Boot und Schwimmweste

Beim Angeln vom Boot entscheidet die Schwimmweste im Ernstfall über den Ausgang: Sie hilft nur, wenn du sie trägst. Diese Seite zeigt den Unterschied zwischen Feststoff- und automatischer Weste und was du vor dem Ablegen prüfst.

Vor dem Ablegen: Im Ruderboot am Steg sitzt eine Person mit angelegter Rettungsweste und einem Handy für den Notruf 112. Am Boot ist das Schild mit der Nutzlast zu sehen, am Himmel Sonne und Wolke für den Blick auf das Wetter, auf dem Steg steht die Person, der man Bescheid gibt, wann man zurück ist.Wetter prüfenBescheid geben,wann du zurück bistWeste tragenHandy für 112Nutzlast beachten
Abb. 1 · Vor dem Ablegen: Weste anlegen, Wetter prüfen, Handy mitnehmen, Nutzlast beachten und Bescheid geben. KI-unterstützt gezeichnet, schematisch.

Weste tragen, nicht nur mitnehmen

Ruderboot am Steg mit Feststoffweste, automatischer Rettungsweste und Rudern
Ruderboot am Steg mit Feststoffweste, automatischer Rettungsweste und Rudern.
KI-generiert

Das Bundesverkehrsministerium schreibt in seiner Broschüre für Wassersportler: Nichtschwimmer und Kinder legen die Rettungsweste an, bevor sie das Boot betreten, und tragen sie bis zum Ende der Tour, bei jedem Wetter. Auch gute Schwimmer tragen auf dem Wasser Westen, heißt es dort. Die Kantonspolizei Bern empfiehlt für Schlauchboote ebenfalls, immer eine Rettungsweste zu tragen.

Diese Empfehlungen richten sich an Freizeitbootfahrer allgemein. Sie gelten sinngemäß auch für Angler im Ruder-, Schlauch- oder Motorboot. Welche Pflichten auf deinem Gewässer bestehen, regeln die Vorschriften der Wasserbehörden und die Gewässerordnung.

Feststoffweste und automatische Weste

Die Broschüre unterscheidet Feststoffwesten und aufblasbare Rettungswesten. Der Auftrieb der Feststoffweste kommt aus Schaum, sie muss im Notfall nicht erst aufgeblasen werden. Aufblasbare Westen füllen den Schwimmkörper erst im Einsatz mit Gas, von Hand oder automatisch bei Wasserkontakt. Ihre Vorzüge sind laut Broschüre Handlichkeit und Tragekomfort.

  • Feststoffweste: sofort einsatzbereit, nach der DGUV-Information vergleichsweise wartungsarm.
  • Automatische Weste: flacher und beweglicher, braucht aber regelmäßige Prüfung von Auslösung und Behälter.
  • Ohnmachtssicherheit: Rettungswesten sollen den Kopf über Wasser halten, nach Möglichkeit ohnmachtssicher. Eine Schwimmhilfe ist laut Broschüre keine Rettungsweste im eigentlichen Sinne und schützt nur eingeschränkt.

Hinweis: Welche Weste für dich passt, hängt von Gewässer, Kleidung und Körpergewicht ab. Achte auf Kennzeichnung und Passform und lass dich im Fachhandel beraten.

Vor dem Ablegen

  • Wetter prüfen: Die Broschüre rät, vor der Fahrt den Wetterbericht zu hören und die Entwicklung zu beobachten.
  • Handy mitnehmen: Das Notrufziel ist die 112. Für den Seebereich weist das Ministerium darauf hin, dass das Mobilfunknetz schwanken kann, ein Handy also kein sicherer Ersatz für Funk ist.
  • Nutzlast beachten: Die auf dem Boot angegebene Nutzlast darf laut Kantonspolizei Bern nicht überschritten werden. Wie du Gewicht und Ausrüstung verteilst, richtet sich nach Bootstyp und Herstellerangaben.
  • Bescheid geben: Sage Familie oder Freunden, wann du zurück bist. So können sie bei Ausbleiben reagieren.
  • Kein Alkohol: Die Kantonspolizei Bern nennt ihn als Risiko im Boot.

Kleidung und Kinder an Bord

Die Broschüre rät zu Kleidung, die zum Wetter und zum Wasser passt: Schon bei Lufttemperaturen unter 15 °C kannst du allein durch den Wind auskühlen. Eine Windjacke, Kopfschutz und Handschuhe sollen griffbereit sein, rutschfeste Schuhe und die Rettungsweste gehören ebenfalls zur Kleidung. Kinder sollen grundsätzlich ohnmachtssichere Kinder-Rettungswesten tragen, auf dem Boot wie am Wasser. Kleine Kinder sollen so mit einer Leine gesichert sein, dass sie Bewegungsfreiheit haben, aber nicht über Bord fallen.

Wetter und Warnungen

Der Deutsche Wetterdienst gibt vier Warnstufen aus, von Gelb bis Violett. Gelb bedeutet, dass wetterbedingt Gefährdungen auftreten können, Orange gefährliches, Rot sehr gefährliches und Violett extrem gefährliches Wetter. Schau vor der Fahrt in die Warnlage deines Gebiets und achte unterwegs auf Wind und Himmel. Was bei Gewitter gilt, steht auf der Seite Gewitter und Wetter.

Kentern und Unterkühlung

Nach dem Kentern sollst du laut Broschüre grundsätzlich am Boot bleiben und versuchen, auf dich aufmerksam zu machen. Die Broschüre warnt außerdem vor Unterkühlung: Ein Gekenterter ohne Schutzkleidung ist bei einer Wassertemperatur von 10 °C bestenfalls noch etwa 10 Minuten in der Lage, sich aktiv an Rettungsmanövern zu beteiligen. Ohne Schutzkleidung sollst du die Kleidung im Wasser wegen der isolierenden Wirkung nicht ausziehen.

Häufige Fragen

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Brauche ich als guter Schwimmer eine Weste?

Die Broschüre empfiehlt sie ausdrücklich auch guten Schwimmern. Kälte, Erschöpfung und ein Sturz mit Kopfverletzung können die Schwimmfähigkeit einschränken.

Ist die automatische Weste besser als die Feststoffweste?

Besser lässt sich nicht pauschal sagen. Die Feststoffweste ist sofort einsatzbereit, die automatische bequemer, braucht aber Wartung. Entscheidend sind Gewässer, Passform und regelmäßige Prüfung.

Darf ich im Boot aufstehen und werfen?

Eine feste Regel dazu nennen die Quellen dieser Seite nicht. Bei kleinen Booten ist Vorsicht angebracht. Die Broschüre weist darauf hin, dass Ruderboote leicht voll Wasser schlagen und kentern. Frage im Zweifel den Bootsverleiher oder Verein.

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Quellen

Alle Angaben sind Richtwerte ohne Gewähr und ersetzen keine medizinische Beratung. Im Notfall ruf die 112.