Ein Aaltöter ist ein Handgerät, das den Aal am Hinterkopf auf der Unterlage festhält und ihm mit einem Dorn hinter dem Kopf die Wirbelsäule durchsticht. Für Aale gilt im Tierschutzrecht eine eigene Regel. Hier stehen die zulässigen Wege, das Gerät und der Ablauf am Wasser.
Was im Handel Aaltöter heißt
Als Aaltöter wird ein Werkzeug mit einem V-förmigen Fuß und einem Dorn verkauft. Die Angelzeitschrift Blinker beschreibt den Gebrauch so: Der Fuß drückt den Aal am Hinterkopf gegen eine feste Unterlage, dann schiebst du den Dorn nach unten heraus, und er dringt hinter dem Kopf ein. Liegt der Aal nicht fest, verfehlt der Dorn die Wirbelsäule. Bei großen Aalen ist genau das schwierig.
Eine Abwandlung ist die Aalzange. Auch sie setzt am Hinterkopf an, der Dorn fährt beim Zusammendrücken ein, und der Aal muss dafür nicht auf dem Boden liegen.
Mit dem Fischbetäuber hat der Aaltöter wenig gemeinsam. Der Fischbetäuber ist ein Schlagholz zum Betäuben. Die Gerätekunde des Fischereivereins Löningen merkt an, dass man ihn fälschlich Fischtöter nennt, und führt für das eigentliche Töten das Messer an. Der Aaltöter sticht, er schlägt nicht. Er ersetzt also das Messer, nicht den Fischbetäuber.
Die Sonderregel für Aale
Wer einen Fisch tötet, muss ihn nach § 12 Absatz 10 der Tierschutz-Schlachtverordnung unmittelbar vorher betäuben. Derselbe Absatz nimmt zwei Gruppen aus, Plattfische und Aale. Aale dürfen ohne Betäubung getötet werden, solange am Tag höchstens 30 Tiere gefangen und verarbeitet werden. Das Verfahren ist dann vorgegeben: ein Stich direkt hinter dem Kopf, der die Wirbelsäule durchtrennt, und gleich danach das Herausnehmen aller Eingeweide mit dem Herz. Die Verordnung nennt beide Schritte zusammen.
Das Tierschutzgesetz zieht in § 4 eine Grenze: Ist das Töten ohne Betäubung nach einer anderen Vorschrift erlaubt, dürfen dabei nur unvermeidbare Schmerzen entstehen. Außerdem verlangt das Gesetz von jedem, der ein Wirbeltier tötet, die nötigen Kenntnisse und Fähigkeiten.
Die Fischerprüfung fragt die Regel ab. Im bayerischen Fragenkatalog 2023/2024 gilt der Stich oder Schnitt durch die Wirbelsäule dicht hinter dem Kopf, gefolgt vom sofortigen Ausnehmen samt Herz, als tierschutzgerechter Weg für einen geangelten Aal ohne Betäubung. Der Katalog nennt also auch den Schnitt, die Verordnung nur den Stich. Sachsen-Anhalt fragt in seinem Katalog (Stand April 2022), wie der Angler einen Aal töten muss, und gibt dasselbe Verfahren als richtige Antwort an.
Wegweiser: Ob du einen Aal überhaupt mitnehmen darfst und ab welcher Länge, regeln dein Bundesland und dein Erlaubnisschein. Schutzstatus und Schonregeln findest du auf der Seite Aal und unter Schonzeit und Mindestmaß erklärt.
Betäuben mit Schlag oder Strom
Wer den Aal vor dem Töten betäubt, wählt aus den Verfahren, die Anlage 1 Nummer 9 der Verordnung für Fische zulässt: Elektrobetäubung, stumpfer Schlag auf den Kopf, Kohlendioxid nur bei Salmoniden und Stoffe mit Betäubungswirkung. Ausgeschlossen sind Stoffe wie Ammoniak, die gleichzeitig entschleimen.
Den Kopfschlag beschreibt die Anlage knapp. Er wird mit einem geeigneten Gegenstand und kräftig genug geführt, und gleich danach folgt ein Verfahren, das den Tod herbeiführt. Zwischen Fang und Schlag soll bei Fischen möglichst wenig Zeit liegen. Der Katalog aus Sachsen-Anhalt nennt für die Betäubung von Fischen harte Schläge auf den Kopf oder Elektronarkosegeräte.
