Aland

Der Aland (Leuciscus idus), auch Orfe oder Nerfling genannt, ist ein Karpfenfisch der Tieflandflüsse und Seen. Er lebt in Schwärmen, kommt auch im Brackwasser der Ostsee vor und wird oft mit dem Döbel verwechselt.

Naturkundetafel eines Alands
Naturkundetafel von AngelMomente, KI-unterstützt entworfen.
  1. Kleine Schuppen: 55 bis 60 entlang der Seitenlinie, beim Döbel sind sie deutlich größer
  2. Schmales, leicht nach oben gerichtetes Maul ohne Barteln, Iris gelblich
  3. Rand der Afterflosse nach innen gebogen (konkav)
Typische Größe30–50 cmmaximal um 80 cm
Alterbis 18 Jahrein Gefangenschaft bis 22
LaichzeitMärz–MaiEiablage bis Juni
AktivSommer an der Oberflächeim Herbst tiefer

Fangchancen im Jahresverlauf

J–
F–
M○
A◐
M◐
J◐
J◐
A●
S◐
O○
N–
D–
  • Kaum Chancen
  • Möglich
  • Gut
  • Hauptsaison
  • Laichzeit (Schonzeit beachten)

Redaktionelle Einschätzung für Gewässer in Deutschland, kein Messwert und keine Garantie. Laichzeit ist nicht gleich gesetzliche Schonzeit.

Woran du ihn erkennst

Der Aland hat einen gestreckten, seitlich abgeflachten Körper. Der Kopf ist klein, die Maulspalte schmal, endständig und leicht nach oben gerichtet. Die Iris ist meist goldgelb.

Der Rücken ist grau-bläulich bis grünlich, die Flanken sind silbern. Brust-, Bauch- und Afterflosse sind rötlich. Entlang der Seitenlinie sitzen 55 bis 60 kleine Schuppen. Im Durchschnitt wird der Aland 30 bis 50 Zentimeter lang, als Höchstmaß gelten etwa 80 Zentimeter.

Am häufigsten wird der Aland mit dem Döbel verwechselt. Der Döbel hat größere, dunkel umrandete Schuppen, die ein Netzmuster bilden, und seine Afterflosse ist nach außen gebogen. Beim Aland ist sie nach innen gebogen.

Im direkten Vergleich

Naturkundetafel eines Alands mit kleinen Schuppen, schmalem Maul und eingebuchteter Afterflosse
AlandKleine Schuppen: 55 bis 60 entlang der Seitenlinie, beim Döbel sind sie deutlich größer
Naturkundetafel eines Hasels mit kleinem Maul und schlankem, silbernem Körper
HaselNach innen eingebuchteter Rand der Afterflosse
Naturkundetafel eines Döbels mit Merkmalen und Schuppennetz
Döbel (Aitel)Nach außen gebogene Afterflosse, Bauch- und Afterflossen rötlich

Wo er steht

Der Aland bewohnt die Barben- und Brachsenregion, also die Unterläufe mittlerer und großer Flüsse, sowie Seen. Unter den Weißfischen verträgt er Salz am besten und lebt deshalb auch in der Küstenzone der Ostsee.

Im Sommer steht er oberflächen- und ufernah, gern unter überhängenden Büschen und Bäumen, an Brückenpfeilern, Strömungskanten und Einmündungen. Mit dem Abkühlen im Herbst zieht er ins Mittelwasser und in die Grundnähe tieferer Flusskurven.

Standplätze im Bild

Wähle eine Jahreszeit: Der Fisch zeigt, wo die Art dann steht. Rot beschriftete Stellen gelten nur in der gewählten Zeit. Je mehr Fische im Bild, desto besser die Fangchance laut Fangkalender. Das Bild ist schematisch, jedes Gewässer ist anders.

Im Fluss

Draufsicht auf einen Flussabschnitt, die Strömung läuft von links nach rechts. Die Standplätze der gewählten Jahreszeit stehen als Text darunter.StrömungUnterspültes UferRauscheFrühjahr · Fangchance: gut · LaichzeitUnterspültes UferStrömungskanteSommer · Fangchance: gutUnterspültes UferGumpenHerbst · Fangchance: möglichGumpenWinter · Fangchance: kaum
Bild seitlich verschieben, um das ganze Gewässer zu sehen.
  • Unterspültes Ufer, überhängende Äste, Holz
  • Kiesige Flachstelle (Rausche)
  • Gumpen, tiefe Stelle
  • Strömungskante

Der Aland lebt im Schwarm in den Unterläufen größerer Flüsse. Größere Tiere stehen in kleineren Fließgewässern gern unter überhängenden Bäumen und Sträuchern und warten auf antreibende Nahrung. In der Ostsee kommt er auch in der Küstenzone vor.

Frühjahr: Fangchance laut Fangkalender im März möglich, im April und Mai gut. In diese Zeit fällt die Laichzeit, Schonzeiten beachten. Ab Ende Februar steigen Alande zu ihren Laichplätzen auf, erst einzeln, später in Schwärmen. Solange das Wasser kalt ist, ziehen sie grundnah oder im unteren Mittelwasser. Gelaicht wird im Flachen über Sand und Kies, oft in kleinen Zuflüssen.

Sommer: Fangchance laut Fangkalender im Juni und Juli gut, im August Hauptsaison. Mit der Erwärmung leben Alande oberflächen- und ufernah. Sie stehen an Brückenpfeilern, Treibgut, dichten Pflanzenbeständen, Strömungskanten, Buhnenköpfen, Wehren und an Einmündungen kleiner Gräben und Bäche.

