Der Europäische Wels (Silurus glanis), auch Waller genannt, ist der größte ständig im Süßwasser lebende Fisch Europas. Er ist wärmeliebend, überwiegend nachtaktiv und ruht im Winter. 2026 ist er in Deutschland Fisch des Jahres.
- Lange, bewegliche Barteln am Oberkiefer, kürzere am Kinn
- Sehr kleine Rückenflosse, keine Fettflosse
- Sehr lange Afterflosse, glatte schuppenlose Haut
Fangchancen im Jahresverlauf
- Kaum Chancen
- Möglich
- Gut
- Hauptsaison
- Laichzeit (Schonzeit beachten)
Redaktionelle Einschätzung für Gewässer in Deutschland, kein Messwert und keine Garantie. Laichzeit ist nicht gleich gesetzliche Schonzeit.
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Woran du den Wels erkennst
Der Körper ist langgestreckt, massig und vollständig schuppenlos. Der Kopf ist breit und abgeflacht, die Augen sind klein. Am Oberkiefer sitzt ein Paar langer, beweglicher Barteln, am Kinn sitzen zwei Paar kürzere.
Die Rückenflosse ist sehr klein, eine Fettflosse fehlt. Die Afterflosse ist sehr lang und reicht bis dicht an die Schwanzflosse. Das große, endständige Maul trägt kleine Bürstenzähne. Die Oberseite ist dunkel, die Flanken sind heller und marmoriert, der Bauch ist weißlich. Meist werden Welse ein bis anderthalb Meter lang und 10 bis 50 Kilogramm schwer.
Von den eingeführten Zwergwelsarten unterscheidet sich der Wels durch die fehlende Fettflosse. Schuppenlose Haut, sechs Barteln und die sehr lange Afterflosse machen ihn sonst unverwechselbar.
Im direkten Vergleich


Wo der Wels steht
Welse leben in großen, stehenden oder langsam fließenden Gewässern, gern trüb, nicht zu kalt und mit weichem Grund. Erwachsene Tiere sind standorttreue Einzelgänger in ruhigen, pflanzenreichen Bereichen. Auch Brackwasser wird besiedelt.
Gegen Verschmutzung und wenig Sauerstoff sind sie vergleichsweise unempfindlich. Das Temperaturoptimum liegt bei 25 bis 27 °C.
Standplätze im Bild
Wähle eine Jahreszeit: Der Fisch zeigt, wo die Art dann steht. Rot beschriftete Stellen gelten nur in der gewählten Zeit. Je mehr Fische im Bild, desto besser die Fangchance laut Fangkalender. Das Bild ist schematisch, jedes Gewässer ist anders.
Im See
- Seerosen und Krautfeld
- Scharkante
- Tiefer Grund
- Freiwasser
Im See ruht der Wels tagsüber am Grund zwischen Wasserpflanzen in ruhigen, bewachsenen Bereichen. Als Standplätze gelten tiefe Mulden und Kanten mit großen Tiefenunterschieden, etwa ein altes Flussbett in der Talsperre. Auf der Jagd ist er auch im Freiwasser unterwegs.
Frühjahr: Fangchance laut Fangkalender im März kaum, im April und Mai möglich. Nach der Winterruhe frisst der Wels wieder stärker. Die Wochen von April bis Anfang Juni, in denen sich das Wasser am schnellsten erwärmt, zählen zur Hauptfangzeit.
Sommer: Fangchance laut Fangkalender möglich. In diese Zeit fällt die Laichzeit, Schonzeiten beachten. Gelaicht wird von Mai bis Juli in einer Mulde im flachen, bewachsenen Uferbereich. Im Juni und Juli macht der Wels weniger Beute, ab Ende Juli gilt das warme Wasser wieder als günstig.
Herbst: Fangchance laut Fangkalender im September Hauptsaison, im Oktober gut, im November kaum. Nach der Laichzeit folgt ein zweiter Höhepunkt der Nahrungsaufnahme, bevor das Wasser abkühlt.
Winter: Fangchance laut Fangkalender kaum. Unter etwa 4 bis 7 °C frisst der Wels nicht mehr. Er ruht an tiefen Stellen im unteren Drittel des Wassers oder auf dem Schlamm, oft eingegraben.
Im Fluss
- Unterspültes Ufer, überhängende Äste, Holz
- Gumpen, tiefe Stelle
- Buhnenkessel
- Strömungskante
- Ruhige Bucht mit Wasserpflanzen
Im Fluss steht der Wels in tiefen Mulden und Löchern, etwa in langgezogenen Außenkurven und hinter Buhnenköpfen, vor allem in den ersten Buhnen eines Buhnenfeldes. Genannt werden auch die Strömungskanten an Hafen-, Fluss- und Altarmeinmündungen. Tagsüber ruht er unter überhängenden Ufern und Baumwurzeln oder in ruhigen, bewachsenen Bereichen.
Frühjahr: Fangchance laut Fangkalender im März kaum, im April und Mai möglich. Nach der Winterruhe frisst der Wels wieder stärker. Im Frühjahr werden auch die Strecken unterhalb von Schleusen genannt.
Sommer: Fangchance laut Fangkalender möglich. In diese Zeit fällt die Laichzeit, Schonzeiten beachten. Gelaicht wird von Mai bis Juli in einer ufernahen Grube in etwa 40 bis 60 Zentimetern Wassertiefe, oft im Schutz von Weidenwurzeln.
