Das Rotauge (Rutilus rutilus), auch Plötze genannt, ist ein anpassungsfähiger Schwarmfisch stehender und langsam fließender Gewässer. Für Einsteiger ist es ein häufiger Fang, für Hecht und Zander ein wichtiger Beutefisch.
- Leuchtend rote Iris
- Rötliche Flossen
- Endständiges Maul ohne Kieferzähne
Fangchancen im Jahresverlauf
- Kaum Chancen
- Möglich
- Gut
- Hauptsaison
- Laichzeit (Schonzeit beachten)
Redaktionelle Einschätzung für Gewässer in Deutschland, kein Messwert und keine Garantie. Laichzeit ist nicht gleich gesetzliche Schonzeit.
Steckbrief und Quellen im FangkalenderAlle Arten im MonatsvergleichRegeln deines Bundeslandes
Woran du das Rotauge erkennst
Der Körper ist je nach Gewässer mehr oder weniger hochrückig, oben grünlich, an den Flanken silbrig und am Bauch weiß. Namensgebend ist die rote Iris. Die Flossen sind rötlich bis orange. Das Maul ist klein und endständig. Kieferzähne fehlen, die Nahrung wird mit Schlundzähnen zerkleinert.
In Fließgewässern sind Rotaugen schlanker und silbrig, in Baggerseen hochrückiger mit leichtem Goldton. Zur Größe gehen die Angaben auseinander: Wikipedia nennt 25 bis 50 Zentimeter und bis zu drei Kilogramm, der LFV Bayern im Durchschnitt 15 bis 20 Zentimeter. In Gewässern ohne Raubfische bleiben die Tiere oft bei rund 100 Gramm.
Rotauge oder Rotfeder?
| Merkmal | Rotauge | Rotfeder |
|---|---|---|
| Maul | endständig | oberständig |
| Bauch- und Rückenflosse | auf gleicher Höhe | Bauchflosse leicht vorgezogen |
| Bauchkante | zwischen Bauch- und Afterflosse gerundet | gekielt |
| Augen | wirklich rot | goldgelb |
| Schuppen in der Seitenlinie | 39 bis 48 | 40 bis 42 |
Ähnlich sieht auch der Aland aus. Er hat aber deutlich kleinere Schuppen, 55 bis 60 in der Seitenlinie, und einen gelben Augenkreis. Laichen Rotauge, Rotfeder, Aland und Brasse zur gleichen Zeit am gleichen Platz, entstehen häufig Mischlinge.
Im direkten Vergleich


Wo das Rotauge steht
Das Rotauge lebt in fast ganz Europa nördlich der Alpen und Pyrenäen. Es besiedelt Seen, Flüsse, Kanäle, Hafenbecken, Talsperren und kleine Weiher, auch das Brackwasser der Ostsee. Nur kalte, schnell fließende Forellenbäche und klare Gebirgsseen meidet es meist.
In Fließgewässern halten sich Rotaugen gern an algenbewachsenen Steinpackungen auf, weil sie dort Flohkrebse finden.
Standplätze im Bild
Wähle eine Jahreszeit: Der Fisch zeigt, wo die Art dann steht. Rot beschriftete Stellen gelten nur in der gewählten Zeit. Je mehr Fische im Bild, desto besser die Fangchance laut Fangkalender. Das Bild ist schematisch, jedes Gewässer ist anders.
Im See
- Seerosen und Krautfeld
- Tiefer Grund
- Freiwasser
- Dicht unter der Oberfläche
Rotaugen sind Schwarmfische. In stehenden Gewässern halten sie sich gern im Mittelwasser auf, außerdem in flachen Uferabschnitten mit Pflanzenbewuchs. Je nach Nahrungsangebot wechseln sie zwischen Uferzone und Freiwasser.
Frühjahr: Fangchance laut Fangkalender gut. In diese Zeit fällt die Laichzeit, Schonzeiten beachten. Gelaicht wird im April und Mai in Gruppen im Flachwasser, an Pflanzen, Wurzeln oder Steinen.
Sommer: Fangchance laut Fangkalender im Juni gut, im Juli und August Hauptsaison. Bei warmem Wetter fressen Rotaugen bevorzugt nahe der Oberfläche.
Herbst: Fangchance laut Fangkalender im September und Oktober Hauptsaison, im November gut.
Winter: Fangchance laut Fangkalender möglich. Im Winter ziehen sich Rotaugen an tiefe Stellen zurück. Selbst unter Eis werden sie noch gefangen.
Im Fluss
- Gumpen, tiefe Stelle
- Steinschüttung, Spundwand, Hafen
- Ruhige Bucht mit Wasserpflanzen
Im Fluss halten sich Rotaugen bevorzugt an algenbewachsenen Steinpackungen auf. Dazu kommen flache, strömungsarme Uferabschnitte mit Pflanzenbewuchs. Die Schwärme sind hier meist kleiner als im See.
Frühjahr: Fangchance laut Fangkalender gut. In diese Zeit fällt die Laichzeit, Schonzeiten beachten. Zum Laichen unternehmen Rotaugen kurze Wanderungen. Gelaicht wird im Flachen an Pflanzen oder über Kies.
