Die Flunder (Platichthys flesus) ist ein Plattfisch der europäischen Küsten und liebt Brackwasser. Als einzige heimische Plattfischart steigt sie weit in die Flüsse auf. Angler nennen sie oft Butt.
- Raue Knochenhöcker entlang der Seitenlinie und an der Basis von Rücken- und Afterflosse
- Fast gerade Seitenlinie, über der Brustflosse nur leicht gewölbt
- Bräunliche bis olivgrüne Augenseite mit blassen, unregelmäßigen rötlichen Flecken
Fangchancen im Jahresverlauf
- Kaum Chancen
- Möglich
- Gut
- Hauptsaison
- Laichzeit (Schonzeit beachten)
Redaktionelle Einschätzung für Gewässer in Deutschland, kein Messwert und keine Garantie. Laichzeit ist nicht gleich gesetzliche Schonzeit.
Steckbrief und Quellen im FangkalenderAlle Arten im MonatsvergleichRegeln deines Bundeslandes
Woran du sie erkennst
Die Flunder hat einen ovalen, stark abgeflachten Körper und ein kleines Maul. Beide Augen liegen meist auf der rechten Seite, bei etwa einem Drittel der Tiere links.
Die Augenseite ist bräunlich bis olivgrün mit blassen, rötlichen Flecken, die Blindseite weiß. Typisch ist die raue Haut: Knochenhöcker entlang der Seitenlinie und an der Basis von Rücken- und Afterflosse. Meist werden Flundern 20 bis 30 Zentimeter lang, selten bis 50.
Die Scholle fühlt sich in alle Richtungen glatt an, trägt kräftig rote bis orange Punkte und hat Knochenhöcker zwischen den Augen. Die Kliesche erkennst du am Halbkreis der Seitenlinie über der Brustflosse. Fühlt sich der Fisch entlang der Seitenlinie an wie Schmirgelpapier, ist es eine Flunder. In der Ostsee lebt zudem die erst 2018 beschriebene, äußerlich kaum unterscheidbare Ostsee-Flunder (Platichthys solemdali).
Im direkten Vergleich
Wo sie steht
Flundern leben an Sand- und Schlickküsten bis in etwa 100 Meter Tiefe, am liebsten im Brackwasser von Flussmündungen, Förden und Buchten.
Vor allem Jungfische wandern im Sommer in die Flüsse ein. Heute endet der Weg meist am ersten Wehr ohne Fischaufstieg. Im Winter ziehen die erwachsenen Fische in tieferes, salzigeres Wasser.
Standplätze im Bild
Wähle eine Jahreszeit: Der Fisch zeigt, wo die Art dann steht. Rot beschriftete Stellen gelten nur in der gewählten Zeit. Je mehr Fische im Bild, desto besser die Fangchance laut Fangkalender. Das Bild ist schematisch, jedes Gewässer ist anders.
An der Küste
- Brandung dicht am Ufer
- Sandiger Grund
- Tiefes, kälteres Wasser
Flundern leben am Grund über Sand, Schlick und Kies, gern im Brackwasser von Flussmündungen, Förden und Buchten. Tagsüber graben sich vor allem große Fische ein, nachts ziehen sie zum Fressen ins flache Wasser. Ist das Wasser angetrübt, fressen Plattfische auch am Tag in der Brandung.
Frühjahr: Fangchance laut Fangkalender im März und April möglich, im Mai gut. In diese Zeit fällt die Laichzeit, Schonzeiten beachten. Zum Laichen wandern Flundern ins tiefere Meer. In der Nordsee laichen sie von Februar bis Mai in etwa 20 bis 40 Metern Tiefe.
Sommer: Fangchance laut Fangkalender gut. Im Sommer stehen Flundern in Flussmündungen, Lagunen und Förden. Von dort dringen sie oft weit in die Flüsse vor, heute meist nur bis zum ersten Querbauwerk.
Herbst: Fangchance laut Fangkalender Hauptsaison.
Winter: Fangchance laut Fangkalender möglich. Im Winter ziehen die erwachsenen Fische in tieferes, salzigeres Wasser.
Im Fluss
- Steinschüttung, Spundwand, Hafen
- Strömungskante
Im Hamburger Hafen, also im Süßwasser der Tideelbe, werden Flundern an den Spundwänden der Hafenbecken gefangen. Sie halten sich dort an sandige Rinnen, Kuhlen und Mulden nahe dem Hauptstrom und an die Hänge der Fahrrinne; mit auflaufendem Wasser ziehen sie von dort auf die Sandbänke. Harten Sandgrund ziehen sie weichem Schlamm vor.
Frühjahr: Fangchance laut Fangkalender im März und April möglich, im Mai gut. In diese Zeit fällt die Laichzeit, Schonzeiten beachten.
Sommer: Fangchance laut Fangkalender gut.
