Die Schleie (Tinca tinca) lebt am Grund stehender und langsam fließender Gewässer mit Schlamm und dichtem Pflanzenwuchs. Sie ist vorsichtig, vor allem in der Dämmerung aktiv und war 2007 in Deutschland Fisch des Jahres.
- Vorstülpbares, dicklippiges Maul mit zwei kurzen Barteln
- Hoher Schwanzstiel mit gerade abschließender Schwanzflosse
- Dunkel olivfarbener Körper mit kleinen Rundschuppen und schleimiger Haut
Fangchancen im Jahresverlauf
- Kaum Chancen
- Möglich
- Gut
- Hauptsaison
- Laichzeit (Schonzeit beachten)
Redaktionelle Einschätzung für Gewässer in Deutschland, kein Messwert und keine Garantie. Laichzeit ist nicht gleich gesetzliche Schonzeit.
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Woran du die Schleie erkennst
Die Grundfarbe ist dunkel oliv bis grünlich braun mit Messingglanz, der Bauch ist gelblich. Auffällig sind der hohe Schwanzstiel und die gerade abschließende Schwanzflosse. Die übrigen Flossen sind abgerundet. Die Iris ist meist rot bis orange.
Die dicke Haut ist schleimig, die sehr kleinen Schuppen sitzen tief. Das endständige Maul ist vorstülpbar, dicklippig und trägt in jedem Maulwinkel eine kurze Bartel. Meist werden Schleien 20 bis 40 Zentimeter lang, der LFV Bayern nennt 35 bis 45 Zentimeter. Als Höchstgewicht sind 7,5 Kilogramm belegt.

Zwei kurze Barteln, die gerade Schwanzflosse und die sehr kleinen Schuppen machen die Schleie gut erkennbar. Männchen haben deutlich größere Bauchflossen als Weibchen. Die gelbrote Goldschleie ist eine Zuchtform für Zierteiche.
Wo die Schleie steht
Die Schleie lebt in stehenden und langsam fließenden Gewässern, in Altarmen und Teichen mit schlammigem Grund und reichem Pflanzenwuchs. Sie kommt in fast ganz Europa vor.
Kurzfristig übersteht sie auch starken Sauerstoffmangel. Zusammen mit der Karausche hat sie den geringsten Sauerstoffbedarf und ist in Dorfteichen, Tonkuhlen, Moorstichen und verkrauteten Waldteichen manchmal die einzige Fischart.
Standplätze im Bild
Wähle eine Jahreszeit: Der Fisch zeigt, wo die Art dann steht. Rot beschriftete Stellen gelten nur in der gewählten Zeit. Je mehr Fische im Bild, desto besser die Fangchance laut Fangkalender. Das Bild ist schematisch, jedes Gewässer ist anders.
Im See
- Schilfkante
- Seerosen und Krautfeld
- Tiefer Grund
Die Schleie lebt am Grund pflanzenreicher Gewässer mit schlammigem Boden. Tagsüber steht sie meist verborgen zwischen Wasserpflanzen. Gefangen wird sie in der Nähe von Schilfgürteln, Seerosen und stark verkrauteten Bereichen.
Frühjahr: Fangchance laut Fangkalender im März möglich, im April und Mai gut. Im Frühjahr fressen Schleien in flachen Buchten mit aufkommendem Kraut, an Mündungen kleiner Gräben und an Schilfkanten. Drückt der Wind warmes Oberflächenwasser in eine flache Bucht, ist dort ab Mittag mit ihnen zu rechnen.
Sommer: Fangchance laut Fangkalender im Juni und Juli gut, im August Hauptsaison. In diese Zeit fällt die Laichzeit, Schonzeiten beachten. Im Sommer fressen Schleien im dichtesten Kraut. Aussichtsreich sind natürliche Lücken im Kraut und der Rand von Seerosenfeldern. An warmen Regentagen beißen sie auch ganztägig.
Herbst: Fangchance laut Fangkalender im September gut, im Oktober möglich, im November kaum. Mit sinkenden Temperaturen fressen Schleien noch einmal stärker. Dann lohnen mitunter die tiefsten Stellen des Gewässers, im Altweibersommer auch absterbende Krautbetten und Schilfkanten.
Winter: Fangchance laut Fangkalender kaum. Den Winter verbringen Schleien eingegraben im Schlamm.
Im Fluss
- Ruhige Bucht mit Wasserpflanzen
Im Fluss lebt die Schleie in langsam fließenden Abschnitten und Altwässern mit schlammigem Grund und dichtem Pflanzenwuchs.
Frühjahr: Fangchance laut Fangkalender im März möglich, im April und Mai gut.
Sommer: Fangchance laut Fangkalender im Juni und Juli gut, im August Hauptsaison. In diese Zeit fällt die Laichzeit, Schonzeiten beachten.
