Arapaima (Pirarucu)

Der Arapaima (Arapaima gigas), in Brasilien Pirarucu und in Peru Paiche genannt, gehört zu den größten Süßwasserfischen der Erde. Er lebt in den Überschwemmungsgebieten des Amazonas und muss alle paar Minuten an der Oberfläche Luft holen. Wegen Überfischung steht er in CITES Anhang II.

Naturkundetafel eines Arapaimas
Naturkundetafel von AngelMomente, KI-unterstützt entworfen.
  1. Hinterer Rand der Schuppen auffällig rot gefärbt, zum Schwanz hin kräftiger
  2. Rücken- und Afterflosse weit hinten, fast gegenüber, kurz vor der Schwanzflosse
  3. Olivbrauner Rücken, zum Bauch hin silbergrau
Größebis 3 mheute selten über 2,4 m
Gewichtrund 200 kgin Guyana geschätzt bis 327 kg
StatusCITES Anhang IIIUCN: ungenügende Datenlage
RevierAmazonasbeckenauch Essequibo in Guyana

Fangchancen im Jahresverlauf

J○
F○
M–
A–
M–
J–
J○
A◐
S●
O●
N●
D◐
  • Kaum Chancen
  • Möglich
  • Gut
  • Hauptsaison
  • Laichzeit (Schonzeit beachten)

Redaktionelle Einschätzung für das Heimatrevier (Zentrales Amazonasbecken (Brasilien)), kein Messwert und keine Garantie. Verbindlich sind die Regeln des Reiselandes.

Woran du ihn erkennst

Der Körper ist lang und seitlich abgeflacht, Rücken- und Afterflosse sitzen weit hinten kurz vor der Schwanzflosse. Erwachsene Fische sind am Rücken olivbraun und werden zum Bauch hin silbergrau. Typisch ist der rote Rand an der Hinterkante der Schuppen.

Außerhalb der Laichzeit sehen Männchen und Weibchen gleich aus. In der Fortpflanzungszeit färben sich die Schuppen der Männchen stärker rot, vor allem am Kiefer.

Der Arapaima gehört zu den Knochenzünglern: Seine Zunge ist knöchern und bezahnt. Die Schwimmblase dient als Hauptatmungsorgan, die Kiemen sind im Verhältnis zum Körper klein.

FishBase nennt als größte veröffentlichte Masse 200 kg. Eine Studie aus Guyana schätzt, dass Fische von 3 m Länge dort rund 327 kg wiegen können. Durch Überfischung ist ein Arapaima über 2,4 m heute selten.

Im Revier ist ein großer Arapaima kaum zu verwechseln: Größe, rote Schuppenränder und die weit hinten sitzenden Flossen fallen sofort auf. Jungfische sind fleckig gemustert, was sie bis etwa zum ersten Lebensjahr behalten.

Schwieriger ist die Systematik. Lange galt die Gattung als einartig. Forscher um Donald Stewart halten nach Untersuchungen in Brasilien und Guyana alle vier früher beschriebenen Arten für gültig; wie sie sich verbreiten, ist noch offen (Castello und Stewart 2010). Der Fisch aus Guyana wird inzwischen teils als Arapaima arapaima geführt.

Wo er lebt

Heimisch ist der Arapaima im Amazonasbecken, die größten Bestände leben in den Überschwemmungsgebieten von Flüssen mit trübem, sedimentreichem Wasser. Dieser Lebensraum macht nur rund 2 Prozent des Beckens aus.

Mit dem Wasserstand wechselt er die Standorte. In der Niedrigwasserzeit, im zentralen Amazonas etwa von September bis Januar, sammeln sich die Fische in Seen und Kanälen. Bei steigendem Wasser ziehen sie in den überfluteten Wald.

In Teilen Perus und Boliviens ist er nicht heimisch, sondern über Zuchtfische eingeschleppt worden. Eingeführt wurde er außerdem unter anderem nach China, Kuba, Mexiko und Thailand. Laut einer Untersuchung der Universität Florida liegt seine untere tödliche Wassertemperatur bei 16 °C.

Wie er atmet, jagt und laicht

Der Arapaima ist ein Lauerjäger. Er saugt kleinere Fische mit einer schnellen Erweiterung der Mundhöhle ein. Erwachsene fressen vor allem Fische, darunter Harnischwelse, Messerfische und Salmler. Jungfische unter 50 cm nehmen auch Insekten, Krebse und Weichtiere.

Als obligater Luftatmer muss er an die Oberfläche: Typisch sind Abstände von 5 bis 15 Minuten. Das hörbare Schnappen nach Luft verrät seinen Standort.

