Brasse

Die Brasse (Abramis brama), auch Brachse oder Blei genannt, ist der Leitfisch der Brachsenregion langsam fließender Flüsse. Sie lebt gesellig am Grund und durchwühlt den Schlamm nach Nahrung.

Naturkundetafel einer Brachse
Naturkundetafel von AngelMomente, KI-unterstützt entworfen.
  1. Hochrückiger, seitlich stark abgeflachter Körper mit schleimigen Schuppen
  2. Lange Afterflosse mit 26 bis 31 Strahlen
  3. Lange Brustflossen, die bis zum Ansatz der Bauchflossen reichen
Typische Größe30–50 cmselten bis 85 cm
Höchstalteretwa 16 JahreFishBase nennt bis 23
LaichzeitApril–Julidauert etwa zwei Wochen
AktivNachts im Flachengroße Tiere tagsüber uferfern

Fangchancen im Jahresverlauf

J–
F–
M○
A○
M◐
J◐
J◐
A●
S●
O◐
N○
D–
  • Kaum Chancen
  • Möglich
  • Gut
  • Hauptsaison
  • Laichzeit (Schonzeit beachten)

Redaktionelle Einschätzung für Gewässer in Deutschland, kein Messwert und keine Garantie. Laichzeit ist nicht gleich gesetzliche Schonzeit.

Woran du die Brasse erkennst

Die Brasse ist seitlich stark abgeflacht und hochrückig. Das Maul ist leicht unterständig und lässt sich zu einem Rüssel vorstülpen, die Augen sind verhältnismäßig klein. Der Rücken ist grünlich schwarz bis bleigrau, daher der Name Blei. Die Flanken glänzen metallisch, ältere Tiere zeigen einen Bronzeton.

Die Schuppen sind stark mit Schleim bedeckt. Die Afterflosse ist lang und hat 26 bis 31 Strahlen. Bei schlechter Ernährung entsteht eine scharfe Rückenkante, der Messerrücken.

Länge und Gewicht im Überblick

LängeGewicht
ca. 30–50 cm (mit acht Jahren)–
60 cmdurchschnittlich 3–3,5 kg
bis 85 cmüber 8 kg (deutscher Rekordfisch, gefangen im Jahr 2000)

Mit dem Güster wird die Brasse manchmal verwechselt. Die langen Brustflossen der Brasse reichen angelegt bis zum Ansatz der Bauchflossen, das unterscheidet sie vom Güster.

Im direkten Vergleich

Naturkundetafel einer Brachse mit hochrückigem Körperbau
Brachse (Brasse, Blei)Lange Afterflosse mit 26 bis 31 Strahlen
Naturkundetafel einer Güster mit großem Auge und rötlichem Flossenansatz
GüsterGroßes Auge: Der Durchmesser ist mindestens so groß wie die Schnauzenlänge

Wo die Brasse steht

Brassen bevorzugen Gewässer mit schlammigem Grund und Unterwasserpflanzen. Sie leben in den Unterläufen sehr langsam fließender Flüsse und in nährstoffreichen Seen, außerdem in Kanälen, Flusshäfen, Talsperren und Baggerseen.

Große Tiere ziehen in kleinen Schwärmen oft weit vom Ufer entfernt und kommen meist nur nachts ins Flache. Man findet sie an den Abbruchkanten von Landzungen, an der Scharkante oder in Stauseen im alten Flussbett.

Standplätze im Bild

Wähle eine Jahreszeit: Der Fisch zeigt, wo die Art dann steht. Rot beschriftete Stellen gelten nur in der gewählten Zeit. Je mehr Fische im Bild, desto besser die Fangchance laut Fangkalender. Das Bild ist schematisch, jedes Gewässer ist anders.

