Naturködermontage fürs Meer

Die Naturködermontage bringt Fischfetzen oder ganze Köderfische im Meer an den Grund, meist vom Boot und oft in großer Tiefe. Zwei Bauarten sind üblich: das Paternoster mit Seitenarmen über dem Endblei und die Nachläufermontage, bei der der Köder hinter dem Blei läuft. Hier der Aufbau, Richtwerte aus den Quellen und typische Fehler.

Schema Naturködermontage als Paternoster: Unter dem Wirbel hängt ein dickes Vorfach mit zwei Seitenarmen. Jeder Arm trägt einen Leuchtschlauch und einen großen Einzelhaken mit Fischfetzen, am Ende hängt das Blei über dem GrundHauptschnur, geflochtenWirbelVorfach,dickLeuchtschlauchEinzelhakenFischfetzenBlei am EndeGrund
Abb. 1 · Naturködermontage als Paternoster mit zwei Seitenarmen: Die Köder stehen knapp über dem Grund. KI-unterstützt gezeichnet, schematisch.

Das brauchst du

Bauteile einer Naturködermontage: Birnenblei, Dreiwegewirbel, zwei Haken und Leuchtperlen
Bauteile einer Naturködermontage: Birnenblei, Dreiwegewirbel, zwei Haken und Leuchtperlen.
KI-generiert
  • dicke monofile Vorfachschnur; für große Leng und Lumb rät eine Fachzeitschrift zu mindestens 1 Millimeter
  • kräftige, scharfe Einzelhaken; je nach Fisch nennen die Fachzeitschriften Größen von 4/0 bis 9/0
  • robuste Wirbel und einen Einhänger für das Blei
  • Leuchtschlauch oder kleine nachleuchtende Oktopusse für die Seitenarme
  • schwere Bleie; ihr Gewicht richtet sich nach Tiefe und Drift

Als Köder dienen Filets und Fetzen von Makrele, Hering oder Köhler, auch ganze Köderfische. Mehr dazu steht auf der Seite Fischfetzen.

Zwei Bauarten

Paternoster: Das Blei hängt am Ende, darüber sind Seitenarme fest in das Vorfach eingebunden. Die Köder stehen so knapp über dem Grund. Für den Lumb beschreibt eine Fachzeitschrift ein kurzes Paternoster von etwa anderthalb Metern mit zwei oder drei Seitenarmen.

Nachläufermontage: Der Köder läuft hinter dem Blei. Auf der Hauptschnur gleitet ein Abstandhalter aus Kunststoff oder ein Metallrohr, an dessen Öse das Blei hängt; dahinter folgt eine Nachläuferschnur von 1 bis 1,5 Metern. Beim Leng zieht eine Fachzeitschrift diese Bauart dem einfachen Paternoster vor, beim Lumb nennt sie sie ebenfalls.

Paternoster in fünf Schritten aufbauen

  • Wirbel an das obere Ende des Vorfachs knoten. Er verbindet die Montage mit der Hauptschnur. Eine Knotenübersicht findest du unter Techniken.
  • Seitenarme einbinden. Eine Fachzeitschrift baut sie aus gedoppelter Schnur; üblich sind ein bis drei Arme.
  • Leuchtschlauch aufschieben und Haken einschlaufen.
  • Einhänger für das Blei ans untere Ende knoten.
  • Köder anbringen. Ein Makrelenfilet wird mehrmals auf den Haken gestochen.

Richtwerte für Haken, Vorfach und Blei

Für Leng und Lumb nennt eine Fachzeitschrift Haken der Größen 6/0 bis 9/0, ein Vorfach nicht unter 0,90 Millimetern und Bleie von 500 bis 1000 Gramm. Für das Rotbarsch-Paternoster stehen dort Haken von 3/0 bis 5/0; eine Bauanleitung derselben Zeitschrift nimmt dafür ein Vorfach ab etwa 0,80 Millimetern, rund drei Meter lang, mit drei Seitenarmen und bevorzugt Kreishaken.

Ein Reisebericht beschreibt ein System mit zwei Bleien zu je 300 Gramm. Der Sprengring des unteren Bleis ist das schwächste Glied: Hängt die Montage fest, geht nur dieses Blei verloren. An flacheren Stellen von 20 bis 50 Metern empfiehlt der Bericht leichte Montagen mit kleineren Haken und Fischfetzen.

Tiefe und Zurücksetzen: Fische aus großer Tiefe überleben das Zurücksetzen meist nicht. Plane nur ein, was du verwerten kannst und darfst, und prüf vor der Reise die Fangregeln des Landes. Zum Bleiverbot beim Angeln gibt es einen EU-Verordnungsentwurf vom 20. Februar 2025 mit Übergangsfristen.

Wann und wo

Der Reisebericht aus Südnorwegen fischt auf Leng und Lumb in 60 bis 250 Metern Tiefe und nennt auflaufendes Wasser als besonders aussichtsreiche Zeit; für den Leng werden auch Tiefen über 300 Meter genannt. Zielfische sind Leng, Lumb, Seehecht, Schellfisch und Heilbutt. Beim Rotbarsch gelten in Norwegen zeitweise Schonbestimmungen.

Typische Fehler

  • Köder steht weit über: Er flattert auffällig, bringt bei vorsichtigen Fischen aber Fehlbisse.
  • Zu grobes Gerät für kleinere Arten: Viele Fische verlangen feinere Haken und Köder als Leng und Lumb.
  • Keine Sollbruchstelle am Blei: Bei einem Hänger ist die ganze Montage verloren.
  • Stumpfe Haken: Im zähen Maul des Lengs greifen sie nicht zuverlässig.

Häufige Fragen

Mehr Antworten rund ums Angeln: Alle häufigen Fragen im Überblick

Wozu dient der Leuchtschlauch?

Als zusätzlicher Reiz in der Tiefe. Eine Fachzeitschrift steckt auf jeden Seitenarm ein Stück Leuchtschlauch oder einen kleinen selbstleuchtenden Oktopus.

Wie schwer muss das Blei sein?

Das hängt von Tiefe und Drift ab. Für das Tiefseeangeln auf Leng und Lumb nennt eine Fachzeitschrift 500 bis 1000 Gramm.

Paternoster oder Nachläufer?

Das Paternoster hält die Köder knapp über dem Grund, der Nachläufer führt einen Köder hinter dem Blei direkt am Boden entlang.

Weitere Montagen: Brandungsmontage, Grundblei-Laufmontage und Dropshot-Rig.

Passend dazu

Quellen

Alle Angaben sind Richtwerte ohne Gewähr. Beachte Gewässerordnung und Landesrecht.