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Lumb / Brosme

Der Lumb (Brosme brosme), in Norwegen Brosme genannt, ist ein dorschartiger Grundfisch des Nordatlantiks. Er lebt über Fels und Geröll, meist in 150 bis 450 Metern Tiefe. Mit dem Seehasen, der auf Englisch lumpfish heißt, hat er nichts zu tun, sein englischer Name ist tusk.

Naturkundetafel eines Lumbs
Naturkundetafel von AngelMomente, KI-unterstützt entworfen.
  1. Nur eine einzige, sehr lange Rückenflosse bis zum Schwanzansatz
  2. Schwarzer Saum mit weißem Rand an Rücken-, After- und Schwanzflosse
  3. Einzelne kräftige Bartel am Unterkiefer
Typische Größeum 50 cmbis etwa 1,1 m
Alterum 20 Jahrereif mit 8–10 Jahren
MerkmalEine lange Rückenflossedunkler Saum, weißer Rand
Tiefe150–450 müber Fels und Geröll

Fangchancen im Jahresverlauf

J○
F○
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A◐
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O◐
N○
D○
  • Kaum Chancen
  • Möglich
  • Gut
  • Hauptsaison
  • Laichzeit (Schonzeit beachten)

Redaktionelle Einschätzung für Gewässer in Deutschland, kein Messwert und keine Garantie. Laichzeit ist nicht gleich gesetzliche Schonzeit.

Woran du ihn erkennst

Der Lumb ist langgestreckt gebaut. Sein auffälligstes Merkmal ist eine einzige, durchgehende Rückenflosse mit 93 bis 103 Weichstrahlen. Am Kinn sitzt eine einzelne Bartel, die etwa so lang ist wie der Augendurchmesser.

Die Färbung ist variabel, vom dunklen Rotbraun oder Grünbraun auf dem Rücken bis zu gelblichen Tönen, zum Bauch hin wird der Fisch heller. Das sicherste Zeichen sind die Flossen: Rücken-, After- und Schwanzflosse tragen einen dunklen Saum mit weißem Rand. Junge Lumbs können sechs gelbe Querbänder an den Seiten haben.

Üblich sind laut FishBase etwa 50 Zentimeter, als Höchstmaß gelten 120 Zentimeter und 30 Kilogramm. Norwegische Forscher geben rund 1,1 Meter und 15 Kilogramm an. Der Lumb wird mit acht bis zehn Jahren geschlechtsreif und kann über 20 Jahre alt werden.

Am ehesten verwechselst du den Lumb mit dem Leng. Beim Leng ist die Rückenflosse geteilt, der Lumb hat dagegen eine lange, durchgehende Flosse. Beim Leng ist außerdem der Bartfaden länger als der Augendurchmesser, beim Lumb ungefähr so lang.

Auch der Name führt in die Irre. In englischen Texten der norwegischen Fischereibehörde taucht lumpfish unter den saisonal geschützten Arten auf. Gemeint ist der Seehase (Cyclopterus lumpus), nicht der Lumb. Der englische Name des Lumb ist tusk.

Im direkten Vergleich

Naturkundetafel eines Lumbs mit einer einzigen langen Rückenflosse und Bartel am Kinn
LumbNur eine einzige, sehr lange Rückenflosse bis zum Schwanzansatz
Naturkundetafel eines Lengs mit langgestrecktem Körper und Bartfaden am Kinn
LengSehr langgestreckter Körper mit langer zweiter Rückenflosse und langer Afterflosse

Wo er steht

Der Lumb kommt von Irland bis Island und Grönland vor, in der nördlichen Nordsee, im Skagerrak und Kattegat, entlang der norwegischen Küste bis in die westliche Barentssee und bis nach Spitzbergen. Er lebt auch im Nordwestatlantik.

Er steht bodennah über Fels, Geröll und Kies. Im Nordostatlantik liegt sein Schwerpunkt laut FishBase zwischen 150 und 450 Metern bei null bis zehn Grad Wassertemperatur, norwegische Forscher nennen 100 bis 1000 Meter auf Kontinentalsockel und -hang. Erwachsene stehen tief, Jungfische können flacher auftreten. Er lebt einzeln oder in kleinen Gruppen.

Wer Lumbs fangen will, sucht harten Grund. Als Topstellen nennt die Angelpresse Plateaus aus Geröll und Unterwasserberge zwischen 50 und 200 Metern. Größere Fische stehen ab 200 bis 300 Metern, etwa dort, wo ein Fjord ins tiefe Wasser ausläuft. Direkt am Ufer fängt man ihn selten, es sei denn in tiefen Fjorden. Normalerweise steht er erst ab etwa 70 Metern, nur im Sommer zur Laichzeit kommt er ins Flachere.

Standplätze im Bild

Wähle eine Jahreszeit: Der Fisch zeigt, wo die Art dann steht. Rot beschriftete Stellen gelten nur in der gewählten Zeit. Je mehr Fische im Bild, desto besser die Fangchance laut Fangkalender. Das Bild ist schematisch, jedes Gewässer ist anders.

