Taimen

Der Taimen (Hucho taimen), auch Sibirischer Huchen genannt, gilt als größter Lachsfisch der Welt. Er lebt in kalten Flüssen Sibiriens und der nördlichen Mongolei. Die IUCN führt ihn als gefährdet. In Fliegenfischerrevieren der Nordmongolei wird er mit widerhakenlosen Einzelhaken gefangen und wieder zurückgesetzt.

Naturkundetafel eines Taimen
Naturkundetafel von AngelMomente, KI-unterstützt entworfen.
  1. Kleine dunkle Flecken in X- oder Halbmondform auf Kopf und Flanken
  2. Langer, oben abgeflachter Kopf mit Oberkiefer bis hinter das Auge
  3. Rötliche Schwanzflosse bei erwachsenen Fischen, kräftige Fettflosse
Größebis 2 mFishBase: bis 105 kg
Wachstumlangsammindestens 10 Jahre bis 1 m
StatusGefährdetIUCN: Vulnerable
RevierNordmongolei, SibirienSaison Juni bis Oktober

Fangchancen im Jahresverlauf

J–
F–
M–
A–
M–
J○
J○
A◐
S◐
O◐
N–
D–
  • Kaum Chancen
  • Möglich
  • Gut
  • Hauptsaison
  • Laichzeit (Schonzeit beachten)

Redaktionelle Einschätzung für das Heimatrevier (Nordmongolei und Sibirien), kein Messwert und keine Garantie. Verbindlich sind die Regeln des Reiselandes.

Woran du ihn erkennst

Der Taimen hat einen langen, im Querschnitt runden Körper. Der Kopf ist lang und oben abgeflacht, die Kiefer sind sehr lang, bei erwachsenen Fischen reicht der Oberkiefer bis hinter das Auge. Auf Kopf und Flanken sitzen kleine dunkle Flecken, am Körper oft in X- oder Halbmondform. Die Fettflosse ist kräftig ausgebildet, die Schwanzflosse ist bei Erwachsenen rötlich. Die Schuppen sind sehr klein.

FishBase nennt als Höchstwerte 200 Zentimeter Standardlänge, 105 Kilogramm und 55 Jahre. Solche Größen erreicht er nur in ungestörten Gewässern, und er wächst langsam: Bis zu einem Meter Länge braucht ein Taimen mindestens zehn Jahre.

Am ähnlichsten ist der europäische Huchen aus dem Donaugebiet. Beide gehören zur Gattung Hucho. Da sich die Verbreitungsgebiete nicht überschneiden, verrät meist schon der Fangort die Art.

Im selben Fluss lebt der Lenok, ebenfalls ein Lachsfisch. Den Taimen erkennst du am langen, oben abgeflachten Kopf und am Oberkiefer, der bis hinter das Auge reicht.

Wo er steht

Das Verbreitungsgebiet reicht von Nebenflüssen von Petschora und Kama im Wolgagebiet über Sibirien vom Ob bis zur Jana bis ins Amurbecken. Früher zog er bis zur Wolga hinab. In Wolga, Ural und Petschora gelten Bestände inzwischen als vermutlich erloschen. Gesunde Bestände gibt es noch in abgelegenen Flüssen der Nordmongolei und Sibiriens.

Erwachsene Taimen leben in kalten, sauerstoffreichen Flüssen des Berg- und Hügellands, seltener in Unterläufen, kalten Seen und Stauseen. Sie halten ein festes Revier: tiefe Gumpen unterhalb von Stromschnellen und Wasserfällen, Mündungen kleiner Zuflüsse, Stellen hinter großen Felsen oder Brückenpfeilern und ausgespülte Ufer. Tagsüber und im Winter ruhen sie in tiefen, strömungsarmen Kolken. Im Eg- und Uur-Fluss der Nordmongolei ist das Revier im Mittel 23 Kilometer groß, einzelne Fische nutzen fast 100 Kilometer.

Wie er lebt und laicht

Jungfische stehen in schneller Strömung und fressen treibende Wirbellose, nach ein bis drei Jahren stellen sie auf Fisch um. Erwachsene fressen Fische und Landwirbeltiere. Im Eg und Uur steht der Taimen an der Spitze einer Gemeinschaft aus wenigen Kaltwasserarten, vor allem Lenok, Arktische Äsche, Elritze und Arktische Maräne.

