Der Murray-Kabeljau (Maccullochella peelii), in Australien Murray Cod genannt, ist der größte Süßwasserfisch des Kontinents. Trotz des Namens ist er kein Dorsch, sondern gehört zu den Percichthyidae, einer Familie barschartiger Süßwasserfische. Er lebt im Murray-Darling-Becken und ist national als gefährdet gelistet.
- Breiter Kopf mit eingedelltem Stirnprofil und kurzer, runder Schnauze
- Olivgrüne bis dunkelgrüne Marmorierung, heller Bauch
- Weiche Rücken-, After- und Schwanzflosse mit deutlich weißem Saum
Fangchancen im Jahresverlauf
- Kaum Chancen
- Möglich
- Gut
- Hauptsaison
- Laichzeit (Schonzeit beachten)
Redaktionelle Einschätzung für das Heimatrevier (Murray-Darling-Becken (Südostaustralien)), kein Messwert und keine Garantie. Verbindlich sind die Regeln des Reiselandes.
Woran du ihn erkennst
Der Murray Cod ist ein massiger Fisch mit breitem Kopf, kurzer, abgerundeter Schnauze und eingedelltem Stirnprofil. Das Maul ist groß, der Unterkiefer ist etwa so lang wie der Oberkiefer oder steht leicht vor. Die Färbung reicht von hell olivfarben bis dunkelgrün mit marmoriertem Muster, die Unterseite ist weiß bis cremefarben.
Die Brustflossen sind groß und rund. Weiche Rückenflosse, Afterflosse und die abgerundete Schwanzflosse haben meist einen deutlichen weißen, manchmal roten Saum. Gemessen wurden bis 1,8 Meter und über 100 Kilogramm, das schwerste offiziell erfasste Exemplar wog 113,6 Kilogramm. Am häufigsten sind Fische um 10 Kilogramm. Die Art erreicht ein Alter von 48 Jahren.
Leicht zu verwechseln ist der Trout Cod (Maccullochella macquariensis), der im selben Gebiet vorkommt und stärker gefährdet ist. Er hat ein gerades Stirnprofil, eine längere Schnauze, ist grau statt grün und fein gesprenkelt statt marmoriert. Beim Trout Cod steht die Spitze des Oberkiefers leicht vor.
Mit dem Dorsch der Nord- und Ostsee ist der Murray Cod nicht verwandt. Er gehört zu den gemäßigten Barschen (Percichthyidae), die in Australien und Südamerika im Süßwasser leben.
Wo er steht
Ursprünglich lebt der Murray Cod im gesamten Murray-Darling-Becken, das von Süd-Queensland über New South Wales, das Australian Capital Territory und Victoria bis Südaustralien reicht, bis in etwa 1000 Meter Höhe. Außerhalb davon wurde er vielerorts besetzt, etwa in Seen und Talsperren.
Er nutzt klare, steinige Bäche ebenso wie langsam fließende, trübe Tieflandflüsse und Altwasser, die in Australien Billabongs heißen. Meist steht er im Hauptarm von Flüssen und großen Zuflüssen. Entscheidend ist Struktur: große Steine, versunkenes Holz, unterspülte Ufer, Baumstümpfe und Äste. Dort findet er Schutz vor der Strömung und lauert auf Beute. In einer Telemetriestudie im Murray standen die Fische bevorzugt an Holz, in über 2,4 Metern Tiefe, in langsamem Wasser und in Ufernähe.
Wie er jagt und laicht
Der Murray Cod gilt als Spitzenräuber seiner Flüsse und greift Fische in seinem Revier an. Er jagt vor allem von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang im ganzen Wasserkörper. Erwachsene fressen vor allem Flusskrebse, Yabbies (Süßwasserkrebse) und Garnelen, außerdem Fische, seltener Enten, Kormorane, Schildkröten, Schlangen, Mäuse und Frösche. Außerhalb der Laichzeit bleibt er meist an seinem festen Platz, einem Kolk oder einem versunkenen Baum.
Vor dem Laichen wandern viele Fische weit flussauf, einzelne mehrere hundert Kilometer, und kehren danach an ihren alten Platz zurück. Die Weibchen entwickeln ihre Eier im Winter. Gelaicht wird im Frühling bei über 15 Grad, im Norden meist von Anfang September bis Mitte November, im Süden und im Bergland von Anfang Oktober bis Mitte Dezember. Paare legen die Eier an versunkenes Holz oder Felsen, das Männchen bewacht und befächelt das Gelege und danach die Larven. Geschlechtsreif wird der Murray Cod meist mit fünf Jahren.