Zur Laichzeit bilden sich Paare. Im zentralen Amazonas laichen sie zwischen Dezember und Mai, wenn das Wasser steigt. Beide Partner graben eine flache Mulde, in einer Studie im Schutzgebiet Mamirauá lagen 95 Prozent der Nester auf Sand. Das Männchen bewacht die Jungen danach etwa drei Monate. Weibchen werden mit rund 1,7 m Länge geschlechtsreif. Im ersten Lebensjahr erreichen Jungfische schon 70 bis 100 cm.

Wann und wo die Saison ist

Die Saison richtet sich nach dem Wasserstand, nicht nach dem Kalender. Im zentralen Amazonas fängt man den Arapaima vor allem bei Niedrigwasser, etwa von September bis Januar. Dann drängen sich die Fische in Seen und Kanälen.

Mit steigendem Wasser verteilen sich die Fische im überfluteten Wald, und die Laichzeit beginnt. Für diese Monate galt in Brasilien eine Schonzeit von Dezember bis Mai. In anderen Regionen, etwa in Guyana, verschieben sich Hoch- und Niedrigwasser; dort gelten die Zeiten der jeweiligen Behörde.

Wie er gefangen wird

Traditionell wird der Pirarucu im Amazonas harpuniert. Heute dominieren Stellnetze, daneben werden Handangeln und Fallen eingesetzt. Weil der Fisch zum Atmen auftaucht, sehen erfahrene Fischer, wo er steht, und können gezielt größere Tiere auswählen.

Für Sportangler ist der Arapaima vor allem in Guyana ein Thema. Das dortige Landwirtschaftsministerium hat 2016 Protokolle und einen Gesetzentwurf für das Fangen und Zurücksetzen im Nord-Rupununi fertiggestellt. Wo du angeln darfst, legen die Behörde und die Gemeinden vor Ort fest.

Da erwachsene Fische fast nur Fische fressen, kommen als Naturköder Fische in Frage. Plane Gerät und Landung für einen Fisch, der deutlich über 100 kg wiegen kann.

Auf das Luftholen achten: Der Arapaima zeigt sich alle 5 bis 15 Minuten an der Oberfläche. Beobachte ruhige Seen und Kanäle eine Weile, bevor du wirfst.

Drill kurz halten: Forscher untersuchen in Guyana, wie der Drill den Fisch belastet, weil er Stoffwechsel und Überleben beeinträchtigen kann. Halte den Drill kurz und den Fisch beim Zurücksetzen im Wasser.

Passende Köder

Köderfisch oder Fischstücke, erwachsene Arapaima fressen fast nur Fische.

Mehr dazu: Tierische Naturköder.

Nur wo das Angeln behördlich erlaubt ist; CITES Anhang II, in Brasilien streng reguliert.

Alle Köder im Überblick

Welche Regeln gelten

Der Arapaima steht in Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES). Für den Handel über Grenzen braucht es eine Ausfuhrbescheinigung des Herkunftslands. Die Rote Liste der IUCN führt die Art mit ungenügender Datenlage, die Bewertung stammt aus dem Jahr 1996.

In Brasilien hat die Umweltbehörde IBAMA ein Mindestmaß, eine Schonzeit und für mehrere Bundesstaaten Fangverbote erlassen, im Bundesstaat Amazonas seit 1996. Gefischt wird dort heute im Gemeinschaftsmanagement: Die Gemeinden zählen und überwachen die Bestände und fischen kontrolliert. Laut Umweltministerium beteiligen sich daran rund 5.500 Menschen (Ministério do Meio Ambiente).

Lizenzen und Fangregeln unterscheiden sich je Land, Bundesstaat und Gebiet. Verbindlich ist die Auskunft der zuständigen Behörde vor Ort, in Brasilien das IBAMA und die Landesbehörden, in Guyana die Fischereibehörde im Landwirtschaftsministerium.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie oft muss ein Arapaima Luft holen?

Er ist ein obligater Luftatmer und taucht typischerweise alle 5 bis 15 Minuten auf. Die Schwimmblase übernimmt dabei die Atmung, die Kiemen allein reichen nicht.

Darf man in Brasilien Arapaima angeln?

Im Bundesstaat Amazonas ist die freie Fischerei seit 1996 verboten. Gefischt wird im behördlich geregelten Gemeinschaftsmanagement. Ob und wo Sportangeln erlaubt ist, sagt dir die zuständige Behörde vor Ort.

Wie groß wird ein Arapaima?

Gut 3 m und rund 200 kg gelten als Größenordnung, in Guyana werden bis 327 kg geschätzt. Fische über 2,4 m sind wegen Überfischung heute selten.

Quellen

Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).

KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.

Weiter im Lexikon