Glattbutt

Der Glattbutt (Scophthalmus rhombus), an der Küste auch Kleist genannt, ist der kleinere und schlankere Verwandte des Steinbutts. Er lebt auf Sandgrund in Nordsee und westlicher Ostsee und lauert dort auf kleine Fische. Angler fangen ihn meist als seltenen Beifang, gezielt beangelt wird er vor allem in England.

Naturkundetafel eines Glattbutts
Naturkundetafel von AngelMomente, KI-unterstützt entworfen.
  1. Ovaler, schlanker Körper als beim Steinbutt, beide Augen auf der linken Seite
  2. Augenseite mit kleinen, glatten Schuppen ohne Knochenhöcker, oliv bis sandfarben mit hellen und dunklen Tupfen
  3. Rückenflosse beginnt schon vor den Augen auf dem Kopf
Typische Größeum 30 cmbis 75 cm und 8 kg
LaichzeitMai bis Juliin 10 bis 30 m Tiefe
MerkmalGlatte Hautkleine Schuppen, keine Höcker
StatusUngefährdetRote Liste Deutschland 2025

Fangchancen im Jahresverlauf

J–
F–
M○
A○
M◐
J◐
J◐
A◐
S◐
O○
N○
D–
  • Kaum Chancen
  • Möglich
  • Gut
  • Hauptsaison
  • Laichzeit (Schonzeit beachten)

Redaktionelle Einschätzung für Gewässer in Deutschland, kein Messwert und keine Garantie. Laichzeit ist nicht gleich gesetzliche Schonzeit.

Woran du ihn erkennst

Der Glattbutt ist ein linksäugiger Plattfisch: Beide Augen liegen auf der linken Körperseite, mit der rechten Seite liegt er auf dem Grund. Sein Körper ist oval und schlanker als der des fast kreisrunden Steinbutts. Die Rückenflosse beginnt bereits vor den Augen auf dem Kopf.

Seinen Namen verdankt er der Haut. Die Augenseite trägt kleine, glatte Schuppen und keine Knochenhöcker. Ihre Farbe passt sich dem Untergrund an, oft ist sie olivgrün oder sandfarben mit hellen und dunklen Tupfen. Auf hellem Sand wirkt derselbe Fisch deutlich heller als auf dunklem Grund. Die Blindseite ist weiß.

Laut FishBase wird der Glattbutt bis 75 Zentimeter lang und 8 Kilogramm schwer, üblich sind um 30 Zentimeter. Blinker nennt einen knapp 60 Zentimeter langen Fisch bereits kapital. Zum Alter gehen die Angaben auseinander: FishBase nennt höchstens sechs Jahre, das norwegische Meeresforschungsinstitut fand ein Weibchen von 22 Jahren.

Glattbutt und Steinbutt im Vergleich

MerkmalGlattbuttSteinbutt
Körperformoval, schlankerfast kreisrund
Augenseitekleine glatte Schuppenkeine Schuppen, steinartige Höcker
Größebis 75 cm (FishBase)bis 100 cm (Thünen-Institut)
LaichzeitMai bis Juli (Norwegen)April bis August

Verwechselt wird der Glattbutt fast nur mit dem Steinbutt. Fahr mit der Hand über die Augenseite: Der Steinbutt hat dort keine Schuppen, sondern harte, steinartige Höcker. Beim Glattbutt ist die Haut glatt. Dazu ist der Steinbutt fast kreisrund, der Glattbutt deutlich ovaler.

Von Scholle, Flunder und Kliesche trennst du beide Butte an der Seite der Augen. Diese drei sind rechtsäugig, Glatt- und Steinbutt linksäugig.

Im direkten Vergleich

Naturkundetafel: Glattbutt (Scophthalmus rhombus) in Seitenansicht
GlattbuttAugenseite mit kleinen, glatten Schuppen ohne Knochenhöcker, oliv bis sandfarben mit hellen und dunklen Tupfen
Naturkundetafel: Steinbutt (Scophthalmus maximus) in Seitenansicht
SteinbuttAugenseite ohne Schuppen, dafür mit zahlreichen steinartigen Knochenhöckern

Wo er liegt

Der Glattbutt lebt im Ostatlantik von Norwegen und Island bis Marokko, im Mittelmeer und im Schwarzen Meer. In Deutschland kommt er in der Nordsee und in der westlichen Ostsee vor.

Er liegt auf Sand, Schlick oder gemischtem Grund. FishBase nennt Tiefen von 5 bis 50 Metern. Junge Glattbutte halten sich nah am Strand auf. Ab etwa zehn Zentimetern ziehen sie auf Sandbänke weiter draußen, wo sie in der Strömung auf Beute warten.

