Pilken

Beim Pilken lässt du einen schweren Metallköder vom treibenden Boot oder Kutter zum Grund ab, hebst ihn mit der Rute an und lässt ihn wieder absinken. Hier steht, was die Drift mit der Schnur macht, wie schwer der Pilker sein muss und wie Beifänger sitzen. Dazu der Stand beim Dorsch in der Ostsee: Angler dürfen ihn dort 2026 nicht befischen.

Seitenansicht: Ein Boot mit Angler treibt mit dem Wind nach rechts, die Hauptschnur läuft schräg nach links unten zum Grund. Am Vorfach sitzen zwei Beifänger an Seitenarmen, am Ende hängt der Pilker; ein gestrichelter Bogen zeigt das Anheben und Absinken, rechts am Grund steht ein Dorsch.WindDriftHauptschnurVorfachBeifängerPilkeranheben und absinkenDorschGrund
Abb. 1 · Pilken in der Abdrift: Das Boot treibt, die Schnur läuft schräg zum Grund, der Pilker hüpft darüber. KI-unterstützt gezeichnet, schematisch.

Schwerer Köder, treibendes Boot

Ein Pilker besteht aus Blei oder einem anderen Metall und soll einen Beutefisch nachahmen. Leben bekommt er erst durch das Auf und Ab der Rute. Dafür kommt er laut Blinker auch in großer Tiefe und starker Strömung an den Fisch. Gefischt wird aus der Drift: Der Kutter stoppt am Fangplatz und treibt mit dem Wind. Bauformen und Farben zeigt die Seite Pilker.

Zum Vergleich: Der Gummifisch am Jigkopf, einem Bleikopf mit Haken, lässt sich sehr langsam führen. Darin sieht Blinker seinen großen Vorteil gegenüber dem Pilker. Naturköder an der Naturködermontage empfiehlt die Zeitschrift, wenn auf den Pilker nichts beißt.

Lee und Luv: Die Bordseite bestimmt die Technik

Wie eine Kutterfahrt abläuft, steht unter Angeln vom Kutter und Boot. Für die Führung zählt, auf welcher Seite du stehst (Blinker, Fisch & Fang):

Blick von hinten auf ein Boot, das der Wind nach rechts treibt. Links in Luv läuft die Schnur des abgelassenen Pilkers schräg vom Boot weg, rechts in Lee liegt der weit geworfene Pilker in Driftrichtung vor dem Boot.Wind und DriftLuv: AbdriftLee: Andriftablassenweit werfenGrund
Abb. 2 · Blick von hinten: In Luv treibt das Boot vom Köder weg, in Lee auf ihn zu. KI-unterstützt gezeichnet, schematisch.
  • Luv, Gesicht zum Wind (Abdrift): Das Boot treibt vom Köder weg, die Schnur läuft schräg nach außen. Du lässt den Pilker unter der Rutenspitze ab. Passt sein Gewicht zur Drift, schleift er langsam über den Grund. Musst du ständig Schnur nachgeben, ist er zu leicht.
  • Lee, Wind im Rücken (Andrift): Das Boot treibt auf den Köder zu. Wer nur ablässt, dem treibt es über die Schnur, und sie scheuert durch. Deshalb wirfst du weit in Driftrichtung und hebst die Rute steil an, sonst löst sich der Pilker nicht vom Boden.
  • Kipp-Punkt: Treibt das Boot über den geworfenen Köder hinweg, ziehst du ihn hinter dir her. Laut Fisch & Fang packen Dorsche dann oft zu, weil Pilker und Beifänger die Richtung wechseln.

Wie schwer der Pilker sein muss

Blinker gibt als Faustregel aus: so leicht wie möglich, solange der Pilker noch Grundkontakt hält. Fisch & Fang rät Anfängern trotzdem, ihn im Zweifel etwas schwerer zu wählen. Richtwerte der Fachpresse:

EinsatzPilkerQuelle
Ostsee, bis 30 m tief50–125 gBlinker
Deutsche Gewässer, 10–30 m tief60–200 g, je nach StrömungRute & Rolle
Tiefes Wasser, starke Strömung oder Drift180–250 gBlinker
Riffe und Wracks200–500 gBlinker
Norwegen und Island, über 30 m tief200–500 gBlinker

Die Ostsee-Werte stammen aus der Zeit vor dem Dorschverbot. Für Norwegen gehen die Angaben auseinander: Eine Ausrüstungsliste in Blinker führt Pilker von 30 bis 200 Gramm. Derselbe Beitrag rät zu dünner Schnur: Sie bietet dem Wasser weniger Widerstand, du kommst mit leichteren Gewichten aus.

