Petermännchen

Das Gewöhnliche Petermännchen (Trachinus draco) lebt eingegraben auf Sandböden von Nordsee, westlicher Ostsee und Atlantik. Es trägt Giftstacheln an der ersten Rückenflosse und an den Kiemendeckeln. Angler fangen es meist als Beifang.

Naturkundetafel eines Petermännchens
Naturkundetafel von AngelMomente, KI-unterstützt entworfen.
  1. Kurze, schwarze erste Rückenflosse mit 5 bis 7 giftigen Stachelstrahlen
  2. Kräftiger Giftstachel am oberen Rand jedes Kiemendeckels
  3. Steil nach oben gerichtete Maulspalte und hoch am Kopf liegende Augen
Typische Größe20–30 cmmaximal 42 bis rund 50 cm
Alteretwa 3–5 Jahrenur eine Quelle
VorsichtGiftstachelnRückenflosse und Kiemendeckel
AktivNachtstagsüber im Sand vergraben

Fangchancen im Jahresverlauf

J–
F–
M–
A–
M○
J◐
J◐
A◐
S◐
O○
N–
D–
  • Kaum Chancen
  • Möglich
  • Gut
  • Hauptsaison
  • Laichzeit (Schonzeit beachten)

Redaktionelle Einschätzung für Gewässer in Deutschland, kein Messwert und keine Garantie. Laichzeit ist nicht gleich gesetzliche Schonzeit.

Woran du es erkennst

Der Körper ist langgestreckt und seitlich abgeflacht. Die Augen liegen oben am Kopf, die Maulspalte ist steil nach oben gerichtet. Die Oberseite ist grünlich, die Flanken tragen helle, schräge Streifen.

Die erste Rückenflosse ist kurz, schwarz und wird von 5 bis 7 Stacheln gestützt. In ihren Längsfurchen liegt Giftdrüsengewebe. Ein weiterer kräftiger Giftstachel sitzt am oberen Rand jedes Kiemendeckels. Meist ist das Petermännchen 20 bis 30 Zentimeter lang.

Die kleinere Viperqueise ist ebenfalls giftig. Das Gewöhnliche Petermännchen trägt zwei oder drei kleine Stacheln vor jedem Auge, der Viperqueise fehlen sie. Behandle jeden Fisch mit kurzer schwarzer Stachelflosse vorsichtig.

Wo es steht

Die Art lebt an den Küsten des östlichen Atlantiks, in der Nordsee, der westlichen Ostsee, im Mittelmeer und im Schwarzen Meer. Sie bewohnt Sand-, Schlamm- und Kiesböden von wenigen Metern bis etwa 150 Meter Tiefe.

Im Sommer hält sich das Petermännchen in 5 bis 15 Metern Tiefe auf, zur Laichzeit auch flacher. Tagsüber ist es bis zu den Augen eingegraben. Im Herbst wandert es in tieferes Wasser.

Standplätze im Bild

Wähle eine Jahreszeit: Der Fisch zeigt, wo die Art dann steht. Rot beschriftete Stellen gelten nur in der gewählten Zeit. Je mehr Fische im Bild, desto besser die Fangchance laut Fangkalender. Das Bild ist schematisch, jedes Gewässer ist anders.

An der Küste

Schnitt vom Strand über Rinne und Sandbank bis ins tiefe Wasser. Die Standplätze der gewählten Jahreszeit stehen als Text darunter.StrandSandbankSandgrundFrühjahr · Fangchance: kaumSandgrundSommer · Fangchance: gut · LaichzeitSandgrundTiefes WasserHerbst · Fangchance: möglichSandgrundWinter · Fangchance: kaum
Bild seitlich verschieben, um das ganze Gewässer zu sehen.
  • Sandiger Grund
  • Tiefes, kälteres Wasser

Das Petermännchen lebt in Küstennähe auf Sandboden, auch auf Schlamm und Kies. Tagsüber ist es meist bis zu den Augen im lockeren Sand vergraben und lauert auf Beute. Nachts verlässt es den Grund und schwimmt oft in kleinen Trupps.

Frühjahr: Fangchance laut Fangkalender im März und April kaum, im Mai möglich.

Sommer: Fangchance laut Fangkalender gut. In diese Zeit fällt die Laichzeit, Schonzeiten beachten. Im Sommer hält sich das Petermännchen in 5 bis 15 Metern Tiefe auf. Zum Laichen kommt es auch ins Flachwasser.

Herbst: Fangchance laut Fangkalender im September gut, im Oktober möglich, im November kaum. Im Herbst wandert es in tiefere Zonen ab.

Winter: Fangchance laut Fangkalender kaum.

Tiefe: Die Art lebt von wenigen Metern bis etwa 150 Meter Tiefe, gewöhnlich flacher als 30 Meter. Im Sommer steht sie in 5 bis 15 Metern.

Größenvergleich: Petermännchen typisch 20–30 cm, selten bis 50 cm, darunter ein Lineal von 30 cm30 cmselten bis 50 cmbis 30 cmab 20 cm
Größetypisch 20–30 cm, selten bis 50 cm
Aktive Tageszeiten: PetermännchenNachtMorgenTagAbendNacht
AktivTagsüber liegt das Petermännchen eingegraben, nachts schwimmt es frei umher.

