Am Wasser kommt die Sonne von oben und als Spiegelung von unten, Schatten fehlt oft, und im Ufergras warten Zecken. Wie du dich an langen Angeltagen vor UV-Strahlung, Hitze und Zeckenstichen schützt, steht hier nach den Empfehlungen der zuständigen Bundesbehörden. Eine ärztliche Beratung ersetzt die Seite nicht.
UV-Index: die Zahl vor dem Angeltag
Der UV-Index ist ein international einheitliches Maß für die sonnenbrandwirksame UV-Strahlung. Je höher er ist, desto schneller kann ungeschützte Haut einen Sonnenbrand bekommen, schreibt das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). In Deutschland erreicht er im Sommer 8 bis 9, in den Hochlagen der süddeutschen Gebirge bis 11.
Die Skala des BfS hat fünf Stufen: 1 bis 2 niedrig, 3 bis 5 mittel, 6 bis 7 hoch, 8 bis 10 sehr hoch, ab 11 extrem. Ab 3 ist Schutz erforderlich, ab 8 absolut notwendig. Mittags sollst du dich dann möglichst nicht draußen aufhalten.
Am Ufer zählt ein Zusatz des BfS: Wasser, Schnee und helle Flächen wie Sand reflektieren UV-Strahlung und verstärken sie. Die Belastung kann dann höher sein, als der UV-Index angibt. Von April bis September gibt das BfS montags, mittwochs und freitags eine UV-Prognose für drei Tage heraus.
Sonnenschutz in der Reihenfolge des BfS
Die Regeln des BfS beginnen nicht bei der Creme: erst starke Sonne meiden, dann Kleidung, dann Augenschutz, zuletzt eincremen. Sonnenschutzmittel halten UV-Strahlung nicht vollständig ab und ersetzen die anderen Maßnahmen nicht.
- Schatten: Ab UV-Index 3 gehört die Mittagszeit in den Schatten. Der hält aber nur einen Teil ab: Unter einem Sonnenschirm sinkt die UV-Strahlung laut BfS um etwa 10 bis 30 Prozent. Nach dem Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) erreicht im Schatten noch rund die Hälfte die Haut.
- Kleidung: Kleidung und Kopfbedeckung nennt das BfS den besten und einfachsten Schutz. Die Kopfbedeckung soll auch Ohren und Nacken schützen und die Augen beschatten, die Schuhe sollen den Fußrücken bedecken.
- Sonnencreme: Das BfS empfiehlt mindestens Lichtschutzfaktor 30, am und im Wasser 50+. Aufgetragen wird 20 bis 30 Minuten vorher, nachgecremt mindestens alle zwei Stunden. Das erhält den Schutz, verlängert ihn aber nicht. Für den ganzen Körper eines Erwachsenen sind es vier gehäufte Esslöffel.
Polarisationsbrille: Blendschutz ist noch kein UV-Schutz
Trifft Licht unter einem Einfallswinkel von rund 53 Grad auf Wasser, ist der gespiegelte Strahl vollständig linear polarisiert (Lexikon der Physik). Er schwingt dann nur noch in einer Ebene. Ein Polarisationsfilter schluckt eine der beiden Schwingungsrichtungen des Lichts und unterdrückt so störende Reflexe (Lexikon der Optik).
Die Zeitschrift Blinker beschreibt die Wirkung am Wasser: Die Polbrille filtert die Sonnenreflexe von der Oberfläche, und du siehst hinein, je nach Trübung unterschiedlich tief. Beim Spinnfischen erkennst du so Fische, die dem Köder folgen. Weil die Wirkung vom Winkel des Sonnenlichts abhängt, hilft es manchmal, den Kopf seitlich zu neigen.
Der Polfilter ist ein Blendschutz. Ob eine Brille UV-Strahlung filtert, sieht man ihr laut BfS nicht an. Achte auf die Kennzeichnung „UV 400“, guten Seitenschutz und die Tönungsstufe 2 oder 3. Nebenbei schützt die Brille laut Blinker die Augen vor Ködern und Haken, mehr unter Hakenverletzung und Erste Hilfe.
Hitze: trinken, bevor der Durst kommt
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) gibt Hitzewarnungen für einzelne Landkreise heraus. Die Schwelle für starke Wärmebelastung liegt bei etwa 32 Grad gefühlter Temperatur am frühen Nachmittag, die für extreme bei 38 Grad. Der DWD rät dann, direkte Sonne zu meiden, Anstrengung auf die frühen Morgenstunden zu legen und luftige, helle Kleidung zu tragen.
