Der Steinbutt (Scophthalmus maximus) ist der größte Plattfisch an den deutschen Küsten. Er hat einen fast runden Körper und trägt statt Schuppen harte Höcker auf der Augenseite. Als Fischjäger beißt er selten auf Wurm, wer ihn fangen will, muss gezielt mit Fischködern angeln.
- Fast kreisrunder, hoher Körper mit beiden Augen auf der linken Seite
- Augenseite ohne Schuppen, dafür mit zahlreichen steinartigen Knochenhöckern
- Vorstehender Unterkiefer, Rückenflosse beginnt vor dem oberen Auge
Fangchancen im Jahresverlauf
- Kaum Chancen
- Möglich
- Gut
- Hauptsaison
- Laichzeit (Schonzeit beachten)
Redaktionelle Einschätzung für Gewässer in Deutschland, kein Messwert und keine Garantie. Laichzeit ist nicht gleich gesetzliche Schonzeit.
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Woran du ihn erkennst
Der Steinbutt hat einen fast kreisrunden, hohen Körper, den in dieser Form kein anderer heimischer Plattfisch zeigt. Er ist linksäugig: Beide Augen liegen auf der linken Seite, die Rückenflosse beginnt schon vor dem oberen Auge. Der Unterkiefer steht vor.
Die Augenseite trägt keine Schuppen. Stattdessen sitzen dort große, steinartige Knochenhöcker, die der Art ihren Namen gaben. Die Oberseite ist dunkel und passt ihre Färbung dem Untergrund an, die Blindseite ist hell.
Üblich sind 50 bis 70 Zentimeter, Weibchen werden größer als Männchen. Laut FishBase und Thünen-Institut erreichen Ausnahmefische einen Meter, 25 Kilogramm und 25 Jahre. Der Steinbutt gehört zu den am schnellsten wachsenden Plattfischen und erreicht innerhalb von drei Jahren etwa 30 Zentimeter.
Der nächste Verwandte ist der Glattbutt. Er ist ovaler, bleibt kleiner und hat eine glatte, beschuppte Augenseite ohne Höcker. Ein Griff über die Haut genügt zur Unterscheidung.
Scholle, Flunder und Kliesche sind rechtsäugig und deutlich länglicher.
Im direkten Vergleich


Wo er liegt
Der Steinbutt lebt an fast allen europäischen Küsten vom Polarkreis bis Marokko, im Mittelmeer und in weiten Teilen der Ostsee. Er liegt auf Sand, Steinen oder gemischtem Grund, meist in 20 bis 70 Metern Tiefe, und kommt auch im Brackwasser gut zurecht.
Für Angler zählen Strukturen: Riffkanten, Wracks, Rinnen und Bänke, also Stellen, an denen sich ein gleichförmiger Boden plötzlich ändert. Der Steinbutt ist standorttreu und bricht von dort nur zu kurzen Fressausflügen auf. Strömung an Meerengen, Landzungen und Unterwasserhängen ist vorteilhaft, steiniger Grund mit Sand und Pflanzen besonders gut.
In der Ostsee kommt die Art vor allem im Westen und Süden vor. Dort gibt es laut Thünen-Institut viele kleine Tiere, im Osten dagegen nimmt der Bestand ab.
Wie er jagt und laicht
Der Steinbutt ist ein Lauerjäger und frisst überwiegend Fische: vor allem Sandaale und Grundeln, außerdem Sprotten und Heringe, in geringerem Maß auch Krebse und Muscheln. Würmer spielen für große Fische kaum eine Rolle.
Gelaicht wird in einem großen Teil des Verbreitungsgebiets zwischen April und August, im Atlantik meist von Mai bis Juli. Laichreife Fische stehen nach Angaben des norwegischen Meeresforschungsinstituts tief, bis gegen 80 Meter, und ziehen im Frühjahr ins flachere Wasser. Eier und Larven treiben frei. Bei 2,5 Zentimetern gehen die Jungfische im flachen Wasser zum Bodenleben über, wobei das rechte Auge auf die linke Seite wandert.
Wann er beißt
Eine scharf abgegrenzte Saison gibt es nicht. Für Nordsee und Kanalinseln nennt Blinker den Mai und die Herbstmonate als beste Zeit, die warmen Monate Juli und August fallen oft ab. Im Frühjahr ziehen die Laichfische ins flachere Wasser.
In der Ostsee fängt man Steinbutte meist zufällig beim Pilken auf Dorsch oder beim Naturköderangeln auf Scholle und Flunder im mitteltiefen Wasser. Deutlich bessere Chancen bieten die Nordsee und die Gewässer um Großbritannien.
Die Monatsübersicht aller Arten und den Wassertemperatur-Check findest du im Fangkalender.