Sommer: Fangchance laut Fangkalender im Juni gut, im Juli und August Hauptsaison.
Herbst: Fangchance laut Fangkalender im September und Oktober Hauptsaison, im November gut.
Winter: Fangchance laut Fangkalender möglich. Im Winter suchen Rotaugen tiefes, ruhiges Wasser. In Flüssen und Kanälen stehen sie dann oft in großen Schwärmen in strömungsarmen Hafenbecken.
Tiefe: Rotaugen fressen in jeder Tiefe. In der warmen Zeit halten sie sich eher oberflächennah auf, in der kalten Zeit im Tiefen.
Was es frisst und wann es laicht
Rotaugen fressen Wasserpflanzen, vor allem aber Kleintiere: Zooplankton, Würmer, Insektenlarven, kleine Schnecken und Muscheln. Sie gehören zu den wichtigsten Beutefischen von Hecht und Zander.
Gelaicht wird von April bis Mai bei Wassertemperaturen von 6 bis 10 °C, in Gruppen im Flachwasser an Pflanzen, Wurzeln oder Steinen. Mit zwei bis drei Jahren sind Rotaugen geschlechtsreif. Bei wenig Nahrung oder fehlenden Raubfischen kommt es zur Massenentwicklung kleinwüchsiger Tiere.
Wann es beißt
Rotaugen lassen sich das ganze Jahr fangen. Im Winter ziehen sie sich an tiefe Stellen zurück. In Flüssen stehen sie dann oft in großen Schwärmen in strömungsarmen Hafenbecken. Selbst unter Eis werden sie noch gefangen.
Die Monatsübersicht aller Arten und den Wassertemperatur-Check findest du im Fangkalender.
Womit du es fängst
Rotaugen werden vor allem mit der Pose gefangen. Als Köder dienen Maden, Würmer, Mais, Brot und Teig. Wikipedia beschreibt eine leichte Posenmontage, die den Köder in Grundnähe an flachen, schilfbewachsenen Ufern anbietet.
Anfüttern hält den Schwarm am Platz. Das Futter sollte sich leichter lösen und sparsamer dosiert sein als beim Brassenangeln.
Pose kurz anhalten: In der Strömung hältst du die Pose gegen Ende der Drift mehrfach kurz an. Der Köder schwingt dann nach oben, dabei kommen viele Bisse.
Rotauge als Köderfisch: Rotaugen dienen als Köderfisch für Hecht, Barsch, Wels, Aal oder Zander. Beachte dazu die Regeln deines Bundeslandes.
Passende Köder
Würmer und Maden, dazu Mais oder Brot an leichter Pose.
Montagen zu diesen Ködern: Waggler-Montage, Feedermontage, Posenmontage, Grundblei-Laufmontage.
Was du beachten musst
Schonzeiten, Mindestmaße und Entnahmefenster legen die Bundesländer sowie die Fischereibehörden der Anrainerstaaten (Dänemark, Norwegen, Polen) fest. Sie variieren je nach Gewässertyp, Küstenabschnitt und Jahreszeit. Deshalb nennen wir keine starren Zahlen: Verbindlich sind stets die Fischereiverordnung deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein. Eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender.
Für maßige Fische, die entnommen werden dürfen, gilt die Pflicht zur sofortigen, tierschutzgerechten Betäubung und Tötung. Geschonte, untermaßige oder im Rahmen eines Entnahmefensters zu große Exemplare müssen mit nassen Händen äußerst schonend direkt im Wasser gelöst und zurückgesetzt werden.
Die IUCN stuft das Rotauge als ungefährdet ein.
Häufige Fragen (FAQ)
Woran erkenne ich ein Rotauge?
An der roten Iris, den rötlichen Flossen und dem endständigen Maul. Die Rotfeder hat ein oberständiges Maul, goldgelbe Augen und eine gekielte Bauchkante.
Wie groß wird ein Rotauge?
Der LFV Bayern nennt im Durchschnitt 15 bis 20 Zentimeter, Wikipedia 25 bis 50 Zentimeter und bis zu drei Kilogramm. In Gewässern ohne Raubfische wiegen die Tiere oft nur rund 100 Gramm.
Womit fängt man Rotaugen?
Mit Maden, Würmern, Mais oder Brot an einer leichten Posenmontage, am besten in Grundnähe an flachen, schilfbewachsenen Ufern.
Quellen
Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).
- Wikipedia: Rotauge (Laichtemperatur)
- Landesfischereiverband Bayern: Fischlexikon (Laichzeit, Lebensraum, Nahrung, Aktivität)
- Blinker: Steckbrief Rotauge (Plötze): Posenangeln, Köder, Anfüttern
- FishBase: Rutilus rutilus (Höchstalter, Lebensraum)
- Blinker: Kaltes Silber, Rotaugen im Winter fangen (Beißzeit)
- Blinker: Rotaugen im Hafen (Winterstandplätze in Kanal und Fluss)
- Wikipedia (englisch): Common roach (Fresstiefe nach Jahreszeit)
KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.
Weiter im Lexikon
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- Fangkalender – Monat, Wassertemperatur und Steckbrief für 92 Arten
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