Aal

Der Europäische Aal (Anguilla anguilla) schlüpft in der Sargassosee, wächst in europäischen Küsten- und Binnengewässern heran und wandert zum Laichen zurück in den Atlantik. Die Art gilt weltweit als vom Aussterben bedroht.

Naturkundetafel eines Europäischen Aals
Naturkundetafel von AngelMomente, KI-unterstützt entworfen.
  1. Schlangenförmiger, drehrunder Körper mit durchgehendem Flossensaum
  2. Oberständiges Maul, der Unterkiefer ist etwas länger
  3. Oberseite schwarz bis dunkelgrün, Unterseite gelb bis weiß
Größe40–80 cmWeibchen bis 100 cm, selten mehr
Alter bei Abwanderung6 bis über 20 JahreUmwandlung zum Blankaal
LaichortSargassoseenicht in unseren Gewässern
AktivDämmerung und Nachttagsüber versteckt

Fangchancen im Jahresverlauf

J–
F–
M–
A○
M◐
J●
J●
A●
S●
O◐
N○
D–
  • Kaum Chancen
  • Möglich
  • Gut
  • Hauptsaison
  • Laichzeit (Schonzeit beachten)

Redaktionelle Einschätzung für Gewässer in Deutschland, kein Messwert und keine Garantie. Laichzeit ist nicht gleich gesetzliche Schonzeit.

Woran du den Aal erkennst

Der Körper ist schlangenförmig, langgestreckt und drehrund. Rücken-, Schwanz- und Afterflosse bilden einen durchgehenden Flossensaum. Bauchflossen fehlen, die Brustflossen sitzen direkt hinter dem Kopf. In der dicken, schleimigen Haut liegen sehr kleine Schuppen.

Das Maul ist oberständig, der Unterkiefer also etwas länger. Die Oberseite ist schwarz bis dunkelgrün, die Unterseite beim heranwachsenden Gelbaal gelblich, beim abwandernden Blankaal silbrig weiß. Als durchschnittliche Länge nennt der LFV Bayern 40 bis 80 Zentimeter, bei Weibchen bis 100 Zentimeter. Weibchen können 150 Zentimeter und sechs Kilogramm erreichen, das ist aber sehr selten. Männchen bleiben bei etwa 60 Zentimetern.

Im Süßwasser gibt es zwei Ernährungstypen derselben Art: den Spitzkopfaal, der vor allem Wirbellose frisst, und den Breitkopfaal, der Fische jagt. Vom Amerikanischen Aal ist der Europäische äußerlich kaum zu unterscheiden.

Im direkten Vergleich

Naturkundetafel eines Aals mit langgestrecktem Körper und Flossensaum
AalOberständiges Maul, der Unterkiefer ist etwas länger
Naturkundetafel: Neunaugen (Bach-, Fluss- und Meerneunauge) (Lampetra planeri, Lampetra fluviatilis, Petromyzon marinus) in Seitenansicht
Neunaugen (Bach-, Fluss- und Meerneunauge)Runde, kieferlose Mundscheibe mit Zähnchen
Naturkundetafel: Meeraal (Conger) (Conger conger) in Seitenansicht
Meeraal (Conger)Rückenflosse beginnt bereits über der Brustflosse

Wo der Aal lebt

Aale kommen in fast allen Still- und Fließgewässern vor, ebenso an den Küsten. Natürlich besiedeln sie nur Gewässer mit Verbindung zum Meer. In abgetrennte Seen und Teiche gelangen sie durch Besatz.

Als Glasaale erreichen sie die Küsten. Ein Teil bleibt im Brackwasser, die übrigen steigen in die Flüsse auf, teils bis in die Oberläufe.

Standplätze im Bild

Wähle eine Jahreszeit: Der Fisch zeigt, wo die Art dann steht. Rot beschriftete Stellen gelten nur in der gewählten Zeit. Je mehr Fische im Bild, desto besser die Fangchance laut Fangkalender. Das Bild ist schematisch, jedes Gewässer ist anders.

