Zope

Die Zope (Ballerus ballerus) ist ein hochrückiger Karpfenfisch großer Tieflandflüsse mit sehr langer Afterflosse und spitzem Kopf. Anders als ihre Verwandten frisst sie vor allem Zooplankton im Freiwasser. In Deutschland ist sie sehr selten und steht in der Roten Liste als gefährdet.

Naturkundetafel einer Zope
Naturkundetafel von AngelMomente, KI-unterstützt entworfen.
  1. Kleiner, spitz zulaufender Kopf mit endständigem, schräg nach oben gerichtetem Maul
  2. Sehr lange Afterflosse unter einer kleinen, hohen Rückenflosse
  3. Unterer Lappen der Schwanzflosse deutlich länger als der obere
Typische Größe20 bis 30 cmlaut LFV Bayern
Alterüber 10 Jahrelaichreif mit 3 bis 4 Jahren
StatusGefährdetRote Liste Deutschland 2023
MerkmalSehr lange AfterflosseMaulspalte schräg nach oben

Fangchancen im Jahresverlauf

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O–
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  • Kaum Chancen
  • Möglich
  • Gut
  • Hauptsaison
  • Laichzeit (Schonzeit beachten)

Redaktionelle Einschätzung für Gewässer in Deutschland, kein Messwert und keine Garantie. Laichzeit ist nicht gleich gesetzliche Schonzeit.

Woran du sie erkennst

Die Zope ist hochrückig gebaut und seitlich stark abgeflacht. Der Kopf ist klein, gestreckt und läuft spitz zu. Das Maul ist endständig, die Maulspalte zeigt schräg nach oben. Die Augen sitzen weit vorn. Auffällig ist die sehr lange Afterflosse, die Rückenflosse ist dagegen klein und hoch. An der Schwanzflosse ist der untere Lappen deutlich länger als der obere.

Die Flanken glänzen silbrig mit bräunlichem Schimmer, der Rücken ist dunkler, und die Flossen sind dunkel gesäumt. Der NÖ Landesfischereiverband beschreibt zusätzlich eine rötliche Kehle. Entlang der Seitenlinie sitzen nach FishBase 62 bis 77 kleine Schuppen. Üblich sind 20 bis 30 Zentimeter, als Höchstlänge nennt FishBase 49 Zentimeter.

Zope oder Zobel?

MerkmalZopeZobel
Maulendständig, Spalte schräg nach obenklein, leicht unterständig
Schnauzespitz zulaufendstumpf, über den Augen gewölbt
Schuppen entlang der Seitenlinie62 bis 7747 bis 54
Vorkommen in Deutschlandvor allem Elbe, Havel und Oder, kleiner Bestand in der DonauDonau, als eingeschleppte Art im Rhein

Am ähnlichsten ist der Zobel. Er hat ein leicht unterständiges Maul, eine stumpfe, gewölbte Schnauze und mit 47 bis 54 Stück deutlich weniger, dafür größere Schuppen entlang der Seitenlinie. Hierzulande findest du den Zobel ausschließlich in Donau und Rhein, die Zope dagegen vor allem in Elbe, Havel und Oder.

Brachse und Güster sind hochrückiger und haben eine deutlich kürzere Afterflosse. Die Güster erkennst du außerdem an gelb-orangen Flossenansätzen.

Im direkten Vergleich

Naturkundetafel: Zope (Ballerus ballerus) in Seitenansicht
ZopeKleiner, spitz zulaufender Kopf mit endständigem, schräg nach oben gerichtetem Maul
Naturkundetafel: Zobel (Weißaugenbrachse) (Ballerus sapa) in Seitenansicht
Zobel (Weißaugenbrachse)Stumpfe, über den Augen stark gewölbte Schnauze mit leicht unterständigem Maul

Wo sie lebt

Die Zope lebt in den unteren, fließenden Abschnitten großer Flüsse, also in der Barben- und Brachsenregion, und nutzt deren Altarme und Überschwemmungsflächen. Große, offene Altarme dienen ihr zur Nahrungssuche und als Wintereinstand. Dazu kommen nährstoffreiche Tieflandseen und einige Seen im Einzugsgebiet von Nord- und Ostsee. Zur Nahrungssuche zieht sie auch in ausgesüßte Meeresbereiche, an der südlichen Ostsee vor allem in die großen Flussmündungen.

In Deutschland liegen die wichtigsten Bestände laut Roter Liste in der unteren Elbe und Havel und vor allem in der unteren Oder. Dazu kommt ein kleiner Bestand in der bayerischen Donau. Wie stark das Fischsterben in der Oder im August 2022 die Zope getroffen hat, war beim Erscheinen der Roten Liste noch nicht ermittelt.

