Scholle

Die Scholle (Pleuronectes platessa), auch Goldbutt, ist der bekannteste Plattfisch der europäischen Küsten. Sie lebt auf Sand und Schlick in Nordsee und westlicher Ostsee. Kennzeichen sind rote Punkte und eine glatte Haut.

Naturkundetafel einer Scholle
Naturkundetafel von AngelMomente, KI-unterstützt entworfen.
  1. Rote bis orange Punkte auf der braunen bis grünbraunen Augenseite
  2. Glatte Haut mit kleinen Schuppen und eine Reihe von Knochenhöckern am Kopf hinter den Augen
  3. Beide Augen liegen auf der rechten Körperseite
Typische Größe25–40 cmmaximal 70 cm und mehr
Alterbis 45–50 JahreWeibchen spät geschlechtsreif
MerkmalRote bis orange Punkteglatte Haut
AktivNachtstagsüber oft eingegraben

Fangchancen im Jahresverlauf

J○
F○
M○
A◐
M●
J●
J●
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O●
N◐
D○
  • Kaum Chancen
  • Möglich
  • Gut
  • Hauptsaison
  • Laichzeit (Schonzeit beachten)

Redaktionelle Einschätzung für Gewässer in Deutschland, kein Messwert und keine Garantie. Laichzeit ist nicht gleich gesetzliche Schonzeit.

Woran du sie erkennst

Die Scholle ist ein rechtsäugiger Plattfisch mit ovalem, flachem Körper. Die Larve schwimmt zunächst aufrecht, dann wandert das linke Auge auf die rechte Seite. Die Blindseite ist weiß.

Die Augenseite ist braun bis grünbraun mit roten bis orangen Punkten. Sie passt sich dem Untergrund an, die Punkte sind deshalb nicht immer deutlich. Die Haut fühlt sich in alle Richtungen glatt an. Am Kopf zieht sich eine Reihe von Knochenhöckern von den Augen bis zu den Kiemen. Gefangen werden meist Fische von 25 bis 40 Zentimetern.

Die Flunder fühlt sich hinter dem Kopf und entlang der Seitenlinie rau an wie Schmirgelpapier. Die Kliesche ist nur in eine Richtung glatt, und ihre Seitenlinie macht hinter dem Kopf einen deutlichen Bogen. Ist der Fisch rundum glatt und trägt Höcker am Kopf, ist es eine Scholle.

Im direkten Vergleich

Naturkundetafel einer Scholle mit orangeroten Tupfen auf der Oberseite
ScholleRote bis orange Punkte auf der braunen bis grünbraunen Augenseite
Naturkundetafel einer Flunder mit Knochenhöckern entlang der Seitenlinie
FlunderRaue Knochenhöcker entlang der Seitenlinie und an der Basis von Rücken- und Afterflosse
Naturkundetafel einer Kliesche mit halbkreisförmig gebogener Seitenlinie über der Brustflosse
KliescheSeitenlinie mit deutlichem Halbkreis über der Brustflosse

Wo sie steht

Schollen leben vom Weißen Meer bis zur Iberischen Halbinsel, vor allem in Nordsee, Skagerrak, Kattegat und westlicher Ostsee. Sie bewohnen Sand- und Schlickgrund bis 200 Meter Tiefe, gewöhnlich 10 bis 50 Meter.

Je älter die Fische, desto tiefer stehen sie. Kleine Schollen leben in der flachen Strandzone, das Wattenmeer ist ihr bevorzugtes Aufwuchsgebiet. Stark ausgesüßte Mündungen und die östliche Ostsee meidet die Scholle, dort fängst du eher Flundern.

Standplätze im Bild

Wähle eine Jahreszeit: Der Fisch zeigt, wo die Art dann steht. Rot beschriftete Stellen gelten nur in der gewählten Zeit. Je mehr Fische im Bild, desto besser die Fangchance laut Fangkalender. Das Bild ist schematisch, jedes Gewässer ist anders.

An der Küste

Schnitt vom Strand über Rinne und Sandbank bis ins tiefe Wasser. Die Standplätze der gewählten Jahreszeit stehen als Text darunter.StrandSandbankSandgrundTiefes WasserFrühjahr · Fangchance: gut · LaichzeitBrandungSandgrundTiefes WasserSommer · Fangchance: HauptsaisonSandgrundTiefes WasserHerbst · Fangchance: HauptsaisonTiefes WasserWinter · Fangchance: möglich · Laichzeit
Bild seitlich verschieben, um das ganze Gewässer zu sehen.
  • Brandung dicht am Ufer
  • Sandiger Grund
  • Tiefes, kälteres Wasser

Die Scholle lebt am Grund über Sand und Schlick und gräbt sich zur Tarnung ein. Größere Fische stehen in mitteltiefem bis tiefem Wasser, auf Bänken aus Sand und Schlick vor der Küste. In der Ostsee kommt sie eher im Westen und vor allem in tiefen Bereichen vor.

