Der Europäische Stör (Acipenser sturio) ist ein Wanderfisch, der im Meer lebt und zum Laichen in große Flüsse aufsteigt. In Deutschland gilt er als ausgestorben oder verschollen. Er ist streng geschützt und kein Zielfisch.
- Fünf Längsreihen großer Knochenschilde entlang des Körpers
- Vier Barteln in einer Querreihe vor dem unterständigen, vorstülpbaren Maul
- Asymmetrische (heterozerke) Schwanzflosse mit verlängertem oberem Lappen
Fangchancen im Jahresverlauf
- Kaum Chancen
- Möglich
- Gut
- Hauptsaison
- Laichzeit (Schonzeit beachten)
Redaktionelle Einschätzung für Gewässer in Deutschland, kein Messwert und keine Garantie. Laichzeit ist nicht gleich gesetzliche Schonzeit.
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Woran du ihn erkennst
Der Europäische Stör hat einen langgestreckten Körper ohne Schuppen. Stattdessen trägt er fünf Längsreihen von Knochenschilden: eine auf dem Rücken, je eine an den Flanken und zwei am Bauch. Die Schnauze ist lang und spitz.
Das Maul sitzt auf der Unterseite und lässt sich vorstülpen. Davor stehen vier Barteln in einer Querreihe, etwa auf halbem Weg zwischen Schnauzenspitze und Maul. Die Schwanzflosse ist asymmetrisch, der obere Lappen ist länger. Die Art kann über 3 Meter lang und mehr als 300 Kilogramm schwer werden.
Der Atlantische Stör (Acipenser oxyrinchus), der in der Ostsee heimisch war und in der Oder wieder angesiedelt wird, sieht dem Europäischen Stör sehr ähnlich. Der Sterlet, der oft in Baggerseen besetzt wird, bleibt mit etwa einem Meter deutlich kleiner und hat gefranste Barteln.
Im direkten Vergleich


Wo er steht
Den größten Teil seines Lebens verbringt der Stör im Meer, in Küstennähe und in Flussmündungen, meist in 5 bis 60 Metern Tiefe über sandig-schlammigem Grund. Zum Laichen steigt er in große, tiefe Flüsse mit starker Strömung und Kiesgrund auf.
Früher kam er in allen größeren Nordseezuflüssen vor. Heute gibt es nur noch eine Restpopulation in der Gironde in Frankreich. Seit 2008 werden jedes Jahr Jungstöre in der Elbe ausgesetzt. 2021 wurden dort erstmals Rückkehrer nachgewiesen, eine Fortpflanzung ist noch nicht belegt.
Standplätze im Bild
Wähle eine Jahreszeit: Der Fisch zeigt, wo die Art dann steht. Rot beschriftete Stellen gelten nur in der gewählten Zeit. Das Bild ist schematisch, jedes Gewässer ist anders.
An der Küste
- Sandiger Grund
Den größten Teil seines Lebens verbringt der Europäische Stör im Meer, meist küstennah und in Flussmündungen. Er hält sich am Grund über sandigen und schlammigen Böden auf und nimmt dort seine Nahrung auf. Die Art ist streng geschützt.
Frühjahr: Ab April verlassen laichreife Störe das Meer und steigen in die großen Flüsse auf.
Sommer: In diese Zeit fällt die Laichzeit, Schonzeiten beachten.
Herbst:
Winter:
Im Fluss
- Gumpen, tiefe Stelle
- Freie Strömung in der Flussmitte
Im Fluss nutzt der Stör tiefe Kolke als Ruhezonen und Einstände. Jungstöre bleiben zwei bis vier Jahre im Fluss und im Bereich der Mündung, bevor sie ins Meer abwandern.
Frühjahr: Die Wanderung zu den Laichplätzen beginnt ab April.
Sommer: In diese Zeit fällt die Laichzeit, Schonzeiten beachten. Von Mai bis Juli laichen Störe in großen, tiefen Flüssen über steinig-kiesigem Grund, im Hauptstrom oder in Rinnen mit starker Strömung. Danach kehren die Elterntiere ins Meer zurück.
Herbst:
Winter: Abwandernde Tiere nutzen tiefe Kolke als Winterlager.
Tiefe: FishBase nennt 4 bis 93 Meter, meist 5 bis 60 Meter. Der WWF gibt für das Meer meist 40 bis 100 Meter an.
Wie er lebt und laicht
Der Stör nimmt seine Nahrung am Gewässerboden auf: Würmer, Krebse, Schnecken, Muscheln, Mückenlarven und kleine Fische.