Wie er jagt und laicht

Der Glattbutt ist ein Lauerjäger. Gut getarnt liegt er am Grund und wartet, bis ihm die Strömung Beute vor das Maul treibt. Jungfische fressen kleine Krebse, größere Butte vor allem Grundeln, Sandaale und kleine Heringe, dazu größere Krebstiere.

Gelaicht wird im späten Frühjahr und Frühsommer, laut norwegischem Meeresforschungsinstitut von Mai bis Juli in 10 bis 30 Metern Tiefe. Die Eier treiben dank eingelagerter Öltropfen frei im Wasser. Die Larven schwimmen zunächst aufrecht und erhalten erst bei 2 bis 3,5 Zentimetern ihre Plattfischform.

Wann du ihn fängst

Eine feste Angelsaison ist für den Glattbutt nicht beschrieben. Zum Laichen stehen die Fische im späten Frühjahr und Frühsommer in 10 bis 30 Metern Tiefe, die übrige Zeit jagen sie auf Sandbänken und Sandflächen.

Viele Fänge sind Zufall. Blinker berichtet von einem 61 Zentimeter langen Fisch, der vor Großenbrode in 12 Metern Tiefe beim Jiggen auf Dorsch biss.

Die Monatsübersicht aller Arten und den Wassertemperatur-Check findest du im Fangkalender.

Womit du ihn fängst

Vor der deutschen und niederländischen Küste angelt kaum jemand gezielt auf Glattbutt, die Fische sind meist Beifang beim Plattfisch- oder Dorschangeln. In England ankern Bootsangler dagegen auf Sandbänken und bieten einen Sandaal oder einen Makrelenfetzen am Grund an.

Weil größere Glattbutte vor allem kleine Fische fressen, passen Sandaal und Makrelenfetzen am Grund zu ihrer natürlichen Beute. Beim Jiggen mit Gummifisch am Bleikopf auf Dorsch kann er ebenfalls zupacken. Mehr dazu unter Tierische Naturköder und Softbaits.

Mit der Hand prüfen: Glatt oder höckerig: Ein Griff über die Augenseite trennt Glattbutt und Steinbutt sofort. Für beide können unterschiedliche Regeln gelten.

Fischköder wählen: Größere Butte fressen kleine Fische. Ein Sandaal oder ein Fetzen Makrele am Grund kommt ihrer Beute am nächsten.

Passende Köder

Sandaal und Makrelenfetzen am Grund, als Beifang auch Gummifisch am Bleikopf.

Mehr dazu: Tierische Naturköder, Softbaits: Gummifische & Co..

Selten gezielt beangelt, meist Beifang beim Platt- oder Dorschangeln.

Alle Köder im Überblick

Was du beachten musst

Der Glattbutt steht in der Roten Liste der Meeresfische Deutschlands von 2025 als ungefährdet, die Weltnaturschutzunion IUCN führt ihn als nicht gefährdet. Für die Nordsee bewertet der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) den Bestand als ausreichend groß, die fischereiliche Sterblichkeit aber als zu hoch.

Schonzeiten, Mindestmaße und Entnahmefenster legen die Bundesländer sowie die Fischereibehörden der Anrainerstaaten (Dänemark, Norwegen, Polen) fest. Sie variieren je nach Gewässertyp, Küstenabschnitt und Jahreszeit. Deshalb nennen wir keine starren Zahlen: Verbindlich sind stets die Fischereiverordnung deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein. In Schleswig-Holstein stehen sie in der Küstenfischereiverordnung und befristeten Allgemeinverfügungen. Eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender.

Für maßige Fische, die entnommen werden dürfen, gilt die Pflicht zur sofortigen, tierschutzgerechten Betäubung und Tötung. Geschonte oder untermaßige Exemplare müssen mit nassen Händen schonend im Wasser gelöst und zurückgesetzt werden.

Häufige Fragen (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen Glattbutt und Steinbutt?

Der Glattbutt hat eine glatte, fein beschuppte Augenseite und einen ovalen Körper. Der Steinbutt ist fast rund und trägt statt Schuppen harte Knochenhöcker.

Wie groß wird ein Glattbutt?

Laut FishBase bis 75 Zentimeter und 8 Kilogramm. Üblich sind Fische um 30 Zentimeter, knapp 60 Zentimeter gelten schon als kapital.

Welcher Köder fängt Glattbutt?

Kleine Fische und Fischfetzen, etwa Sandaal oder Makrele am Grund. In der Ostsee beißt er gelegentlich auch beim Jiggen auf Dorsch.

Quellen

Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).

KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.

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