Fisch betäuben und töten

Wer einen Fisch entnimmt, muss ihn betäuben, bevor er ihn tötet. Dieser Ablauf, Fisch betäuben und töten, ist durch das Tierschutzgesetz vorgegeben und verlangt Übung. Hier steht der Ablauf sachlich in der Reihenfolge Betäubung, Tötung und Kontrolle.

Seitenansicht eines Süßwasserfischs mit den Stellen am Kopf in der Reihenfolge des Ablaufs: 1 Betäuben mit dem Kopfschlag über dem Gehirn, knapp hinter und über dem Auge, 2 Töten mit dem Kiemenrundschnitt an den Kiemen, 3 Kontrolle an Kiemendeckel und Auge.1 BetäubenKopfschlagüber dem Gehirn2 TötenKiemenrundschnitt3 KontrollierenKiemendeckel stillkein Augendrehreflex
Abb. 1 · Reihenfolge, vereinfacht: erst betäuben, sofort danach töten, dann kontrollieren. Die Lage am Kopf ist ein Hinweis und je nach Fischart verschieden. KI-unterstützt gezeichnet, schematisch.

Rechtlicher Rahmen

Fischtöter aus Holz und Messer mit kurzer Klinge
Fischtöter aus Holz und Messer mit kurzer Klinge.
KI-generiert

Nach § 4 Absatz 1 Tierschutzgesetz darf ein Wirbeltier erst getötet werden, wenn eine wirksame Betäubung jede Wahrnehmung und jedes Empfinden ausgeschaltet hat. Das Töten ist nur Personen erlaubt, die das nötige Wissen und Können dafür mitbringen. Nach § 17 ist das Töten eines Wirbeltiers ohne vernünftigen Grund strafbar; der Fang zum Verzehr gilt als vernünftiger Grund. Maßgeblich bleiben das Landesrecht und die Auslegung der zuständigen Behörde.

Ablauf: Betäuben, Töten, Kontrollieren

  • Betäuben: Der Kopfschlag erfolgt mit einem geeigneten Schlagstock und ausreichender Wucht an der richtigen Stelle. Bei den meisten Süßwasserfischen liegt das Gehirn knapp hinter und oberhalb der Augen. Ein Schlag an der richtigen Stelle führt sofort zur Wahrnehmungslosigkeit.
  • Töten: Direkt nach der Betäubung, solange der Fisch bewusstlos ist, folgt Kiemenrundschnitt oder Herzstich. Beim Kiemenrundschnitt werden die großen Gefäße der Kiemen durchtrennt, der Fisch blutet aus.
  • Kontrollieren: Die Betäubung wirkt, wenn Atembewegung der Kiemendeckel und Augendrehreflex ausbleiben. Zeigen sich Kiemendeckelbewegungen oder dreht das Auge beim Bewegen des Fisches nach, ist er nicht sicher betäubt und du schlägst sofort erneut zu.

Die Angaben sind ein Lagehinweis, keine Anleitung für jede Fischart. Körperbau und Kopfform unterscheiden sich; lass dir die Stelle bei deiner Fischerprüfung oder von erfahrenen Anglern im Verein zeigen.

Praxistipp: Lege Schlagstock und Messer vor dem Fang bereit. Wer erst im Moment des Fangs sucht, verlängert die Zeit bis zur Betäubung.

Typische Fehler

Die meisten Fehler entstehen durch Hektik oder fehlende Übung. Wer den Ablauf vorher durchgeht, macht sie seltener.

  • Schlag an die falsche Stelle oder mit zu wenig Wucht: Der Fisch ist nur benommen.
  • Ungeeignetes Werkzeug wie Messergriff oder Stein, das schlecht trifft.
  • Fisch ohne Betäubung ausbluten lassen oder an der Luft ersticken lassen.
  • Keine Kontrolle der Reflexe nach dem Schlag.
  • Zu langes Warten zwischen Betäubung und Tötung; der Fisch kann wieder zu sich kommen.
  • Raue Behandlung vor dem Schlag, die Stress und Schleimhautschäden verursacht.

Setzkescher und Anbinden

Du bist für den Fisch verantwortlich, bis er tot ist. Das gilt auch dann, wenn er nur kurz in einer Wanne, einem Eimer oder an Land auf die Tötung wartet: Halte diese Zeit so kurz wie möglich.

Fische lebend im Setzkescher oder an einer Leine zu halten, ist tierschutzrechtlich umstritten. In Niedersachsen ist der Setzkescher laut Merkblatt des Landes grundsätzlich nicht zulässig. Schleswig-Holstein erlaubt ihn laut Merkblatt des Landes nur, um den Fang als Lebensmittel frisch zu halten, und nur, wenn Setzkescher und Bedingungen dafür geeignet sind; Mecklenburg-Vorpommern lehnt ihn aus Tierschutzsicht ab. Wie es bei dir ist, steht im Landesrecht und in den Erlaubnisbedingungen. Informiere dich vor Ort. Nach Möglichkeit betäubst und tötest du den Fisch gleich nach dem Fang.

Vorbereitung und Ausrüstung

Du brauchst einen Schlagstock, der in der Hand liegt und genug Gewicht hat, ein scharfes Messer und eine nasse Unterlage. Der Fisch bleibt bis zum Schlag möglichst ruhig und liegt sicher, damit du die Stelle triffst. Eine Betäubung, die nicht auf Anhieb gelingt, wiederholst du sofort. Fische mit sehr hartem Schädel oder großem Körper verlangen entsprechend mehr Wucht und Übung.

Elektrische Betäubungsgeräte, wie sie in der Fischzucht eingesetzt werden, spielen beim Angeln keine Rolle. Für den Angler ist der Kopfschlag der übliche Weg; ergänzend gelten die Vorgaben deines Bundeslandes und die Hinweise im Kurs zur Fischerprüfung.

Häufige Fragen

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Muss ich einen Fisch immer betäuben?

Ja, nach § 4 TierSchG darf ein Wirbeltier nur unter wirksamer Betäubung getötet werden. Ausnahmen für Jagd und Schädlingsbekämpfung betreffen das Angeln nicht.

Woran erkenne ich, dass der Fisch betäubt ist?

Die Kiemendeckel bewegen sich nicht mehr, und der Augendrehreflex fehlt. Fehlt eines dieser Zeichen, bewegen sich also die Kiemendeckel noch oder dreht das Auge mit, ist die Betäubung nicht sicher: Setze sofort einen zweiten Schlag.

Was ist, wenn ich unsicher bin?

Lass dir die Handgriffe von einem erfahrenen Angler zeigen und übe sie vor dem ersten Fang. Setze im Zweifel einen zweiten Schlag.

Quellen

Alle Angaben sind Richtwerte ohne Gewähr und ersetzen keine Rechtsberatung. Maßgeblich ist das Recht deines Bundeslandes und die Gewässerordnung.