Der Leng (Molva molva) ist einer der größten Dorschartigen. Er lebt am Grund über Fels und an Wracks, meist in großer Tiefe. Angler fangen ihn vor allem in Norwegen mit Naturködern.
- Sehr langgestreckter Körper mit langer zweiter Rückenflosse und langer Afterflosse
- Langer Bartfaden am Kinn, länger als der Augendurchmesser
- Braun marmorierter Rücken und hell gesäumte Rücken- und Afterflosse
Fangchancen im Jahresverlauf
- Kaum Chancen
- Möglich
- Gut
- Hauptsaison
- Laichzeit (Schonzeit beachten)
Redaktionelle Einschätzung für Gewässer in Deutschland, kein Messwert und keine Garantie. Laichzeit ist nicht gleich gesetzliche Schonzeit.
Steckbrief und Quellen im FangkalenderAlle Arten im MonatsvergleichRegeln deines Bundeslandes
Woran du ihn erkennst
Der Körper ist sehr langgestreckt, der Kopf lang. Der Oberkiefer ragt über den Unterkiefer. Am Kinn sitzt ein Bartfaden, der länger ist als der Augendurchmesser.
Die erste Rückenflosse ist kurz, die zweite und die Afterflosse sind sehr lang. Beide tragen einen hellen Saum. Rücken und Flanken sind braun marmoriert, der Bauch ist gelblich bis weiß. Lengs können 1,8 bis 2 Meter und 40 Kilogramm erreichen, üblich ist rund ein Meter.
Der Blauleng hat größere Augen, einen kürzeren Bartfaden und einen dünneren Schwanzstiel. Er lebt noch tiefer und ist in Norwegen ganzjährig geschützt. Prüfe deshalb bei jedem langen, schlanken Fisch aus großer Tiefe Bartfaden und Schwanzstiel.
Im direkten Vergleich


Wo er steht
Der Leng lebt im Nordostatlantik von der Biskaya bis Island, im Skagerrak und Kattegat und bis in die südwestliche Barentssee. Er bewohnt harten Grund und Sandboden mit großen Steinen. Am häufigsten ist er in 300 bis 400 Metern, er kommt aber von 60 bis 1000 Metern vor.
Jungfische leben flacher und küstennäher. An Wracks, Riffen und Steilkanten stehen auch große Lengs mitunter in nur 40 Metern Tiefe. Die flachen Teile der Nordsee meidet die Art.
Standplätze im Bild
Wähle eine Jahreszeit: Der Fisch zeigt, wo die Art dann steht. Rot beschriftete Stellen gelten nur in der gewählten Zeit. Je mehr Fische im Bild, desto besser die Fangchance laut Fangkalender. Das Bild ist schematisch, jedes Gewässer ist anders.
An der Küste
- Steiniger Mischgrund
- Kante
- Wrack, Riff
- Tiefes, kälteres Wasser
Der Leng hält sich an Verstecke, die aus dem Grund aufragen: Wracks, Riffe, Felsformationen und Steilkanten in der Tiefe. Er bewohnt harten Grund und Sandboden mit großen Steinen. An Plateaus steht er meist direkt am Rand zur Kante.
Frühjahr: Fangchance laut Fangkalender gut. In diese Zeit fällt die Laichzeit, Schonzeiten beachten. Gelaicht wird von April bis Juni in 100 bis 300 Meter Tiefe.
Sommer: Fangchance laut Fangkalender im Juni und Juli gut, im August Hauptsaison.
Herbst: Fangchance laut Fangkalender im September Hauptsaison, im Oktober und November gut.
Winter: Fangchance laut Fangkalender gut. Lengs lassen sich das ganze Jahr beangeln. Die Angelpresse nennt November bis Februar als besonders gute Monate.
Tiefe: Am häufigsten ist der Leng in 300 bis 400 Metern, er kommt von 60 bis 1000 Metern vor. An Wracks und felsigen Untiefen stehen auch große Fische mitunter in nur 40 Metern. Jungfische leben flacher und küstennäher.
Wie er jagt und laicht
Der Leng ist ein Räuber. Er frisst Fische wie Dorsch, Hering und Plattfische, dazu Krebse, Kopffüßer und Seesterne. Er hält sich an Verstecken auf, die aus dem Grund aufragen.
