Seitenarm-Montage

Bei der Seitenarm-Montage liegt das Blei am Ende der Schnur auf dem Grund, der Haken hängt ein Stück darüber an einem eigenen kurzen Arm. Der Köder steht so über Schlamm und Steinen, und die straffe Schnur meldet Bisse direkt an der Rutenspitze. Mit mehreren Armen übereinander wird daraus das Paternoster.

Schema Seitenarm-Montage: Die straffe Hauptschnur kommt schräg von oben und endet an einem Dreiwegewirbel. Von ihm geht waagerecht der Seitenarm mit Haken und Köderfisch ab, nach unten führt eine dünnere Schnur zum Birnenblei, das auf steinigem Grund liegt.HauptschnurStrömungDreiwegewirbelSeitenarmHaken mit KöderfischBleischnur, dünnerKöder über GrundEndbleiGrund
Abb. 1 · Seitenarm-Montage mit Dreiwegewirbel: Das Endblei liegt am Grund, der Köder steht an seinem Arm in der Strömung darüber. KI-unterstützt gezeichnet, schematisch.

Blei unten, Köder darüber

Die bayerischen Prüfungsfragen zur Fischerprüfung nennen eine Grundangel mit Beschwerung am Schnurende und Haken an beweglichen Seitenarmen Paternosterangel (Landesanstalt für Landwirtschaft Bayern). Die Seitenarm-Montage ist diese Bauart mit einem einzelnen Arm. Ist der Arm kürzer als die Schnur zum Blei, erreicht der Köder den Boden nicht.

Ein Autor im Blinker bindet die Montage für Aale an Steinpackungen im Fluss: Der Köder schwebt knapp über dem Grund und setzt sich nicht zwischen den Steinen fest. Ein Aalangler in Fisch & Fang hebt den Wurm über weichen, schmutzigen Grabenböden ebenso ein Stück vom Grund ab.

An straffer Schnur zeigt die Rutenspitze Bisse direkt an, Blinker lässt deshalb das Heringspaternoster nie an lockerer Schnur absinken. Dafür liegt das Blei fest, und der Fisch spürt Widerstand. Soll er ungehindert Schnur nehmen können, passt die Grundblei-Laufmontage besser: Bei ihr läuft die Schnur durch, sodass ein beißender Fisch kaum Widerstand merkt (Blinker).

Das brauchst du

  • eine Hauptschnur wie zum Grundangeln; an der Steinpackung nimmt der Blinker-Autor Monofil ab 0,30 Millimeter
  • einen Dreiwegewirbel oder nur Schnur, wenn du den Arm mit einer Seitenarm-Schlaufe bindest
  • Vorfachschnur für den Seitenarm und einen Haken, der zum Köder passt
  • dünnere Schnur für das Blei, im Blinker-Beispiel 0,20 Millimeter
  • ein Birnenblei, in starker Strömung ein Strömungsblei, das dank seiner Form am Grund liegen bleibt
  • als Köder Würmer, einen kleinen toten Köderfisch oder Fischfetzen

Aufbau

Die Hauptschnur endet am Dreiwegewirbel. In seinem Tönnchen steckt eine weitere Öse, die im rechten Winkel absteht; an ihr lässt sich laut Blinker gut ein Seitenarm montieren. An die untere Öse kommt die Schnur zum Blei. Nicht verwechseln mit dem Dreifachwirbel: Der hat drei Tönnchen hintereinander und hilft gegen Drall.

Es geht auch ohne Wirbel. Eine Blinker-Anleitung bindet den Arm direkt mit einem Knoten an; wer ihn öfter tauschen will, nimmt stattdessen einen Wirbel. Der Autor an der Steinpackung bindet eine etwa 50 Zentimeter lange Schlaufe in die Hauptschnur und schneidet sie in der Mitte durch: ein Ende für den Haken, eines für das Blei.

Sollbruchstelle: Die Schnur zum Blei ist dünner als der Rest. Hängt das Blei zwischen Steinen fest, reißt nur sie, und der Fisch am Haken lässt sich trotzdem landen. Der Blinker-Autor knotet dafür 0,20er Monofil an und berichtet, dass er so viele Aale landen konnte, obwohl das Blei festsaß.

Binden in sechs Schritten

  1. Hauptschnur an die obere Öse knoten, etwa mit dem verbesserten Clinch-Knoten, den Blinker für Monofil am Wirbel nennt.
  2. Seitenarm an die abstehende Öse knoten und den Haken anbinden.
  3. Bleischnur an die untere Öse knoten. Sie muss länger sein als der Seitenarm.
  4. Blei anbinden. Wähle es so schwer, dass die Montage in der Strömung am Grund liegen bleibt.
  5. Köder anbringen. Wurm, Köderfisch oder Fischstück, je nach Zielfisch.
  6. Auswerfen und straffen. Das Blei bleibt liegen, die gespannte Schnur überträgt Bisse auf die Rutenspitze.

Richtwerte aus den Quellen

Die Werte stammen aus Praxisbeiträgen der Angelpresse. Für den Seitenarm am Dropshot-Rig nennt Blinker wenige bis 50 Zentimeter: Je spitzer die Fische beißen, desto länger der Arm.