Herbst: Fangchance laut Fangkalender im September Hauptsaison, im Oktober gut, im November kaum. Nach der Laichzeit folgt ein zweiter Höhepunkt der Nahrungsaufnahme.
Winter: Fangchance laut Fangkalender kaum. Im Fluss überwintert der Wels in Uferspalten oder Gruben in Ufernähe und nimmt von November bis März fast keine Nahrung auf.
Tiefe: Er hält sich eher im unteren Drittel des Wassers auf, gern über schlammigem Grund. Stellen mit überdurchschnittlicher Tiefe gelten im See wie im Fluss als Welsplätze.
Große dokumentierte Fänge
| Fang | Länge | Gewicht |
|---|---|---|
| Po (Italien) | 2,85 m | 144 kg |
| Rybnik-Stausee (Polen) | 2,92 m | 130 kg |
| Bulgarien | – | 148 kg |
Wie er lebt und jagt
Welse sind lichtscheu und überwiegend nachtaktiv. Tagsüber ruhen sie am Grund zwischen Pflanzen, unter überhängenden Ufern oder Baumwurzeln. Bei fallendem Luftdruck sind sie auch am Tag unterwegs.
Der Wels frisst, was er bewältigen kann: vor allem die häufigen Fischarten des Gewässers, daneben Amphibien, Krebse, Würmer und gelegentlich Wasservögel oder kleine Säuger. Die Laichzeit beginnt meist bei 17 bis 18 °C und fällt in Mitteleuropa auf Mai bis Juli.
Wann er beißt
Die Nahrungsaufnahme hängt stark von der Wassertemperatur ab. Unter etwa 4 bis 7 °C frisst der Wels nicht mehr. Von November bis März nimmt er fast keine Nahrung auf und hält an tiefen Stellen Winterruhe, oft im Schlamm. Unser Fangkalender stuft diese Monate deshalb mit „Kaum Chancen“ ein.
Im Frühjahr beginnt eine Phase stärkerer Nahrungsaufnahme. Im Juni und Juli macht der Wels weniger Beute, nach der Laichzeit folgt ein weiterer Höhepunkt.
Die Monatsübersicht aller Arten und den Wassertemperatur-Check findest du im Fangkalender.
Womit du ihn fängst
Für den Wels wird sehr kräftiges Gerät verwendet, denn große Fische entwickeln im Drill viel Kraft. Als Köder dienen meist ein Köderfisch oder ein Bündel Tauwürmer an einem oder mehreren Haken. Angeboten werden sie an Abspann-, U-Posen- oder Bojenmontagen.
Aussichtsreich sind Bereiche mit überdurchschnittlicher Tiefe: Außenkurven, Löcher hinter Buhnenköpfen, Kanten alter Flussbetten sowie Einmündungen von Häfen und Altarmen.
Nacht und Dämmerung: Welse sind überwiegend nacht- und dämmerungsaktiv. Bei fallendem Luftdruck fressen sie auch am Tag.
Passende Köder
Köderfisch oder ein Bündel Tauwürmer an kräftiger Montage.
Montagen zu diesen Ködern: Köderfisch-Montage, Grundblei-Laufmontage, Posenmontage.
Was du beachten musst
Schonzeiten, Mindestmaße und Entnahmefenster legen die Bundesländer sowie die Fischereibehörden der Anrainerstaaten (Dänemark, Norwegen, Polen) fest. Sie variieren je nach Gewässertyp, Küstenabschnitt und Jahreszeit. Deshalb nennen wir keine starren Zahlen: Verbindlich sind stets die Fischereiverordnung deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein. Eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender.
Für maßige Fische, die entnommen werden dürfen, gilt die Pflicht zur sofortigen, tierschutzgerechten Betäubung und Tötung. Geschonte, untermaßige oder im Rahmen eines Entnahmefensters zu große Exemplare müssen mit nassen Händen äußerst schonend direkt im Wasser gelöst und zurückgesetzt werden.
Der Wels gilt als nicht bedroht und steht in Anhang III der Berner Konvention.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie groß wird ein Wels?
Meist ein bis anderthalb Meter und etwa 10 bis 50 Kilogramm. Als größte verlässlich dokumentierte Angelfänge nennt Wikipedia Tiere von 2,85 und 2,92 Metern. FishBase hält 2,73 Meter und 130 Kilogramm für belegt.
Wann beißt der Wels?
Vor allem nachts und in der Dämmerung. Unter etwa 4 bis 7 °C nimmt er keine Nahrung mehr auf, von November bis März fast keine.
Ist der Wels für Badegäste gefährlich?
Angriffe auf Menschen sind sehr selten. Menschen gehören nicht zum Beutespektrum, die kleinen, stumpfen Zähne verursachen höchstens Schürfwunden. Bei den bekannten Fällen wollten die Tiere wahrscheinlich Eindringlinge von ihrem Nest vertreiben.
Quellen
Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).
- Wikipedia: Europäischer Wels
- Landesfischereiverband Bayern: Fischlexikon (Laichzeit, Lebensraum, Nahrung, Aktivität)
- Blinker: Steckbrief Wels (Merkmale, Aktivität, Fangplätze)
- FishBase: Silurus glanis (belegte Höchstmaße, Höchstalter)
KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.
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