Führung: anheben, absinken lassen

Der Ablauf nach Blinker und Fisch & Fang:

  1. Ablassen, bis sich die Schnur schlagartig entspannt, dann straffen.
  2. Anheben mit der Rutenspitze: zügig genug, damit der Köder abhebt, aber nicht so hoch, dass er das Blickfeld der Fische verlässt.
  3. Absinken lassen an gestraffter Schnur, bis der Pilker wieder aufsetzt.

Die Fische beißen meist, während der Pilker absinkt, schreibt ein Kutterangler in Fisch & Fang. Einen Biss beim Anheben spürst du, den Biss im Fallen musst du sehen. Ruckt die Schnur oder erschlafft sie, bevor der Pilker nach der Wassertiefe unten sein kann, schlägst du an (Blinker). Farbige Schnur hilft dabei.

Wildes Reißen bringt nichts: Oft genügt es laut Fisch & Fang, den Pilker über den Grund zu schleifen. Dorsche stehen laut Blinker meist am Grund oder zwei, drei Meter darüber. Für Köhler kurbelst du nach dem Aufsetzen etwa fünf Meter hoch und suchst in Fünf-Meter-Schritten weiter nach oben (Blinker).

Beifänger und Vorfach

Beifänger sind kleine Zusatzköder über dem Pilker, eingebunden an kurzen Seitenarmen, etwa mit der Seitenarm-Schlaufe. Eine Lehrunterlage zur Fischerprüfung nennt sie Springer: meist Twister an einem Seitenvorfach (Fischereiverein Löningen). Fisch & Fang setzt einen, höchstens zwei davon 40 bis 50 Zentimeter über den Pilker. Blinker bindet das Vorfach aus 0,50 bis 0,65 Millimeter starker monofiler Schnur.

Jagt ein Dorschschwarm Heringe oder Sandaale, fängt nach Blinker der einzelne Pilker besser. Sammeln die Fische Krabben und Würmer am Grund, fängt oft der langsam geschleppte Pilker mit Beifängern mehr. Dann darf der Drilling ab: Der Pilker dient nur als Gewicht, und es gibt weniger Hänger.

Hakenzahl, Stand Oktober 2026: Wie viele Köder und Haken erlaubt sind, regelt das Revier. In den Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns sind seit Ende September 2026 je Handangel bis zu zwei Köder mit jeweils bis zu drei Haken zulässig (§ 9 Abs. 5 Küstenfischereiverordnung). Beim Makrelen- und Heringsangeln darf es ein Paternoster mit bis zu sechs Einfachhaken sein. Ein Pilker mit Drilling und ein Beifänger sind dort schon zwei Köder. Anderswo gilt die Vorschrift des Landes oder der Erlaubnisschein.

Zielfische und Reviere

Die Lehrunterlage aus Löningen nennt den Pilker als Köder für dorschartige Fische. Nicht jede Art steht am Grund:

  • Dorsch: knapp über dem Grund.
  • Köhler: meist ein gutes Stück darüber.
  • Pollack: laut Blinker meist Beifang beim Pilken; gezielt mit leichtem, schnell geführtem Pilker.
  • Makrele: beißt am Paternoster, an dessen Ende laut Blinker ein Blei oder ein Pilker von 150 bis 250 Gramm hängt.
  • Leng und Lumb: Tiefenfische, in Norwegen vor allem mit Naturködern gefangen. Blinker beschreibt für beide auch Pilker mit einem Fischfetzen am Drilling (Leng, Lumb).

Als Reviere beschreibt Blinker die Nordsee mit ihren Wracks und Riffen sowie Norwegen. In Norwegen ist für Gäste nur handgehaltenes Gerät erlaubt (Fiskeridirektoratet). Mindestmaße und Ausfuhrmenge stehen unter Angelurlaub in Norwegen, die dänischen Regeln unter Angelurlaub in Dänemark.