TeilEinsatzRichtwertQuelle
SeitenarmBarsch, Zander (Dropshot)5 bis 15 cmBlinker
SeitenarmPlattfisch vom Boot20 bis 30 cmFisch & Fang
Abstand zum BleiWurm an der SteinpackungBleiarm 20 bis 30 cm längerBlinker
BleiQuappe im Fluss30 bis 200 g, je nach FlussBlinker
BleiHering vom Ufer30 bis 80 gBlinker
BleiMakrele vom Kutter200 g, bei Drift bis 400 gFisch & Fang

Wann und wo

Im Fluss: Zander, Barsch, Quappe

  • Zander: Im Fluss findest du ihn laut Blinker an Strömungskanten und Spundwänden, an den Absätzen von Steinschüttungen und in tieferen Stellen der Buhnenfelder.
  • Barsch: Am kurzen Seitenarm pendelt ein Köder laut Blinker in der Strömung, statt steif an der Schnur zu kleben, und lässt sich leichter einsaugen; beschrieben ist das für Gummiköder. Würmer müssen für Barsche laut Blinker frisch und lebendig sein.
  • Quappe: Sie steht laut Blinker auch in starker Strömung und gern an Wehren, normale Grundmontagen mit Tauwurm oder Fischstücken genügen. Ihre Standplätze sind oft hängerträchtig, dort hilft die dünnere Bleischnur.

Ob du Quappe oder Aal nachstellen darfst und wann, regeln Land und Erlaubnisschein.

Im Meer: Hering, Makrele, Plattfisch

Am Meer sitzen meist mehrere Arme übereinander. Für Heringe nennt der Fragenkatalog zur Fischerprüfung in Sachsen-Anhalt das Paternoster als übliche Wahl, bestückt mit Kunstködern oder unbeköderten Haken. Das Blei liegt am Grund, die Arme tänzeln in der Strömung darüber (Blinker). Für Makrelen vom Kutter nennt Fisch & Fang Paternoster mit drei bis sieben Haken, überwiegend mit Federn. Bei Plattfischen bringen zwei beköderte Arme nicht selten Doppelfänge, weil ein beißender Fisch einen zweiten zum Zufassen animiert (Blinker).

Führung und Saison stehen auf der Köderseite Meeres-Paternoster, den Strand deckt die Brandungsmontage ab. Hängt am Ende ein Pilker als eigentlicher Köder, heißt der Zusatzköder am Seitenvorfach Springer, siehe Pilken.

Hakenzahl, Stand Oktober 2026: Das regelt das Land. In den Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns erlaubt die Küstenfischereiverordnung seit Ende September 2026 beim Makrelen- oder Heringsangeln ein Paternoster mit bis zu sechs Einfachhaken, sonst je Handangel bis zu zwei Köder mit je bis zu drei Haken. Anderswo gelten Landesrecht und Erlaubnisschein.

Unterschied zum Dropshot-Rig

Beim Dropshot-Rig liegt das Blei ebenfalls am Ende. Der Haken wird dort aber normalerweise direkt in die Schnur gebunden (Blinker), und du führst den Köder mit der Rute an der Stelle. An der Seitenarm-Montage hängt der Haken an einem eigenen Stück Schnur, und das Blei bleibt liegen.

Auf die Namen ist wenig Verlass: Beim Kickback-Rig hängt das Blei am kurzen Seitenarm, trotzdem nennt Rute & Rolle es eine simple Seitenarmmontage. Diese Seite meint die Form mit dem Blei am Ende.

Typische Fehler

  • Seitenarm zu lang: Er verheddert sich beim Wurf und Absinken mit Haupt- oder Bleischnur. Lang vor dem Blei baumelnde Vorfächer neigen laut Blinker zu Verhedderungen.
  • Arm länger als die Bleischnur: Der Köder liegt am Grund, der Vorteil der Montage ist weg.
  • Blei zu leicht: Die Strömung verschiebt die Montage. Bei der Quappe rät Blinker, schwerer zu werden, bis die Montage am Grund hält. Beim Hering im Mittelwasser rauscht ein schweres Blei dagegen durch den Schwarm.
  • Bleischnur so stark wie die Hauptschnur: Ohne Sollbruchstelle kann ein Fisch nach einem Hänger mit Schnur und Blei davonschwimmen (Blinker).
  • Arme zu dicht: Die Haken verwickeln sich. Halte zwischen den Armen so viel Abstand, dass sie sich nicht ineinander verfangen (Blinker, Plattfisch-Vorfach).

Häufige Fragen

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Dreiwegewirbel oder gebundener Seitenarm?

Beides funktioniert. Mit Wirbel ist die Montage laut Blinker flexibler, der gebundene Arm kommt ohne zusätzliches Kleinteil aus.

Merkt der Fisch das Blei?

Ja, denn es liegt fest am Ende. Sollen vorsichtige Fische ungehindert Schnur nehmen, ist eine Laufmontage die bessere Wahl, weil die Schnur dort durch das Blei gleitet (Blinker).

Wie viele Seitenarme sind sinnvoll?

Für Aale im Graben genügt nach Ansicht eines Anglers in Fisch & Fang heute ein Haken. Plattfische fängt man laut Blinker gut mit zwei beköderten Armen, Makrelenpaternoster vom Kutter tragen laut Fisch & Fang drei bis sieben Haken. Wie viele erlaubt sind, regelt das Land.

Passend dazu

Quellen

Text und Zeichnung KI-unterstützt erstellt. Quellen im Oktober 2026 geöffnet und geprüft, keine Grafik aus den Quellen übernommen.

Alle Angaben sind Richtwerte ohne Gewähr. Wie viele Haken und Ruten erlaubt sind, regeln Landesrecht, Gewässerordnung und Erlaubnisschein.