Das Texas-Rig ist eine Montage für Gummiköder: Ein gleitendes Blei sitzt vor einem Offsethaken, dessen Spitze im Köder verborgen liegt. So bleibt der Köder in Kraut, Ästen und Steinen seltener hängen. Hier findest du Aufbau, Einhängen in Schritten und die häufigsten Fehler.
Das brauchst du

- ein geschossförmiges Blei (Bullet Weight), das frei auf der Schnur gleitet; das Gewicht richtest du nach Wassertiefe und Strömung
- ein Offsethaken, dessen Größe zum Köder passt
- optional ein Stopper über dem Blei und eine Perle zwischen Blei und Haken (eine Glasperle klickt beim Anziehen gegen das Blei)
- ein Gummiköder, etwa Softworm, Gummikrebs oder ein anderer Creature Bait
- ein Vorfach, oft aus Fluorocarbon; wenn du gezielt auf Hecht fischst, ein bissfestes Material
Passende Köder findest du in der Übersicht der Softbaits. Die Köderseiten beschreiben den Köder, diese Seite die Montage dazu.
Aufbau des Texas-Rigs
Das Blei sitzt nicht fest am Haken, sondern gleitet auf der Schnur. Beim Absinken geht das schwere Blei voraus und der Köder sinkt langsamer hinterher. Ziehst du die Montage an, stoßen Blei und Perle wieder zusammen. Der Haken wird in den Köder versenkt, seine Spitze liegt knapp unter der Oberfläche des Rückens. Erst beim Biss tritt sie aus dem Material aus.
Texas-Rig montieren in sieben Schritten
- Stopper aufziehen. Dieser Schritt ist optional. Ein Stopper direkt über dem Blei hält es fest, sodass Blei und Köder beisammenbleiben. Ohne Stopper gleitet das Blei frei.
- Blei und Perle auf die Schnur fädeln. Die Perle liegt zwischen Blei und Haken.
- Haken anknoten. Verwende einen Knoten, der die Schnur nach dem Anziehen weitgehend trägt, zum Beispiel den Uni-Knoten. Weitere Knoten findest du unter Techniken.
- Hakenspitze in die Köderspitze stechen und gut einen halben Zentimeter durch den Köder führen, dann wieder austreten lassen.
- Haken durch den Köder schieben, bis der Kopf des Köders am Hakenbogen anliegt.
- Haken drehen und die Spitze wieder in den Köderrücken stechen. Sie soll nicht auf der anderen Seite austreten, sondern bündig unter der Oberfläche liegen.
- Köder gerade ausrichten. Ein krumm sitzender Köder dreht sich beim Einholen. Wirf probeweise und kontrolliere, ob er gerade läuft.
Variante: Manche Angler lassen das Blei ganz weg und fischen ein Texas-Rig ohne Gewicht. Der Köder sinkt dann langsamer und wirkt ruhiger. Das passt für flaches Wasser und kurze Würfe.
Wann das Texas-Rig sinnvoll ist
Das Rig lohnt sich dort, wo ein offener Haken hängen bleiben würde: zwischen versunkenem Holz, Seerosen und dichtem Kraut. Du führst den Köder langsam in kleinen Sprüngen über den Grund, ziehst ihn mit der Rute an und lässt ihn wieder absinken. Plane Pausen ein, denn gerade dann taumelt der Köder zum Boden und wird oft genommen. Viele Bisse kommen schon beim ersten Absinken.
Entstanden ist das Rig für Schwarzbarsche in den USA. In heimischen Gewässern fängst du damit vor allem Barsch und Zander, an Hindernissen auch Hecht.
Typische Fehler
- Hakenspitze zu tief versenkt: Der Haken fasst beim Anschlag nicht. Die Spitze soll nur knapp unter der Oberfläche liegen.
- Hakenspitze liegt frei: Dann hängt der Köder in Kraut und Holz, der Vorteil des Rigs geht verloren.
- Köder sitzt schief: Er dreht sich und spielt unnatürlich.
- Blei zu schwer für die Situation: Der Köder fällt zu schnell und wirkt weniger natürlich. Wähle das Gewicht so leicht, wie Tiefe und Strömung es zulassen.
- Keine Pausen: Der Köder wird dauernd bewegt, Fische verfehlen ihn eher.
- Hakenweite passt nicht zum Köder: Ein zu kleiner Haken staucht den Köder, ein zu großer lässt ihn lose sitzen.
Häufige Fragen
Mehr Antworten rund ums Angeln: Alle häufigen Fragen im Überblick
Welche Köder passen zum Texas-Rig?
Weiche Köder, in die sich der Haken versenken lässt: lange Gummiwürmer, Creature Baits und Krebsimitate. Siehe Softworm und Gummikrebs.
Brauche ich die Perle?
Nein, sie ist eine Zugabe. Eine Glasperle klickt beim Anziehen gegen das Blei, was Räuber neugierig machen kann. In klarem, stark befischtem Wasser kann das Geräusch Fische aber auch vergrämen. Im dichten Kraut lassen manche Angler die Perle ganz weg.
Was ist der Unterschied zur Montage mit Jigkopf?
Beim Jigkopf sind Blei und Haken fest verbunden, beim Texas-Rig sind sie getrennt und der Haken liegt verdeckt. Das macht das Texas-Rig hängerärmer, aber den Anschlag etwas schwieriger.
Weitere Montagen: Dropshot-Rig, Grundblei-Laufmontage und Posenmontage.
Passend dazu
- Carolina-Rig: dasselbe Blei mit Abstand zum Köder
- Jigkopf-Montage: Blei und Haken in einem Stück
- Spinnrute: Länge, Wurfgewicht und Aktion wählen
Quellen
- Wikipedia: Texas rig (Bestandteile, Einhängen Schritt für Schritt, Hakenspitze verborgen, Variante ohne Blei, Bisse beim Absinken, Zielfische Schwarzbarsche)
- Blinker: Texas-Rig, die Erfolgsmontage mit dem Klick (Aufbau mit Geschossblei, Perle und Offsethaken, Absinkverhalten, Führung in Sprüngen, Bisse beim Absinken, Gewicht nach Tiefe und Strömung, Hakengröße nach Ködergröße, bissfestes Vorfach für Hecht)
- Rute & Rolle: Carolina Rig vs. Texas Rig (Hakenspitze im Köder verborgen, Glasperle und Klacken, Geräusch in klarem Wasser)
- Rute & Rolle: T-Rig (Herkunft, Schwarzbarsch, Barsch und Zander bei uns, Seerosen, Kraut und versunkene Bäume, langsame Führung mit Pausen)
- Rute & Rolle: Angeln mit Creature Baits (Krebsimitate am Texas-Rig, Verzicht auf die Glasperle im Kraut, freier Haken am Bleikopf)
Alle Angaben sind Richtwerte ohne Gewähr. Beachte Gewässerordnung und Landesrecht.