Im See

Schnitt durch einen See vom Ufer bis ins tiefe Wasser. Die Standplätze der gewählten Jahreszeit stehen als Text darunter.KrautfeldVersunkener BaumFrühjahr · Fangchance: möglichKrautfeldVersunkener BaumSommer · Fangchance: HauptsaisonKrautfeldVersunkener BaumHerbst · Fangchance: gutKrautfeldVersunkener BaumWinter · Fangchance: kaum
Bild seitlich verschieben, um das ganze Gewässer zu sehen.
  • Seerosen und Krautfeld
  • Versunkener Baum

Im See hält sich der Aal ufernah am Grund auf und versteckt sich in Hindernissen und im Kraut. Er liegt unter Steinen, in Spalten oder eingegraben im Schlamm.

Frühjahr: Fangchance laut Fangkalender im März kaum, im April möglich, im Mai gut. In Seen mit ausgeprägten Flachwasserzonen kommt Bewegung in die Aale, sobald das Wasser in Ufernähe etwa 10 °C erreicht.

Sommer: Fangchance laut Fangkalender Hauptsaison. Spätes Frühjahr und Frühsommer gelten als günstige Zeit, vor allem feuchte, warme und dunkle Nächte.

Herbst: Fangchance laut Fangkalender im September Hauptsaison, im Oktober gut, im November möglich. Im Herbst wandern die Blankaale ab. Bei Wassertemperaturen um 10 °C werden die übrigen Aale träge.

Winter: Fangchance laut Fangkalender kaum. In deutlich kälterem Wasser fällt der Aal in eine Winterstarre und ruht am Gewässergrund.

Im Fluss

Draufsicht auf einen Flussabschnitt, die Strömung läuft von links nach rechts. Die Standplätze der gewählten Jahreszeit stehen als Text darunter.StrömungUnterspültes UferSteinschüttungFrühjahr · Fangchance: möglichUnterspültes UferSteinschüttungSommer · Fangchance: HauptsaisonUnterspültes UferSteinschüttungHerbst · Fangchance: gutUnterspültes UferSteinschüttungWinter · Fangchance: kaum
Bild seitlich verschieben, um das ganze Gewässer zu sehen.
  • Unterspültes Ufer, überhängende Äste, Holz
  • Steinschüttung, Spundwand, Hafen

Im Fluss gelten Steinschüttungen und zerklüftete Naturufer mit Unterholz als gute Stellen. Der Aal versteckt sich in Hindernissen, im Kraut und zwischen Steinpackungen und wird nah am Ufer am Grund beangelt.

Frühjahr: Fangchance laut Fangkalender im März kaum, im April möglich, im Mai gut. Die ersten warmen Wochen sind in Flüssen mit Flachwasserzonen einen Versuch wert, sobald das Wasser in Ufernähe etwa 10 °C erreicht.

Sommer: Fangchance laut Fangkalender Hauptsaison. Spätes Frühjahr und Frühsommer gelten als günstige Zeit. Günstig sind dunkle, warme Nächte und trübes Wasser nach starkem Regen.

Herbst: Fangchance laut Fangkalender im September Hauptsaison, im Oktober gut, im November möglich. Im Oktober und November ziehen die Blankaale abends und nachts ab, besonders bei Sturm und Regen. In den großen Strömen lassen sie sich im Mittelwasser treiben.

Winter: Fangchance laut Fangkalender kaum. In deutlich kälterem Wasser fällt der Aal in eine Winterstarre und ruht am Gewässergrund.

Tiefe: Der Aal lebt am Grund und wird meist nah am Ufer beangelt. Kleinfische jagt er auch im Mittelwasser und an der Oberfläche.

Größenvergleich: Aal typisch 40–80 cm, selten bis 100 cm, daneben ein Mensch von 1,80 m1,80 mselten bis 100 cmbis 80 cmab 40 cm
Größetypisch 40–80 cm, selten bis 100 cm
Aktive Tageszeiten: AalNachtMorgenTagAbendNacht
AktivDer Aal ist vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv, große Aale werden aber auch am Tag gefangen.

Wie er lebt und wandert

Im Süßwasser wachsen Aale viele Jahre heran. Die Umwandlung zum Blankaal beginnt nach Angaben des Thünen-Instituts im Alter von 6 bis über 20 Jahren. Dann stellen die Tiere das Fressen ein, die Augen werden größer, der Bauch wird silbrig. Im Spätsommer und Herbst wandern sie ab, oft bei Hochwasser und in dunklen Nächten.

