Der Segelfisch (Istiophorus platypterus) trägt eine hohe, segelartige Rückenflosse, die ihn von allen Marlinen unterscheidet. Anders als die meisten seiner Verwandten kommt er oft nah an Küsten, Inseln und Riffe. Vor Nordwestaustralien sammelt er sich jedes Jahr im Winter und Frühling der Südhalbkugel in großer Zahl.
- Sehr hohe, segelartige erste Rückenflosse, blauschwarz mit vielen dunklen Punkten
- Langer, schlanker Speer mit rundem Querschnitt
- Sehr lange, schmale Bauchflossen und etwa 20 senkrechte Reihen blauer Punkte an den Flanken
Fangchancen im Jahresverlauf
- Kaum Chancen
- Möglich
- Gut
- Hauptsaison
- Laichzeit (Schonzeit beachten)
Redaktionelle Einschätzung für das Heimatrevier (Nordwestaustralien (Broome, Dampier, Exmouth)), kein Messwert und keine Garantie. Verbindlich sind die Regeln des Reiselandes.
Woran du ihn erkennst
Der Segelfisch ist schlank, langgestreckt und seitlich abgeflacht. Sein Oberkiefer läuft in einen sehr langen, dünnen Speer mit rundem Querschnitt aus. Unverwechselbar ist die erste Rückenflosse: Sie ist sehr groß, hoch wie ein Segel und lässt sich in eine Rinne am Rücken einklappen. Die Bauchflossen sind auffallend lang und schmal.
Der Rücken ist dunkelblau, die Flanken bräunlich bis bläulich, der Bauch silbern. Über die Seiten ziehen etwa 20 senkrechte Reihen aus hellblauen Punkten. Die Haut des Segels ist blauschwarz mit vielen dunklen Flecken.
Laut FishBase erreicht der Segelfisch bis 348 Zentimeter Gabellänge und gut 100 Kilogramm, das höchste bekannte Alter liegt bei 13 Jahren. Vor Broome wogen laut einer Auswertung von Markierungsdaten fast neun von zehn freigelassenen Fischen zwischen 11 und 25 Kilogramm.
Junge Marline tragen ebenfalls eine hohe Rückenflosse. Laut der Fischereibehörde von North Carolina behält aber nur der Segelfisch dieses Segel ein Leben lang, deshalb können vor allem kleine Marline verwechselt werden. Beim Blauen Marlin ist der vordere Teil der ersten Rückenflosse niedriger als der Körper hoch ist. Der Schwertfisch hat ein flaches Schwert und keine Bauchflossen.
Wo er steht
Der Segelfisch lebt im warmen Oberflächenwasser tropischer und gemäßigter Meere, meist oberhalb der Sprungschicht, der Grenze zwischen warmem Oberflächenwasser und kühlerem Tiefenwasser. FishBase führt Istiophorus platypterus für den Indischen Ozean und den Pazifik. Über den Suezkanal ist er aus dem Roten Meer ins Mittelmeer gelangt.
Anders als die meisten Marline sammelt er sich oft in recht flachem, nährstoffreichem Küstenwasser unter 150 Metern Tiefe und hält sich gern nahe Küsten, Inseln und Riffen auf. Bekannte Sammelgebiete liegen laut einer Studie im Journal der Royal Society of Western Australia an der Pazifikküste Mittelamerikas, vor Malaysia, im Great Barrier Reef und vor Nordwestaustralien um Dampier und Broome.
Wie er jagt und laicht
Segelfische fressen vor allem Fische, daneben Krebstiere und Kopffüßer, bevorzugt Schwarmfische wie Sardinen, Sardellen und Makrelen. Nach Beobachtungen, die das Australian Museum wiedergibt, folgen sie einem Schwarm erst mit halb eingeklappten Flossen. Beim Angriff legen sie die Flossen ganz an, spreizen sie dann bei einer scharfen Wendung, schlagen mit dem Speer in den Schwarm und fressen die betäubten Fische, meist mit dem Kopf voran. An der US-Atlantikküste beschreibt die Fischereibehörde von North Carolina Trupps, die einen Schwarm umkreisen und mit ihren Segeln einkesseln. Gejagt wird dort vor allem bei Tageslicht.
Im tropischen Pazifik laicht der Segelfisch laut FishBase fast das ganze Jahr, am stärksten im jeweiligen Sommer. Dabei schwimmen Männchen und Weibchen paarweise, oder zwei bis drei Männchen folgen einem Weibchen.
Segelfische bilden vermutlich Trupps aus gleich großen Tieren. Vor Broome und Dampier nahm das mittlere Gewicht der markierten Fische im Lauf der Saison zu. Die Autoren der Studie deuten das so, dass viele Fische einige Monate in der Gegend bleiben.