Für Strom beim Aal hat die Anlage eine eigene Vorschrift. Der Aal liegt dabei in Trinkwasser mit einer Leitfähigkeit unter 1000 Mikrosiemens pro Zentimeter, die Stromdichte richtet sich nach der gemessenen Leitfähigkeit, und der Strom fließt mindestens fünf Minuten. Direkt danach wird der Aal entschleimt und geschlachtet. Beschrieben ist damit eine Betäubungsanlage mit Wasserbad. Ob ein tragbares Gerät für Angler diese Vorgaben erfüllt, sagt die Verordnung nicht. Frag vor dem Kauf bei der zuständigen Veterinärbehörde nach.
Die drei Wege im Vergleich, zusammengefasst nach § 12 und Anlage 1 der Tierschutz-Schlachtverordnung:
| Weg | Vorgabe | Grenze oder nächster Schritt |
|---|---|---|
| Ohne Betäubung | Stich durch die Wirbelsäule hinter dem Kopf | sofort ausnehmen samt Herz, höchstens 30 Aale am Tag |
| Kopfschlag | kräftig, mit geeignetem Gegenstand | unmittelbar danach töten |
| Strom | Trinkwasser unter 1000 µS/cm, mindestens 5 Minuten | danach entschleimen und schlachten |
Warum Aale schwer zur Ruhe kommen
Der Aal kann laut Anglerverband Niedersachsen Sauerstoff über die Haut aufnehmen und so für kurze Zeit über Land kriechen. Seine Kiemen hält er dabei fest geschlossen, damit sie nicht austrocknen.
Aus der Praxis berichtet die Zeitschrift Blinker, dass sich Aale mit einem Kopfschlag nicht betäuben lassen und ein Herzstich oft keine erkennbare Wirkung zeigt. Selbst vorschriftsgemäß versorgte Aale bewegen sich danach weiter und lassen sich kaum halten oder mit dem Maßband messen. Die Redaktion rät deshalb, die Wirbelsäule hinter dem Kopf zusätzlich zu durchtrennen, und schreibt, dass dafür manchmal zwei oder drei Stiche nötig sind. Das ist Erfahrung aus der Angelpraxis, keine Untersuchung. Die Verordnung lässt den Kopfschlag für Fische allgemein zu und macht für Aale dabei keine Ausnahme.
Ablauf am Wasser
Leg vor dem Ansitz alles griffbereit: ein Brett oder eine andere feste Unterlage, Aaltöter oder spitzes Messer, Fischbetäuber und ein trockenes Tuch.
- Festhalten: Ein Aal ist mit nackten Händen kaum zu greifen. Blinker empfiehlt ein trockenes Tuch, mit dem du kräftig zupackst. Ein nasses Tuch rutscht stärker.
- Betäuben, wenn du diesen Weg wählst: ein kräftiger Schlag mit dem Fischbetäuber auf den Kopf, danach ohne Pause der Stich.
- Stechen: Aaltöter oder Messerspitze dicht hinter dem Kopf ansetzen, bis die Wirbelsäule durchtrennt ist. Laut Blinker gehört die Klinge längs zur Wirbelsäule, nicht quer. Quer geführt trennt sie leicht den Kopf ab, und der Aal lässt sich nicht mehr zum Räuchern aufhängen.
- Ausnehmen: sofort die Eingeweide samt Herz entnehmen. Der bayerische Fragenkatalog nennt beim Aal eine Besonderheit: Die Bauchdecke wird über den After hinaus aufgeschnitten, damit auch der hintere Nierenfortsatz herauskommt. Den Bauchschnitt Schritt für Schritt zeigt Fisch ausnehmen.
- Nachsehen: Bewegt sich der Aal noch kräftig, rät Blinker zu einem weiteren Stich hinter dem Kopf.
Typische Fehler
- Den Aal in Salmiaklösung legen. Der bayerische Fragenkatalog führt das als falsche Antwort. Die Verordnung schließt Betäubungsstoffe wie Ammoniak, die zugleich entschleimen, ausdrücklich aus.
- Nur stechen, nicht ausnehmen. Ohne Betäubung ist der Stich nur zusammen mit dem sofortigen Entfernen der Eingeweide samt Herz zulässig.
- Den Kopf nicht fixieren. Ein Dorn, der auf einen beweglichen Kopf trifft, verfehlt leicht die Wirbelsäule.
- Ein Stromgerät ungeprüft kaufen. Die Vorgaben für Aale verlangen Wasserbad, gemessene Leitfähigkeit und fünf Minuten Strom. Kläre vorher, ob ein Handgerät das leistet.