Gelaicht wird im Frühjahr. Taimen bilden schon Wochen bis Monate vorher Paare und ziehen dann flussauf in die Oberläufe von Zuflüssen. Das Weibchen schlägt eine Laichgrube von 1 bis 1,5 Metern Durchmesser auf flachem, schnell überströmtem Kiesgrund, meist direkt unterhalb tiefer Gumpen. Die Eier schlüpfen nach 28 bis 38 Tagen. Im Eg und Uur werden Milchner mit etwa vier, Rogner mit etwa fünf Jahren geschlechtsreif.

Wann und wo die Saison ist

Die Flüsse der Nordmongolei frieren meist Ende November zu und tauen Anfang Mai auf. Danach laicht der Taimen, in weiten Teilen des Landes deutlich vor Mitte Juni. Eine Studie empfahl deshalb, die Angelsaison je nach Region erst ab Ende Mai bis Mitte Juni zu öffnen, damit die Fische beim Laichen geschützt sind.

Die Angelsaison liegt damit zwischen Frühsommer und Herbst. Im Juli und August führen die Flüsse oft deutlich mehr Wasser. In ihrer Feldstudie fischten die Forscher im Frühjahr bis Ende Juni oder Anfang Juli und im Herbst von Ende August bis Mitte Oktober.

Wie schonend gefischt wird

Am Eg und Uur wurde während der Studie fast nur von Fliegenfischern gefischt, und zwar mit strikter Rückgabe aller Taimen und einzelnen Haken ohne Widerhaken. Unter diesen Bedingungen verringerte die Fischerei den Bestand nach dem Modell um weniger als zehn Prozent.

Würden dagegen alle gefangenen Taimen entnommen, wie es anderswo in der Mongolei geschieht, läge die Wahrscheinlichkeit, dass der Bestand auf Dauer verschwindet, bei 57 Prozent. Die Autoren warnen, dass auch schädlicheres Gerät wie lebende Köderfische oder Kunstköder mit mehreren Widerhaken den Bestand ernsthaft gefährden kann.

Taimen jagen auch Kleinsäuger. Forscher der Universität Wisconsin beschreiben, wie die Fische an der Oberfläche nach kleinen Säugetieren schlagen.

Einzelhaken ohne Widerhaken: Fische nur mit einem einzelnen, angedrückten Haken. Lebende Köderfische und Drillinge mit mehreren Widerhaken erhöhen die Sterblichkeit nach dem Zurücksetzen.

Nicht in der Laichzeit: Kurz nach der Eisschmelze laichen die Fische. Fische erst, wenn die Saison in deiner Region geöffnet ist.

Passende Köder

Fliegen an einem Einzelhaken ohne Widerhaken.

Mehr dazu: Fliegen, Fell- & Federköder.

Gefährdet (IUCN): schonend zurücksetzen, keine lebenden Köderfische, Regeln vor Ort beachten.

Alle Köder im Überblick

Schutz, Lizenzen und Regeln

Die IUCN stuft den Taimen weltweit als gefährdet (Vulnerable) ein. In der Mongolei, in Teilen Russlands, in Kasachstan und in China gilt er als bedroht oder gefährdet, die Mongolei führt ihn auf ihrer Roten Liste der Fische. Hauptursachen sind Überfischung, Wilderei, Bergbau, Verschmutzung und Verbauung.

In der Mongolei bestanden die Regeln für das Angeln auf Taimen laut einer Studie von 2009 aus Lizenzpflicht und Schonzeiten, kontrolliert wurde aber kaum. Die gewerbliche Entnahme ist dort offiziell verboten. Manche Reiseveranstalter schreiben das Zurücksetzen vor, andere nicht. Verbindlich sind die aktuellen Bestimmungen der zuständigen Behörden in der Mongolei oder in Russland, die du vor jeder Reise erfragen musst.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie groß wird ein Taimen?

FishBase nennt bis 200 Zentimeter und 105 Kilogramm. Für einen Meter Länge braucht er mindestens zehn Jahre.

Darf man Taimen angeln?

In Teilen der Mongolei und Russlands ja, mit Lizenz und außerhalb der Schonzeit. In Revieren wie am Eg und Uur in der Nordmongolei wird er mit Einzelhaken ohne Widerhaken gefangen und zurückgesetzt. Maßgeblich sind die Regeln vor Ort.

Wann laicht der Taimen?

Im Frühjahr nach der Eisschmelze, in der Mongolei meist im Mai bis Anfang Juni, vielerorts vor Mitte Juni.

Quellen

Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).

KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.

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