Feedermontage

Eine Feedermontage verbindet Hauptschnur, Futterkorb und Vorfach so, dass der Hakenköder dicht neben dem Futter liegt und der Biss an der Rutenspitze ankommt. Verbreitet sind zwei Bauarten: Bei der Durchlaufmontage läuft der Korb frei auf der Schnur, bei der Schlaufenmontage gleitet er in einer großen Schlaufe.

Zwei Feedermontagen im Vergleich: links die Durchlaufmontage, bei der der Futterkorb an einem Wirbel frei auf der Hauptschnur läuft, darunter Perle, Wirbel, Vorfach und Haken mit Maden. Rechts die Schlaufenmontage, bei der der Korb an einem Wirbel in einer großen Schlaufe gleitet, darunter ein verdrallter Seitenarm mit kleiner Schlaufe, das eingeschlaufte Vorfach und der Haken.DurchlaufmontageSchlaufenmontageKorb läuft freiPerleWirbelVorfachgroße SchlaufeverdrallterSeitenarmVorfach
Abb. 1 · Durchlaufmontage mit frei laufendem Korb und Schlaufenmontage mit verdralltem Seitenarm. KI-unterstützt gezeichnet, schematisch.

Das brauchst du

  • einen Futterkorb, dessen Gewicht zur Strömung passt
  • einen kleinen Wirbel mit Karabiner für den Korb, am besten einen Doppelkarabiner
  • eine Gummiperle oder ein kurzes Stück Silikonschlauch, das als Puffer dient
  • einen zweiten kleinen Wirbel für das Vorfach, gern mit Karabiner
  • Vorfächer mit Haken, gekauft oder selbst gebunden

Das gilt für die Durchlaufmontage. Die Schlaufenmontage entsteht dagegen fast ganz aus der Schnur selbst; Blinker legt sie direkt ins Ende der Haupt- oder Schlagschnur. Welche Rute und Rolle passen, steht bei der Feederrute, der Ablauf am Wasser unter Feedern, der Standardköder unter Maden & Larven.

Aufbau: Durchlauf oder Schlaufe

Der Korb ist Gewicht und Futterbehälter zugleich, der Köder liegt nur eine Vorfachlänge daneben, laut Rute & Rolle 60 bis 100 Zentimeter. Nach dem Auswerfen wird die Schnur leicht gespannt, dann zeigt die Spitze, was am Haken passiert. Die beiden Montagen unterscheiden sich darin, wie der Korb an der Schnur hängt.

Durchlaufmontage

Der Korb hängt an einem Wirbel mit Karabiner, der frei auf der Hauptschnur läuft. Darunter folgen eine Gummiperle als Puffer und ein angeknoteter Wirbel für das Vorfach. Beim Biss zieht der Fisch die Schnur durch den Wirbel am Korb, der Korb bleibt liegen. Laut Blinker spürt der Fisch dabei keinen Widerstand. Reißt die Hauptschnur, kann er sich vom Korb befreien.

Schlaufenmontage

Hier endet die Schnur in einer großen Schlaufe, in der der Korb an einem Wirbel gleitet. Blinker nennt 20 bis 30 Zentimeter, Fisch & Fang etwa 25; eine andere Anleitung im Blinker beginnt mit 40 bis 70. Darunter sitzt ein kurzes, steifes Stück mit einer kleinen Schlaufe für das Vorfach. Fisch & Fang verdrallt es dafür. Weil ein Schenkel der großen Schlaufe etwas länger ist, hängt der Korb seitlich, und das steife Stück hält das Vorfach wie ein Seitenarm auf Abstand.

Beim Biss zieht der Fisch die Schlaufe durch den Wirbel, bis ihr oberes Ende am Korb ankommt. Dann bremst ihn das Gewicht des Korbs, und er hakt sich selbst. Wie weit er vorher kommt, bestimmt die Länge der Schlaufe. Blinker vergleicht das mit einer verzögerten Festbleimontage. Bei einer solchen Montage sitzt das Gewicht fest auf der Schnur. Reißt im Drill die Hauptschnur, wird die Montage laut Fisch & Fang problematisch: Der Korb hängt in einer geschlossenen Schlaufe.