Im See

Schnitt durch einen See vom Ufer bis ins tiefe Wasser. Die Standplätze der gewählten Jahreszeit stehen als Text darunter.KrautfeldScharkanteTiefer GrundFrühjahr · Fangchance: möglich · LaichzeitScharkanteTiefer GrundSommer · Fangchance: gut · LaichzeitScharkanteTiefer GrundHerbst · Fangchance: gutTiefer GrundWinter · Fangchance: kaum
Bild seitlich verschieben, um das ganze Gewässer zu sehen.
  • Seerosen und Krautfeld
  • Scharkante
  • Tiefer Grund

Brassen leben im Schwarm am Grund. Große Tiere ziehen oft weit vom Ufer entfernt durchs Gewässer. Man findet sie an der Scharkante, an den Abbruchkanten von Landzungen und in Stauseen im alten Flussbett.

Frühjahr: Fangchance laut Fangkalender im März und April möglich, im Mai gut. In diese Zeit fällt die Laichzeit, Schonzeiten beachten. Zum Laichen ziehen auch die großen Brassen der Seen in Ufernähe. Die Eier werden an flachen, pflanzenreichen Uferstellen abgelegt.

Sommer: Fangchance laut Fangkalender im Juni und Juli gut, im August Hauptsaison. In diese Zeit fällt die Laichzeit, Schonzeiten beachten. In Seen und Talsperren stehen Brassen am Tag meist weiter vom Ufer entfernt. Erst gegen Abend kommen sie in Ufernähe.

Herbst: Fangchance laut Fangkalender im September Hauptsaison, im Oktober gut, im November möglich.

Winter: Fangchance laut Fangkalender kaum. Den Winter verbringen Brassen in großen Scharen an tieferen, geschützten Stellen.

Im Fluss

Draufsicht auf einen Flussabschnitt, die Strömung läuft von links nach rechts. Die Standplätze der gewählten Jahreszeit stehen als Text darunter.StrömungBuhnenkesselBuchtFrühjahr · Fangchance: möglich · LaichzeitBuhnenkesselBuchtSommer · Fangchance: gut · LaichzeitBuhnenkesselBuchtHerbst · Fangchance: gutBuhnenkesselBuchtWinter · Fangchance: kaum
Bild seitlich verschieben, um das ganze Gewässer zu sehen.
  • Buhnenkessel
  • Ruhige Bucht mit Wasserpflanzen

Im Fluss halten sich Brassen lieber in ruhigen Buchten und Buhnenkesseln auf als in der Hauptströmung. Häufig sind sie in langsam fließenden Unterläufen, in Kanälen und Flusshäfen.

Frühjahr: Fangchance laut Fangkalender im März und April möglich, im Mai gut. In diese Zeit fällt die Laichzeit, Schonzeiten beachten.

Sommer: Fangchance laut Fangkalender im Juni und Juli gut, im August Hauptsaison. In diese Zeit fällt die Laichzeit, Schonzeiten beachten. In der heißen Jahreszeit suchen Brassen oft stark strömende Bereiche auf, vor allem zur Mittagszeit. Gegen Abend und in der Dunkelheit ziehen sie in ruhigere Bereiche wie tiefe Buhnenkessel.

Herbst: Fangchance laut Fangkalender im September Hauptsaison, im Oktober gut, im November möglich.

Winter: Fangchance laut Fangkalender kaum. Den Winter verbringen Brassen in großen Scharen an tieferen, geschützten Stellen.

Tiefe: Große Brassen der Seen halten sich im tiefen Wasser auf. Ins Flache kommen sie meist nur nachts oder zum Laichen.

Größenvergleich: Brachse (Brasse, Blei) typisch 30–50 cm, selten bis 85 cm, daneben ein Mensch von 1,80 m1,80 mselten bis 85 cmbis 50 cmab 30 cm
Größetypisch 30–50 cm, selten bis 85 cm
Aktive Tageszeiten: Brachse (Brasse, Blei)NachtMorgenTagAbendNacht
AktivGute Fangzeiten liegen am frühen Morgen, am Abend und in den ersten Stunden der Dunkelheit.