Frühjahr: Fangchance laut Fangkalender im März möglich, im April gut, im Mai Hauptsaison. In diese Zeit fällt die Laichzeit, Schonzeiten beachten. Die Saison beginnt im Mai. Die größten Fische werden von Mai bis Juli gefangen.

Sommer: Fangchance laut Fangkalender Hauptsaison. Kleinere Schollen halten sich auch in der flachen Strandzone auf. Nachts sind Schollen im sehr flachen Wasser aktiv.

Herbst: Fangchance laut Fangkalender im September und Oktober Hauptsaison, im November gut.

Winter: Fangchance laut Fangkalender möglich. In diese Zeit fällt die Laichzeit, Schonzeiten beachten. Im Winterhalbjahr ziehen die Schollen in tieferes Wasser und sind nur noch vom Boot erreichbar. Gelaicht wird in den Wintermonaten.

Tiefe: Schollen leben bis 200 Meter Tiefe, gewöhnlich in 10 bis 50 Metern. Je älter die Fische, desto tiefer stehen sie.

Größenvergleich: Scholle typisch 25–40 cm, selten bis 70 cm, daneben ein Mensch von 1,80 m1,80 mselten bis 70 cmbis 40 cmab 25 cm
Größetypisch 25–40 cm, selten bis 70 cm
Aktive Tageszeiten: ScholleNachtMorgenTagAbendNacht
AktivDie Scholle geht meist nachts auf Nahrungssuche, an hellen Sonnentagen ruht sie eingegraben im Sand.

Wie sie jagt und laicht

Tagsüber liegt die Scholle oft eingegraben im Sand, nachts geht sie auf Nahrungssuche. Sie frisst dünnschalige Muscheln, Borstenwürmer, Kleinkrebse und Schnecken. Schollen sind meist in Gruppen unterwegs und können weit wandern.

Gelaicht wird im Winter bei etwa 6 °C. Die Eier schweben frei im Wasser. Männchen werden nach drei bis vier Jahren geschlechtsreif, Weibchen erst nach sechs bis neun Jahren.

Wann sie beißt

Die Angelsaison reicht von Mai bis Ende September, die größten Fische werden von Mai bis Juli gefangen. Im Winterhalbjahr stehen die Schollen tiefer und sind nur vom Boot erreichbar.

Trübes, windiges Wetter und die Dunkelheit gelten als günstig. An hellen Sonnentagen ruhen die Fische eingegraben. Als Maischolle wird im Handel die im Frühjahr gefangene Scholle bezeichnet.

Die Monatsübersicht aller Arten und den Wassertemperatur-Check findest du im Fangkalender.

Womit du sie fängst

Größere Schollen werden meist vom Boot gefangen, über Sandbänken mit zehn bis zwanzig Metern Wassertiefe. Bewährt ist eine Laufbleimontage mit langem Nachläufer, die in der Drift über den Grund geführt wird. Das Blei tupft dabei auf und wirbelt Sand auf.

Als Köder dienen Wattwurm, Seeringelwurm, Muschelfleisch, kleine Krabben und Sandaale an einem langschenkligen Plattfischhaken. Lockperlen oder ein kleines Spinnerblatt vor dem Haken sprechen die auf Sicht jagenden Fische an.

Mit dem Anhieb warten: Ruckt es an der Rute, gib der Scholle etwas Zeit, den Köder richtig zu nehmen.

Am Fangplatz bleiben: Schollen ziehen in Gruppen. Wo eine gebissen hat, stehen meist weitere.

Passende Köder

Wattwurm und Seeringelwurm; vom Boot auch der Buttlöffel mit Wurmhaken.

Montagen zu diesen Ködern: Brandungsmontage.

Alle Köder im Überblick

Was du beachten musst

Schonzeiten, Mindestmaße und Entnahmefenster legen die Bundesländer sowie die Fischereibehörden der Anrainerstaaten (Dänemark, Norwegen, Polen) fest. Sie variieren je nach Gewässertyp, Küstenabschnitt und Jahreszeit. Deshalb nennen wir keine starren Zahlen: Verbindlich sind stets die Fischereiverordnung deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein. Eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender.

Für maßige Fische, die entnommen werden dürfen, gilt die Pflicht zur sofortigen, tierschutzgerechten Betäubung und Tötung. Geschonte, untermaßige oder im Rahmen eines Entnahmefensters zu große Exemplare müssen mit nassen Händen äußerst schonend direkt im Wasser gelöst und zurückgesetzt werden.

Für die Ostsee ändern sich die Fangregeln für Meeresangler von Jahr zu Jahr. Die IUCN stuft die Scholle als ungefährdet ein.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie unterscheide ich Scholle und Flunder?

Die Scholle ist rundum glatt und trägt Knochenhöcker am Kopf. Die Flunder ist entlang der Seitenlinie rau.

Was ist eine Maischolle?

So heißt im Handel die im Frühjahr gefangene Scholle.

Welche Köder eignen sich?

Wattwurm und Seeringelwurm, außerdem Muschelfleisch, kleine Krabben und Sandaale.

Quellen

Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).

KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.

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