Die Seezunge (Solea solea) ist ein schlanker, rechtsäugiger Plattfisch und einer der teuersten Speisefische Europas. Sie liegt tagsüber eingegraben im Sand und jagt nachts nach Würmern, Muscheln und Krebsen. An der Nordseeküste lässt sie sich mit Wurm von Molen und vom Boot aus gezielt fangen.
- Langgestreckter, ovaler Zungenkörper mit abgerundetem Kopf und kleinem, gebogenem Maul
- Dunkler Fleck am Ende der Brustflosse auf der Augenseite
- Rücken- und Afterflosse laufen als Saum um den Körper und sind mit der Schwanzflosse durch eine Haut verbunden
Fangchancen im Jahresverlauf
- Kaum Chancen
- Möglich
- Gut
- Hauptsaison
- Laichzeit (Schonzeit beachten)
Redaktionelle Einschätzung für Gewässer in Deutschland, kein Messwert und keine Garantie. Laichzeit ist nicht gleich gesetzliche Schonzeit.
Steckbrief und Quellen im FangkalenderAlle Arten im MonatsvergleichRegeln deines Bundeslandes
Woran du sie erkennst
Die Seezunge ist rechtsäugig wie Scholle und Flunder, wirkt aber viel schlanker. Ihr Körper ist oval und langgestreckt, eben zungenförmig, der Kopf vorne abgerundet. Das kleine Maul sitzt unterständig und ist gebogen.
Die Augenseite ist grau- bis rotbraun mit großen, verwaschenen dunklen Flecken, die Blindseite ist hellgrau bis weiß. An der Unterseite des Kopfes sitzen kleine Sinnesknospen, mit denen die Seezunge den Boden abtastet. Ein sicheres Merkmal ist der dunkle Fleck am Ende der Brustflosse auf der Augenseite. Rücken- und Afterflosse ziehen sich als langer Saum um den Körper und sind über eine Haut mit der Schwanzflosse verbunden.
Laut Thünen-Institut und FishBase wird die Seezunge bis 70 Zentimeter lang, 3 Kilogramm schwer und 26 Jahre alt. Üblich sind um 35 Zentimeter. Geschlechtsreif wird sie mit drei bis fünf Jahren bei 25 bis 30 Zentimetern.
Scholle, Flunder und Kliesche sind ebenfalls rechtsäugig, aber breiter gebaut. Die Seezunge erkennst du an der langen Zungenform, dem runden Kopf mit kleinem, gebogenem Maul und dem dunklen Fleck an der Brustflosse.
Die linksäugigen Steinbutt und Glattbutt kommen schon wegen der Augenseite nicht infrage.
Wo sie liegt
Die Seezunge lebt im Ostatlantik vom Trondheimfjord bis Senegal, außerdem in Nordsee und westlicher Ostsee, im Mittelmeer und im Südwesten des Schwarzen Meeres. Nordsee und Britische Inseln liegen am Nordrand ihres Gebiets. Wichtige Fanggebiete sind die südliche Nordsee und der Ärmelkanal.
Sie liegt auf sandigem oder schlammigem Grund, im Meer- wie im Brackwasser, von der Küste bis 150 Meter Tiefe, meist zwischen 10 und 60 Metern. Ältere Fische stehen tiefer. Im Winter ziehen sich die Seezungen in wärmeres, tieferes Wasser zurück. Das Wattenmeer und die Flussmündungen sind die wichtigsten Kinderstuben der Nordsee-Seezunge, die Jungfische bleiben dort zwei bis drei Jahre.
In der deutschen Ostsee taucht sie vor allem als Beifang auf, ihr Vorkommen hat dort seit den 1990er Jahren deutlich zugenommen.
Wie sie frisst und laicht
Tagsüber liegt die Seezunge eingegraben im Sand oder Schlick. Nachts geht sie allein auf Beutesuche. Sie frisst vor allem dünnschalige Muscheln, Borstenwürmer und kleine Krebse, gelegentlich kleine Fische. Ihre Beute erfühlt sie mit den Sinnesknospen unter dem Kopf.
Zum Laichen ziehen die Fische an die Küste. Der Beginn hängt von der Wassertemperatur ab: Im Mittelmeer laichen sie schon im Winter, weiter nördlich ab dem Frühjahr. Für die Nordsee nennt das norwegische Meeresforschungsinstitut Februar bis Mai, Blinker für den Norden April oder Mai bis Juni. Pro Weibchen sind es 100.000 bis 150.000 Eier. Die Larven schlüpfen nach etwa zehn Tagen, schwimmen zunächst aufrecht und werden bei 12 bis 15 Millimetern zum Plattfisch.
