Der Blaue Marlin (Makaira nigricans) ist ein Einzelgänger des warmen, offenen Atlantiks und der größte Marlin, den Angler dort befischen. Er jagt tagsüber dicht unter der Oberfläche und wird beim Schleppangeln vom Boot aus gefangen.
- Langer Speer mit rundem Querschnitt (verlängerter Oberkiefer)
- Erste Rückenflosse vorn niedriger als der Körper hoch ist, nach hinten lang und flach
- Etwa 15 senkrechte Reihen hellblauer Punkte auf den Flanken
Fangchancen im Jahresverlauf
- Kaum Chancen
- Möglich
- Gut
- Hauptsaison
- Laichzeit (Schonzeit beachten)
Redaktionelle Einschätzung für das Heimatrevier (Westatlantik: US-Ostküste, Bahamas und Karibik), kein Messwert und keine Garantie. Verbindlich sind die Regeln des Reiselandes.
Woran du ihn erkennst
Der Blaue Marlin hat einen langgestreckten, kaum seitlich abgeflachten Körper. Der Oberkiefer ist zu einem kräftigen Speer verlängert, der im Querschnitt rund ist. Hinter dem Kopf steigt der Nacken steil zur ersten Rückenflosse an. Deren vorderer Teil ist niedriger, als der Körper hoch ist, nach hinten läuft die Flosse lang und flach aus. Die Bauchflossen sind kürzer als die Brustflossen, am Schwanzstiel sitzen auf jeder Seite zwei Kiele.
Der Rücken ist dunkelblau bis blauschwarz, Flanken und Bauch sind silbrig weiß. Darauf liegen etwa 15 senkrechte Reihen aus hellblauen Punkten. Die netzartige Seitenlinie ist bei jungen Fischen deutlich, bei großen Tieren kaum noch zu sehen.
Laut FishBase wird der Blaue Marlin bis 500 Zentimeter lang und 636 Kilogramm schwer, üblich sind um 290 Zentimeter. Die großen Fische sind Weibchen, Männchen werden nach dem Handbuch der Internationalen Kommission zur Erhaltung der Thunfischbestände im Atlantik (ICCAT) nicht schwerer als 150 Kilogramm. FishBase nennt ein Höchstalter von etwa 20 Jahren.
Die Fischereibehörde von North Carolina nennt den Weißen Marlin und den Segelfisch als häufigste Verwechslungen. Beim Weißen Marlin sind Rücken- und Afterflosse an den Spitzen abgerundet, beim Blauen Marlin spitz. Der Segelfisch behält als einziger seiner Verwandten zeitlebens die hohe, segelartige Rückenflosse. Der Schwertfisch trägt statt des runden Speers ein langes, flaches Schwert und hat keine Bauchflossen.
Wo er steht
Der Blaue Marlin lebt im offenen Ozean, meist im klaren, tiefblauen Wasser fern der Küste. Wichtige Vorkommen liegen laut ICCAT-Handbuch vor der Südostküste der USA, im Golf von Mexiko, in der nördlichen und östlichen Karibik und vor Brasilien. Im Ostatlantik sind Madeira und die Kapverden die wichtigsten Gebiete für das Sportangeln.
Er sucht warmes Oberflächenwasser von 22 bis 31 °C. Fische mit Satellitenmarken hielten sich meist in den oberen 25 Metern auf, tauchten aber oft kurz ab, meist auf 100 bis 200 Meter, einzelne tiefer als 800 Meter. Ein Wärmeorgan unter dem Gehirn hält dabei Gehirn und Augen warm.
Wie er jagt und laicht
Blaue Marline bilden keine Schwärme, sondern ziehen einzeln durch das Meer. Sie jagen fliegende Fische, kleine Thune, Goldmakrelen und Kalmare, nach dem ICCAT-Handbuch auch in größerer Tiefe als andere Marline und Segelfische. FishBase beschreibt die Nahrungssuche als Sache des Tages, nachts fressen Blaue Marline laut Florida Museum nach bisherigem Wissen nicht.
Im Nordatlantik laicht der Blaue Marlin laut ICCAT von Mai bis Oktober, am stärksten wohl im Juni und Juli. Laichende Weibchen und Larven wurden unter anderem in der Floridastraße, vor Puerto Rico, den Bahamas, Jamaika und Bermuda gefunden. Die Eier treiben frei im Wasser.
Die meisten markierten Marline wurden nahe ihrem Aussetzort wiedergefangen. Einzelne wandern aber sehr weit: Ein vor Delaware markierter Fisch ging nach 1108 Tagen vor Mauritius an den Haken, 14 893 Kilometer entfernt.
Wann und wo die Saison ist
Die Saisonangaben hier gelten für den Westatlantik von der US-Ostküste über die Bahamas bis in die Karibik. Nach dem ICCAT-Handbuch ziehen Blaue Marline im Sommer aus ihren Fressgebieten vor der Nordostküste der USA, im Golf von Mexiko und in der südlichen Karibik zu den Laichplätzen in der nördlichen Karibik und um die Bahamas. Nach dem Laichen wandern sie zurück.