Wann und wo die Saison ist
Die Saison richtet sich nach dem Fortpflanzungszyklus. In New South Wales ist die Entnahme während der Laichzeit im Frühling verboten. Schonzeiten gibt es nach Angaben von Native Fish Australia in allen Staaten mit Murray-Cod-Vorkommen.
Auch im Winter, wenn die Weibchen Eier tragen, ist Zurückhaltung gefragt. Die australische Regierung rät in ihrer Conservation Advice von 2024 vom Fangen und Zurücksetzen zwischen Juni und Mitte Dezember ab, weil der Stress dazu führen kann, dass Weibchen ihre Eier zurückbilden. Als Saison für Reisende bleiben damit vor allem Sommer und Herbst der Südhalbkugel, also Dezember bis Mai.
Womit du ihn fängst
Native Fish Australia, ein Verband für heimische Fische, beschreibt den Murray Cod als wichtigsten Süßwasser-Angelfisch Australiens. Viele Spezialisten fischen mit großen, tief laufenden Wobblern mit weiter Aktion, die sehr langsam geschleppt oder geworfen werden. Nachts fangen Oberflächenköder, auch große Fliegen wurden erfolgreich eingesetzt. Als Naturköder nennt der Verband Käferlarven (Bardi Grubs), Yabbies, Garnelen und große Regenwürmer.
Wer auf große Fische zielt, nutzt laut Verband schweres Gerät mit Schnüren von 40 bis 50 lb Tragkraft, also rund 18 bis 23 Kilogramm. Fische dicht an Holz und anderer Struktur. Auch kleine Murray Cod nehmen große Köder.
Der Verband empfiehlt ausdrücklich, besonders große Fische als Laichtiere zurückzusetzen und für die Küche eher in Talsperren mit Besatz zu fischen als in Flüssen mit Wildbeständen.
Nicht im Winter auf Laichfische: Zwischen Juni und Mitte Dezember tragen die Weibchen Eier oder laichen. Gezielt fischen solltest du dann nicht, auch nicht mit Zurücksetzen.
Kopfprofil prüfen: Eingedelltes Stirnprofil, kurze Schnauze und grüne Marmorierung sprechen für den Murray Cod. Gerades Profil und graue Sprenkel deuten auf den stärker geschützten Trout Cod.
Passende Köder
Große, langsam geführte Tiefläufer, nachts Oberflächenköder, große Fliegen sowie Käferlarven, Yabbies, Garnelen und Würmer.
Mehr dazu: Hardbaits: Wobbler & Oberflächenköder, Fliegen, Fell- & Federköder, Tierische Naturköder.
Dicht an Holz fischen; im Winter und in der Laichzeit nicht gezielt beangeln.
Schutz, Schonzeiten und Regeln
Nach dem australischen Umweltgesetz EPBC Act ist der Murray Cod seit 2003 als gefährdet (Vulnerable) gelistet. Victoria und Südaustralien führen ihn auf ihren Listen als stark gefährdet (Endangered). Die IUCN stuft ihn weltweit dagegen als nicht gefährdet ein.
Fangregeln setzen die Bundesstaaten und Territorien. Laut Conservation Advice von 2024 gelten im Australian Capital Territory, in New South Wales und in Victoria Entnahmefenster, also eine Mindest- und eine Höchstlänge, in Queensland ein Mindestmaß, und in Südaustralien darf der Murray Cod nicht entnommen werden. Erkundige dich vor der Reise bei der Fischereibehörde des jeweiligen Staates über Lizenz, Schonzeit und Größengrenzen. Verbindlich sind allein deren aktuelle Regeln. Die gewerbliche Fischerei auf wilde Murray Cod ist im Murray-Darling-Becken seit 2003 eingestellt.
Häufige Fragen (FAQ)
Ist der Murray Cod ein Dorsch?
Nein. Er gehört zur Familie Percichthyidae, barschartigen Süßwasserfischen Australiens und Südamerikas. Der Name Cod ist historisch.
Wann sollte man keinen Murray Cod beangeln?
Die Bundesstaaten haben Schonzeiten, in New South Wales etwa ist die Entnahme in der Laichzeit verboten. Die australische Regierung rät außerdem, zwischen Juni und Mitte Dezember auch nicht mit Zurücksetzen auf die Art zu fischen.
Wie groß wird ein Murray Cod?
Gemessen wurden bis 1,8 Meter und über 100 Kilogramm. Am häufigsten sind Fische um 10 Kilogramm.
Quellen
Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).
- FishBase: Maccullochella peelii, Murray cod
- Australian Government (DCCEEW): Species Profile and Threats Database, Maccullochella peelii
- Australian Government (DCCEEW): Conservation Advice for Maccullochella peelii (Murray cod), 2024
- PeerJ 2020: Multi-year pair-bonding in Murray cod (Volltext, Europe PMC)
- Native Fish Australia: Murray cod
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