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Köderfisch-Montage
Eine Köderfisch-Montage bietet Raubfischen einen toten Köderfisch an: an der Pose im Mittelwasser oder knapp über Grund, oder mit Laufblei direkt am Grund. Zwischen Hauptschnur und Köder sitzt ein bissfestes Vorfach, im Fisch stecken ein Einzelhaken oder ein bis zwei Drillinge. Hier stehen die Regeln, der Aufbau in Schritten und Richtwerte aus den Quellen.
Recht: nur tote Köderfische

Der lebende Köderfisch ist als Angelköder grundsätzlich nicht erlaubt. Das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) nennt ihn für Angler aus Tierschutzgründen verboten. Das Tierschutzgesetz verbietet, einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zuzufügen. Ausdrücklich steht das Verbot im Fischereirecht der Länder, zum Beispiel:
- Bayern: Verboten ist „das Fischen mit dem lebenden Köderfisch“ (§ 15 AVBayFiG).
- Sachsen: Verboten ist, „lebende Fische und andere Wirbeltiere als Köder zu verwenden“ (§ 24 SächsFischG). Köderfische sind vor dem Anködern waidgerecht zu töten (§ 6 SächsFischVO).
- Nordrhein-Westfalen: Lebende Köderfische dürfen weder mitgeführt noch verwendet werden (§ 6 LFischVO).
- Brandenburg: Lebende Fische sind als Köder verboten, Ausnahmen kann nur die Fischereibehörde im Einzelfall zulassen (§ 6 BbgFischO).
Auch Herkunft und Art regelt das Land. In Brandenburg und Nordrhein-Westfalen gehört der Köderfisch in das Gewässer, aus dem er stammt, oder in ein damit verbundenes. Brandenburg nimmt tiefgefrorene Köderfische und tote Seefische davon aus und verbietet Fische mit Schonzeit oder unter dem Mindestmaß als Köder. In Sachsen dürfen Angler mit Erlaubnisschein selbst gefangene Köderfische nur im Fanggewässer verwenden. Siehe Schonzeit und Mindestmaß erklärt.
Stand Oktober 2026: Die Beispiele stammen aus vier Ländern; andere Länder, Gewässerordnungen und Erlaubnisscheine können mehr verbieten. Wo du die Regeln findest, steht unter Erlaubnisschein und Gewässerkarte.
Das brauchst du
- eine Raubfischpose mit Tragkraft passend zum Köder, dazu Stopper und kleine Perle
- eine Bleiolive für die Pose oder ein Laufblei für den Grund
- eine große Gummiperle und einen stabilen Karabinerwirbel
- ein Vorfach aus Stahl oder Titan, wo Hechte vorkommen
- einen Einzelhaken oder ein bis zwei Drillinge, also Haken mit drei Bögen und drei Spitzen
- eine Ködernadel, eine Zange und eine Rachensperre zum Abhaken
Welche Fische sich als Köder eignen und wie du sie aufziehst, steht unter Köderfisch.
Aufbau an Pose und Grund
An der Pose in sieben Schritten
An der Pose hängt der Köderfisch in fester Tiefe, im Mittelwasser oder über dem Kraut. Die Reihenfolge stammt aus einer Hecht-Anleitung in Blinker, Abb. 1 zeigt sie.
- Stopper aufziehen. Er legt die Tiefe fest, zum Beispiel als Stopperknoten.
- Kleine Perle und Pose auffädeln. Die Pose läuft auf der Schnur, Stopper und Perle begrenzen sie nach oben.
- Bleiolive aufziehen. Sie läuft frei und bringt den Köder auf Tiefe.
- Große Gummiperle aufziehen. Sie schützt den Knoten am Wirbel vor dem Blei.
- Karabinerwirbel anknoten, etwa mit dem Clinch-Knoten.
- Stahlvorfach einhängen. Blinker nimmt 50 Zentimeter mit einem Drilling der Größe 6 oder 8.
- Köderfisch aufziehen und Pose austarieren. Soll er über Grund schweben, sitzt der Haken im Rücken auf Höhe der Rückenflosse oder in der Lippe. Das passende Blei berechnet die Posen-Bebleiung.
Auf Grund mit Laufblei
Am Grund soll der Raubfisch beim Biss kaum Widerstand spüren, sonst spuckt etwa der Zander den Köder aus. Eine Zander-Montage in Blinker führt 20 bis 60 Gramm Blei auf einem Anti-Tangle-Schlauch, einem Röhrchen gegen Verwicklungen beim Wurf. Dahinter folgen Kunststoffperle, Karabinerwirbel und etwa 70 Zentimeter Vorfach. Der Rollenbügel bleibt offen, die Schnur klemmt locker unter einem Gummiband am Rutengriff. Das Prinzip erklärt die Grundblei-Laufmontage.
