Sterlet

Der Sterlet (Acipenser ruthenus) ist ein kleiner Stör, der sein ganzes Leben im Süßwasser verbringt. In Deutschland lebt nur ein kleiner Restbestand in der unteren bayerischen Donau, die Art gilt als vom Aussterben bedroht. Sterlets in Baggerseen und Teichen stammen aus Besatz.

Naturkundetafel eines Sterlets
Naturkundetafel von AngelMomente, KI-unterstützt entworfen.
  1. Schmale, spitze Schnauze mit vier langen, gefransten Barteln
  2. Seitenreihe mit 56 bis 71 dicht stehenden, hellen Knochenschilden
  3. Gestreckter, haiähnlicher Körper mit spitz zulaufender Schwanzflosse
Typische Größeum 40 cmhöchstens etwa 1,2 m
Alterbis 36 Jahrelaut FishBase
StatusVom Aussterben bedrohtRote Liste Deutschland 2023
MerkmalGefranste Barteln56 bis 71 Seitenschilde

Fangchancen im Jahresverlauf

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  • Kaum Chancen
  • Möglich
  • Gut
  • Hauptsaison
  • Laichzeit (Schonzeit beachten)

Redaktionelle Einschätzung für Gewässer in Deutschland, kein Messwert und keine Garantie. Laichzeit ist nicht gleich gesetzliche Schonzeit.

Woran du ihn erkennst

Der Sterlet hat einen lang gestreckten Körper, der an einen kleinen Hai erinnert, und eine spitz zulaufende Schwanzflosse. Statt Schuppen trägt er fünf Längsreihen von Knochenschilden auf Rücken, Flanken und Bauch. Die Seitenreihen sind mit 56 bis 71 Schilden sehr dicht besetzt. FishBase nennt diese hohe Zahl als Merkmal, das ihn von anderen europäischen Stören unterscheidet. Rücken und Flanken sind beige, die Schilde an Flanken und Bauch sehr hell, fast weiß.

Die Schnauze ist schmal und spitz. Vor dem Maul hängen vier lange, deutlich gefranste Barteln, und die Unterlippe ist in der Mitte gespalten. Üblich sind laut FishBase etwa 40 Zentimeter. Als Höchstmaß nennt der NÖ Landesfischereiverband 1,20 Meter, FishBase 1,25 Meter bei 16 Kilogramm.

Mit dem Europäischen Stör und dem Russischen Stör ist der Sterlet am ehesten zu verwechseln, solange die Fische klein sind. Am sichersten ist der Blick auf die Seitenreihe: FishBase nennt für den Sterlet 56 bis 71 Seitenschilde, für den Europäischen Stör 24 bis 39 und für den Russischen Stör 24 bis 44. Dazu kommen beim Sterlet die gefransten Barteln.

Der Sibirische Stör hat laut FishBase 32 bis 59 Seitenschilde. Der NÖ Landesfischereiverband warnt, dass Besatz mit fremden Störarten oder standortfremden Stämmen den heimischen Sterlet gefährdet, weil Störe zur Kreuzung neigen. Nicht jeder kleine Stör in einem Teich ist deshalb ein reiner Sterlet.

Im direkten Vergleich

Naturkundetafel: Sterlet (Acipenser ruthenus) in Seitenansicht
SterletSeitenreihe mit 56 bis 71 dicht stehenden, hellen Knochenschilden
Naturkundetafel eines Europäischen Störs mit Knochenschilden und Barteln
Europäischer StörFünf Längsreihen großer Knochenschilde entlang des Körpers

Wo er lebt

Anders als die meisten Störe lebt der Sterlet ganz im Süßwasser und gelangt nur ausnahmsweise ins Brackwasser. Er lebt in großen Flüssen, meist in der Strömung und in tiefem Wasser, und zieht zum Fressen in überschwemmte Bereiche. Ursprünglich besiedelt er die Zuflüsse von Schwarzem, Asowschem und Kaspischem Meer sowie sibirische Ströme vom Ob bis zum Jenissei.

Früher war er in Deutschland auf der ganzen Länge der Donau verbreitet, dazu in den unteren Abschnitten größerer Nebenflüsse. Heute lebt laut Roter Liste nur noch eine kleine Population im untersten deutschen Donauabschnitt, die sich wahrscheinlich ohne Besatz erhält. Auf österreichischer Seite beschreibt der NÖ Landesfischereiverband einen sich selbst erhaltenden Bestand unterhalb des Kraftwerks Jochenstein.

Außerhalb seines Verbreitungsgebiets wurde der Sterlet laut FishBase in ganz Europa eingeführt, ohne dass sich dauerhafte Bestände bildeten. Nach der Zeitschrift Blinker wird er in Mitteleuropa gern in Baggerseen besetzt.

