Fliegenschnur: Klassen, Profile und Sinkraten

Eine Fliegenschnur ist dick und schwer, weil sie beim Werfen das Gewicht liefert, das der fast gewichtslosen Fliege fehlt. Hier steht, wie du Klasse, Profil und Sinkverhalten auf der Packung liest, was eine Sinkrate aussagt und wie Backing, Vorfach und Pflege dazugehören.

Oben eine Keulenschnur, die von der Rolle mit rotem Backing kommt: dünne Laufschnur, hintere Verjüngung, dicke Keule, vordere Verjüngung und Spitze, daran das Vorfach. Darunter kleiner eine doppelt verjüngte Schnur und unten im Wasser eine schwimmende und eine sinkende Schnur.WF: KeulenschnurLaufschnurKeuleSpitzehintere Verjüngungvordere VerjüngungDT: beidseitig verjüngtschwimmend (F)sinkend (S)
Abb. 1 · Oben eine Keulenschnur (WF) mit ihren Abschnitten, auf der Rolle über dem rot gezeichneten Backing; darunter eine doppelt verjüngte Schnur (DT), unten schwimmende und sinkende Schnur. KI-unterstützt gezeichnet, schematisch.

Die Schnur trägt den Wurf

Das Lehrmaterial zur Fischerprüfung bringt es auf einen Satz: An der Flugangel ist allein die Schnur das Wurfgewicht, gebleit wird nicht. Wie das beim Werfen abläuft, steht unter Fliegenfischen.

Gebaut ist eine Fliegenschnur aus einem Kern und einem Kunststoffmantel, dem Coating. Laut Blinker haben Schwimmschnüre meist einen geflochtenen Kern, Sinkschnüre einen monofilen. Ob eine Schnur sinkt, entscheidet der Mantel: Laut Petri-Heil ist bei Sinkschnüren Blei oder Wolfram in den Kunststoff gemischt.

Die Klasse: gewogen werden die ersten 30 Fuß

Die Zahl auf der Packung ist eine Gewichtsklasse. Die Einteilung hat ein amerikanischer Branchenverband in den 1960er-Jahren eingeführt, sie reicht von Klasse 1 bis 15. Gewogen werden die ersten 30 Fuß, gut 9,1 m. Das Gewicht wird in Grain angegeben, 1 Grain sind 0,065 g.

Die Einteilung lässt eine Spanne zu. Blinker ordnet Klasse 5 einen Wert von 140 Grain zu, rund 9,1 g. Nach dem heutigen Standard darf eine solche Schnur laut Petri-Heil auf den ersten 9,15 m zwischen 8,7 und 9,5 g wiegen. Zwei Schnüre derselben Klasse können sich also um bis zu 0,8 g unterscheiden. Welche Klasse zu welchem Fisch passt, zeigt die Tabelle unter Fliegenrute.

Profile: wo das Gewicht sitzt

Der Mantel ist nicht überall gleich dick. Dieser Verlauf heißt Profil oder Taper und bestimmt, wie sich die Schnur in der Luft und auf dem Wasser verhält. Bei der Keulenschnur folgen von vorn nach hinten Spitze, vordere Verjüngung, Keule (der dickste Teil), hintere Verjüngung und Laufschnur. Die drei mittleren Teile bilden den Kopf, der laut Blinker die Wurfeigenschaften bestimmt.

  • Doppelt verjüngt (DT): Die Schnur wird zu beiden Enden dünner, dazwischen bleibt sie gleich dick. Blinker nennt sie die klassische Schnur für Trockenfliege und Nymphe auf kurze und mittlere Distanz, weil sie die Fliege sanft ablegt. Das Prüfungsmaterial hebt den guten Rollwurf hervor.
  • Keulenschnur (WF): Das Gewicht sitzt in einer kurzen Keule vorn. Sie zieht die dünne Laufschnur mit, so fliegt die Schnur weiter. Laut Blinker ist sie heute die Standardschnur der meisten Fliegenfischer, das Prüfungsmaterial nennt sie gut im Wind. Das Fachmagazin Outdoor Canada sieht den Preis in einer weniger feinen Ablage.
  • Schusskopf (ST): ein kurzes, schweres Stück von meist rund 10 m, eingeschlauft an eine separate dünne Laufschnur, gedacht für große Weiten. Beim Lachsfischen mit der Zweihandrute an großen Flüssen werden laut Blinker fast nur noch Schussköpfe verwendet.

