Stufen im Grund von über 20 Zentimetern Höhe. Wie man beim Waggler auf Distanz mit schweren Schroten lotet, steht bei der Waggler-Montage.
| Methode | Gut für | Grenze |
|---|---|---|
| Lotblei am Haken | genaue Tiefe am Futterplatz | sinkt in weichem Schlamm ein |
| Schweres Schrot vor dem Haken | loten und einstellen in einem | Köder liegt danach auf |
| Grundblei mit Lotpose | Kanten, Löcher, Bodenart | eigene Montage nötig |
| Normale Montage beobachten | Kanten auf Distanz | zeigt nur flacher oder tiefer |
Die Pose nach dem Loten einstellen
Mit dem Lot am Grund hast du die Nullstellung: Der Haken liegt auf dem Boden. Soll der Köder schweben, stellst du die Pose um einige Zentimeter flacher. Soll er aufliegen, stellst du sie etwas tiefer, als das Wasser ist. Für Schleien stoppt ein Blinker-Autor die Pose bei 55 Zentimetern, wo das Wasser einen halben Meter tief ist. Beim Friedfischangeln im Winter lässt ein Autor von Rute & Rolle das ganze 15 Zentimeter lange Vorfach auf dem Grund liegen.
Den Aufbau mit Stopper, Perle und Schroten erklärt die Posenmontage, die Formen die Seite Posen.
Typische Fehler
- Loten vor dem Austarieren. Ohne fertig ausgebleite Pose zeigt auch das Lot keine verlässliche Tiefe.
- Zu leichtes Lot. Wiegt es kaum mehr, als die Pose trägt, liegt es nicht fest am Grund, und die Messung wird unsicher.
- Schräge Pose für richtig halten. Steht sie schief, liegen laut Rute & Rolle schon einige der Schrote auf dem Boden. Stell sie ein Stück flacher.
- Nur einmal loten. Im Beispiel von Blinker liegt zwei bis drei Meter neben dem ersten Punkt eine Kante.
- Schlamm übersehen. Versinkt das Lot tief im Schlamm, rät Blinker beim Karpfenangeln im Winter dazu, einen anderen Platz zu suchen.
Häufige Fragen
Mehr Antworten rund ums Angeln: Alle häufigen Fragen im Überblick
Wie schwer muss ein Lotblei sein?
Eine feste Grammzahl nennen die Quellen nicht. Blinker verlangt, dass es die Tragkraft der Pose deutlich übersteigt.
Funktioniert das Loten auch mit der Laufpose?
Ja. Statt der Pose verschiebst du den Stopper, denn bei der Laufpose bestimmt laut Blinker der Abstand vom Stopper zum Haken die Angeltiefe. Eine feste Pose lässt sich laut Landesfischereiverband Baden-Württemberg höchstens so tief stellen, wie die Rute lang ist.
Wie finde ich die geloteten Stellen beim Angeln wieder?
Fisch & Fang klemmt die Schnur nach dem Loten in den Schnurclip der Spule und setzt einen Schnurmarker. Für die Richtung nennt Blinker einen markanten Punkt am anderen Ufer.
Passend dazu
- Stippangeln: Loten mit der Kopfrute direkt vor den Füßen
- Posenmontage: Stopper, Perle, Schrote und Vorfach
- Posen-Bebleiung: welche Schrote zur Tragkraft passen
- Posen: Formen und Tragkraft im Überblick
- Stopperknoten: die Tiefe der Laufpose festlegen
- Schnur-Rechner: was die Hauptschnur nach dem Knoten noch trägt
- Posenrute: Match-, Bolognese- und Stipprute
Quellen
- Landesfischereiverband Baden-Württemberg: Gerätekunde (PDF) (Lotblei, feste Pose bis Rutenlänge)
- Fischereiverein Löningen: Gerätekunde (PDF) (Grundsucher als Lot- oder Schnappblei)
- Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft: Prüfungsfragen zur Fischerprüfung 2023/2024 (PDF) (Aufgaben der Pose)
- Blinker: Loten beim Angeln (Grundstruktur, Lotmontage und Rechenbeispiel, Bodenart, Gewicht des Lots, Selbstbau)
- Rute & Rolle: Loten, wie und warum? (Wirkung des Lots, schräge Pose, Sekunden zählen) und Friedfische erfolgreich im Winter (Vorfach auf dem Grund)
- Blinker: Alles Wichtige für deinen Einstieg (Klemmblei, Ablesen der Pose, Stopper), Posen lassen sich schon zu Hause austarieren (erst austarieren, dann loten) und Viele Gründe zum Posenangeln (Schrot statt Lot)
- Blinker: Brassen angeln, die Grundlagen (Köder auf dem Grund), Das erste Mal auf Schleie (Pose übertief) und Karpfenangeln im Winter (Plateaus, Lot im Schlamm)
- Fisch & Fang: Friedfisch italienisch (Loten auf Distanz, Schnurmarker) und Moor-Zander (Löcher mit dem Lotblei finden)
Text und Zeichnung KI-unterstützt erstellt. Quellen im Oktober 2026 geöffnet und geprüft, keine Grafik aus den Quellen übernommen.
Alle Angaben sind Richtwerte ohne Gewähr. Wie tief der Köder stehen soll, hängt von Zielfisch, Jahreszeit und Grund ab; was an deinem Gewässer erlaubt ist, steht im Erlaubnisschein.