An der Küste

Schnitt vom Strand über Rinne und Sandbank bis ins tiefe Wasser. Die Standplätze der gewählten Jahreszeit stehen als Text darunter.StrandSandbankMischgrundKanteWrack, RiffTiefes WasserFrühjahr · Fangchance: gut · LaichzeitMischgrundKanteWrack, RiffTiefes WasserSommer · Fangchance: HauptsaisonMischgrundKanteWrack, RiffTiefes WasserHerbst · Fangchance: gutMischgrundKanteWrack, RiffTiefes WasserWinter · Fangchance: möglich
Bild seitlich verschieben, um das ganze Gewässer zu sehen.
  • Steiniger Mischgrund
  • Kante
  • Wrack, Riff
  • Tiefes, kälteres Wasser

Der Lumb lebt am Grund über Fels, Geröll und Kies und an Steilhängen. Glatten, weichen Sandboden meidet er in der Regel. Er bleibt der Küste und dem Flachwasser fern und wandert kaum.

Frühjahr: Fangchance laut Fangkalender gut. In diese Zeit fällt die Laichzeit, Schonzeiten beachten. Gelaicht wird von April bis Juni in 100 bis 400 Meter Tiefe.

Sommer: Fangchance laut Fangkalender im Juni gut, im Juli und August Hauptsaison. In den nördlichen Gebieten dauert die Laichzeit bis in den August.

Herbst: Fangchance laut Fangkalender im September Hauptsaison, im Oktober gut, im November möglich.

Winter: Fangchance laut Fangkalender möglich. In Fjordnorwegen gilt der Lumb als ganzjährig fangbar.

Tiefe: Im Nordostatlantik steht der Lumb meist zwischen 150 und 450 Meter Tiefe, er kommt von etwa 20 bis 1000 Metern vor. In den Fjorden wird er ab etwa 100 Metern gefangen, Jungfische auch recht flach.

Größenvergleich: Lumb typisch 60–95 cm, selten bis 110 cm, daneben ein Mensch von 1,80 m1,80 mselten bis 110 cmbis 95 cmab 60 cm
Größetypisch 60–95 cm, selten bis 110 cm
Aktive Tageszeiten: LumbNachtMorgenTagAbendNacht
AktivDie Aktivität des Lumbs folgt keinem Tag-Nacht-Rhythmus.

Wie er jagt und laicht

Der Lumb frisst Fisch, vor allem Bodenfische wie Plattfische und Knurrhähne, dazu Krebstiere, Weichtiere und Seesterne. Norwegische Forscher nennen außerdem größere Krebse und Garnelen. Er steht einzeln oder in kleinen Trupps.

Gelaicht wird zwischen April und Juni in 100 bis 400 Metern Tiefe, im Norden bis in den August. Laichgründe liegen vor Süd- und Mittelnorwegen sowie bei den Färöern und um Island. FishBase nennt Laichtiefen von 40 bis 400 Metern, meist 100 bis 200, und die wichtigsten Laichgründe zwischen Schottland und Island in 200 bis 500 Metern. Geschlechtsreif wird er erst mit acht bis zehn Jahren.

Wann er beißt

In Fjordnorwegen gilt der Lumb als ganzjährig fangbar, solange das Wetter die Ausfahrt zulässt. Laut Blinker ist die Angelei im Sommer am einfachsten, weil die Fische zur Laichzeit näher ans Ufer kommen und in Fjord- und Mittelnorwegen von Juni bis August schon in 30 bis 50 Metern erreichbar sind. Das passt zum Kalender mit der Hauptsaison im Juli bis September.

Entscheidend ist weniger der Monat als die Stelle: harter Grund, Kanten und Hänge in ausreichender Tiefe. Kleinere und mittlere Lumbs beißen im Sommer auch in Buchten von nur 30 bis 40 Metern, oft als Beifang beim Dorschpilken.

Die Monatsübersicht aller Arten und den Wassertemperatur-Check findest du im Fangkalender.

Womit du ihn fängst

Das Angeln auf Lumb ist oft Schwerstarbeit. Du brauchst eine kurze, kräftige Bootsrute von höchstens gut zwei Metern, eine große Multirolle mit mindestens 400 Metern geflochtener Schnur und ein Stützgurt für den Rücken. Dazu kommen schwere Grundbleie von 500 bis 1000 Gramm oder ein Pilker von 500 Gramm und mehr, der zusätzlich mit einem Fetzen von Hering oder Makrele bestückt wird.

Als Köder gelten ein großes, fettes Filet vom Hering und eine große Garnele. Die Garnele fällt leicht vom Haken, ein Gummiring hält sie fest. Mehr dazu bei Krebstiere und Muscheln.

Die Montage bleibt einfach: Du fischst mit zwei Haken in den Größen 4/0 bis 8/0 an der Naturködermontage mit Running Boom. Das Blei wiegt mindestens 500 Gramm, bei viel Tiefe und Drift mehr. Noch robuster ist ein Paternoster, ein gut anderthalb Meter langes Vorfach mit zwei oder drei Seitenarmen im Abstand von 50 Zentimetern und dem Blei im Karabiner darunter, siehe Seitenarm-Montage. Die Haken müssen sehr scharf sein, das Maul ist ledrig.

