Der Russische Stör (Acipenser gueldenstaedtii), auch Waxdick oder Donaustör genannt, ist ein Wanderfisch aus dem Schwarzen, dem Asowschen und dem Kaspischen Meer. Die IUCN führt ihn als vom Aussterben bedroht. Er ist kein Zielfisch, wird aber als Kaviarlieferant in vielen Ländern gezüchtet.
- Fünf Reihen Knochenschilde, an den Flanken 24 bis 44 Schilde je Seite
- Kleine sternförmige Knochenplättchen zwischen den Schildreihen
- Unterlippe in der Mitte unterbrochen, Maul unterständig
Fangchancen im Jahresverlauf
- Kaum Chancen
- Möglich
- Gut
- Hauptsaison
- Laichzeit (Schonzeit beachten)
Redaktionelle Einschätzung für das Heimatrevier (Schwarzes, Asowsches und Kaspisches Meer mit Zuflüssen), kein Messwert und keine Garantie. Verbindlich sind die Regeln des Reiselandes.
Woran du ihn erkennst
Wie alle Störe hat der Russische Stör keine Schuppen, sondern fünf Längsreihen von Knochenschilden: auf dem Rücken 7 bis 19, an jeder Flanke 24 bis 44 und an jeder Bauchseite 6 bis 13. Dazwischen liegen Reihen kleiner, sternförmiger Knochenplättchen. Das Maul sitzt auf der Unterseite, die Unterlippe ist in der Mitte unterbrochen.
Der Rücken ist olivgrau, die Flanken sind heller, der Bauch ist weiß. Üblich sind Längen um 145 Zentimeter. FishBase nennt als Höchstwerte 236 Zentimeter, 115 Kilogramm und 46 Jahre.
In Mitteleuropa begegnen Angler vor allem dem Sterlet. Er hat eine schmale, spitze Schnauze mit vier langen, gefransten Barteln und an jeder Flanke 56 bis 71 Knochenschilde, deutlich mehr als der Russische Stör. Der heimische Europäische Stör trägt an den Flanken 24 bis 39 Schilde und zwischen den Reihen rautenförmige statt sternförmige Plättchen.
In europäischen Zuchtanlagen werden mehrere Störarten und auch Kreuzungen gehalten. Behandle jeden Stör so, als wäre er streng geschützt.
Wo er lebt
Die Heimat des Russischen Störs sind das Schwarze Meer, das Asowsche Meer und das Kaspische Meer mit ihren Zuflüssen. Für Österreich wird die Art in der Fischfauna der Donau geführt. Es gibt Wanderformen, die im Meer leben und zum Laichen in die Flüsse ziehen, und Bestände, die ganz im Süßwasser bleiben.
Im Meer hält er sich in flachen Küsten- und Mündungszonen auf, meist in 10 bis 25 Metern Tiefe, überwiegend in Ufernähe über Sand und Schlamm. Im Fluss bewohnt er die tiefen Abschnitte großer Ströme mit mäßiger bis starker Strömung.
Wie er lebt und laicht
Der Russische Stör frisst am Grund: Muscheln und Schnecken, Krebse und kleine Fische. Meist lebt er als Einzelgänger. Zum Überwintern und auf der Laichwanderung sammelt er sich in größeren Gruppen.
Von April bis Juni steigen die Fische in die Flüsse auf, einige wenige im Herbst. Gelaicht wird auf Stein- oder Kiesgrund in großen, tiefen Flüssen mit starker Strömung von 1 bis 1,5 Metern pro Sekunde. Die natürliche Fortpflanzung reicht heute nicht mehr aus, die Bestände werden vor allem durch künstliche Vermehrung gestützt.
Gibt es eine Saison?
Für den Russischen Stör gibt es keine Angelsaison. Die Art ist vom Aussterben bedroht und wird nicht gezielt befischt.
Als Beifang kann ein Stör im Frühjahr und Frühsommer während der Laichwanderung in den Flüssen am Haken hängen. Störe werden in Europa in großem Stil gezüchtet: Italien erzeugte 2013 rund 25 Tonnen Kaviar, etwa ein Fünftel davon vom Russischen Stör.