MerkmalDurchlaufmontageSchlaufenmontage
Korbläuft frei auf der Hauptschnurgleitet in einer Schlaufe von 20 bis 30 cm
BissFisch zieht Schnur durch den Wirbel, du schlägst anfreier Weg bis zum Schlaufenende, dann setzt der Korb den Haken
SchnurbruchFisch kann den Korb abstreifenKorb bleibt in der Schlaufe
Teilezwei Wirbel, eine Perlezwei Schlaufen, ein Wirbel

Durchlaufmontage in fünf Schritten

  1. Wirbel mit Karabiner auffädeln. Die Hauptschnur läuft durch das Öhr, in den Karabiner kommt später der Korb.
  2. Gummiperle aufziehen. Sie schützt den Knoten darunter.
  3. Zweiten Wirbel ans Schnurende knoten, etwa mit dem verbesserten Clinch-Knoten.
  4. Vorfach einhängen. Selbst gebundene Vorfächer bekommen eine Chirurgenschlaufe, Plättchenhaken bindest du mit dem Plättchenhaken-Knoten an.
  5. Korb einhängen und Lauf prüfen. Zieh am Vorfach: Die Schnur muss durch den Wirbel am Korb gleiten.

Schlaufenmontage binden

So baut Fisch & Fang sie am Schnurende auf:

  1. Einen kleinen Wirbel für den Korb auffädeln, das Schnurende verdrallen und unten eine kleine Schlaufe binden, etwa als Achterschlaufe.
  2. Darüber eine große Schlaufe von rund 25 Zentimetern binden, in der der Wirbel läuft. Einen Schenkel lässt du dabei etwa zwei Zentimeter länger.
  3. Das Vorfach per Schlaufe-in-Schlaufe in die kleine Schlaufe hängen.

Futterkörbe: offen, geschlossen, flach

  • Offener Korb: ein Gitter aus Draht oder Kunststoff, aus dem das Futter laut Blinker recht schnell herausfällt oder freigespült wird. Je stärker die Strömung, desto feinmaschiger sollte er laut Rute & Rolle sein.
  • Geschlossener Korb: oben und unten zu, mit wenigen Löchern. Als Madenkorb bringt er Maden oder Wurmstücke an den Platz. In der Strömung sind sie laut Blinker nach ein bis zwei Minuten herausgewaschen, im Stillwasser dauert es länger.
  • Flacher Korb: Angler nennen ihn Method-Feeder. Das Futter wird mit einer Form oder von Hand auf den Korb gepresst, der Köder liegt am kurzen Vorfach mitten darin. Der Wirbel steckt fest im Korb, der Fisch hakt sich am Korbgewicht selbst, laut Blinker ab etwa 30 Gramm. Sein Revier ist das Stillwasser.
Drei Futterkörbe nebeneinander: links ein offener Drahtkorb voller Futter mit Bleistreifen, in der Mitte ein geschlossener Madenkorb mit Deckeln und Löchern, aus denen Maden kriechen, rechts ein flacher Method-Feeder mit aufgepresstem Futter und dem Köder obenauf, die Schnur läuft durch ihn hindurch.offenerDrahtkorbgeschlossenerMadenkorbflacher Korb:Method-Feeder
Abb. 2 · Offener Drahtkorb, geschlossener Madenkorb und flacher Method-Feeder mit aufgepresstem Futter. KI-unterstützt gezeichnet, schematisch.

Richtwerte für Vorfach, Haken und Korb

Die Zahlen sind Startwerte aus Fachzeitschriften und weichen voneinander ab.

  • Vorfachlänge: Fisch & Fang beginnt im Stillwasser mit 80 Zentimetern, im Fluss mit 50. Rute & Rolle nennt rund 50 Zentimeter. Blinker gibt als Faustregel: Wer nur vorsichtige Bisse bekommt, verlängert das Vorfach.
  • Vorfachstärke: Zum 18er Haken gehört laut Fisch & Fang ein 0,12er Vorfach, zum 8er eines ab 0,20 Millimetern. Blinker nimmt beim Brassenangeln 0,16 bis 0,18 Millimeter. Lehrmaterial zur Fischerprüfung beschreibt das Vorfach als Sollbruchstelle, eine Schnurstärke dünner als die Hauptschnur.
  • Hakengröße: Größere Zahlen bedeuten kleinere Haken. Fisch & Fang nennt 18 für scheue Rotaugen bis 8 für Karpfen und Barben. Blinker nimmt 18 für zwei Maden und 10 für Maiskorn mit Wurm, Rute & Rolle 14 bis 16 für den Einstieg.
  • Korbgewicht: Blinker kommt im Stillwasser mit 10 bis 20 Gramm aus, braucht im kleinen Fluss 30 bis 50 und im starken Strom bis 150 Gramm. Fisch & Fang nimmt im Strom 80 bis 120 Gramm, an schlechten Beißtagen auch ein leichteres Körbchen von 30 bis 50 Gramm, das langsam rollt. Welche Rute das samt Futter wirft, steht bei der Feederrute.