Gelaicht wird in der Sargassosee, mehrere tausend Kilometer entfernt. Beobachtet wurde das Laichen nie. Danach sterben die Tiere. Die weidenblattförmigen Larven treiben mit den Meeresströmungen nach Europa. Das dauert nach den meisten Angaben bis zu drei Jahre.

Wann er aktiv ist

Der Aal ist ein nachtaktiver Bodenfisch und vor allem in der Dämmerung und nachts unterwegs. Der Blinker-Steckbrief nennt spätes Frühjahr und Frühsommer als beste Zeit. Bei etwa 10 °C Wassertemperatur werden Aale träge, in deutlich kälterem Wasser ruhen sie am Grund.

Unser Fangkalender bildet keine Schonzeiten oder Entnahmeverbote ab. Prüfe die Regeln für den Aal vor jedem Ansitz.

Die Monatsübersicht aller Arten und den Wassertemperatur-Check findest du im Fangkalender.

Was er frisst

Aale fressen vor allem Würmer, Kleinkrebse, Schnecken und Insektenlarven, Breitkopfaale auch kleine Fische, Krebse und Amphibien. Die Beute finden sie über ihren sehr feinen Geruchssinn. Aasfresser sind sie nicht: Genommen werden frische Köder, verweste nicht.

Wo der Aal beangelt werden darf, ist das Grundangeln mit Laufblei üblich. Als Köder dienen Würmer oder kleine tote Köderfische. Soll ein Fisch zurückgesetzt werden, helfen Montagen mit Schlucksperre, die ein tiefes Schlucken des Hakens verhindern.

Frische Köder: Aale nehmen frisch getötete Köder, aber keine verwesten. Ihr Geruchssinn ist sehr fein.

Regeln vorher prüfen: Für den Aal gelten je nach Land und Gewässer besondere Vorschriften. Lies die Bedingungen deines Erlaubnisscheins genau.

Passende Köder

Würmer, Kleinkrebse oder Insektenlarven, nur frische Köder.

Montagen zu diesen Ködern: Grundblei-Laufmontage, Köderfisch-Montage, Seitenarm-Montage, Posenmontage.

Stark gefährdet: Ob du auf Aal angeln darfst, regeln Bundesland und Erlaubnisschein.

Alle Köder im Überblick

Was du beachten musst

Die IUCN führt den Europäischen Aal als vom Aussterben bedroht, die Rote Liste Deutschlands als stark gefährdet. Die Europäische Aalverordnung von 2007 soll den Bestand wieder auffüllen, der internationale Handel ist über das Artenschutzübereinkommen CITES beschränkt.

Schonzeiten, Mindestmaße und Entnahmefenster legen die Bundesländer sowie die Fischereibehörden der Anrainerstaaten (Dänemark, Norwegen, Polen) fest. Sie variieren je nach Gewässertyp, Küstenabschnitt und Jahreszeit. Deshalb nennen wir keine starren Zahlen: Verbindlich sind stets die Fischereiverordnung deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein. Eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender.

Für maßige Fische, die entnommen werden dürfen, gilt die Pflicht zur sofortigen, tierschutzgerechten Betäubung und Tötung. Geschonte, untermaßige oder im Rahmen eines Entnahmefensters zu große Exemplare müssen mit nassen Händen äußerst schonend direkt im Wasser gelöst und zurückgesetzt werden.

Häufige Fragen (FAQ)

Wo laicht der Aal?

Nicht in unseren Gewässern, sondern in der Sargassosee im Atlantik. Die Larven treiben mit den Meeresströmungen an die europäischen Küsten.

Sind Aale Aasfresser?

Nein. Aale nehmen frisch getötete Köder, aber keine verwesten.

Wie gefährdet ist der Aal?

Die IUCN stuft ihn als vom Aussterben bedroht ein, die Rote Liste Deutschlands als stark gefährdet. Ursachen sind unter anderem Fischerei, Wasserkraft, Gewässerausbau, Schadstoffe und ein Schwimmblasenparasit.

Quellen

Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).

KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.

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