Gewitter und Wetter

Gewitter beim Angeln sind eine Lage, in der du Wasser und Ufer verlassen sollst. Diese Seite erklärt die Faustregel zum Blitz-Donner-Abstand, die Rolle der Carbonrute und die Warnungen des Deutschen Wetterdienstes.

Gewitter am Wasser: Aus einer Gewitterwolke schlägt ein Blitz ins Wasser, der Strom breitet sich im Wasser bis zum Ufer aus. Am Ufer liegt die abgelegte Rute, die Person verlässt das Ufer in Richtung Auto. Ein roter Pfeil markiert den Abstand zum Gewitter, näher als etwa 10 Kilometer wird es gefährlich; oben die Faustregel: Sekunden zwischen Blitz und Donner geteilt durch 3 ergeben die Kilometer.Blitz bis Donner:Sekunden ÷ 3 = kmnäher als etwa 10 kmUfer verlassenAuto oder GebäudeRute ablegenBlitzstromim Wasser
Abb. 1 · Gefahr beim Gewitter: Kommt es näher als etwa 10 km, Rute ablegen, Wasser und Ufer verlassen und in ein Gebäude oder Auto gehen. KI-unterstützt gezeichnet, schematisch.

Warum Gewitter am Wasser besonders heikel sind

Gewitterwolke mit Blitz über einem See, eine Angelrute liegt flach im Gras
Gewitterwolke mit Blitz über einem See, eine Angelrute liegt flach im Gras.
KI-generiert

Der VDE schreibt, dass Schwimmen und Waten bei Gewitter lebensgefährlich ist, weil sich der Blitzstrom im Wasser über große Flächen verteilt. Er breitet sich vom Einschlagpunkt radial aus und kann noch in über 100 Metern Entfernung Stromschläge auslösen, die zum Ertrinken führen können. Für Angler nennt der VDE dasselbe Gebot wie für Badegäste: das Wasser und die Uferzone beim Aufziehen eines Gewitters verlassen.

Carbonrute und Metall

Blinker berichtet über einen Angler, der von einem Blitz getroffen wurde, und weist darauf hin, dass auf Kohlefaserruten ein Warnhinweis steht: Sie sind gute Stromleiter. Die Empfehlung der Zeitschrift lautet, solche Ruten bei Gewitter ins Futteral zu packen und nicht im Wasser zu belassen. Eine Aussage dazu, dass Metallteile (zum Beispiel Rutenständer oder Schirmgestell) die Gefahr erhöhen, finden wir in unseren Quellen nicht und stellen sie deshalb nicht als Fakt hin.

Hinweis: Nach den Quellen liegt die Gefahr nicht allein an der Rute, sondern am Aufenthalt im offenen Gelände und am Wasser. Eine weggelegte Rute macht dich nicht sicher, sie ist nur ein Teil der Vorsicht.

Entfernung abschätzen

Der Deutsche Wetterdienst erklärt die gängige Faustregel: Der Blitz ist praktisch sofort zu sehen, der Schall des Donners legt nur rund 330 Meter pro Sekunde zurück. Zähle die Sekunden zwischen Blitz und Donner und teile sie durch 3, dann erhältst du die Entfernung in Kilometern. Rechnerisch entsprechen etwa 30 Sekunden einer Entfernung von etwa 10 Kilometern.

Nach dem DWD wird es zunehmend gefährlich, wenn das Gewitter näher als etwa 10 Kilometer kommt. Spätestens dann sollst du dich in Sicherheit bringen, am besten in einem Gebäude, zur Not im Auto. Der DWD erwähnt außerdem, dass ein Blitz in seltenen Fällen auch aus heiterem Himmel einschlagen kann, sehr unwahrscheinlich sogar aus bis zu 40 Kilometern Entfernung. Warte also nicht, bis es direkt über dir donnert.

Zur Einordnung der Sinne nennt der DWD: Blitze sind tagsüber höchstens 20 bis 25 Kilometer weit zu sehen, Donner hörst du meist bis etwa 25 Kilometer, im günstigsten Fall bis 50 Kilometer. Siehst du einen Blitz ohne Donner, ist das Gewitter wahrscheinlich weiter als 25 Kilometer entfernt. Das ist ein Hinweis, aber noch keine Entwarnung, denn Gewitter ziehen.

Verhalten, wenn es losgeht

  • Wasser und Ufer verlassen, wenn ein Gewitter aufzieht (VDE).
  • Ein geschlossenes Fahrzeug bietet laut ESKP den besten Schutz.
  • Im offenen Gelände ohne Unterschlupf: in einer Mulde in die Hocke gehen, laut ESKP ohne Schirm; Gruppen halten mehrere Meter Abstand zueinander.
  • Nicht unter einzelnen großen Bäumen Schutz suchen (ESKP).
  • Rute und weiteres Gerät ablegen und nicht ans Wasser zurückkehren, bis das Gewitter vorbeigezogen ist.

DWD-Warnungen nutzen

Der DWD warnt in vier Stufen. Gelb bedeutet nach seiner Definition, dass wetterbedingt Gefährdungen auftreten können, Orange gefährliches Wetter, Rot sehr gefährliches und Violett extrem gefährliches Wetter mit möglicherweise lebensbedrohlichen Situationen. Gewitter gehören schon in der niedrigsten Stufe zu den Warnanlässen. Prüfe die Warnlage deines Ortes vor dem Angeln und noch einmal, wenn der Himmel sich zuzieht. Der DWD stellt die Warnungen auf seiner Internetseite und in seiner Warn-App bis auf Gemeindeebene bereit, sodass du auch am Wasser nachsehen kannst.

Wie das Wetter den Fang beeinflusst, zeigt der Fangkalender. Für die Sicherheit zählt aber die Warnlage, nicht die Beißlaune.

Häufige Fragen

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Wie weit muss ein Gewitter entfernt sein, damit ich weiterangeln kann?

Eine feste Sicherheitsgrenze nennt der DWD nicht. Er schreibt, dass es unterhalb von etwa 10 Kilometern zunehmend gefährlich wird und du dich spätestens dann in Sicherheit bringen sollst. Die vorsichtigste Wahl: schon bei Anzeichen eines Gewitters einpacken.

Ist ein Boot bei Gewitter sicher?

Der VDE rät, bei Gewitter nicht auf dem Wasser zu sein. Für Segelboote mit Mast nennt er ein besonderes Risiko. Die ESKP rät allgemein, Gewässer bei Gewitter zu meiden. Plane deshalb den Rückweg zum Ufer früh.

Hilft es, flach auf den Boden zu legen?

Die Quellen empfehlen ohne Unterschlupf die Hocke in einer Mulde. Flach liegen wird nicht empfohlen.

Weitere Seiten dieses Bereichs: Ufer und Wathose, Boot und Schwimmweste, Gewitter und Wetter und Hakenverletzung und Erste Hilfe.

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Quellen

Alle Angaben sind Richtwerte ohne Gewähr und ersetzen keine medizinische Beratung. Im Notfall ruf die 112.