Dorsch in der Ostsee

Die Ostsee galt lange als sehr gutes Dorschrevier. Heute liegt der Laichbestand der westlichen Ostsee weit unter dem Grenzwert der Fischereiwissenschaft (Thünen-Institut für Ostseefischerei). Für Angler hieß das:

  • 2017: Erstmals gelten Tagesfangmengen je Angler und eine Laichschonzeit.
  • 2022: Die gezielte Berufsfischerei ist geschlossen, Angler stellen 71 Prozent der bekannten Gesamtfänge.
  • Seit 2024: Die Freizeitfischerei auf Dorsch ist ganz verboten.

Für 2026 legt Artikel 10 der Verordnung (EU) 2025/2454 fest: Die Freizeitfischerei auf Dorsch ist in den Unterdivisionen 22 bis 32 der Ostsee verboten. Jeder versehentlich gefangene Dorsch muss unverzüglich zurück ins Meer. Verboten ist also schon das gezielte Angeln, nicht erst das Mitnehmen. Der Deutsche Angelfischerverband spricht vom Entnahmeverbot, das bestehen bleibt. Das Thünen-Institut hält eine Erholung des Bestands kurz- und mittelfristig für unwahrscheinlich.

Stand: Oktober 2026, wie im Fangkalender. Die Fangvorgaben werden jedes Jahr neu beschlossen.

Gerät und Sicherheit an Bord

Welche Rute passt, steht unter Meeresrute. Bei der Schnur hat sich Geflecht durchgesetzt, weil es direkten Kontakt zum Köder hält (Fisch & Fang). Laut Blinker spürst du damit selbst in 100 Metern Tiefe, wie der Pilker aufsetzt. Der Preis der fehlenden Dehnung: Bei fester Bremse schlitzt der Haken leichter aus. Ein paar Meter monofiles Vorfach dämpfen die Schläge und dienen als Sollbruchstelle (Blinker). Mehr unter Angelschnur im Vergleich und Rollenbremse einstellen.

Die Seenotretter mahnen bei Seegang zu höchster Vorsicht, wenn Köder angebracht und Fische abgehakt werden: Sonst sitzt der Haken im Finger, oder jemand geht über Bord. Die norwegische Fischereibehörde rät, auf dem Meer immer eine Rettungsweste zu tragen. Mehr unter Boot und Schwimmweste und Hakenverletzung und Erste Hilfe.

Häufige Fragen

Mehr Antworten rund ums Angeln: Alle häufigen Fragen im Überblick

Ist Pilken in der Ostsee noch erlaubt?

Die EU-Verordnung verbietet 2026 die Freizeitfischerei auf Dorsch, nicht die Methode. In Mecklenburg-Vorpommern nennt die Küstenfischereiverordnung Pilken als zulässig, solange die Angel nicht reißend eingesetzt wird. Gezieltes Pilken auf Dorsch fällt aber unter das Verbot. Frag im Zweifel vorher die Fischereibehörde.

Was ist der Unterschied zwischen Pilken und Jiggen?

Beim klassischen Pilken fängt der Pilker selbst. Hängen Beifänger am Seitenarm über ihm, sprechen Blinker und Fisch & Fang vom Jiggen. Der Pilker ist dann oft nur Wurf- und Lockgewicht.

Ist ein Echolot nötig?

Blinker nennt es praktisch unentbehrlich, weil du wissen musst, wie tief die Fische stehen. Wie viel Schnur draußen ist, zeigt mehrfarbiges Geflecht: Jede Farbe steht laut Blinker für zehn Meter.

Passend dazu

Quellen

Text und Zeichnung KI-unterstützt erstellt. Quellen im Oktober 2026 geöffnet und geprüft, keine Grafik aus den Quellen übernommen.

Alle Angaben sind Richtwerte ohne Gewähr. Was du fangen und mitnehmen darfst, regeln die EU und das Land, in dessen Gewässern du angelst; die Sicherheitshinweise ersetzen keine ärztliche Beratung.