Über Kraut oder unreinem Grund hebt ein Stab aus Balsaholz im Köderfisch den Köder an. Die Länge des Vorfachs bestimmt dann, wie hoch er treibt; die Anleitung in Blinker nimmt 30 bis 50 Zentimeter Stahl und 50 bis 70 Gramm Blei. Beim Gewicht widersprechen sich zwei Blinker-Autoren. Einer nimmt auf weichem Seegrund das leichteste Blei, weil ein schweres einsinkt; der andere wählt es eher zu schwer, damit der Fisch es nicht bewegt.
Vorfach und Haken
Wo Hechte vorkommen, gehört zwischen Köder und Hauptschnur ein bissfestes Vorfach, zum Beispiel aus Stahl, so der Prüfungskatalog der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft. Titan gilt in Blinker ebenfalls als hechtsicher und knickt nicht, kann nach längerer Benutzung aber ohne Vorwarnung brechen.
Zur Länge nennt der Prüfungskatalog Sachsen-Anhalt für den Hechtfang mindestens etwa 30 Zentimeter. Blinker nimmt 50 Zentimeter mit 8 bis 15 Kilogramm Tragkraft, an Zander-Grundmontagen 60 bis 70 Zentimeter.
Blinker-Anleitungen nehmen Drillinge der Größe 6 oder 8, der Prüfungskatalog Sachsen-Anhalt nennt für den Hechtfang die Größen 1 bis 3. Die Spitzen zeigen in Anschlagsrichtung. Bei zwei Drillingen fängt der hintere die Wucht des Wurfs ab, der vordere steckt locker im Fisch. Ein Drilling im Kopf hält bei weiten Würfen in der festen Schädelkapsel. Raubfische schlucken Beute meist mit dem Kopf voran. Ein Hechtangler in Blinker setzt den Haken deshalb nicht ganz vorn an; so greift er vorn im Maul statt tief im Schlund.
Früh anschlagen
Mit Naturködern sterben nach dem IGB-Bericht mehr Hechte am Haken als mit Kunstködern, vor allem wenn der Köder tief geschluckt wird und der Fisch stark blutet. Kleine Köder nehmen Hechte häufig tiefer auf. Das Fachgebiet für Integratives Fischereimanagement der Humboldt-Universität zu Berlin rät, beim Naturköder sofort anzuschlagen und eher größere Köder zu nehmen. Eine Einsteigeranleitung in Blinker gibt dem Hecht am Grund dagegen 5 bis 10 Sekunden.
Behalte jede Pose im Blick: Ein unbemerkter Hecht kann die Haken so tief schlucken, dass sie sich ohne tödliche Verletzung nicht mehr lösen lassen, warnt Blinker. Sitzt der Haken tief, rät der IGB-Bericht, das Vorfach möglichst kurz vor dem Köder abzuschneiden. Brandenburg schreibt das für untermaßige und geschonte Fische vor: Die Schnur wird in Höhe der Kopfspitze durchtrennt. Mehr unter Fisch landen und abhaken.
Einsatz und Zielfische
Für den Hecht nennt Blinker das Grundangeln mit Köderfisch vor allem im Herbst und Winter, wenn die Hechte ins Tiefe ziehen. Saisonzeiten zeigt der Fangkalender. Sachsen verbietet vom 1. Februar bis 30. April das Fischen mit Ködern, die zum Fang von Raubfischen geeignet sind.
- Hecht: an der Pose über Kraut oder am Grund. Über 22 Grad Wassertemperatur rät das Fachgebiet an der Humboldt-Universität, keine Hechte zu fangen und zurückzusetzen.
- Zander: Sein Maul ist relativ klein. Blinker nennt Köderfische von 8 bis 12 Zentimetern und Posen mit 4 bis 8 Gramm Tragkraft.
- Aal: Fingerlange tote Köderfische oder Fetzen erhöhen laut Blinker die Chance auf einen dicken Aal; auch der bayerische Prüfungskatalog nennt den toten Köderfisch für große Aale.
- Wels: Blinker bietet ihm auch pfundschwere Köderfische an, verzichtet auf Stahl und nimmt Monovorfach von 0,50 bis 0,80 Millimetern, Einzelhaken 5/0 bis 10/0 und Posen mit 60 bis 120 Gramm Tragkraft.
- Quappe: Ein kleiner toter Köderfisch oder Fetzen ist laut Blinker die zweite Wahl nach dem Wurm, am Grund oder wenige Zentimeter darüber.