- Ohne Übung anfangen. Töten darf nur, wer die nötigen Kenntnisse und Fähigkeiten hat. In Baden-Württemberg verlangt die Landesfischereiverordnung im Vorbereitungslehrgang zur Fischerprüfung einen Praxistag, an dem jede teilnehmende Person das Betäuben und Töten übt, bis es sicher sitzt.
Häufige Fragen
Mehr Antworten rund ums Angeln: Alle häufigen Fragen im Überblick
Darf ich einen Aal ohne Betäubung töten?
Ja, nach § 12 Absatz 10 der Tierschutz-Schlachtverordnung, solange am Tag höchstens 30 Aale gefangen und verarbeitet werden. Vorgeschrieben ist dann der Stich durch die Wirbelsäule hinter dem Kopf mit sofortigem Ausnehmen samt Herz. Vermeidbare Schmerzen dürfen dabei nicht entstehen.
Brauche ich einen Aaltöter?
Die Verordnung schreibt kein bestimmtes Werkzeug vor, sie beschreibt nur den Stich. Blinker nennt das Messer als Alternative, dessen Spitze in den Hinterkopf gedrückt wird, bis die Wirbelsäule spürbar getroffen ist. Beim Aaltöter übernimmt der V-Fuß das Festhalten am Hinterkopf.
Warum bewegt sich der Aal nach dem Stich noch?
Die Zeitschrift Blinker beschreibt das auch bei Aalen, die nach Vorschrift versorgt wurden. Sie rät, die Wirbelsäule hinter dem Kopf sicher zu durchtrennen und notfalls nachzustechen. Was dabei im Tier vorgeht, beantworten die hier genutzten Quellen nicht.
Passend dazu
- Fisch betäuben und töten: Ablauf und Kontrolle für die übrigen Arten
- Fischbetäuber (Priest): das Schlagholz für den Kopfschlag
- Aal: Lebensweise, Gefährdung und Regeln
- Fisch ausnehmen: Bauchschnitt, Reinigung und Hygiene
- Fischereischein und Fischereiprüfung: wo das Töten gelehrt und geprüft wird
- Schnur-Rechner: Tragkraft der Aalmontage nach dem Knoten
Quellen
- Bundesministerium der Justiz: Tierschutz-Schlachtverordnung, § 12 (Betäubungspflicht für Fische, Ausnahme für Aale bis 30 Tiere am Tag mit Stich und sofortigem Ausnehmen samt Herz)
- Bundesministerium der Justiz: Tierschutz-Schlachtverordnung, Anlage 1 (zulässige Betäubungsverfahren für Fische, Ausschluss von Ammoniak, Kopfschlag, Elektrobetäubung von Aalen mit Leitfähigkeit und fünf Minuten)
- Bundesministerium der Justiz: Tierschutzgesetz, § 4 (nur unvermeidbare Schmerzen beim Töten ohne Betäubung, Kenntnisse und Fähigkeiten)
- Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft: Staatliche Fischerprüfung in Bayern, Prüfungsfragen 2023/2024 (PDF) (Aal ohne Betäubung, Salmiaklösung als falsche Antwort, Ausnehmen über den After hinaus)
- Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten Sachsen-Anhalt: Fragenkatalog zur Fischerprüfung, Stand 28.04.2022 (PDF) (wie der Angler einen Aal töten muss, Betäubung mit Kopfschlag oder Elektronarkosegerät)
- Land Baden-Württemberg: Landesfischereiverordnung, Stand 2022 (PDF) (Praxistag im Vorbereitungslehrgang, Betäuben und Töten üben)
- Fischereiverein Löningen: Gerätekunde (PDF) (Schlagholz fälschlich Fischtöter genannt, Messer zum Abstechen)
- Anglerverband Niedersachsen: Aal (Sauerstoffaufnahme über die Haut, kurze Zeit über Land)
- Blinker: Aal richtig töten, damit sie sich nicht mehr bewegen (Aaltöter und Aalzange, Kopfschlag und Herzstich beim Aal, Stich in den Hinterkopf, Klinge längs) und Blinker: Glatte Aale: So lassen sie sich sicher greifen (trockenes Tuch zum Festhalten)
Text und Zeichnung KI-unterstützt erstellt. Quellen im Oktober 2026 geöffnet und geprüft, keine Grafik aus den Quellen übernommen.
Alle Angaben sind Richtwerte ohne Gewähr und ersetzen keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind die Tierschutz-Schlachtverordnung in ihrer geltenden Fassung, das Recht deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein.