Was du bei einem Beifang tust
Der Russische Stör wird nicht gezielt beangelt.
Hängt ein Stör als Beifang, drillst du zügig, lässt ihn im Wasser und löst den Haken dort. Hebe ihn nicht an Kiemen oder Schwanz aus dem Wasser. Halte ihn mit dem Kopf gegen die Strömung, bis er selbst wegschwimmt. Lässt sich der Haken nicht lösen, schneide die Schnur dicht am Maul ab.
Notiere Datum, Ort, geschätzte Länge und eine sichtbare Marke und melde den Fang der zuständigen Fischereibehörde. Störe aus Wiederansiedlungsprogrammen sind markiert, und jede Meldung hilft, die Bestände zu verfolgen.
Schilde zählen: Ein Foto der Flanke reicht oft, um später die Zahl der Knochenschilde zu zählen. So lässt sich ein Sterlet von einem Russischen oder Europäischen Stör unterscheiden, ohne den Fisch lange festzuhalten.
Kein Kaviar im Gepäck: Wer im Schwarzmeer- oder Kaspiraum reist, sollte Kaviar nur mit den nötigen Genehmigungen kaufen und einführen.
Passende Köder
Für diese Art zeigen wir bewusst keine Köder.
Vom Aussterben bedroht (IUCN) und nach CITES geschützt: nicht gezielt beangeln, Beifang sofort schonend im Wasser zurücksetzen.
Schutz, Handel und Kaviar
Die IUCN führt den Russischen Stör seit ihrer Bewertung von 2019 als vom Aussterben bedroht (Critically Endangered). Nach der Neubewertung von 2022 sind alle noch lebenden Störarten gefährdet, vor allem durch Staudämme und Wilderei. Laut Bundesamt für Naturschutz ist keine andere Fischgruppe weltweit so bedroht wie die Störe.
Alle Störartigen stehen seit 1998 in den Anhängen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES), der Russische Stör in Anhang II. Für Kaviar gelten Kennzeichnungs- und Genehmigungspflichten, die die EU in eigenes Recht übernommen hat. Das Bundesamt für Naturschutz warnt ausdrücklich: kein Kaviar aus dem Urlaub ohne Genehmigung.
Für die heimischen Störe gilt in Deutschland strenger Schutz, geregelt im Bundesnaturschutzgesetz und in den Fischereigesetzen der Länder. Was für einen gefangenen Russischen Stör gilt, regeln die Fischereiverordnung deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein. Eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender. In den Herkunftsländern ist die zuständige Fischerei- und Naturschutzbehörde vor Ort maßgeblich.
Häufige Fragen (FAQ)
Darf ich einen Russischen Stör angeln?
Nein, er ist kein Zielfisch. Die Art ist vom Aussterben bedroht und international geschützt. Ein Beifang wird sofort schonend im Wasser zurückgesetzt.
Wie unterscheide ich ihn vom Sterlet?
Der Sterlet hat gefranste Barteln, eine schmale, spitze Schnauze und 56 bis 71 Schilde an jeder Flanke. Der Russische Stör hat nur 24 bis 44.
Darf ich Kaviar aus dem Urlaub mitbringen?
Nur mit den nötigen Genehmigungen. Alle Störartigen stehen seit 1998 unter dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen, Kaviar muss gekennzeichnet sein.
Quellen
Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).
- FishBase: Acipenser gueldenstaedtii, Danube sturgeon
- FishBase: Acipenser ruthenus, Sterlet
- FishBase: Acipenser sturio, Sturgeon
- Bundesamt für Naturschutz: CITES, Kaviar
- Bundesamt für Naturschutz: Schutz der Störe
- IUCN: Pressemitteilung zur Neubewertung der Störe (Juli 2022)
- PLoS One 2022 (Zangl et al.): A comprehensive DNA barcode inventory of Austria’s fish species (Volltext, Europe PMC)
- Viruses 2024 (Bondavalli et al.): Detection of Acipenser European Iridovirus in Sturgeon Farms in Northern Italy (Volltext, Europe PMC)
KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.
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