Die Scholle (Pleuronectes platessa), auch Goldbutt, ist der bekannteste Plattfisch der europäischen Küsten. Sie lebt auf Sand und Schlick in Nordsee und westlicher Ostsee. Kennzeichen sind rote Punkte und eine glatte Haut.
- Rote bis orange Punkte auf der braunen bis grünbraunen Augenseite
- Glatte Haut mit kleinen Schuppen und eine Reihe von Knochenhöckern am Kopf hinter den Augen
- Beide Augen liegen auf der rechten Körperseite
Fangchancen im Jahresverlauf
- Kaum Chancen
- Möglich
- Gut
- Hauptsaison
- Laichzeit (Schonzeit beachten)
Redaktionelle Einschätzung für Gewässer in Deutschland, kein Messwert und keine Garantie. Laichzeit ist nicht gleich gesetzliche Schonzeit.
Steckbrief und Quellen im FangkalenderAlle Arten im MonatsvergleichRegeln deines Bundeslandes
Woran du sie erkennst
Die Scholle ist ein rechtsäugiger Plattfisch mit ovalem, flachem Körper. Die Larve schwimmt zunächst aufrecht, dann wandert das linke Auge auf die rechte Seite. Die Blindseite ist weiß.
Die Augenseite ist braun bis grünbraun mit roten bis orangen Punkten. Sie passt sich dem Untergrund an, die Punkte sind deshalb nicht immer deutlich. Die Haut fühlt sich in alle Richtungen glatt an. Am Kopf zieht sich eine Reihe von Knochenhöckern von den Augen bis zu den Kiemen. Gefangen werden meist Fische von 25 bis 40 Zentimetern.
Die Flunder fühlt sich hinter dem Kopf und entlang der Seitenlinie rau an wie Schmirgelpapier. Die Kliesche ist nur in eine Richtung glatt, und ihre Seitenlinie macht hinter dem Kopf einen deutlichen Bogen. Ist der Fisch rundum glatt und trägt Höcker am Kopf, ist es eine Scholle.
Im direkten Vergleich
Wo sie steht
Schollen leben vom Weißen Meer bis zur Iberischen Halbinsel, vor allem in Nordsee, Skagerrak, Kattegat und westlicher Ostsee. Sie bewohnen Sand- und Schlickgrund bis 200 Meter Tiefe, gewöhnlich 10 bis 50 Meter.
Je älter die Fische, desto tiefer stehen sie. Kleine Schollen leben in der flachen Strandzone, das Wattenmeer ist ihr bevorzugtes Aufwuchsgebiet. Stark ausgesüßte Mündungen und die östliche Ostsee meidet die Scholle, dort fängst du eher Flundern.
Standplätze im Bild
Wähle eine Jahreszeit: Der Fisch zeigt, wo die Art dann steht. Rot beschriftete Stellen gelten nur in der gewählten Zeit. Je mehr Fische im Bild, desto besser die Fangchance laut Fangkalender. Das Bild ist schematisch, jedes Gewässer ist anders.
An der Küste
- Brandung dicht am Ufer
- Sandiger Grund
- Tiefes, kälteres Wasser
Die Scholle lebt am Grund über Sand und Schlick und gräbt sich zur Tarnung ein. Größere Fische stehen in mitteltiefem bis tiefem Wasser, auf Bänken aus Sand und Schlick vor der Küste. In der Ostsee kommt sie eher im Westen und vor allem in tiefen Bereichen vor.
Frühjahr: Fangchance laut Fangkalender im März möglich, im April gut, im Mai Hauptsaison. In diese Zeit fällt die Laichzeit, Schonzeiten beachten. Die Saison beginnt im Mai. Die größten Fische werden von Mai bis Juli gefangen.
Sommer: Fangchance laut Fangkalender Hauptsaison. Kleinere Schollen halten sich auch in der flachen Strandzone auf. Nachts sind Schollen im sehr flachen Wasser aktiv.
Herbst: Fangchance laut Fangkalender im September und Oktober Hauptsaison, im November gut.
Winter: Fangchance laut Fangkalender möglich. In diese Zeit fällt die Laichzeit, Schonzeiten beachten. Im Winterhalbjahr ziehen die Schollen in tieferes Wasser und sind nur noch vom Boot erreichbar. Gelaicht wird in den Wintermonaten.