Wie sie frisst und laicht

Mit dem vorstülpbaren Maul suchen Brassen im weichen Schlamm nach Zuckmückenlarven, Schlammröhrenwürmern, Muscheln und Schnecken. Auch Pflanzen und Plankton werden gefressen. Schwärme durchwühlen den Boden, brauchen die Nahrung an einem Platz schnell auf und ziehen weiter. Dabei folgen sie festen Routen, den Brassenstraßen.

Die Laichzeit liegt zwischen April und Juli und dauert etwa zwei Wochen, der LFV Bayern nennt Mai und Juni. Die Weibchen legen 150.000 bis 300.000 klebrige Eier an Wasserpflanzen ab. Nach drei bis vier Jahren sind die Tiere geschlechtsreif. Wo Raubfische fehlen, neigen Brassen zur Verbuttung, also zum Zwergwuchs durch Überbevölkerung.

Wann sie beißt

Kleinere Brassen werden zu allen Tages- und Nachtzeiten gefangen. Große Tiere kommen meist nur nachts ins flache Uferwasser.

Den Winter verbringen Brassen in großen Scharen an tiefen, geschützten Stellen. Zur Laichzeit ziehen auch die großen Fische der Seen in Ufernähe.

Die Monatsübersicht aller Arten und den Wassertemperatur-Check findest du im Fangkalender.

Womit du sie fängst

Brassen werden in der Regel beim Stipp- oder Feederangeln gefangen, also mit der Pose oder mit einer Form des Grundangelns. Als Köder dienen Regenwürmer, Maden und Mais, für Brassen ab 2,5 Kilogramm auch kleine Boilies. Auf große Tiere zielen Tauwürmer, Maiskörner oder Caster, das sind verpuppte Maden.

Beim Posenangeln im Stillwasser sollte das unterste Blei aufliegen. Saugt die Brasse den Köder ein, hebt sie das Blei an, und die Pose steigt. Üblich sind deshalb Posen mit langer Antenne und wenig Widerstand.

Brassenstraßen beobachten: Aufsteigende Bläschen von Sumpfgas im flachen Wasser verraten, wo ein Schwarm den Boden durchwühlt.

Hebebiss erkennen: Steigt die Pose aus dem Wasser, statt abzutauchen, hat eine Brasse das aufliegende Blei angehoben.

Passende Köder

Würmer, Maden, Caster und Mais; für große Brassen auch kleine Boilies.

Montagen zu diesen Ködern: Feedermontage, Waggler-Montage, Grundblei-Laufmontage, Posenmontage.

Alle Köder im Überblick

Was du beachten musst

Schonzeiten, Mindestmaße und Entnahmefenster legen die Bundesländer sowie die Fischereibehörden der Anrainerstaaten (Dänemark, Norwegen, Polen) fest. Sie variieren je nach Gewässertyp, Küstenabschnitt und Jahreszeit. Deshalb nennen wir keine starren Zahlen: Verbindlich sind stets die Fischereiverordnung deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein. Eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender.

Für maßige Fische, die entnommen werden dürfen, gilt die Pflicht zur sofortigen, tierschutzgerechten Betäubung und Tötung. Geschonte, untermaßige oder im Rahmen eines Entnahmefensters zu große Exemplare müssen mit nassen Händen äußerst schonend direkt im Wasser gelöst und zurückgesetzt werden.

Die IUCN stuft die Brasse als nicht gefährdet ein.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie groß wird eine Brasse?

Mit acht Jahren erreichen Brassen etwa 30 bis 50 Zentimeter. Unter idealen Bedingungen werden sie bis 85 Zentimeter lang und über 8 Kilogramm schwer.

Womit fängt man Brassen?

Meist beim Stipp- oder Feederangeln mit Regenwürmern, Maden oder Mais. Für Brassen ab etwa 2,5 Kilogramm kommen auch kleine Boilies infrage.

Woran unterscheide ich Brasse und Güster?

Die Brustflossen der Brasse sind lang und reichen angelegt bis an den Ansatz der Bauchflossen. Beim Güster ist das nicht der Fall.

Quellen

Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).

KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.

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