Wann welche Montage passt

Für den Einstieg reicht die Durchlaufmontage, Fisch & Fang hält die einfachste Montage oft für die beste. Für Stillgewässer hält die Zeitschrift die Schlaufenmontage für eine starke Alternative. Blinker setzt sie bevorzugt auf Brassen ein, im Stillwasser wie im Fluss; vor allem in der Strömung hakt sich der Fisch an ihr oft selbst. Den Method-Feeder nutzt Blinker im Stillwasser, besonders auf Karpfen.

Regeln am Gewässer, Stand Oktober 2026: Der Landesanglerverband Sachsen-Anhalt verlangt für sein Hegeangeln mit der Feederrute, ein Gemeinschaftsangeln zur Bestandskontrolle, eine „Montage mit freilaufendem Futterkorb“. Laut Blinker kommt diese Montage bei Hegefischen zum Einsatz, weil sich der Fisch bei Schnurbruch vom Korb befreien kann. Die Gewässerordnung des Landesverbands Sächsischer Angler verbietet an Trinkwassertalsperren das Anfüttern, ausdrücklich auch mit dem Futterkorb. Was bei dir gilt, auch zu Rutenzahl, Ködern und Blei, regeln dein Bundesland, die Gewässerordnung und der Erlaubnisschein.

Typische Fehler

  • Vorfach verwickelt sich: Abstehende Drahtenden am Karabiner fangen es, Fisch & Fang rät deshalb zum Doppelkarabiner. Bei der Schlaufenmontage hilft ein etwas längerer Schenkel der großen Schlaufe: Der Korb hängt dann seitlich, und das verdrallte Stück hält das Vorfach auf Abstand.
  • Montage in dünne Geflochtene gebunden: Sie verheddert sich laut Fisch & Fang bei jedem Wurf. Davor gehört eine Schlagschnur, ein vorgeschaltetes Stück dickerer Monofile.
  • Vorfach zu lang oder zu kurz: Fisch & Fang rät: Kommen die Maden ausgelutscht zurück, ohne dass die Spitze einen Biss gezeigt hat, das Vorfach kürzen. Lassen sich ruckartige Bisse nicht anschlagen, ein längeres nehmen.
  • Korb zu leicht für die Strömung: Er rollt vom Futterplatz und sucht laut Fisch & Fang nicht nur Fische, sondern auch Hänger. Blinker rät Einsteigern zu einem etwas zu schweren statt zu leichten Korb. Mehr dazu unter Strömung lesen.

Häufige Fragen

Mehr Antworten rund ums Angeln: Alle häufigen Fragen im Überblick

Welche Feedermontage ist für Einsteiger die richtige?

Die Durchlaufmontage: zwei Wirbel, eine Perle, und bei Schnurbruch kommt der Fisch vom Korb los. Die Schlaufenmontage ist laut Fisch & Fang etwas komplizierter.

Wie lang soll das Vorfach beim Feedern sein?

Die Quellen nennen 50 bis 100 Zentimeter. Starte im Stillwasser mit etwa 80, im Fluss mit 50 Zentimetern und passe die Länge an die Bisse an. Am Method-Feeder ist es viel kürzer, Blinker nennt für kleine Köder unter 10 Zentimeter.

Hakt sich der Fisch an der Schlaufenmontage selbst?

Oft. Zuerst kann der Fisch frei abziehen, sodass du auch selbst anschlagen kannst. Stoppt ihn der Korb am Ende der Schlaufe, kann er sich laut Blinker selbst haken, meist in der Strömung.

Passend dazu

Quellen

Text und Zeichnung KI-unterstützt erstellt. Quellen im Oktober 2026 geöffnet und geprüft, keine Grafik aus den Quellen übernommen.

Alle Angaben sind Richtwerte ohne Gewähr. Welche Montagen, Köder und Futtermengen erlaubt sind, regeln Landesrecht, Gewässerordnung und Erlaubnisschein.