Bonito (Pelamide)

Der Bonito (Sarda sarda), auch Pelamide oder Atlantischer Bonito genannt, ist ein kleiner Thunfisch aus dem Atlantik, dem Mittelmeer und dem Schwarzen Meer. Er zieht in Schwärmen an den Küsten entlang und jagt Sardinen, Sardellen und Makrelen. Mit dem Echten Bonito aus der Thunfischdose ist er nicht identisch.

Naturkundetafel eines Bonitos
Naturkundetafel von AngelMomente, KI-unterstützt entworfen.
  1. Fünf bis elf dunkle Streifen, die schräg nach vorn und unten über Rücken und obere Flanke laufen
  2. Stahlblauer Rücken und silbrige Unterseite ohne Längsbänder am Bauch
  3. Lange erste Rückenflosse, die fast bis zur zweiten reicht, dahinter kleine Flösselchen
Typische Größeum 50 cmbis 91 cm Gabellänge
Gewichtbis rund 5 kgFishBase: bis 11 kg
MerkmalSchräge Rückenstreifen5 bis 11 dunkle Streifen
RevierMittelmeerund Ostatlantik

Fangchancen im Jahresverlauf

J○
F○
M○
A○
M◐
J◐
J◐
A◐
S◐
O◐
N○
D○
  • Kaum Chancen
  • Möglich
  • Gut
  • Hauptsaison
  • Laichzeit (Schonzeit beachten)

Redaktionelle Einschätzung für das Heimatrevier (Mittelmeer und Ostatlantik), kein Messwert und keine Garantie. Verbindlich sind die Regeln des Reiselandes.

Woran du ihn erkennst

Der Körper ist gestreckt und leicht seitlich abgeflacht. Am schlanken Schwanzstiel sitzt auf jeder Seite ein kräftiger Kiel zwischen zwei kleineren. Rücken und obere Flanken sind stahlblau, die Unterseite ist silbrig. Typisch sind fünf bis elf dunkle Streifen, die schräg nach vorn und unten über den Rücken laufen, steiler als bei anderen Arten der Gattung Sarda.

Die erste Rückenflosse ist lang und reicht fast bis an die zweite. Dahinter folgen meist acht kleine Flösselchen, hinter der Afterflosse meist sieben. Der Körper ist mit sehr kleinen Schuppen bedeckt, im Brustbereich liegt ein Panzer aus größeren Schuppen, das Korselett. Das Maul ist recht groß und trägt kegelförmige Zähne. Eine Schwimmblase fehlt.

Laut ICCAT erreicht der Bonito im Atlantik höchstens 91,4 Zentimeter Gabellänge (Schnauze bis zur Gabelung der Schwanzflosse) und 5,4 Kilogramm, im Schwarzen Meer 85 Zentimeter und 5 Kilogramm. FishBase nennt als übliche Länge 50 Zentimeter und als höchstes veröffentlichtes Gewicht 11 Kilogramm. Im ersten Jahr wächst er sehr schnell, alt wird er höchstens fünf Jahre.

Im Deutschen sorgt der Name für Verwirrung. Der Bonito der Mittelmeerküsten ist Sarda sarda, auch Pelamide oder Unechter Bonito genannt. Der Echte Bonito oder Skipjack (Katsuwonus pelamis) gehört zu einer eigenen Gattung, lebt im offenen Ozean und wird unter anderem als Konserve vermarktet.

Am Streifenmuster trennst du beide sicher: Der Bonito trägt schräge dunkle Streifen auf dem Rücken. Der Skipjack hat einen dunkel purpurblauen Rücken ohne Streifen und dafür vier bis sechs auffällige dunkle Längsbänder an unterer Flanke und Bauch. Außer am Korselett und an der Seitenlinie ist er schuppenlos.

Die Schwärme des Bonitos sind laut ICCAT teils mit anderen kleinen Thunfischen gemischt, die im Englischen spotted tunny und auxid heißen. Wer im Mittelmeer auf jagende Schwärme fischt, sollte jeden Fang einzeln bestimmen.

Wo er jagt

Der Bonito lebt im tropischen und subtropischen Atlantik, im Golf von Mexiko, im Mittelmeer und im Schwarzen Meer. Im Ostatlantik reicht sein Gebiet laut ICCAT von Oslo bis Port Elizabeth in Südafrika. In der Karibik fehlt er weitgehend.

Er ist ein Schwarmfisch des küstennahen Freiwassers über dem Kontinentalschelf und dringt gelegentlich in Flussmündungen ein. FishBase nennt Tiefen von 80 bis 200 Metern. Er verträgt Wassertemperaturen von 12 bis 27 Grad und Salzgehalte von 14 bis 39 Promille.