Daraus ergibt sich die Einschätzung im Kalender: Von Mai bis Oktober, wenn das Wasser am wärmsten ist und sich die Fische sammeln, stehen die Chancen am besten. Außerhalb dieser Monate stuft der Kalender sie nur als möglich ein.
Wie er gefangen wird
Gefangen wird der Blaue Marlin beim Schleppangeln, also mit Ködern, die hinter dem fahrenden Boot hergezogen werden. Laut der Fischereibehörde von North Carolina ziehen die Boote bis zu acht Leinen mit 4 bis 8 Knoten. Zwei Leinen laufen dicht hinter dem Heck an der Oberfläche, die übrigen werden über seitliche Ausleger (Outrigger) vom Boot weggeführt. Ein Lockköder ohne Haken (Teaser) im Kielwasser holt den Marlin an die Oberfläche.
Geschleppt werden Kunstköder und natürliche Köder. Wer in US-Gewässern bei einem registrierten Turnier mit natürlichen Ködern fischt, muss Kreishaken (Circle Hooks) ohne seitlichen Versatz verwenden, die meist im Maulwinkel greifen. NOAA Fisheries rät zu kräftigem Gerät, damit der Drill kurz bleibt.
Im Wasser lösen: Ein Marlin, der nicht entnommen wird, bleibt nach den US-Regeln im Wasser, auch für das Foto. Kreishaken und ein Lösewerkzeug machen das Abhaken neben dem Boot einfacher.
Flossenspitzen ansehen: Vor jeder Entnahme muss die Art feststehen. Spitze Rücken- und Afterflosse sprechen für den Blauen Marlin, abgerundete Spitzen für den Weißen Marlin.
Passende Köder
Geschleppte Kunstköder für die Hochsee und geschleppte natürliche Köderfische.
Mehr dazu: Hardbaits: Wobbler & Oberflächenköder, Tierische Naturköder.
In US-Turnieren mit Naturködern nur Kreishaken; Fische, die nicht entnommen werden, im Wasser lösen
Regeln, Genehmigungen und Freilassen
Welche Regeln gelten, hängt vom Land ab, in dessen Gewässern du fischst. Verbindlich ist immer die zuständige Behörde vor Ort.
In den USA gelten im Atlantik die Bundesregeln für weit wandernde Arten (Highly Migratory Species, HMS), zusammengefasst im Leitfaden von NOAA Fisheries. Private Boote brauchen dafür eine HMS-Genehmigung, Charterboote eine eigene Charter-Genehmigung; Gäste an Bord eines solchen Boots fischen unter dieser Genehmigung. Jeder angelandete Marlin muss gemeldet werden, laut Leitfaden innerhalb von 24 Stunden. Außerdem gelten ein Mindestmaß und eine jährliche Höchstmenge für alle Anlandungen der USA zusammen. In den Küstengewässern der Bundesstaaten kommt deren Angellizenz hinzu, in North Carolina etwa die Coastal Recreational Fishing License.
NOAA Fisheries empfiehlt ausdrücklich, Billfische lebend freizulassen. Ein Fisch, der nicht behalten wird, muss sofort und ohne ihn aus dem Wasser zu heben freigelassen werden. Laut ICCAT-Handbuch hat sich das Sportangeln auf Marlin im Atlantik weitgehend zu Fang und Freilassung entwickelt. Den Atlantikbestand stuft die ICCAT nach ihrer Bewertung von 2024 als überfischt ein, die Weltnaturschutzunion IUCN führt die Art als gefährdet.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie groß wird ein Blauer Marlin?
Laut FishBase bis 500 Zentimeter und 636 Kilogramm, üblich sind um 290 Zentimeter. Die großen Fische sind Weibchen, Männchen bleiben unter etwa 150 Kilogramm.
Wann ist im Westatlantik die beste Zeit?
Von Mai bis Oktober. Dann ist das Wasser warm, und die Fische sammeln sich in der nördlichen Karibik und um die Bahamas zum Laichen.
Darf man einen Blauen Marlin behalten?
Das hängt vom Land ab. In US-Gewässern regeln Genehmigung, Mindestmaß und Meldepflicht die Entnahme, die Behörde empfiehlt aber die Freilassung.
Quellen
Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).
- FishBase: Makaira nigricans, Blue marlin
- ICCAT: Manual: Blue Marlin
- ICCAT: Executive Summary Blue Marlin (Bestandsbewertung 2024)
- North Carolina Division of Marine Fisheries: Blue Marlin
- North Carolina Division of Marine Fisheries: Sailfish
- FishBase: Xiphias gladius, Swordfish
- NOAA Fisheries: HMS Recreational Compliance Guide
- Florida Museum of Natural History: Blue Marlin
KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.
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