Wie er lebt und laicht

Der Sterlet frisst überwiegend wirbellose Bodentiere wie Würmer, Schnecken, Insektenlarven und Muscheln. Im Winter sammelt er sich in tiefen Gruben am Grund und ist kaum aktiv. Bricht im Frühjahr das Eis auf, verlässt er die Gruben und zieht flussauf zu den Laichplätzen.

Gelaicht wird nach dem NÖ Landesfischereiverband von April bis Juni, meist über Kies in starker Strömung, seltener über Kies und Sand oder auf überschwemmten Flächen. Die Jungfische bleiben im ersten Sommer im Fluss. Erwachsene Sterlets werden nicht jedes Jahr laichreif, was die Zahl der Laichfische zusätzlich begrenzt. FishBase nennt ein Höchstalter von 36 Jahren.

Gibt es eine Saison?

Für den Sterlet gibt es keine Angelsaison. Er ist in Deutschland vom Aussterben bedroht, deshalb stehen im Fangkalender alle Monate auf null.

In der bayerischen Donau läuft ein Artenhilfsprogramm mit Donau-stämmigen Fischen. Im Oktober 2025 wurden bei Vilshofen 993 junge Sterlets besetzt, von 2024 bis 2027 sollen es mindestens 1500 werden. Alle Fische tragen einen Chip und eine orange Farbmarke auf der Unterseite der Schnauze.

Die Monatsübersicht aller Arten und den Wassertemperatur-Check findest du im Fangkalender.

Was du bei einem Beifang tust

Der Sterlet wird nicht gezielt beangelt. Als Beifang kann er beim Grundangeln an der Donau oder in einem Besatzgewässer an den Haken gehen.

Löse den Haken im Wasser und hebe den Fisch nicht an Kiemen oder Schwanz an. Achte auf eine orange Markierung unter der Schnauze und fotografiere sie, bevor du ihn zurücksetzt. Markierte Fische stammen aus dem Artenhilfsprogramm in der Donau, das der Bezirk Niederbayern und die bayerische Fischereiabgabe finanzieren.

Seitenschilde zählen: Sehr viele, dicht stehende Schilde in der Seitenreihe und gefranste Barteln sprechen für den Sterlet. Ein Foto der Flanke reicht, um später in Ruhe nachzuzählen.

Im Wasser lösen: Lass den Fisch im Wasser und verzichte auf Fotos an Land. Ein Bild im Wasser mit sichtbarer Schnauze genügt für eine spätere Bestimmung.

Passende Köder

Für diese Art zeigen wir bewusst keine Köder.

Vom Aussterben bedroht: nicht gezielt beangeln, einen Beifang sofort schonend zurücksetzen und das Landesrecht beachten.

Alle Köder im Überblick

Was du beachten musst

Der Sterlet steht in der Roten Liste Deutschlands von 2023 als vom Aussterben bedroht. Alle Störarten, die nicht in Anhang IV stehen, also auch der Sterlet, sind in Anhang V der FFH-Richtlinie aufgeführt. Nach dem Bundesamt für Naturschutz dürfen Anhang-V-Arten nur genutzt werden, wenn das mit einem günstigen Erhaltungszustand vereinbar ist. Im internationalen Handel ist er laut FishBase in Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) gelistet.

Ob ein Sterlet aus einem Besatzgewässer entnommen werden darf, regeln Landesrecht, Gewässerordnung und Erlaubnisschein. Einen Sterlet aus der Donau setzt du in jedem Fall sofort zurück.

Schonzeiten, Mindestmaße und Entnahmefenster legen die Bundesländer fest. Sie unterscheiden sich je nach Land, Gewässertyp und Jahreszeit. Deshalb nennen wir keine starren Zahlen: Verbindlich sind stets die Fischereiverordnung deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein. Eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender.

Für maßige Fische, die entnommen werden dürfen, gilt die Pflicht zur sofortigen, tierschutzgerechten Betäubung und Tötung. Geschonte, untermaßige oder im Rahmen eines Entnahmefensters zu große Exemplare müssen mit nassen Händen äußerst schonend direkt im Wasser gelöst und zurückgesetzt werden.

Häufige Fragen (FAQ)

Ist der Sterlet ein heimischer Fisch?

Ja, aber nur in der Donau. Dort lebt im untersten deutschen Abschnitt ein kleiner Restbestand. Sterlets in anderen Gewässern gehen auf Besatz zurück.

Wie unterscheide ich den Sterlet von anderen Stören?

Am sichersten an der Zahl der Seitenschilde: 56 bis 71 beim Sterlet, deutlich weniger beim Europäischen, Russischen und Sibirischen Stör. Dazu kommen die gefransten Barteln.

Darf ich einen Sterlet aus dem Baggersee mitnehmen?

Das regeln Landesrecht, Gewässerordnung und Erlaubnisschein. Weil die Art in Deutschland vom Aussterben bedroht ist, raten wir zum schonenden Zurücksetzen.

Quellen

Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).

KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.

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