Wie sie frisst und laicht

Die Zope hält sich in kleinen Gruppen im Freiwasser auf. Anders als ihre nahen Verwandten frisst sie laut LFV Bayern hauptsächlich Zooplankton, dazu Algen und Anflugnahrung, also Insekten, die auf die Wasseroberfläche fallen.

Gelaicht wird im Frühjahr, nach dem LFV Bayern von April bis Juni. Die Fische wandern dafür teils weit flussauf, meist in die Überschwemmungsflächen der Aue. Die Eier kleben an Wasserpflanzen, manchmal auch an Kies in mäßiger Strömung. Ein Weibchen legt laut HELCOM 5000 bis 20.000 Eier, die Männchen bewachen oft Laichreviere am Ufer. Die Jungfische wachsen in Altwassern und überfluteten Uferzonen auf.

Nach HELCOM wird die Zope mit drei bis vier Jahren geschlechtsreif. FishBase gibt an, dass sie älter als zehn Jahre werden kann.

Gibt es eine Saison?

Eine Angelsaison im üblichen Sinn gibt es für die Zope nicht. Weil sie selten und gefährdet ist, führen wir sie nicht als Zielfisch. Im Fangkalender stehen deshalb alle Monate auf null.

Im Frühjahr ziehen laichbereite Fische in die Auen und Überschwemmungsflächen. Im Winter stehen Zopen in großen, offenen Altarmen.

Die Monatsübersicht aller Arten und den Wassertemperatur-Check findest du im Fangkalender.

Was du bei einem Beifang tust

Die Zope wird nicht gezielt beangelt. Als Beifang ist sie am ehesten dort zu erwarten, wo sie lebt: in großen Tieflandflüssen und ihren Altarmen.

Löse den Haken möglichst im Wasser, fasse den Fisch nur mit nassen Händen an und setze ihn sofort zurück. Präge dir Afterflosse und Maulstellung ein. So erkennst du die Art beim nächsten Mal und trennst sie von Brachse und Güster.

Auf Afterflosse und Maul achten: Eine sehr lange Afterflosse, ein spitzer Kopf und ein schräg nach oben zeigendes Maul sprechen für die Zope. Brachse und Güster haben eine deutlich kürzere Afterflosse.

Beifang kurz halten: Lass den Fisch im Wasser, verzichte auf lange Fotopausen an Land und setze ihn zügig zurück.

Passende Köder

Für diese Art zeigen wir bewusst keine Köder.

Gefährdet und sehr selten: nicht gezielt beangeln, einen Beifang sofort schonend zurücksetzen und das Landesrecht beachten.

Alle Köder im Überblick

Was du beachten musst

Die Zope steht in der Roten Liste Deutschlands von 2023 als gefährdet, ihr Bestand gilt als sehr selten. In der vorherigen Liste stand sie noch auf der Vorwarnliste. In Niederösterreich ist sie laut dem dortigen Landesfischereiverband ganzjährig geschont. Ob und wie sie in deinem Gewässer geschützt ist, regelt das Landesrecht.

Schonzeiten, Mindestmaße und Entnahmefenster legen die Bundesländer fest. Sie unterscheiden sich je nach Land, Gewässertyp und Jahreszeit. Deshalb nennen wir keine starren Zahlen: Verbindlich sind stets die Fischereiverordnung deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein. Eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender.

Für maßige Fische, die entnommen werden dürfen, gilt die Pflicht zur sofortigen, tierschutzgerechten Betäubung und Tötung. Geschonte, untermaßige oder im Rahmen eines Entnahmefensters zu große Exemplare müssen mit nassen Händen äußerst schonend direkt im Wasser gelöst und zurückgesetzt werden.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie unterscheide ich Zope und Zobel?

Die Zope hat ein endständiges, schräg nach oben gerichtetes Maul und kleine Schuppen, 62 bis 77 entlang der Seitenlinie. Der Zobel hat ein leicht unterständiges Maul, eine stumpfe Schnauze und deutlich größere Schuppen.

Wo kommt die Zope in Deutschland vor?

Vor allem in der unteren Elbe, der Havel und der unteren Oder. Dazu kommt ein kleiner Bestand in der bayerischen Donau.

Darf ich eine Zope mitnehmen?

Das regelt das Landesrecht. Weil die Art gefährdet und sehr selten ist, raten wir, eine gefangene Zope schonend zurückzusetzen.

Quellen

Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).

KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.

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