Wann sie beißt
Die beste Zeit für Seezunge sind nach Blinker Sommer und Herbst. Im Sommer steht sie flacher als im Winter.
Im Winter ziehen sie ins tiefere Wasser und sind für Uferangler kaum zu erreichen. Weil die Seezunge nachts frisst, lohnt sich das Angeln vor allem nach Einbruch der Dunkelheit.
Die Monatsübersicht aller Arten und den Wassertemperatur-Check findest du im Fangkalender.
Womit du sie fängst
Gute Chancen hast du an der Nordseeküste, auch vor den Niederlanden, in strömungsreichen Bereichen. Molen sind nach Blinker besonders gute Plätze, gefischt wird vom Ufer und vom Boot.
Vom Ufer reicht Brandungsgerät mit dünner geflochtener Hauptschnur und Schlagschnur, vom Boot darf es kräftiger sein. Wegen des kleinen Mauls nimmst du kleine, langschenklige Haken. Als Köder passen Watt- und Seeringelwurm, kleine Muscheln oder Garnelen. In starker Strömung hält der Köder besser, wenn du nach dem Wattwurm noch ein Stück Seeringelwurm aufziehst. Mehr dazu unter Tierische Naturköder.
Nachts angeln: Die Seezunge sucht ihre Nahrung nachts. Plane die Tour so, dass du nach Einbruch der Dunkelheit am Wasser bist.
Klein beködern: Das Maul ist klein. Ein schlanker Wurm auf einem kleinen, langschenkligen Haken passt dazu besser als ein großer Köderbrocken.
Passende Köder
Watt- und Seeringelwurm, kleine Muscheln oder Garnelen an kleinen, langschenkligen Haken.
Mehr dazu: Tierische Naturköder.
Kleines Maul: schlanke Köder, am besten nachts.
Was du beachten musst
Die Seezunge steht in der Roten Liste der Meeresfische Deutschlands von 2025 als ungefährdet, zuvor auf der Vorwarnliste. Den Nordsee-Bestand sieht das Thünen-Institut nach einer Neuberechnung von 2024 im grünen Bereich.
Schonzeiten, Mindestmaße und Entnahmefenster legen die Bundesländer sowie die Fischereibehörden der Anrainerstaaten (Dänemark, Norwegen, Polen) fest. Sie variieren je nach Gewässertyp, Küstenabschnitt und Jahreszeit. Deshalb nennen wir keine starren Zahlen: Verbindlich sind stets die Fischereiverordnung deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein. In Schleswig-Holstein stehen sie in der Küstenfischereiverordnung und befristeten Allgemeinverfügungen. Eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender.
Für maßige Fische, die entnommen werden dürfen, gilt die Pflicht zur sofortigen, tierschutzgerechten Betäubung und Tötung. Geschonte oder untermaßige Exemplare müssen mit nassen Händen schonend im Wasser gelöst und zurückgesetzt werden.
Häufige Fragen (FAQ)
Kann man Seezunge mit der Angel fangen?
Ja, vor allem an der Nordseeküste. Am besten nachts mit Watt- oder Seeringelwurm an kleinen Haken, gern an Molen mit Strömung.
Woran erkenne ich eine Seezunge?
An der schlanken Zungenform, dem runden Kopf mit kleinem Maul und dem dunklen Fleck am Ende der Brustflosse auf der Augenseite.
Wann ist die beste Zeit für Seezunge?
Im Sommer und Herbst. Im Winter steht sie im tieferen Wasser und ist vom Ufer kaum zu erreichen.
Quellen
Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).
- Thünen-Institut, Fischbestände online: Seezunge (Biologie, Merkmale, Verbreitung, Höchstwerte)
- Thünen-Institut, Fischbestände online: Nordsee-Seezunge (Bestandszustand)
- FishBase: Solea solea (Größe, Alter, Tiefe, Merkmale, Fortpflanzung)
- Havforskningsinstituttet: Tunge (Seezunge; Laichzeit, Laichgebiet, Größe)
- Blinker: Seezunge, Infos und Angeltipps (Merkmale, Laichzeit, Fangplätze, Köder)
- Rote-Liste-Zentrum: Seezunge (Rote Liste der Meeresfische Deutschlands 2025: ungefährdet)
- Land Schleswig-Holstein: Welche Mindestmaße und Schonzeiten gelten in Schleswig-Holstein?
KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.
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