Der Lumb packt zu und ist kaum feinfühlig. An der geflochtenen Hauptschnur spürst du den Biss auch in 200 Metern Tiefe. Auf den ersten Metern wehrt er sich heftig, wirft den Kopf hin und her und will zum Grund. Im Mittelwasser wird der Drill meist lahm, weil der Fisch Probleme mit dem Druckausgleich bekommt.

Harten Grund suchen: Der Lumb steht über Fels, Geröll und an Kanten, nicht über glattem Sand. Das Echolot zeigt dir Kanten und Plateaus, siehe Echolot.

Entnahme vorher planen: Aus 50 Metern Tiefe und mehr überlebt kein hochgekurbelter Fisch das Zurücksetzen (siehe Fisch zurücksetzen). Beende das Tiefenangeln, wenn dein Bedarf gedeckt ist.

Gerät passend wählen: Kurze Rute, große Multirolle, geflochtene Schnur und Stützgurt sparen Kraft. Die Tiefe verlangt kräftiges Gerät.

Passende Köder

Heringsfilet, Makrelenfetzen oder große Garnele am Grundblei; schwere Pilker mit Fischfetzen.

Montagen zu diesen Ködern: Naturködermontage fürs Meer.

Aus großer Tiefe geholte Fische überleben das Zurücksetzen nicht.

Alle Köder im Überblick

Was du mit dem Fang machst

Das Fleisch des Lumbs ist fest und weiß und gilt richtig zubereitet als delikat. FishBase führt ihn als Fisch, der frisch, als gefrorene Filets oder getrocknet und gesalzen verkauft wird, und nennt Dämpfen, Braten, Grillen, Kochen und Backen als Zubereitungen. Wie du ihn versorgst, steht bei Fisch betäuben und töten und Fisch filetieren.

Wird das Filet nach dem Fang breiig, kann der Parasit Kudoa thyrsites dahinterstecken. Norwegische Forscher fanden ihn in einer Brosme aus Trøndelag, erstmals in einem norwegischen Dorschartigen. Seine Enzyme bauen Fischfleisch 24 bis 36 Stunden nach dem Tod ab. Für Menschen ist er laut dem Institut nicht gefährlich. Das ersetzt keine ärztliche Beratung; allgemeine Hinweise stehen bei Parasiten im Fisch.

Was du beachten musst

Schonzeiten, Mindestmaße und Entnahmefenster legen die Bundesländer sowie die Fischereibehörden der Anrainerstaaten (Dänemark, Norwegen, Polen) fest. Sie variieren je nach Gewässertyp, Küstenabschnitt und Jahreszeit. Deshalb nennen wir keine starren Zahlen: Verbindlich sind stets die Fischereiverordnung deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein. Eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender.

Für maßige Fische, die entnommen werden dürfen, gilt die Pflicht zur sofortigen, tierschutzgerechten Betäubung und Tötung. Geschonte, untermaßige oder im Rahmen eines Entnahmefensters zu große Exemplare müssen mit nassen Händen äußerst schonend direkt im Wasser gelöst und zurückgesetzt werden.

In Norwegen gelten für Meeresangler Mindestmaße, und es darf nur mit handgehaltenem Gerät geangelt werden. Der Verkauf des Fangs ist verboten. Untermaßige Fische setzt du so schonend wie möglich zurück: Hände vorher mit Meerwasser benetzen, den Haken vorsichtig lösen. Die Vorgaben ändern sich, verbindlich informiert das Fiskeridirektoratet. Lumpfish in der Liste der Behörde meint den Seehasen, nicht den Lumb.

Zum Bestand: Laut ICES-Rat für 2026 und 2027 hat sich der Bestand in der Norwegischen See und der Barentssee positiv entwickelt, in der Nordsee, im Skagerrak und in den westlichen Gewässern dagegen negativ, die Fänge je Aufwand sinken dort seit 2019. Die Landungen im Nordatlantik sind seit 2010 zurückgegangen. FishBase stuft die Anfälligkeit gegenüber Befischung als hoch ein. Die IUCN hat die Art nicht bewertet.

Häufige Fragen (FAQ)

Ist der Lumb dasselbe wie der Lumpfish?

Nein. Lumpfish ist der englische Name des Seehasen (Cyclopterus lumpus). Der Lumb heißt auf Englisch tusk.

Wie unterscheide ich Lumb und Leng?

Der Lumb hat nur eine lange, durchgehende Rückenflosse, beim Leng ist sie geteilt. Außerdem trägt der Lumb einen dunklen Flossensaum mit weißem Rand.

In welcher Tiefe fange ich Lumb?

Im Nordostatlantik meist zwischen 150 und 450 Metern über Fels und Geröll. Im Sommer kommen kleinere Fische auch in Buchten von 30 bis 50 Metern vor.

Quellen

Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).

KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 6. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über mich.

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