Futtersieb: Grundfutter fein und klumpenfrei

Ein Futtersieb ist ein Gitter im Rahmen, durch das du angefeuchtetes Grundfutter mit der Hand reibst. Es zerlegt Klumpen, lockert die Mischung auf und sorgt dafür, dass ein Futterball im Wasser als feine Wolke zerfällt, statt die Fische mit Brocken satt zu machen.

Oben ein Schnitt durch einen Futtereimer, auf dessen Rand ein Futtersieb liegt: Die Klumpen bleiben auf dem Gitter, feine Krümel fallen hindurch und bilden unten einen lockeren Haufen. Unten zwei Futterbälle im Wasser: Der ungesiebte hinterlässt Brocken am Grund, der gesiebte zerfällt zu einer Futterwolke.Klumpen bleiben obenFuttersiebfällt fein durchFuttereimerungesiebtgesiebtBrocken am GrundFutterwolke
Abb. 1 · Oben: Sieb auf dem Futtereimer, Klumpen bleiben auf dem Gitter. Unten: ungesiebter und gesiebter Futterball im Wasser. KI-unterstützt gezeichnet, schematisch.

Was das Sieb mit dem Futter macht

Grundfutter, das du nur mit den Händen angerührt hast, sieht oft schon fertig aus. Laut Blinker ist es dann aber noch grobkörnig und enthält dicke Klumpen. Die lösen sich im Wasser schlecht, bleiben als Brocken liegen und werden gefressen. Das Futter lockt dann nicht nur, es sättigt auch.

Reibst du die Mischung durch ein Gitter, zerfallen die Klumpen, und das Futter wird locker und luftig. Blinker beschreibt das Ziel so: Ein Händedruck formt eine Kugel, die den Wurf übersteht und am Grund sofort in feine, mehlige Teile zerfällt. Daraus entsteht eine Duftwolke. Ein früherer Feeder-Weltmeister nennt im selben Blatt den zweiten Vorteil: Gesiebtes Futter ist gleichmäßig fein und lässt sich gut zu Ballen formen.

Der richtige Moment: nach dem Ziehen, vor dem Ballen

Gesiebt wird nicht das Pulver aus der Tüte, sondern das angefeuchtete Futter, nachdem es Wasser aufgenommen hat. Mehrere Anleitungen im Blinker folgen dabei demselben Ablauf:

  1. Anfeuchten in kleinen Schritten. Trockenfutter in den Eimer, Wasser aus einer Flasche oder einem kleinen Gefäß dazu. Hältst du den Eimer schräg ins Gewässer, schwappt leicht zu viel hinein.
  2. Ziehen lassen. Das Futter saugt das Wasser auf und wirkt danach trockener. Ein Grundlagenbeitrag zum Brassenangeln im Blinker nennt 10 bis 15 Minuten, ein Feeder-Beitrag derselben Zeitschrift 25 bis 30 Minuten Quellzeit.
  3. Nachfeuchten. Richtig ist die Feuchte, wenn sich kleine Bälle drücken lassen, die nicht gleich wieder zerbrechen.
  4. Sieben. Handvoll für Handvoll durch das Gitter reiben. Sehr hartnäckige Klumpen wirfst du laut Blinker einfach weg.
  5. Noch einmal prüfen. Gesiebtes Futter trocknet nach. Ist es zu trocken geworden, feuchtest du es ein drittes Mal leicht an.
  6. Zugaben und Ballen. Maden und Caster kommen laut Blinker erst nach dem Sieben ins Futter. Danach formst du die Ballen oder füllst den Korb.

Eine Ausnahme ist das trockene Vorsieben. Für das kalte Frühjahr empfiehlt Rute & Rolle ein feines Grundfutter fast ohne sättigende Bestandteile. Damit keine großen Partikel hineingeraten, siebt der Autor die Mischung schon, bevor Wasser dazukommt.

Probe mit der Hand: Drück eine Handvoll gesiebtes Futter zusammen. Laut Blinker soll ein zusammenhängender Ballen entstehen, der aber leicht wieder auseinanderfällt. Bricht er sofort, fehlt Wasser. Wird die Masse breiig und lässt sich nicht mehr zu Kugeln formen, war es zu viel.

Maschenweiten: Futtersieb, Madensieb, Mehlsieb

Futtersiebe gibt es laut Blinker mit unterschiedlichen Maschenweiten. Eine feste Millimeterzahl für Grundfutter nennt keine der hier geprüften Fachquellen. Genauer belegt sind zwei Nachbarn des Futtersiebs:

SiebWofürMaschenweite laut QuelleWas oben bleibt
Futtersiebangefeuchtetes Grundfutterverschiedene, ohne feste ZahlKlumpen und grobe Brocken
Madensieblebende Maden reinigen3 mm bis 3,5 mmtote Maden und Caster
Mehlsieb (Küche)trockenes, helles Brot als Anfutter„passend“, ohne Zahlgrößere Brösel

Beim Madensieb arbeiten die Maden selbst. Die lebenden kriechen durch die Maschen, die toten und die verpuppten bleiben oben liegen. Ein Feeder-Weltmeister nimmt dafür im Blinker ein 3-mm-Sieb, weil tote Maden das Futter verunreinigen, ein Beitrag über die Caster-Herstellung nennt 3,5 mm. Caster sind die Puppen der Maden und selbst ein Köder, mehr dazu unter Maden & Larven. Für Brot als Anfutter auf Rotaugen siebt ein Autor in Fisch & Fang die Krümel trocken mit einem Mehlsieb aus der Küche, weil größere Brösel die Wolke stören.