UV-Strahlung und Hitze haben nicht dieselbe Spitze: Die Sonne scheint mittags am stärksten, die Höchsttemperatur wird an Hitzetagen laut BIÖG erst zwischen 17 und 18 Uhr erreicht. Früh anfangen und ab Mittag Schatten suchen deckt beides ab.
Das BIÖG empfiehlt bei Hitze etwa zwei bis drei Liter über den Tag, am besten Wasser oder ungesüßten Tee, stündlich ein Glas. Das Durstgefühl setzt erst ein, wenn schon zu viel Flüssigkeit fehlt. Wer herz- oder nierenkrank ist, bespricht die Trinkmenge mit dem Arzt. Der Fang gehört sofort in die Kühltasche, siehe Aufbewahren und Hygiene.
Warnzeichen nach dem BIÖG
| Zustand | Anzeichen | Was tun |
|---|---|---|
| Sonnenstich | Kopfschmerzen, Übelkeit, geröteter, heißer Kopf, oft erst zwei bis zwölf Stunden später | Schatten, Oberkörper erhöht lagern, kühlen, trinken |
| Hitzeerschöpfung | starker Durst, Schwäche, Schwindel, kalte, feuchte Haut | hinlegen, kühlen, langsam trinken; ohne Besserung nach einer Stunde zum Arzt |
| Hitzschlag | heiße, trockene, gerötete Haut, Bewusstseinsveränderungen, über 40 Grad Körpertemperatur | zuerst 112, dann kühlen; Bewusstlosen nichts zu trinken geben |
Notfall: Ein Hitzschlag ist laut BIÖG lebensgefährlich. Bei Bewusstseinsveränderungen oder Krampfanfällen rufst du sofort die 112.
Zecken am Ufer
Zecken kommen laut Robert Koch-Institut (RKI) praktisch überall vor, wo es Pflanzen gibt. Sie klettern auf einen Grashalm, ein Gebüsch oder Totholz und werden abgestreift, wenn ein Tier oder Mensch vorbeikommt. Sie fallen nicht von Bäumen und springen nicht. Die meisten warten weniger als einen Meter hoch, häufig nur 10 bis 50 Zentimeter über dem Boden. Am aktivsten sind sie meist im Frühling und Herbst.
Im hohen Gras, Gebüsch und Unterholz bietet geschlossene Kleidung laut RKI einen gewissen Schutz: feste Schuhe, lange Hose, lange Ärmel. Stecken die Hosenbeine in den Socken, muss die Zecke außen nach oben laufen und fällt eher auf, auf hellem Stoff noch leichter. Abwehrmittel auf der Haut schützen nur für begrenzte Zeit. Lange, helle, luftige Kleidung erfüllt damit drei Empfehlungen zugleich: gegen UV-Strahlung, gegen Hitze und gegen Zecken.
Nach dem Angeln suchst du den Körper ab. Zecken stechen nicht sofort, sie laufen bis zu einer Stunde oder länger umher. Sie bevorzugen laut RKI Haaransatz, Ohren, Hals, Achseln, Ellenbeuge, Bauchnabel, Genitalbereich und Kniekehle, außerdem den Hosenbund.
Zecke entfernen nach dem RKI
- So bald wie möglich herausziehen, notfalls mit dem Fingernagel.
- Pinzette oder Zeckenentferner nah an der Haut ansetzen, an den Mundwerkzeugen, nie am vollgesogenen Körper.
- Langsam ziehen, möglichst mit allen Teilen.
- Kein Öl, kein Klebstoff: Das reizt das Tier, und es kann Speichel mit Erregern abgeben.
- Stichstelle desinfizieren und beobachten, ein Foto hilft beim Vergleich.
Zum Arzt gehst du, wenn sich nach einigen Tagen bis Wochen eine ringförmige Rötung bildet und ausbreitet, in der Mitte meist blasser als am Rand. Das ist die Wanderröte, ein frühes Zeichen der Borreliose. Dasselbe gilt bei Fieber, Kopf- oder Gliederschmerzen 7 bis 14 Tage nach einem Stich in einem FSME-Risikogebiet. Vorsorglich Antibiotika nach jedem Stich empfiehlt das RKI nicht.
Borreliose und FSME
Borreliose wird durch Bakterien ausgelöst und kommt bundesweit vor, eine Schutzimpfung gibt es bisher nicht. Die Bakterien gehen erst nach längerem Saugen über. Das RKI nennt ein steigendes Risiko nach mehr als 12 Stunden, an anderer Stelle bis zu ein bis zwei Tage. Frühes Entfernen senkt deshalb vor allem das Borreliose-Risiko. Bei 0,3 bis 1,4 Prozent der Stiche ist laut RKI mit Krankheitszeichen zu rechnen, meist mit einer Wanderröte, die sich mit Antibiotika gut behandeln lässt.