Auch ein Stück fängt: Ein Zanderangler in Blinker bietet das Rückenfilet eines größeren Rotauges an einer Pose mit 3 Gramm Tragkraft an. Fetzen fürs Meer beschreibt die Seite Fischfetzen.
Typische Fehler
- Zu spät angeschlagen: Der Haken sitzt tief im Schlund.
- Monofil ohne Stahl, wo Hechte vorkommen: Hechte beißen normale Schnüre mit ihren scharfen Zähnen durch.
- Pose zu klein: Sie wird unter Wasser gezogen. Die Tragkraft richtet sich nach der Ködergröße; für einen Köderfisch, der auf der Welle tanzen soll, nimmt ein Hechtangler in Blinker 50 Gramm.
- Geknicktes Stahlvorfach: Knicke schwächen das Material, sagt Blinker; laut Prüfungskatalog Sachsen-Anhalt darf es keine Knickstellen haben.
Häufige Fragen
Mehr Antworten rund ums Angeln: Alle häufigen Fragen im Überblick
Gibt es Ausnahmen vom Verbot?
Die zitierten Vorschriften aus Bayern, Sachsen und Nordrhein-Westfalen nennen für den lebenden Köderfisch keine. In Brandenburg kann die Fischereibehörde im Einzelfall für bestimmte Gewässer eine Ausnahme zulassen, wenn ein vernünftiger Grund vorliegt.
Braucht der Zander ein Stahlvorfach?
Nur wo Hechte vorkommen, schreibt Blinker; sonst reicht Monofil von etwa 0,30 bis 0,40 Millimetern. Fisch & Fang nimmt beim Ansitz am Ufer trotzdem immer Stahl, weil dort die Hechtgefahr wächst.
Wie viele Drillinge sind erlaubt?
Das regelt das Land. Bayern erlaubt je Handangel höchstens fünf Anbissstellen, ein Drilling zählt als eine. Brandenburg erlaubt an der Raubfischangel höchstens drei Haken. In Sachsen hat eine Handangel nur eine Anbissstelle; ob ein System mit zwei Drillingen dort zulässig ist, klärst du mit dem Erlaubnisschein oder der Fischereibehörde.
Passend dazu
- Köderfisch: geeignete Arten und das Anködern
- Fischfetzen: Fetzen von Hering und Makrele fürs Meer
- Posenmontage: Tragkraft, Ausbleien und Tiefe
- Grundblei-Laufmontage: warum das Blei frei läuft
- Fisch zurücksetzen: wann und wie
- Grundrute: Länge und Wurfgewicht für den Ansitz am Grund
Quellen
- Bundesrecht: Tierschutzgesetz, § 1 (Schmerzen, Leiden, Schäden)
- Freistaat Bayern: Ausführungsverordnung zum Fischereigesetz (§ 15 Verbot, § 16 Anbissstellen)
- Freistaat Sachsen: Fischereigesetz (§ 24 Verbot) und Fischereiverordnung (§§ 4, 6, 12)
- Land Brandenburg: Fischereiordnung (§§ 2, 3, 6, 7)
- Land Nordrhein-Westfalen: Landesfischereiverordnung (§ 6 Köderfische)
- Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft: Prüfungsfragen 2023/2024 (Vorfach beim Hecht, Drilling, Aal)
- Land Sachsen-Anhalt: Fragenkatalog zur Fischerprüfung (Stahlvorfach, Drillingsgröße)
- IGB: Boddenhecht, Bericht 33/2023 (Verbot, Naturköder, tiefer Haken)
- Humboldt-Universität zu Berlin, Fischereimanagement: Empfehlungen Hecht (Anhieb, Ködergröße, Wassertemperatur)
- Blinker, Hecht: Montage in 5 Schritten, Hechtpose, Einsteiger-Guide, Deadbaiting, Drillinge, Vorfächer (Aufbau, Vorfach, Haken, Tragkraft)
- Blinker, Zander und Grund: Zanderangeln mit Köderfisch, Grundmontage, Posenmontage, Seitenarm, Auftrieb (Blei, Vorfach, Haken, Fetzen)
- Zielfische: Blinker Aal, Wels, Quappe; Fisch & Fang: Winter-Zander (Köder, Vorfach und Haken je Art)
Text und Zeichnung KI-unterstützt erstellt. Quellen im Oktober 2026 geöffnet und geprüft, keine Grafik aus den Quellen übernommen.
Alle Angaben sind Richtwerte ohne Gewähr. Was an deinem Gewässer zu Köderfischen, Haken und Schonzeiten gilt, bestimmen das Recht deines Bundeslandes, der Erlaubnisschein und die Gewässerordnung.