Fein für Stippe und Pose, haltbar für den Korb

Wer flach fischt, etwa beim Posenangeln auf Rotfedern, füttert nah an der Oberfläche. Ein Blinker-Autor rührt dafür im Sommer einen süßen Mix mit wenig Wasser an und siebt ihn gründlich. Seine Bälle brechen im Wasser schnell auf und hinterlassen eine lang stehende Futterwolke. Am Futterkorb gilt etwas anderes: Das Futter muss den Wurf im Korb überstehen und sich erst am Grund rasch lösen. Gesiebt wird in beiden Fällen. Maden und Caster mischen die Blinker-Anleitungen erst danach unter.

Erde und Lehm gehören auch durchs Sieb

Im Fluss oder in tiefen Kanälen muss Futter schwer genug sein, um unten anzukommen. Rute & Rolle rät dafür zu Erde oder Lehm in der Mischung: Beides beschwert, macht nicht satt und bildet eine Wolke. Auch Blinker nennt Angelerde einen Futterbeschwerer ohne Nährwert, der die Wolkenbildung noch verstärkt.

Erde aus Maulwurfshügeln soll laut Rute & Rolle vor dem Einsatz gründlich gesiebt werden. Sie kann kleine Steine, Glasscherben und andere Fremdkörper enthalten, die Schaden anrichten. Auch die fertige Mischung mit Lehm geht durchs Sieb: In einem Bericht von Fisch & Fang über das Stippen im Rhein kommen gut zwei Kilo Lehm zu sieben Kilo Futter mit teils stark bindenden Zutaten. Der Stipper lässt alles durchziehen, feuchtet nach und siebt erst dann, damit keine Klumpen bleiben.

Futter mit Maß: Ob und wie viel du anfüttern darfst, auch mit Erde oder Lehm, steht in der Gewässerordnung und im Erlaubnisschein. Im Fragenkatalog zur bayerischen Fischerprüfung gilt übermäßiges Anfüttern als abzulehnen, weil es Stickstoff und Phosphor ins Wasser bringt und die Wasserqualität verschlechtert. Mengenbeispiele stehen unter Stippangeln.

Sieb und Futtereimer

Angerührt wird im Eimer, ein Blinker-Beitrag zum Brassenfeedern mischt die trockenen Zutaten in einem großen Futtereimer. Beim Sieben liegt das Sieb über einem Eimer, in den das feine Futter fällt. Achte beim Kauf darauf, dass das Sieb sicher auf dem Rand deines Eimers aufliegt, dann hast du beide Hände zum Reiben frei (Abb. 1).

Ein Rührquirl am Akkuschrauber erreicht laut Blinker die gleiche Wirkung und geht deutlich schneller. Dabei lässt sich gleich nachfeuchten. Im Gepäck haben ihn laut Blinker aber meist nur Angler, die sehr viel stippen. Wie Eimer und Quirl zusammenspielen, steht unter Futtereimer und Rührquirl.

Typische Fehler

  • Zu nass anrühren und aufs Sieb hoffen. Ein breiiges Futter lässt sich laut Blinker nur retten, indem du so lange Trockenfutter nachgibst, bis die Konsistenz wieder stimmt. Gib Wasser deshalb schluckweise zu.
  • Vor dem Ziehen sieben. Die Anleitungen sieben erst, wenn das Futter gequollen und nachgefeuchtet ist. Vorher hat es das Wasser noch nicht ganz aufgenommen.
  • Maden vor dem Sieben untermischen. Lebendköder kommen erst ins fertig gesiebte Futter.
  • Harte Klumpen mit Gewalt durchdrücken. Was sich nicht durchreiben lässt, kommt weg.
  • Erde ungesiebt verwenden. Steine und Glas gehören weder ins Futter noch ins Wasser.

Häufige Fragen

Mehr Antworten rund ums Angeln: Alle häufigen Fragen im Überblick

Reicht ein Küchensieb?

Für trockene Brotkrümel ja, Fisch & Fang nennt dafür ein Mehlsieb als passend. Für angefeuchtetes Grundfutter sind eigene Futtersiebe gedacht, die es in mehreren Maschenweiten gibt.

Brauche ich als Einsteiger überhaupt ein Sieb?

Nicht zwingend. Ein Blinker-Beitrag zum Feederangeln sieht das Futtersieb eher beim erfahrenen Feeder-Angler, für den Anfang geht es auch ohne. Wer siebt, bekommt laut demselben Beitrag eine lockere, gleichmäßige Mischung, die sich leicht in den Korb drücken lässt.

Geht es auch ohne Sieb?

Ein Rührquirl am Akkuschrauber lockert das Futter laut Blinker genauso auf. Nur mit der Hand angerührt bleiben dagegen Klumpen, die sich schlecht lösen und die Fische sättigen.

Warum tote Maden aussieben?

Tote Maden verunreinigen laut Blinker das Futter. Auf dem Madensieb trennen sie sich von selbst, weil nur lebende Maden durch die Maschen kriechen.

Passend dazu

Quellen

Text und Zeichnung KI-unterstützt erstellt. Quellen im Oktober 2026 geöffnet und geprüft, keine Grafik aus den Quellen übernommen.

Alle Angaben sind Richtwerte ohne Gewähr. Wie fein du siebst und wie feucht das Futter sein muss, hängt von Gewässer, Strömung und Zielfisch ab, und ob du anfüttern darfst, regelt die Gewässerordnung.