Womit du ihn fängst
Der beste Köder ist der Sandaal, frisch oder gefroren. Gut fängt auch ein Makrelenfetzen. Wichtig ist Bewegung: Ein reglos hängender Köder lässt den Steinbutt kalt. Watt- und Seeringelwürmer fangen dagegen kaum.
Vom Boot bewährt sich eine Laufbleimontage wie für Scholle und Flunder, nur kräftiger, mit einem großen Locklöffel oder Blinker vor dem Köder. Blinker beschreibt dafür Vorfächer von gut einem Meter bis zu drei, vier Metern; lange Vorfächer lässt du langsam ab, damit sie sich nicht verdrehen. Zwei Haken halten den Fischköder besser. Auch mittelgroße Pilker, gern mit einem Fetzen Makrele am Drilling, fangen.
Brandungsangler haben an der niederländischen und britischen Nordseeküste mit Fischfetzen in der Strömung Chancen. Mehr zu den Ködern unter Tierische Naturköder und Metallköder.
Nicht sofort anschlagen: Ein Steinbutt ist kein Dorsch. Blinker rät, nach dem Biss etwa eine halbe Minute zu warten und eventuell Schnur zu geben, bevor du Kontakt aufnimmst und anschlägst.
An der Oberfläche vorsichtig: Große Butte stellen ihre breite Körperfläche gegen den Zug. Drille besonders an der Oberfläche gefühlvoll und halte einen großen Kescher bereit.
Beifang mitnehmen: Auf eine Steinbuttmontage mit Fischköder beißen oft auch große Schollen und Flundern.
Passende Köder
Sandaal und Makrelenfetzen in Bewegung am Grund, hinter Locklöffel oder Blinker, auch Pilker mit Fischfetzen.
Mehr dazu: Tierische Naturköder, Metallköder: Spinner, Blinker & Jigs.
Würmer fangen kaum, nach dem Biss kurz warten.
Was du beachten musst
Die Rote Liste der Meeresfische Deutschlands von 2025 führt den Steinbutt als ungefährdet, zuvor stand er auf der Vorwarnliste. Für die gesamte Ostsee führt ihn die Helsinki-Kommission (HELCOM) auf der Vorwarnliste. Für den Ostsee-Bestand gibt es laut Thünen-Institut keine Höchstfangmengen, die fischereiliche Sterblichkeit gilt dort als zu hoch.
Schonzeiten, Mindestmaße und Entnahmefenster legen die Bundesländer sowie die Fischereibehörden der Anrainerstaaten (Dänemark, Norwegen, Polen) fest. Sie variieren je nach Gewässertyp, Küstenabschnitt und Jahreszeit. Deshalb nennen wir keine starren Zahlen: Verbindlich sind stets die Fischereiverordnung deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein. In Schleswig-Holstein stehen sie in der Küstenfischereiverordnung und befristeten Allgemeinverfügungen. Eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender.
Für maßige Fische, die entnommen werden dürfen, gilt die Pflicht zur sofortigen, tierschutzgerechten Betäubung und Tötung. Geschonte oder untermaßige Exemplare müssen mit nassen Händen schonend im Wasser gelöst und zurückgesetzt werden.
Häufige Fragen (FAQ)
Woran unterscheide ich Steinbutt und Glattbutt?
Der Steinbutt ist fast rund und hat harte Knochenhöcker statt Schuppen. Der Glattbutt ist ovaler und auf der Augenseite glatt beschuppt.
Welcher Köder fängt Steinbutt?
Fisch. Am besten ein Sandaal, auch Makrelenfetzen, jeweils in Bewegung angeboten. Auf Würmer beißen große Steinbutte kaum.
Wann ist die beste Zeit für Steinbutt?
In der Nordsee der Mai und die Herbstmonate. Im Hochsommer lassen die Fänge oft nach.
Quellen
Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).
- Thünen-Institut, Fischbestände online: Steinbutt (Biologie, Merkmale, Höchstwerte, IUCN)
- Thünen-Institut, Fischbestände online: Ostsee-Steinbutt (Bestand, Management)
- FishBase: Scophthalmus maximus (Größe, Alter, Tiefe, Laichzeit, Nahrung)
- Havforskningsinstituttet: Piggvar (Steinbutt; Laichwanderung, Entwicklung, Nahrung)
- Blinker: Steckbrief Steinbutt (Merkmale, Plätze, Saison, Köder, Montage)
- Blinker: Hochphase zum Angeln auf Steinbutt (Sandaal, Zweihakenmontage, Strömung)
- Rote-Liste-Zentrum: Steinbutt (Rote Liste der Meeresfische Deutschlands 2025: ungefährdet)
- Land Schleswig-Holstein: Welche Mindestmaße und Schonzeiten gelten in Schleswig-Holstein?
KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.
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