Gelaicht wird von April bis Juni in 100 bis 300 Metern Tiefe. Ein Weibchen kann 20 bis 60 Millionen Eier abgeben, sie treiben im freien Wasser. Geschlechtsreif werden Lengs mit fünf bis sieben Jahren.
Wann er beißt
Lengs lassen sich das ganze Jahr beangeln. Die Angelpresse nennt die Monate November bis Februar als besonders gut, März bis Oktober als gut.
Im Winter sind Ausfahrten aufs offene Wasser nur an ruhigen Tagen möglich. Praktisch bestimmt deshalb das Wetter die Saison.
Die Monatsübersicht aller Arten und den Wassertemperatur-Check findest du im Fangkalender.
Womit du ihn fängst
Gefischt wird vom Boot mit Naturködern am Grund. Üblich sind einfache Paternoster oder eine Schleppmontage mit Laufblei und Nachläufer. Als Köder dienen Filets von Makrele oder Hering, auch Tintenfisch oder Sandaal an einem großen, sehr scharfen Haken.
Das Gerät muss kräftig sein: stabile Bootsrute, Multirolle, geflochtene Schnur und schwere Bleie, deren Gewicht sich nach Tiefe und Drift richtet. Nach dem Biss muss der Fisch sofort vom Wrack oder Fels weg, sonst setzt er sich fest.
Druckausgleich bedenken: Beim schnellen Hochpumpen dehnt sich die Schwimmblase aus. Fische aus großer Tiefe überleben das Zurücksetzen in der Regel nicht. Angle dort nur auf Fische, die du verwerten darfst und willst.
Scharfe Haken: Das Maul ist ledrig und hart. Stumpfe Haken dringen nicht sicher ein.
Passende Köder
Makrelen- oder Heringsfetzen an Tiefseemontagen.
Montagen zu diesen Ködern: Naturködermontage fürs Meer.
Was du beachten musst
Schonzeiten, Mindestmaße und Entnahmefenster legen die Bundesländer sowie die Fischereibehörden der Anrainerstaaten (Dänemark, Norwegen, Polen) fest. Sie variieren je nach Gewässertyp, Küstenabschnitt und Jahreszeit. Deshalb nennen wir keine starren Zahlen: Verbindlich sind stets die Fischereiverordnung deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein. Eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender.
Für maßige Fische, die entnommen werden dürfen, gilt die Pflicht zur sofortigen, tierschutzgerechten Betäubung und Tötung. Geschonte, untermaßige oder im Rahmen eines Entnahmefensters zu große Exemplare müssen mit nassen Händen äußerst schonend direkt im Wasser gelöst und zurückgesetzt werden.
In Norwegen gelten Mindestmaße und Ausfuhrregeln für Meeresangler, der Blauleng ist dort ganzjährig geschützt. Die Vorgaben ändern sich, verbindlich informiert das Fiskeridirektoratet.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie groß wird ein Leng?
Bis 1,8 Meter, selten 2 Meter, bei bis zu 40 Kilogramm. Häufig sind Fische um einen Meter.
In welcher Tiefe lebt er?
Meist zwischen 100 und 400 Metern. An Wracks und Felsen steht er auch deutlich flacher.
Kann ich einen Leng zurücksetzen?
Aus großer Tiefe kaum. Der Druckabfall schädigt den Fisch so, dass er meist nicht überlebt.
Quellen
Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).
- Wikipedia: Leng
- FishBase: Molva molva
- Blinker: Steckbrief Leng
- Havforskningsinstituttet: Lange (Leng)
- Blinker: Barotrauma bei Fischen
- Fiskeridirektoratet: Sea angling in Norway, regulations (geschonte Arten, Ausfuhrquote)
- Blinker: Norwegen, Angeln im Fjord (Saison, Naturköderangeln)
- Blinker: Angeln in Norwegen (Zielfische, Tiefen, Reisezeit)
- Løkkeborg et al. 2000, Journal of Experimental Marine Biology and Ecology: Food-search strategy in ling (Molva molva L.): crepuscular activity and use of space (Abstract)
KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.
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