Die Payara (Hydrolycus scomberoides), wegen ihrer langen Fangzähne auch Vampirfisch genannt, ist ein Raubsalmler aus dem Amazonasbecken. Sie jagt Fische im Freiwasser und packt sie mit zwei großen Zähnen im Unterkiefer. Unter dem Namen Payara laufen in der Anglerwelt mehrere Arten der Gattung Hydrolycus.
- Lange Fangzähne im nach oben gerichteten Maul mit vorstehendem Unterkiefer
- Große, weit vorn ansetzende Brustflossen
- Langgestreckter Körper mit schmalem Kopf
Fangchancen im Jahresverlauf
- Kaum Chancen
- Möglich
- Gut
- Hauptsaison
- Laichzeit (Schonzeit beachten)
Redaktionelle Einschätzung für das Heimatrevier (Amazonasbecken (Brasilien)), kein Messwert und keine Garantie. Verbindlich sind die Regeln des Reiselandes.
Woran du sie erkennst
Die Payara ist lang gestreckt und hat einen schmalen Kopf mit großem, nach oben gerichtetem Maul. Der Unterkiefer steht vor. Auffällig sind die langen Eckzähne im Unterkiefer, die dem Fisch die Namen Vampirfisch und Hundszahnsalmler eingebracht haben.
Die Brustflossen sind stark vergrößert. Forscher vermuten, dass die Payara mit ihnen von unten nach oben beschleunigt, um Beute zu packen.
Zur Größe gibt FishBase widersprüchliche Werte an: als größte gelistete Länge 117 cm und 17,8 kg, im Text zur Biologie jedoch nur 40 cm. Verlässliche Messreihen zur Endgröße dieser Art sind rar.
Unter dem Namen Payara laufen mehrere Arten. Die Gattung Hydrolycus umfasst neben H. scomberoides unter anderem H. armatus und H. tatauaia. Der Anglerverband IGFA führt die Payara deshalb als Hydrolycus spp.
H. scomberoides kommt laut FishBase nur im Amazonasbecken vor. Hydrolycus armatus lebt dagegen im Amazonas- und im Orinocobecken sowie in Flüssen Guyanas. Wer also in Venezuela eine Payara fängt, hat meist diese Art am Haken. In Brasilien heißen die Arten Cachorra.
Wo sie jagt
Die Payara ist im gesamten Amazonasbecken verbreitet und jagt im Freiwasser von Flüssen und Seen. Im Rio Machado in Rondônia war sie in einer zweijährigen Untersuchung häufig.
Die ganze Familie der Hundszahnsalmler jagt mit den Augen. Eine Studie in der Bananal-Aue in Mato Grosso fand umso mehr dieser Fische, je klarer das Wasser war. Wird ein Gewässer durch Sedimente aus Landnutzung trüber, kann das ihre Bestände beeinträchtigen.
Wie sie Beute macht
Die Payara ist ein spezialisierter Fischfresser. Im Rio Machado untersuchten Forscher die Mägen von 134 Payaras: Sie hatten vor allem Fische des Freiwassers gefressen, darunter Salmler und Curimbatás. Die Beute wird meist im Ganzen verschlungen oder mit den Fangzähnen aufgespießt. Ihr Blick ist nach oben gerichtet, sie jagt nahe der Oberfläche und im offenen Wasser.
Im selben Fluss lebt die Corvina (Plagioscion squamosissimus), ebenfalls ein Raubfisch. Sie frisst vor allem Fische am Grund, die Nahrung beider Arten überschneidet sich kaum. Für Angler heißt das: Die Payara steht weiter oben im Wasser.
Ihre Nahrung änderte sich zwischen Hoch- und Niedrigwasser nur wenig. Die verwandte Art H. armatus gilt am Xingu als langsam wachsender Räuber mit geringer Fruchtbarkeit und langer Generationszeit.
Wann und wo die Saison ist
Für die Payara selbst fehlen belastbare Angaben zu Laichzeit und Hauptsaison. Ihre Nahrung ändert sich zwischen Hoch- und Niedrigwasser kaum, einen festen Saisonkalender gibt es daher nicht.
Wann eine Reise sinnvoll ist, hängt vor allem vom Wasserstand im jeweiligen Fluss ab, der sich zwischen Amazonas- und Orinocobecken stark unterscheidet. Erkundige dich vor Ort, wann das Wasser klar ist, denn die Payara jagt mit den Augen. Klare Abschnitte und Phasen mit wenig Schwebstoffen sind die bessere Wahl.
Wie du sie befischst
Weil die Payara fast nur Fische frisst und nahe der Oberfläche jagt, gehört der Köder in die oberen Wasserschichten und sollte einem Beutefisch ähneln. Als Naturköder bietet sich ein Köderfisch an.
Die langen Fangzähne sprechen für ein Vorfach aus Stahl. Plane zudem einen großen Kescher oder Lippengriff ein und fasse den Fisch nie ins Maul.
Klares Wasser suchen: Hundszahnsalmler sind dort häufiger, wo das Wasser klar ist. In trüben Abschnitten lohnt die Suche kaum.
Hände weg vom Maul: Die Fangzähne sind lang und spitz. Löse den Haken mit einer langen Zange.
Passende Köder
Köderfisch in den oberen Wasserschichten an Stahlvorfach.
Mehr dazu: Tierische Naturköder.
Lange Fangzähne: Stahlvorfach und Lösezange.
Welche Regeln gelten
Die Payara ist nach der Roten Liste der IUCN weltweit nicht gefährdet. Ein internationaler Handelsschutz nach CITES besteht nicht.
Lizenzen und Fangregeln legen die Behörden im Reiseland fest, in Brasilien das IBAMA und die Umweltbehörden der Bundesstaaten, in Venezuela und Kolumbien die nationalen Fischereibehörden. Verbindlich ist die Auskunft der zuständigen Behörde vor Ort, auch zu Schonzeiten und Schutzgebieten.
Häufige Fragen (FAQ)
Warum heißt die Payara Vampirfisch?
Wegen der zwei langen Eckzähne im Unterkiefer. Mit ihnen spießt sie Beutefische auf.
Ist jede Payara ein Hydrolycus scomberoides?
Nein. Payara ist ein Sammelname für die Gattung Hydrolycus. H. scomberoides lebt nur im Amazonasbecken, im Orinoco und in Guyana kommt Hydrolycus armatus vor.
Was frisst die Payara?
Fast nur Fische. Eine Studie im Rio Machado fand vor allem Salmler und andere Freiwasserfische im Magen, sie werden meist im Ganzen geschluckt.
Quellen
Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).
- FishBase: Hydrolycus scomberoides
- FishBase: Hydrolycus armatus
- Costa & Nunes (2022), Iheringia Série Zoologia: Niche partitioning of two piscivorous fish species in a river in the western Brazilian Amazon
- de Melo et al. (2009), Neotropical Ichthyology: Relationships between water transparency and abundance of Cynodontidae species in the Bananal floodplain
- Camargo, Giarrizzo & Isaac (2015), Brazilian Journal of Biology: Population and biological parameters of selected fish species from the middle Xingu River
- Brazilian Journal of Biology (2015): Artisanal fisheries of the Xingu River basin in Brazilian Amazon
- International Game Fish Association: Game Fish Database
KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.
Weiter im Lexikon
- Alle Fischarten im Überblick
- Fangkalender – Monat, Wassertemperatur und Steckbrief für 92 Arten
- Schnur-Rechner – Tragkraft nach dem Knoten, Bremsen-Richtwert, Backing
- Angeltechniken