Herbst: Fangchance laut Fangkalender im September gut, im Oktober möglich, im November kaum. Mit dem Abkühlen geben Alande das Leben an der Oberfläche auf. Sie ziehen ins Mittelwasser und in Grundnähe tieferer Flusskurven, unterhalb von Wehren und an Mündungen kleiner Gewässer.

Winter: Fangchance laut Fangkalender kaum. Im Winter ziehen sich Alande in tieferes und ruhigeres Wasser zurück. Über ihre Winterplätze ist wenig bekannt.

Im See

Schnitt durch einen See vom Ufer bis ins tiefe Wasser. Die Standplätze der gewählten Jahreszeit stehen als Text darunter.OberflächeFrühjahr · Fangchance: gut · LaichzeitOberflächeSommer · Fangchance: gutOberflächeHerbst · Fangchance: möglichTiefer GrundWinter · Fangchance: kaum
Bild seitlich verschieben, um das ganze Gewässer zu sehen.
  • Tiefer Grund
  • Dicht unter der Oberfläche

Der Aland lebt auch in Seen und hält sich dort im Schwarm meist nahe der Wasseroberfläche auf. Jungfische suchen ihre Nahrung auch in Ufernähe.

Frühjahr: Fangchance laut Fangkalender im März möglich, im April und Mai gut. In diese Zeit fällt die Laichzeit, Schonzeiten beachten.

Sommer: Fangchance laut Fangkalender im Juni und Juli gut, im August Hauptsaison.

Herbst: Fangchance laut Fangkalender im September gut, im Oktober möglich, im November kaum.

Winter: Fangchance laut Fangkalender kaum. Im Winter zieht sich der Aland in tiefere Gewässerbereiche zurück.

Tiefe: Der Aland hält sich meist nahe der Oberfläche oder im Mittelwasser auf, manchmal auch in Grundnähe. Im Winter zieht er in tieferes Wasser.

Größenvergleich: Aland typisch 30–50 cm, selten bis 80 cm, daneben ein Mensch von 1,80 m1,80 mselten bis 80 cmbis 50 cmab 30 cm
Größetypisch 30–50 cm, selten bis 80 cm

Wie er jagt und laicht

Jungfische fressen Plankton. Später kommen Würmer, Kleinkrebse, Schnecken, Muscheln und Insektenlarven dazu, im Sommer auch Anflugnahrung. Größere Alande nehmen kleine Fische.

Zum Laichen ziehen die Schwärme im Frühjahr flussauf oder in kleine Zuflüsse. Die klebrigen Eier werden zwischen April und Juni auf Steinen oder Wasserpflanzen abgelegt. Geschlechtsreif werden Alande mit fünf bis sechs Jahren.

Wann er beißt

Der Aland lässt sich fast das ganze Jahr fangen, nur im tiefen Winter kaum. Im Frühjahr ziehen die Fische grundnah oder im unteren Mittelwasser zu den Laichplätzen.

Im Sommer fressen Alande an der Oberfläche. Im Herbst stehen sie tiefer und leben stärker räuberisch, dann fallen die meisten Fänge auf Kunstköder.

Die Monatsübersicht aller Arten und den Wassertemperatur-Check findest du im Fangkalender.

Womit du ihn fängst

Im Frühjahr ist das Posenangeln mit Tauwurm, Madenbündel oder kleinem Mistwurm üblich. Im Sommer wird der Köder an der Oberfläche angeboten, mit flach gestellter kleiner Pose oder Wasserkugel. Gängig sind Brotflocke und Insekten wie Grashüpfer.

In kleinen Bächen nehmen Alande im Sommer auch die Trockenfliege. Im Herbst fangen Spinnangler mit kleinen Spinnern, Blinkern und Twistern im Mittelwasser oder grundnah.

Unterstände absuchen: Im Sommer stehen Alande unter überhängenden Ästen, an Brückenpfeilern und Strömungskanten. Biete den Köder oberhalb davon an und lass ihn herantreiben.

Ruhig bleiben am Ufer: Alande sind scheu. Erregt etwas ihren Verdacht, nehmen sie keinen Köder mehr.

Passende Köder

Kleine Spinner und Mini-Wobbler; am Ansitz Maden, Caster, Mais oder Brotflocke; im Sommer auch Trockenfliegen.

Montagen zu diesen Ködern: Grundblei-Laufmontage, Posenmontage.

Alle Köder im Überblick

Was du beachten musst

Schonzeiten, Mindestmaße und Entnahmefenster legen die Bundesländer sowie die Fischereibehörden der Anrainerstaaten (Dänemark, Norwegen, Polen) fest. Sie variieren je nach Gewässertyp, Küstenabschnitt und Jahreszeit. Deshalb nennen wir keine starren Zahlen: Verbindlich sind stets die Fischereiverordnung deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein. Eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender.

Für maßige Fische, die entnommen werden dürfen, gilt die Pflicht zur sofortigen, tierschutzgerechten Betäubung und Tötung. Geschonte, untermaßige oder im Rahmen eines Entnahmefensters zu große Exemplare müssen mit nassen Händen äußerst schonend direkt im Wasser gelöst und zurückgesetzt werden.

Der Aland gilt in der Roten Liste Deutschlands von 2023 als ungefährdet.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie unterscheide ich Aland und Döbel?

Beim Aland ist die Afterflosse nach innen gebogen, die Schuppen sind klein. Der Döbel hat eine nach außen gebogene Afterflosse und große Schuppen mit Netzmuster.

Welche Köder nimmt der Aland?

Im Frühjahr Tauwurm und Maden, im Sommer Brotflocke und Insekten an der Oberfläche, im Herbst kleine Kunstköder.

Lebt der Aland auch im Salzwasser?

Ja, er kommt im Brackwasser der Ostsee vor. Zum Laichen zieht er in die Flüsse.

Quellen

Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).

KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.

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