Wann und wo die Saison ist
Die Saisonangaben gelten für Nordwestaustralien. Die wichtigsten Orte für das Angeln auf Segelfisch sind Broome, Dampier und Exmouth, dazu kommen die abgelegenen Rowley Shoals vor Broome. Größere Fische werden laut der Studie bei den Rowley Shoals und im Exmouth Gulf gefangen als vor Broome und Dampier.
Vor Broome lassen sich Segelfische in den meisten Monaten fangen. Die Charterdaten aus 1996 bis 2004 zeigen eine klare Saison von Juni bis Oktober mit dem Höhepunkt von Juli bis September, also im Winter und Frühling der Südhalbkugel. Im Herbst, von März bis Mai, gehen nur wenige Segelfische an den Haken.
Wie er gefangen wird
Gefangen wird der Segelfisch vom Boot aus, meist beim Schleppangeln mit Kunstködern oder natürlichen Ködern. In der australischen Studie gilt ein Fisch als gesichtet, wenn er einem Köder oder Kunstköder hinter dem Boot folgt. An der US-Atlantikküste werden laut der Fischereibehörde von North Carolina Kunstköder und Köderfische wie Meeräsche, Spanische Makrele, Bonito und Halbschnabelhecht geschleppt.
Weil Segelfische vor allem Schwarmfische fressen und küstennah stehen, lohnt sich die Suche dort, wo Futterfische stehen. Vor Broome konzentrieren sich die Fänge laut Charter-Logbüchern auf ein Gebiet von nur 30 bis 40 Quadratseemeilen.
Freilassen vorbereiten: Vor Nordwestaustralien werden fast alle Segelfische freigelassen. NOAA Fisheries rät für alle Billfische, den Fisch im Wasser zu lassen, Kreishaken zu verwenden und mit kräftigem Gerät kurz zu drillen.
Markierung nutzen: Viele Fische werden vor dem Freilassen markiert. Gewicht, Ort und Datum, die dabei notiert werden, helfen der Forschung, Saison und Bestand zu verfolgen.
Passende Köder
Geschleppte Kunstköder und natürliche Köderfische wie Meeräsche oder Halbschnabelhecht.
Mehr dazu: Hardbaits: Wobbler & Oberflächenköder, Tierische Naturköder.
Vor Nordwestaustralien werden fast alle Segelfische freigelassen; Kreishaken erleichtern das Lösen
Lizenz, Regeln und Freilassen
In Western Australia brauchst du für jedes Angeln von einem Motorboot die Recreational Fishing from Boat Licence (RFBL). Lizenzen anderer australischer Bundesstaaten gelten dort nicht. Wer auf einem lizenzierten Charterboot oder bei einem lizenzierten Touranbieter mitfischt, braucht keine eigene RFBL. Für Marline, Segelfische und Speerfische gilt jeweils eine tägliche Fangbegrenzung, untermaßige oder geschützte Fische gehören sofort und möglichst unverletzt zurück ins Wasser.
Die aktuellen Regeln stehen im Recreational Fishing Guide des Fischereiministeriums von Western Australia. Verbindlich sind die Behörden vor Ort, also das Department of Primary Industries and Regional Development (DPIRD). In Meeresschutzgebieten gelten meist zusätzliche Regeln.
Freilassen ist in der Region üblich: Laut der Studie werden vor Broome, Dampier und Exmouth praktisch alle Segelfische markiert und freigelassen oder nur freigelassen. Die Weltnaturschutzunion IUCN führt die Art als gefährdet.
Häufige Fragen (FAQ)
Wann ist die beste Zeit für Segelfisch vor Broome?
Von Juni bis Oktober, mit dem Höhepunkt von Juli bis September. Einzelne Fische gibt es fast das ganze Jahr.
Wie unterscheide ich einen Segelfisch von einem jungen Marlin?
Am Segel. Junge Marline haben zwar auch eine hohe Rückenflosse, aber nur beim Segelfisch ist sie so groß, blauschwarz mit dunklen Punkten und bleibt ein Leben lang erhalten.
Brauche ich in Western Australia eine Lizenz?
Für das Angeln vom eigenen oder gemieteten Motorboot ja, die Recreational Fishing from Boat Licence. Auf einem lizenzierten Charterboot ist keine eigene Lizenz nötig.
Quellen
Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).
- FishBase: Istiophorus platypterus, Indo-Pacific sailfish
- Journal of the Royal Society of Western Australia: Pepperell, Kopf & Malseed 2011, Sailfish off northwestern Australia
- Australian Museum: Indo-Pacific Sailfish, Istiophorus platypterus
- Department of Primary Industries and Regional Development (WA): Recreational fishing guide 2026
- North Carolina Division of Marine Fisheries: Sailfish
- NOAA Fisheries: HMS Recreational Compliance Guide
- ICCAT: Manual: Blue Marlin
KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.
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