
Tierische Naturköder · Ansitz mit Pose oder auf Grund
Im Sommer fallen ständig Insekten ins Wasser, und Döbel, Rotfedern und Forellen warten darauf. Eine Heuschrecke hinter einer Wasserkugel oder vorsichtig auf das Wasser getippt ahmt genau das nach. Viel Gerät brauchst du dafür nicht.
- Wassertiefe
- Oberfläche
- Angebot
- Treibend an der Oberfläche
- Angelart
- Ansitz mit Pose oder auf Grund
- Kategorie
- Tierische Naturköder
So funktioniert es
Ein Insekt, das auf der Oberfläche treibt, ist für viele Fische vertraute Beute. Eine Fachzeitschrift nennt neben Forelle und Äsche vor allem den Döbel, dazu Rotauge und Rotfeder als Insektenfresser. Heuschrecken und Grashüpfer schwimmen eine Weile, bevor sie langsam untergehen.
Die Heuschrecke kommt auf einen kurzschenkligen Haken der Größe 8 oder 10. Statt sie aufzustecken, kannst du sie auch aufkleben; dann bewegt sie sich auf dem Wasser natürlicher. Geht sie unter, ist das kein Verlust, denn auch ertrunkene Insekten werden genommen.
Weil der Köder fast nichts wiegt, braucht er Hilfe beim Werfen: Eine Wasserkugel mit langem Vorfach trägt ihn hinaus. Ohne Wurfgewicht geht es beim Tippangeln: Mit einer langen Rute wird das Insekt über das Wasser geführt und behutsam abgesetzt, was nur bei wenig Wind klappt.
Auch Käfer, Fliegen und Motten fangen. In einem Fotoreport am Bach nahmen außer Forellen auch Hasel, Rotaugen, Barsche und sogar ein kleiner Hecht die Heuschrecke.
So bietest du den Köder an
Treibend an der Oberfläche
- anbieten
- treibt mit Wind oder Strömung
- Schnur straff halten
- neu werfen
Anatomie
Die Punkte am Bild oben erklären die wichtigsten Teile – beim Überfahren oder Antippen.
- Kopf: Hier wird der dünndrahtige Haken eingestochen.
- Körper und Flügel: Tragen das Insekt eine Weile auf der Oberfläche.
- Sprungbeine: Prägen die Silhouette, die der Fisch von unten sieht.
- Hinterleib: Hier tritt die Hakenspitze aus und bleibt frei.
Montage in drei Schritten
- 1. Freie LeineBeim Tippangeln genügen lange Rute, Hauptschnur, feines Vorfach und Haken, ohne Blei und Pose.
- 2. Wasserkugel für die WeiteEine teilweise gefüllte Wasserkugel bringt den leichten Köder auf Distanz und wirkt auf dem Wasser wie eine Luftblase.
- 3. Weich ablegenEin langes, dünnes Vorfach lässt das Insekt sanft aufsetzen und verscheucht weniger Fische.
Wann die Zielfische Saison haben
Kaum ChancenMöglichGutHauptsaisonWerte aus dem Fangkalender.
Wann und wo
Die Zeit der Heuschrecke ist der Hochsommer. Fliegen und Käfer sind schon früher im Sommer unterwegs, Heuschrecken folgen später.
Gute Stellen liegen an Wiesen und dicht bewachsenen Ufern. Dort landen Insekten von selbst im Wasser, und die Fische sind darauf eingestellt.
Sammle nur wenige Tiere und nie in Schutzgebieten. Zum Aufbewahren eignet sich eine Dose, aus der du die Tiere einzeln entnehmen kannst.
Frisch halten und anbieten
Frisch halten: Naturköder kühl und schattig lagern, nur so viel mitnehmen wie nötig und Reste nicht ins Gewässer kippen. Beim Anködern muss die Hakenspitze frei bleiben, damit der Anhieb greift.
Insekten oder doch ein anderer Köder?
| Köder | Tiefe | Angebot | Nimm diesen Köder, wenn … |
|---|---|---|---|
Insekten | Oberfläche | Treibend an der Oberfläche | diese Seite |
Trockenfliege | Oberfläche | Treibend mit der Strömung | du das Insekt mit der Fliegenrute nachahmen willst |
Popper | Oberfläche | Aktiv: kurze Rucke mit Pausen | du Oberflächenbisse mit der Spinnrute suchst |
Brot | Oberfläche bis Grund | Ruhend oder treibend | du an der Oberfläche angeln, aber keine Insekten sammeln willst |
Das brauchst du dazu
- Leichte RuteEine feine, eher lange Rute führt die Schnur über Uferbewuchs hinweg.
- SchnurDünne monofile Schnur; ein feines Vorfach ist wichtiger als hohe Tragkraft. Mehr dazu
- WasserkugelWurfgewicht für den fast gewichtslosen Köder.
- PolbrilleNimmt die Spiegelung von der Oberfläche, sodass du Fisch und Köder siehst.
Auf einen Blick
Redaktionelle Einschätzung, keine Messwerte.
Wenn es nicht klappt
Kein Problem, ertrunkene Insekten fangen auch. Wer oben bleiben will, klebt das Insekt auf, statt es durchzustechen.
Abstand halten, geduckt bewegen und den Köder oberhalb der Fische einsetzen.
Eine Wasserkugel als Wurfgewicht vorschalten.
Häufige Fragen
Mehr Antworten rund ums Angeln: Alle häufigen Fragen im Überblick
Welche Insekten eignen sich?
Vor allem Heuschrecken und Grashüpfer, außerdem Käfer, Fliegen und Motten. Heuschrecken sind groß genug für den Haken und schwimmen eine Weile.
Muss das Insekt leben?
Nein. Auch ertrunkene Insekten nehmen die Fische noch.
Geht das auch am Forellensee?
Die Wasserkugel mit langem Vorfach ist auch auf Forellen eine bekannte Methode. Prüf aber vorher, ob die Anlage Naturköder erlaubt.
Vor dem Angeln gelten die aktuellen Erlaubnisscheine, Landesregeln und die Gewässerordnung: Köderverbote, Hakenzahl, Schonzeiten, geschützte Arten und Fangbegrenzungen können sich unterscheiden. Lebende Köderfische sind grundsätzlich nicht erlaubt. Köderreste und Verpackungen wieder mitnehmen.
Quellen
- Blinker: Angeln mit Insekten
- Blinker: Im Bach sind die Fische auf Heuschrecken heiß
- Wikipedia (en): Fishing bait
Die Quellen erklären Begriffe und Grundprinzipien. Angebot und Werte sind redaktionelle Ausgangspunkte und hängen von Gewässer, Wetter und Köder ab.
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