Herbst: Fangchance laut Fangkalender Hauptsaison.
Winter: Fangchance laut Fangkalender möglich.
Tiefe: Flundern kommen von der Uferlinie bis in etwa 100 Meter Tiefe vor. In der Ostsee stehen sie in fast jeder Tiefe, in Strandnähe ebenso wie in mehr als 20 Metern.
Wie sie frisst und laicht
Tagsüber gräbt sich die Flunder oft in den Sand ein, nachts sucht sie im flachen Wasser nach Nahrung. Im Meer frisst sie Würmer, Asseln, Flohkrebse und Weichtiere, im Süßwasser Insektenlarven.
Zum Laichen wandert sie ins Meer. In der südlichen Nordsee laicht sie von Februar bis Mai, weiter nördlich bis in den Juni. Ein Weibchen gibt bis zu zwei Millionen Eier ab.
Wann sie beißt
An der Ostsee gilt die Zeit von Mai bis November als Saison. Im Sommer stehen Flundern flach, in Mündungen und Förden.
Bei ruhiger See und klarem Wasser beißen Plattfische meist abends und nachts. Ist das Wasser angetrübt, fressen sie oft den ganzen Tag in der Brandung.
Die Monatsübersicht aller Arten und den Wassertemperatur-Check findest du im Fangkalender.
Womit du sie fängst
Üblich ist das Grundangeln vom Strand, von der Mole oder vom Boot mit einem Paternoster. Als Köder dienen Wattwurm und Seeringelwurm, außerdem Garnelen, Muschelfleisch und schmale Fischfetzen.
Wähle die Köder klein, denn das Maul ist nicht groß. Plattfische jagen auf Sicht: Ein langsam über den Grund gezupfter Köder bringt oft mehr als ein fest verankerter. Vom Boot wird auch mit dem Buttlöffel gefischt.
Raue Haut prüfen: Streiche über Seitenlinie und Flossenansatz. Spürst du harte Knötchen, ist es eine Flunder.
Mundschnüre anpassen: Bei wenig Welle dürfen die Seitenarme des Vorfachs lang sein, bei starker Welle kürzt du sie.
Passende Köder
Wattwurm und Seeringelwurm am Grund, auch Garnelen, Muschelfleisch oder schmale Fischfetzen; vom Boot auch Buttlöffel mit Wurm.
Montagen zu diesen Ködern: Brandungsmontage, Seitenarm-Montage, Naturködermontage fürs Meer.
Köder klein wählen und langsam über den Grund bewegen.
Was du beachten musst
Schonzeiten, Mindestmaße und Entnahmefenster legen die Bundesländer sowie die Fischereibehörden der Anrainerstaaten (Dänemark, Norwegen, Polen) fest. Sie variieren je nach Gewässertyp, Küstenabschnitt und Jahreszeit. Deshalb nennen wir keine starren Zahlen: Verbindlich sind stets die Fischereiverordnung deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein. Eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender.
Für maßige Fische, die entnommen werden dürfen, gilt die Pflicht zur sofortigen, tierschutzgerechten Betäubung und Tötung. Geschonte, untermaßige oder im Rahmen eines Entnahmefensters zu große Exemplare müssen mit nassen Händen äußerst schonend direkt im Wasser gelöst und zurückgesetzt werden.
Für die Ostsee ändern sich die Fangregeln für Meeresangler von Jahr zu Jahr, in Flussmündungen gilt Landesrecht. Die Flunder war Fisch des Jahres 2017 und gilt laut Thünen-Institut in Europa als ungefährdet.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie unterscheide ich Flunder, Scholle und Kliesche?
Die Flunder ist entlang der Seitenlinie rau. Die Scholle ist glatt mit roten Punkten, die Kliesche hat eine halbkreisförmig gebogene Seitenlinie.
Kann ich Flundern im Fluss fangen?
Ja. Sie ist der einzige heimische Plattfisch, der im Süßwasser leben kann. Dort gelten die Regeln des Bundeslandes.
Welcher Köder ist am besten?
Meist Wattwurm oder Seeringelwurm in kleinen Stücken, ersatzweise Garnelen oder Fischfetzen.
Quellen
Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).
- Wikipedia: Flunder
- DAFV: Fisch des Jahres 2017, Flunder
- Thünen-Institut, Fischbestände online: Flunder
- Havforskningsinstituttet: Skrubbe (Flunder)
- Wikipedia: Scholle (Fisch)
- Thünen-Institut, Fischbestände online: Scholle
- Blinker: Plattfische unterscheiden, Flunder, Kliesche und Scholle
- Blinker: Plattfischangeln, 10 Tipps
- Blinker extra: Die Fische der Ostsee und wie man sie beangelt (Stand 2007)
- DAFV: Fisch des Jahres 2017, Die Flunder (Broschüre, PDF; Kapitel zum Flunderangeln im Hamburger Hafen)
KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.
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