Wie er frisst und laicht

Bonitos jagen kleine Schwarmfische wie Sardinen, Sardellen, Sprotten, Sandaale, Stöcker und Makrelen, dazu Kalmare und Garnelen. Sie fressen auch Artgenossen und können verhältnismäßig große Beute schlucken. Laut ICCAT suchen sie ihre Nahrung vor allem früh am Morgen und am Abend, meist in Küstennähe. Küstennahe Schwärme bestehen eher aus kleinen Fischen.

Der Bonito laicht mehrmals pro Saison, drei- bis viermal, an der Küste während der warmen Monate. Im Mittelmeer liegen Laichgebiete um die Balearen, vor Algerien und Sizilien, in der Ägäis und im Schwarzen Meer. Geschlechtsreif wird er bei rund 40 Zentimetern Gabellänge.

Wann und wo die Saison ist

Markierte Fische zeigen weite Züge entlang der Küsten. Zum Laichen wandern Bonitos aus dem Atlantik in die Alborán-See und aus der Ägäis ins Schwarze Meer, danach auf demselben Weg zurück. Im westlichen Mittelmeer bleiben sie nach einigen Studien das ganze Jahr, reife Fische ziehen zum Laichen von der Küste ins offene Meer. Im Schnitt legen markierte Bonitos rund 2,6 Kilometer am Tag zurück, einzelne bis über 35 Kilometer.

Gelaicht wird im Mittelmeer und vor Marokko laut FishBase vor allem im Mai und Juni, vor Algerien schon von März bis Mai. In den warmen Monaten liegen die Laichgebiete in Küstennähe. Für die Tagesplanung zählen die frühen Morgenstunden und der Abend.

Wie er gefangen wird

Berufsfischer fangen Bonitos laut ICCAT vor allem mit Ringwaden, Handleinen, kleinen Langleinen und Stellnetzen. In der Fangstatistik tauchen auch Rute und Rolle, Schleppfischerei und Sportfischerei auf. Für Angler interessant sind die Schwärme, die morgens und abends in Küstennähe jagen.

Angler berichten, dass sie Bonitos beim Schleppen mit kleinen Kunstködern und beim Spinnfischen mit schlanken Metallködern auf jagende Schwärme fangen. Auch ein Fischfetzen kann funktionieren, denn Sardinen und Sardellen gehören zur Hauptbeute. Den nah verwandten Skipjack schleppt man laut FishBase mit leichtem Gerät, mit Wobblern, Blinkern, Federködern oder Fischstreifen.

Früh raus oder spät los: Bonitos suchen ihre Nahrung laut ICCAT vor allem früh morgens und abends in Küstennähe. Plane Ufer- und Bootstouren um diese Zeiten.

Streifen ansehen: Schräge Streifen auf dem Rücken bedeuten Bonito, Längsbänder am Bauch bedeuten Skipjack. Für beide Arten können unterschiedliche Regeln gelten.

Passende Köder

Kleine Metallköder und Wobbler beim Spinnfischen oder Schleppen, Federköder, auch Fischfetzen.

Mehr dazu: Metallköder: Spinner, Blinker & Jigs, Hardbaits: Wobbler & Oberflächenköder, Fliegen, Fell- & Federköder, Tierische Naturköder.

Alle Köder im Überblick

Was vor Ort gilt

Der Bonito zählt zu den kleinen Thunfischarten, für die die Internationale Kommission zur Erhaltung der Thunfische im Atlantik (ICCAT) Daten in fünf Bestandsgebieten sammelt. Den Zustand der Bestände im Mittelmeer und im Nordostatlantik beurteilt sie als sehr unsicher, eine Studie sieht im Nordostatlantik Überfischung. Die IUCN stuft die Art weltweit als nicht gefährdet ein (Least Concern, Bewertung von 2021).

Für das Angeln im Mittelmeer und an der Atlantikküste gelten die Regeln des jeweiligen Landes, etwa zu Mindestmaßen, Fangmengen, Lizenzen und Schutzgebieten. Konkrete Zahlen nennen wir nicht, verbindlich ist die Fischereibehörde vor Ort. Prüfe vor der Reise, ob du für das Meeresangeln eine Erlaubnis brauchst.

Häufige Fragen (FAQ)

Ist der Bonito ein Thunfisch?

Ja, ein kleiner. Er gehört zur Familie der Makrelen und Thunfische, und ICCAT führt ihn unter den kleinen Thunfischarten.

Was ist der Unterschied zwischen Bonito und Echtem Bonito?

Der Bonito (Sarda sarda) hat schräge dunkle Streifen auf dem Rücken und lebt küstennah. Der Echte Bonito oder Skipjack (Katsuwonus pelamis) trägt Längsbänder an Flanke und Bauch und lebt im offenen Ozean.

Wann beißen Bonitos am besten?

Sie suchen ihre Nahrung laut ICCAT vor allem früh morgens und abends, meist in Küstennähe.

Quellen

Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).

KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.

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