Für große Streamer und Hechtstreamer gibt es Keulenschnüre mit besonders kurzer, kompakter Keule.

Die Kürzel auf der Packung

Die Bezeichnung nennt Profil, Klasse und Schwimmverhalten, so liest es auch Petri-Heil. WF-5-F ist eine schwimmende Keulenschnur der Klasse 5. Das Lehrmaterial zur Fischerprüfung übt mit DT 7 S: doppelt verjüngt, Klasse 7, sinkend, rund 12 g.

KürzelBedeutungHinweis
DTdoppelt verjüngtsanfte Ablage, Rollwurf
WFKeulenschnurWeite, Wind, große Fliegen
STSchusskopfmit eigener Laufschnur
Lparallel, ohne Verjüngungheute als dünne Laufschnur
Fschwimmendganze Länge treibt
IIntermediatesinkt sehr langsam
SsinkendSinkrate beachten
F/Sschwimmend mit Sinkspitzenur die Spitze taucht ab

Achtung bei ST: Das Prüfungsmaterial führt das Kürzel auch für die einseitig verjüngte Schnur (Single Taper), Blinker meint damit den Schusskopf. Sinkschnüre und Schussköpfe werden laut Blinker oft mit einer Grain-Angabe verkauft. Längen stehen in Yards (1 yd = 91,44 cm) oder Fuß (1 ft = 30,48 cm), der Einheiten-Umrechner macht Meter daraus.

Schwimmend, Intermediate, sinkend

Die Schwimmschnur (F) treibt auf ganzer Länge. Outdoor Canada hält sie für die beste Allroundwahl, das Prüfungsmaterial nennt sie Trockenschnur. Die Intermediate (I) sinkt sehr langsam. Laut Blinker wird sie meist im Stillwasser und an der Ostseeküste auf Meerforelle gefischt, weil sie die Fliege auch bei Wellengang unter der bewegten Oberfläche führt.

Bei der Sinkspitze (F/S) sinkt nur das vordere Stück: laut Prüfungsmaterial 3 m (10 ft) bei der Sink Tip und 6 m (20 ft) beim Sink Head, laut Outdoor Canada 10 bis 15 Fuß. Vollsinkende Schnüre kommen tiefer, sind in der Strömung aber schwer zu kontrollieren und passen eher an Seen. Am Fluss lassen sich Sinkspitzen leichter werfen und führen.

Die Sinkrate wird in Zoll pro Sekunde angegeben (1 Zoll = 2,54 cm). Die Zahl hinter Typ oder Sink nennt laut On The Water und Petri-Heil genau diesen Wert, je höher, desto schneller. Sehr langsam sinkende Schnüre heißen Intermediate.

Zählmethode: Nach dem Auswerfen zählst du gleichmäßig, etwa im Sekundentakt, während Schnur und Fliege absinken. Mit der Sinkrate schätzt du daraus die Tiefe ab: Petri-Heil rechnet für eine Schnur mit 6 Zoll pro Sekunde gut 15 cm je Sekunde, nach zehn Sekunden sind das rund 1,5 m. Dieser Wert gilt laut Petri-Heil für stehendes Wasser, in der Strömung weicht er laut On The Water etwas ab.

Zur Rute passend: Klasse, Backing, Vorfach

Die Schnur trägt dieselbe Klasse wie die Rute, die Fliegenrolle muss Schnur und Backing fassen. Das Backing ist eine dünne Nachschnur, die als Erstes auf die Spule kommt und als Reserve dient, wenn ein großer Fisch weit abzieht. Das Prüfungsmaterial nennt 50 bis 100 m mit 0,25 bis 0,40 mm, gern aus geflochtenem Polyester. Blinker rät für die normale Fischerei zu 20 lb Tragkraft (rund 9,1 kg), für große Lachse zu 30 lb (rund 13,6 kg). Wie viel Backing auf deine Spule passt, rechnet der Schnur-Rechner aus.