Tiefe: Schollen leben bis 200 Meter Tiefe, gewöhnlich in 10 bis 50 Metern. Je älter die Fische, desto tiefer stehen sie.
Wie sie jagt und laicht
Tagsüber liegt die Scholle oft eingegraben im Sand, nachts geht sie auf Nahrungssuche. Sie frisst dünnschalige Muscheln, Borstenwürmer, Kleinkrebse und Schnecken. Schollen sind meist in Gruppen unterwegs und können weit wandern.
Gelaicht wird im Winter bei etwa 6 °C. Die Eier schweben frei im Wasser. Männchen werden nach drei bis vier Jahren geschlechtsreif, Weibchen erst nach sechs bis neun Jahren.
Wann sie beißt
Die Angelsaison reicht von Mai bis Ende September, die größten Fische werden von Mai bis Juli gefangen. Im Winterhalbjahr stehen die Schollen tiefer und sind nur vom Boot erreichbar.
Trübes, windiges Wetter und die Dunkelheit gelten als günstig. An hellen Sonnentagen ruhen die Fische eingegraben. Als Maischolle wird im Handel die im Frühjahr gefangene Scholle bezeichnet.
Die Monatsübersicht aller Arten und den Wassertemperatur-Check findest du im Fangkalender.
Womit du sie fängst
Größere Schollen werden meist vom Boot gefangen, über Sandbänken mit zehn bis zwanzig Metern Wassertiefe. Bewährt ist eine Laufbleimontage mit langem Nachläufer, die in der Drift über den Grund geführt wird. Das Blei tupft dabei auf und wirbelt Sand auf.
Als Köder dienen Wattwurm, Seeringelwurm, Muschelfleisch, kleine Krabben und Sandaale an einem langschenkligen Plattfischhaken. Lockperlen oder ein kleines Spinnerblatt vor dem Haken sprechen die auf Sicht jagenden Fische an.
Mit dem Anhieb warten: Ruckt es an der Rute, gib der Scholle etwas Zeit, den Köder richtig zu nehmen.
Am Fangplatz bleiben: Schollen ziehen in Gruppen. Wo eine gebissen hat, stehen meist weitere.
Passende Köder
Wattwurm und Seeringelwurm; vom Boot auch der Buttlöffel mit Wurmhaken.
Montagen zu diesen Ködern: Brandungsmontage.
Was du beachten musst
Schonzeiten, Mindestmaße und Entnahmefenster legen die Bundesländer sowie die Fischereibehörden der Anrainerstaaten (Dänemark, Norwegen, Polen) fest. Sie variieren je nach Gewässertyp, Küstenabschnitt und Jahreszeit. Deshalb nennen wir keine starren Zahlen: Verbindlich sind stets die Fischereiverordnung deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein. Eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender.
Für maßige Fische, die entnommen werden dürfen, gilt die Pflicht zur sofortigen, tierschutzgerechten Betäubung und Tötung. Geschonte, untermaßige oder im Rahmen eines Entnahmefensters zu große Exemplare müssen mit nassen Händen äußerst schonend direkt im Wasser gelöst und zurückgesetzt werden.
Für die Ostsee ändern sich die Fangregeln für Meeresangler von Jahr zu Jahr. Die IUCN stuft die Scholle als ungefährdet ein.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie unterscheide ich Scholle und Flunder?
Die Scholle ist rundum glatt und trägt Knochenhöcker am Kopf. Die Flunder ist entlang der Seitenlinie rau.
Was ist eine Maischolle?
So heißt im Handel die im Frühjahr gefangene Scholle.
Welche Köder eignen sich?
Wattwurm und Seeringelwurm, außerdem Muschelfleisch, kleine Krabben und Sandaale.
Quellen
Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).
- Wikipedia: Scholle (Fisch)
- Thünen-Institut, Fischbestände online: Scholle
- FishBase: Pleuronectes platessa
- Blinker: Steckbrief Scholle
- Blinker: Plattfische unterscheiden, Flunder, Kliesche und Scholle
- Blinker extra: Die Fische der Ostsee und wie man sie beangelt (Stand 2007)
KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.
Weiter im Lexikon
- Alle Fischarten im Überblick
- Fangkalender – Monat, Wassertemperatur und Steckbrief für 92 Arten
- Schnur-Rechner – Tragkraft nach dem Knoten, Bremsen-Richtwert, Backing
- Angeltechniken