Geschlechtsreif wird er je nach Geschlecht mit 10 bis 17 Jahren. Die Laichwanderung beginnt ab April, gelaicht wird von Mai bis Juli. Die Jungstöre bleiben zwei bis vier Jahre im Unterlauf und wandern dann ins Meer.
Gibt es eine Saison?
Für den Europäischen Stör gibt es keine Angelsaison. Die Art ist ganzjährig geschützt.
Als Beifang kann ein Stör in Elbe, Oder oder an der Küste an den Haken gehen.
Die Monatsübersicht aller Arten und den Wassertemperatur-Check findest du im Fangkalender.
Was du bei einem Beifang tust
Der Europäische Stör wird nicht gezielt beangelt.
Bei einem Beifang drillst du zügig, lässt den Fisch im Wasser und löst den Haken dort. Hebe ihn nicht an Kiemen oder Schwanz. Halte ihn in der Strömung, bis er selbst wegschwimmt.
Im Wasser lösen: Löse den Haken im Wasser und verzichte auf Fotos an Land.
Fang weitergeben: Besatzstöre sind markiert. Notiere Datum, Ort, geschätzte Länge und eine sichtbare Marke und gib die Angaben an die Fischereibehörde weiter.
Passende Köder
Für diese Art zeigen wir bewusst keine Köder.
Streng geschützt: gezieltes Angeln ist in ganz Europa verboten. Einen versehentlich gehakten Stör sofort schonend zurücksetzen.
Was du beachten musst
Der Europäische Stör ist in der Roten Liste Deutschlands von 2023 als ausgestorben oder verschollen geführt und steht in den Anhängen II und IV der FFH-Richtlinie. Er darf weder gezielt beangelt noch entnommen werden.
Schonzeiten, Mindestmaße und Entnahmefenster legen die Bundesländer sowie die Fischereibehörden der Anrainerstaaten (Dänemark, Norwegen, Polen) fest. Sie variieren je nach Gewässertyp, Küstenabschnitt und Jahreszeit. Deshalb nennen wir keine starren Zahlen: Verbindlich sind stets die Fischereiverordnung deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein. Eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender.
Für maßige Fische, die entnommen werden dürfen, gilt die Pflicht zur sofortigen, tierschutzgerechten Betäubung und Tötung. Geschonte, untermaßige oder im Rahmen eines Entnahmefensters zu große Exemplare müssen mit nassen Händen äußerst schonend direkt im Wasser gelöst und zurückgesetzt werden.
Häufige Fragen (FAQ)
Darf ich den Europäischen Stör beangeln?
Nein. Die Art ist streng geschützt. Ein Beifang wird sofort und schonend zurückgesetzt.
Gibt es in Deutschland wieder Störe?
In der Elbe werden seit 2008 Europäische Störe ausgesetzt, in der Oder Atlantische Störe.
Wie groß und alt wird der Stör?
Er kann über 3 Meter lang werden. Das Bundesamt für Naturschutz nennt eine Lebenserwartung von 40 Jahren.
Quellen
Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).
- Wikipedia: Europäischer Stör (Merkmale, Größe, Gefährdung, Wiederansiedlung, FFH-Anhänge)
- FishBase: Acipenser sturio (Tiefe, Barteln, Knochenschilde, Höchstalter)
- Bundesamt für Naturschutz: Artenporträt Acipenser sturio (Schutzstatus, Lebenszyklus, Besatz in der Elbe)
- Rote-Liste-Zentrum: Europäischer Stör (Rote Liste der Süßwasserfische Deutschlands 2023: ausgestorben oder verschollen)
- Leibniz-IGB: Der Stör kehrt zurück in Elbe und Oder (Interview zum Wiederansiedlungsprogramm, 2021)
- Bundesamt für Naturschutz: Wiederansiedlung Baltischer Störe (Besatz in der Oder, Markierung, Monitoring)
- Blinker: Steckbrief Stör (Störarten, Sterlet, Lebensweise)
- Wikipedia: Sterlet (gefranste Barteln)
- WWF-Artenlexikon: Europäischer Stör (Lebensraum im Meer, Laichplätze)
- Hessen-Forst FENA / HLNUG: Artensteckbrief Stör (Acipenser sturio), Stand 2006
- Taverny et al. 2002, Journal of Applied Ichthyology (INRAE/HAL): Habitat selection by juvenile European sturgeon Acipenser sturio in the Gironde estuary (Telemetrie, Tag-Nacht-Vergleich)
- Acolas et al. 2012, Journal of Experimental Marine Biology and Ecology (INRAE/HAL): Downstream migration patterns of one-year-old hatchery-reared European sturgeon (Telemetrie)
KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.
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