Wie es jagt und laicht

Eingegraben lauert das Petermännchen auf Garnelen, Grundeln und andere kleine Bodenfische. Nachts schwimmt es frei umher, oft in kleinen Trupps. Gelaicht wird von Juni bis August, die Eier treiben im Freiwasser.

Den Giftausstoß kann der Fisch nicht steuern. Das Gift wird frei, wenn ein Stachel in die Haut dringt, etwa beim Tritt auf einen vergrabenen Fisch oder beim Abhaken. Der Schmerz setzt sofort ein und ist heftig, meist schwillt die Stelle stark an. Allgemeine Beschwerden wie Kreislaufprobleme sind laut Giftzentrale Bonn selten, die Stiche gelten in der Regel als nicht lebensbedrohlich.

Wann es beißt

Im Frühjahr und Sommer steht das Petermännchen flach und küstennah. In dieser Zeit ist es als Beifang am wahrscheinlichsten, und die Laichzeit fällt in die Badesaison.

Ab dem Herbst zieht es in tiefere Zonen und wird vom Ufer kaum noch gefangen.

Die Monatsübersicht aller Arten und den Wassertemperatur-Check findest du im Fangkalender.

Womit du es fängst

Gezielt wird das Petermännchen selten beangelt. Es geht als Beifang an den Haken, wenn über Sandgrund mit Naturködern gefischt wird.

Fass den Fisch nicht mit bloßen Händen an. Trage feste Handschuhe und löse den Haken mit einer langen Zange. Willst du den Fisch verwerten, schneide Rückenstacheln und Kiemendeckeldornen mit einer Schere ab. Das Fleisch selbst ist ungiftig.

Handschuhe und Zange bereitlegen: Die Giftzentrale Bonn und das Land Schleswig-Holstein raten beim Abhaken zu Handschuhen. Das Gift wirkt auch nach dem Tod des Fisches weiter, deshalb gilt die Vorsicht ebenso beim Ausnehmen und Zubereiten.

Nach einem Stich: Wunde reinigen, Stachelreste entfernen und desinfizieren. Eine Staubinde darf nicht angelegt werden. Das Gift besteht überwiegend aus hitzeempfindlichen Eiweißen, deshalb nennen beide Giftzentralen Wärme als Sofortmaßnahme. Das Faltblatt des Landes Schleswig-Holstein, erstellt mit dem Giftinformationszentrum-Nord, beschreibt: die Stelle etwa zwei Minuten örtlich erwärmen, zum Beispiel mit einem Wärmekissen oder Föhn, und danach sofort kühlen. Die Giftzentrale Bonn nennt für den Fall, dass ärztliche Hilfe nicht sofort erreichbar ist, das Eintauchen in tolerierbar heißes Wasser von etwa 45 °C. Prüfe die Temperatur vorher mit einer gesunden Hand oder lass sie von einer Begleitperson prüfen, damit du dich nicht verbrühst. Geh danach in jedem Fall zum Arzt, auch wegen des Tetanusschutzes.

Passende Köder

Beifang beim Grundangeln mit Naturködern über Sandgrund.

Mehr dazu: Tierische Naturköder.

Wird selten gezielt beangelt. Giftige Stacheln: nie mit der bloßen Hand greifen.

Alle Köder im Überblick

Was du beachten musst

Schonzeiten, Mindestmaße und Entnahmefenster legen die Bundesländer sowie die Fischereibehörden der Anrainerstaaten (Dänemark, Norwegen, Polen) fest. Sie variieren je nach Gewässertyp, Küstenabschnitt und Jahreszeit. Deshalb nennen wir keine starren Zahlen: Verbindlich sind stets die Fischereiverordnung deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein. Eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender.

Für maßige Fische, die entnommen werden dürfen, gilt die Pflicht zur sofortigen, tierschutzgerechten Betäubung und Tötung. Geschonte, untermaßige oder im Rahmen eines Entnahmefensters zu große Exemplare müssen mit nassen Händen äußerst schonend direkt im Wasser gelöst und zurückgesetzt werden.

Die IUCN führt das Petermännchen als ungefährdet. Bei einem Stich berät neben dem Arzt ein Giftnotruf. Nach eigenen Angaben rund um die Uhr erreichbar sind die Giftzentrale Bonn (0228 19240) und das für Norddeutschland zuständige Giftinformationszentrum-Nord in Göttingen (0551 19240). Die Angaben auf dieser Seite ersetzen keine ärztliche Beratung.

Häufige Fragen (FAQ)

Was tun nach einem Stich?

Wunde reinigen, Stachelreste entfernen, desinfizieren, keine Staubinde anlegen. Als Sofortmaßnahme nennen die Giftzentralen Wärme: etwa zwei Minuten örtlich erwärmen und danach kühlen (Faltblatt des Landes Schleswig-Holstein mit dem Giftinformationszentrum-Nord) oder, wenn kein Arzt sofort erreichbar ist, tolerierbar heißes Wasser von etwa 45 °C, vorher mit gesunder Hand geprüft (Giftzentrale Bonn). Danach zum Arzt.

Kann man Petermännchen essen?

Ja. Das Fleisch ist ungiftig und gilt in Frankreich als Delikatesse. Vorher müssen alle Stacheln entfernt werden.

Wo sitzen die Giftstacheln?

In der kurzen ersten Rückenflosse und als einzelner Dorn auf jedem Kiemendeckel.

Quellen

Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).

KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.

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