FSME, die Frühsommer-Meningoenzephalitis, wird durch Viren ausgelöst. Sie gehen schon kurz nach dem Stich über, eine gezielte Behandlung gibt es laut RKI nicht. Schutz bietet die Impfung: Die Ständige Impfkommission empfiehlt sie allen, die in einem Risikogebiet Zecken ausgesetzt sind. Eine Impfung direkt nach dem Stich verhindert die Infektion sehr wahrscheinlich nicht.
Risikogebiete liegen (Stand Januar 2026) vor allem in Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen, im südöstlichen Thüringen, in Sachsen, im südöstlichen Brandenburg und im östlichen Sachsen-Anhalt. Dazu kommen einzelne Kreise in Mittelhessen, im Saarland, in Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Insgesamt sind 185 Kreise ausgewiesen. Die Karte der FSME-Risikogebiete erneuert das RKI jedes Jahr.
Packliste für den Sommertag am Wasser
- Hut mit breiter Krempe oder Kappe mit Nackenschutz
- langes, helles, luftiges Hemd, lange Hose, Socken, geschlossene Schuhe
- Sonnenbrille mit „UV 400“, zum Angeln mit Polfilter
- Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50+
- zwei bis drei Liter Wasser oder ungesüßter Tee
- Schirm für die Mittagsstunden
- Pinzette, Desinfektionsmittel, Zeckenabwehrmittel
- Kühltasche für den Fang
- Telefon für UV-Prognose, Hitzewarnung und Notruf
Häufige Fragen
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Braucht es bei bedecktem Himmel Sonnenschutz?
Oft ja. Eine geschlossene, dicke Wolkenschicht kann laut BfS bis zu 90 Prozent der UV-Strahlung abhalten. Leichte Bewölkung, bei der die Sonne noch zu sehen ist, und Nebel können sie dagegen verstärken.
Soll die entfernte Zecke ins Labor?
Das RKI hält das nicht für sinnvoll. Erreger in der Zecke bedeuten nicht, dass du dich angesteckt hast, und ein Befund ohne Erreger schließt eine Ansteckung nicht aus.
Wie früh vor der Angelreise muss die FSME-Impfung beginnen?
Einen sicheren Schutz gibt es laut RKI erst nach zwei Teilimpfungen, den vollen in der Regel nach drei. Die zweite folgt im Standardschema zwei bis zwölf Wochen nach der ersten. Für kurzfristige Reisen in ein Risikogebiet gibt es Schnellschemata, die Arztpraxis berät dazu.
Passend dazu
- Gewitter und Wetter: Blitz-Donner-Regel und Warnstufen des DWD
- Ufer und Wathose: sicherer Stand, Strömung und Waten
- Boot und Schwimmweste: was du vor dem Ablegen prüfst
- Nachtangeln: der Tageshitze ausweichen
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Quellen
- BfS: Was ist der UV-Index? (Stufen, Reflexion an Wasser)
- BfS: UV-Prognose (Vorhersage)
- BfS: Tipps zum UV-Schutz (Regeln, Kleidung)
- BfS: Was ist UV-Strahlung? (Schatten, Wolken)
- BfS: UV-Schutz durch Sonnencreme (Faktor, Menge, Nachcremen)
- BfS: UV-Schutz für die Augen (Kennzeichnung, Tönung)
- BIÖG: Tipps bei Hitze (Trinken, Schatten, Tageszeit)
- BIÖG: Gesundheitsrisiken von Hitze (Warnzeichen)
- DWD: Hitzewarnung (Schwellen, Regeln)
- RKI: Fragen zu Zecken, Zeckenstich, Infektion (Vorkommen, Schutz, Entfernen)
- RKI: Fragen zu Borreliose (Übertragung, Wanderröte)
- RKI: Fragen zur FSME-Impfung (Empfehlung, Impfschema)
- RKI: Epidemiologisches Bulletin 9/2026, FSME-Risikogebiete (Länder, Kreise)
- Spektrum, Lexikon der Physik: Polarisationswinkel (Spiegelung)
- Spektrum, Lexikon der Optik: Polarisationsfilter (Filterwirkung)
- Blinker: Polarisationsbrille, voller Durchblick (Praxis)
Text und Zeichnung KI-unterstützt erstellt. Quellen im Oktober 2026 geöffnet und geprüft, keine Grafik aus den Quellen übernommen.
Alle Angaben sind Richtwerte ohne Gewähr. Der Text ersetzt keine ärztliche Beratung, im Notfall wählst du die 112.