Herbst: Fangchance laut Fangkalender im September gut, im Oktober möglich, im November kaum.
Winter: Fangchance laut Fangkalender kaum. Den Winter verbringen Schleien eingegraben im Schlamm.
Wie sie lebt und laicht
Schleien fressen kleine Bodentiere, Schnecken, Algenaufwuchs und Pflanzenreste. Tagsüber stehen sie meist verborgen zwischen Pflanzen, mit der Dämmerung durchwühlen sie den Boden. Dabei steigen Sumpfgasblasen auf. In vielen Gewässern fressen sie nur nachts oder bei bedecktem Wetter. Den Winter verbringen sie eingegraben im Schlamm.
Als optimal gelten Wassertemperaturen von 12 bis 26 °C. Laichbereit werden Schleien erst ab etwa 18 °C. Die Laichzeit liegt je nach Quelle zwischen April und Juli. Die Weibchen legen bis zu 300.000 klebrige Eier an Wasserpflanzen ab.
Wann sie beißt
Die Schleie liebt Wärme. Im Frühjahr sind die Bisse nach dem Winter oft heftig. Der Blinker-Steckbrief nennt dafür flache Buchten, in die der Wind warmes Oberflächenwasser drückt.
Im Sommer beißen Schleien bei reichlich Nahrung zögerlich, vor allem in der Morgen- und Abenddämmerung, an warmen Regentagen auch ganztägig. Im Herbst fressen sie vor der Winterruhe noch einmal stärker.
Die Monatsübersicht aller Arten und den Wassertemperatur-Check findest du im Fangkalender.
Womit du sie fängst
Gefangen werden Schleien meist mit der Pose nahe Schilfgürteln, Seerosen oder Lücken im Kraut. Tierische Köder stehen vorn: Mistwürmer, Tauwurm, Maden, Caster oder Muschelfleisch. Pflanzliche Köder wie Mais, Teig, Weißbrot oder kleine Boilies fangen ebenfalls.
Im Sommer zupfen Schleien oft lange am Köder. Dann hilft sehr leichtes Posenangeln mit der Liftmethode. Auch die Schwingspitze mit leichtem Grundblei zeigt feine Bisse an.
Feine Bisse erkennen: Schleien verursachen oft nur kaum merkliche Zupfer und spielen unentschlossen mit dem Köder.
Köder gelegentlich bewegen: Ein leichtes Zupfen am Wurm löst manchmal den Biss aus und verhindert, dass sich der Wurm im Schlamm verkriecht.
Passende Köder
Mistwurm, Muschelfleisch, Maden oder Caster; auch Mais, Teig und Mini-Boilies.
Montagen zu diesen Ködern: Waggler-Montage, Haarmontage, Posenmontage, Grundblei-Laufmontage.
Was du beachten musst
Schonzeiten, Mindestmaße und Entnahmefenster legen die Bundesländer sowie die Fischereibehörden der Anrainerstaaten (Dänemark, Norwegen, Polen) fest. Sie variieren je nach Gewässertyp, Küstenabschnitt und Jahreszeit. Deshalb nennen wir keine starren Zahlen: Verbindlich sind stets die Fischereiverordnung deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein. Eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender.
Für maßige Fische, die entnommen werden dürfen, gilt die Pflicht zur sofortigen, tierschutzgerechten Betäubung und Tötung. Geschonte, untermaßige oder im Rahmen eines Entnahmefensters zu große Exemplare müssen mit nassen Händen äußerst schonend direkt im Wasser gelöst und zurückgesetzt werden.
Die IUCN stuft die Schleie als nicht gefährdet ein. Als Gefährdung nennt der Landesfischereiverband Bayern den Verlust von Laichplätzen und Jungfischhabitaten.
Häufige Fragen (FAQ)
Wann beißt die Schleie am besten?
In der Morgen- und Abenddämmerung, oft auch nachts oder bei bedecktem Wetter. Im Frühjahr sind die Bisse nach dem Winter oft heftig, im Sommer eher zögerlich.
Wie groß wird eine Schleie?
Meist 20 bis 40 Zentimeter. Als Höchstgewicht sind 7,5 Kilogramm belegt, als größte Länge nennt FishBase 70 Zentimeter.
Bei welcher Wassertemperatur fühlt sich die Schleie wohl?
Als optimal gelten 12 bis 26 °C. Laichbereit wird sie, wenn das Wasser mindestens 18 °C erreicht hat.
Quellen
Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).
- Wikipedia: Schleie (Temperaturbereich, Laichbereitschaft)
- Landesfischereiverband Bayern: Fischlexikon (Laichzeit, Lebensraum, Nahrung, Aktivität)
- Blinker: Steckbrief Schleie (Jahreszeiten, Laichzeit, Köder)
- FishBase: Tinca tinca (Größe, Überwinterung im Schlamm)
KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.
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