Am Spulenkern hält ein Spulenknoten, Backing und Fliegenschnur verbindet ein Albright-Knoten oder ein Nagelknoten. Manche modernen Schnüre haben schon ab Werk eine Schlaufe vorn, hinten oder an beiden Enden; dann hängst du Vorfach und Backing per Schlaufe-in-Schlaufe ein.

Pflege und Lagerung

Der Mantel ist das Verschleißteil. Wird er rissig und spröde, steigt laut Blinker die Reibung in den Ringen, und Wasser dringt ein, sodass eine Schwimmschnur schlechter treibt. Eine moderne Schnur braucht wenig Pflege, sollte aber ab und zu gereinigt werden.

  • Reinigen: Laut Salt Water Sportsman weichst du die Schnur einige Minuten in warmem Wasser mit etwas mildem Spülmittel ein, reibst sie mit einem Tuch ab und spülst die Seife danach in klarem Wasser mit einem zweiten Tuch heraus. Auch Outdoor Canada wäscht mit milder Seife und warmem Wasser. Scharfe Reinigungsmittel meidest du, weil sie laut Salt Water Sportsman das Gleitmittel aus dem Mantel lösen können.
  • Chemie fernhalten: Outdoor Canada warnt vor Benzin, Bilgenwasser und Mückenschutz, die den Mantel anlösen können, etwa wenn lose Schnur auf dem Bootsboden liegt.
  • Dunkel lagern: Das Prüfungsmaterial rät bei allen Kunststoffschnüren wegen UV-Licht dazu.

Typische Fehler

  • Mit der Sinkschnur ohne Schnurkorb waten. Die eingeholte Schnur sinkt laut Petri-Heil ab und muss beim nächsten Wurf mit viel Kraft aus dem Wasser gezogen werden.
  • Mit der Vollsinkschnur in die Strömung. Laut Outdoor Canada ist sie im fließenden Wasser schwer zu kontrollieren; am Fluss ist eine Sinkspitze leichter zu führen.
  • Lose Schnur auf einen verschmutzten Bootsboden fallen lassen. Benzin, Bilgenwasser und Mückenschutz greifen laut Outdoor Canada den Mantel an. Ein Schnurkorb, notfalls ein Handtuch oder eine flache Schüssel, hält die Schnur davon fern.

Häufige Fragen

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Kann man eine DT-Schnur umdrehen?

Ja. Weil beide Enden gleich gebaut sind, lässt sich die Schnur umgekehrt aufspulen, wenn das vordere Ende verschlissen ist. Das kaum benutzte hintere Ende wird laut Outdoor Canada dann zur neuen Schnur.

Wie lang ist eine Fliegenschnur?

Das Lehrmaterial zur Fischerprüfung nennt 25 bis 40 Yards, rund 23 bis 37 m. Dahinter liegt das Backing.

Warum reicht bei der Zweihandrute die Klasse nicht?

Die Klassentabelle passt laut Blinker nicht auf Zweihandruten: Für eine 13 Fuß lange Zweihandrute der Klasse 9 müsste ein Schusskopf nach der alten Einteilung rund 15 g wiegen, tatsächlich braucht sie etwa das Doppelte. Deshalb werden dort zunehmend Grain-Zahlen angegeben.

Welche Schnur passt für den Anfang?

Eine schwimmende Schnur in der Klasse der Rute. Das Prüfungsmaterial empfiehlt Anfängern die Klassen 5 bis 6. Eine Sinkschnur lohnt sich, wenn du gezielt am See oder in tieferem Wasser fischen willst.

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Quellen

Text und Zeichnung KI-unterstützt erstellt. Quellen im Oktober 2026 geöffnet und geprüft, keine Grafik aus den Quellen übernommen.

Alle Angaben sind Richtwerte ohne Gewähr. Sinkraten und Pflegehinweise unterscheiden sich je nach Schnur; maßgeblich sind Packung und Herstellerhinweise.