Der Dornhai (Squalus acanthias) ist ein schlanker, bis rund 1,6 Meter langer Hai mit je einem kräftigen Stachel vor beiden Rückenflossen. Er war einmal der häufigste Hai des Nordatlantiks, in Deutschland gilt er heute als stark gefährdet. Gezielt beangelt wird er hier nicht, als Beifang solltest du ihn aber sicher erkennen und richtig behandeln.
- Kräftiger Stachel direkt vor der ersten und vor der zweiten Rückenflosse, die erste Rückenflosse ist größer
- Grauer bis blaugrauer Rücken mit unregelmäßig verteilten weißen Flecken an den Seiten, heller Bauch
- Keine Afterflosse zwischen Bauchflossen und Schwanz, dunkler Fleck an der Spitze des oberen Schwanzlappens
Fangchancen im Jahresverlauf
- Kaum Chancen
- Möglich
- Gut
- Hauptsaison
- Laichzeit (Schonzeit beachten)
Redaktionelle Einschätzung für Gewässer in Deutschland, kein Messwert und keine Garantie. Laichzeit ist nicht gleich gesetzliche Schonzeit.
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Woran du ihn erkennst
Der Dornhai hat einen langgestreckten, sehr schlanken Körper und eine kurze, spitze Schnauze. Rücken und Flanken sind grau bis blaugrau, an den Seiten sitzen oft unregelmäßig verteilte weiße Flecken. Der Bauch ist hell bis weiß. Am oberen Schwanzlappen fällt ein dunkler Fleck an der Spitze auf.
Sein sicherstes Merkmal steckt im Namen: Vor jeder der beiden Rückenflossen sitzt ein kräftiger Stachel. Die erste Rückenflosse ist größer als die zweite. Eine Afterflosse fehlt.
Das Thünen-Institut nennt als Höchstwerte 160 Zentimeter, 9,1 Kilogramm und 75 Jahre. FishBase gibt die übliche Länge mit etwa einem Meter an. Die meisten Tiere im Nordatlantik werden laut FishBase nur 20 bis 24 Jahre alt. Männchen sind bei der Geschlechtsreife 60 bis 70 Zentimeter lang, Weibchen 75 bis 90 Zentimeter, die Weibchen werden insgesamt größer.
In der Nordsee kommen weitere kleine Haie vor. Der Hundshai trägt keine Stacheln vor den Rückenflossen und ist oben grau, unten weiß ohne helle Flecken. Der Kleingefleckte Katzenhai hat ein Muster aus vielen deutlichen dunklen Punkten statt weißer Flecken. Die Stacheln vor beiden Rückenflossen zusammen mit der fehlenden Afterflosse unterscheiden den Dornhai von beiden.
Wo er lebt
Der Dornhai lebt in gemäßigten und kühlen Meeren weltweit. Im Ostatlantik reicht sein Gebiet von Island und Russland bis Marokko, einschließlich Nordsee und westlicher Ostsee. In der deutschen Ostsee taucht er nur vereinzelt und in großen Abständen auf.
Er besiedelt den Kontinentalschelf und die oberen Hänge. FishBase nennt Tiefen bis knapp 2000 Meter, üblich sind 50 bis 300 Meter. Meist steht er nahe am Grund, jagt aber auch im Freiwasser und an der Oberfläche. Brackwasser verträgt er, Buchten und Flussmündungen verlässt er aber, wenn es dort zu salzarm oder zu warm wird.
Seine Wanderungen richten sich nach der Wassertemperatur, bevorzugt sind 7 bis 15 Grad. Markierte Tiere aus der nördlichen Nordsee zogen im Winter vor die norwegische Küste und im Sommer nach Schottland. In norwegischen Gewässern tritt die Art in den letzten Jahren vermehrt auf.
Wie er lebt und Junge bekommt
Dornhaie ziehen in Schwärmen, die früher Tausende Tiere umfassten. Diese Gruppen sind oft nach Größe und Geschlecht getrennt. Gerade Schwärme großer, trächtiger Weibchen waren für die Fischerei leicht zu fangen. Der Dornhai frisst, was er findet: vor allem Hering, Sardinen, Makrelen, Kabeljau und Plattfische, dazu Tintenfische, Borstenwürmer, Krebse, Seegurken und Quallen. Schwache elektrische Felder seiner Beute kann er wahrnehmen.
Die Fortpflanzung ist extrem langsam. Die Jungen entwickeln sich zuerst in Eiern, schlüpfen im Mutterleib und kommen lebend zur Welt. Die Tragzeit dauert 18 bis 24 Monate. Ein Wurf umfasst 1 bis 20 Junge, meist 4 bis 8, die bei der Geburt 20 bis 33 Zentimeter messen. Im Nordostatlantik werden sie im Winter geboren, die Weibchen sammeln sich dazu in geschützten flachen Buchten.
Weibchen werden je nach Region erst mit 10 bis 35 Jahren geschlechtsreif, Männchen mit 6 bis 14 Jahren. Langsames Wachstum, späte Reife und wenige Nachkommen machen die Art sehr anfällig für Überfischung.
Gibt es eine Saison?
Für den Dornhai gibt es bei uns keine Angelsaison. Die Art ist in Deutschland stark gefährdet und kein Zielfisch.
Als Beifang kann er beim Meeresangeln in der Nordsee oder in Norwegen an den Haken gehen. Die Rote Liste nennt Angler ausdrücklich als einen der Wege, auf denen die Art gefangen wird.
Die Monatsübersicht aller Arten und den Wassertemperatur-Check findest du im Fangkalender.
Was du bei einem Beifang tust
Der Dornhai wird nicht gezielt beangelt.
Hängt doch einer am Haken, achte zuerst auf die Stacheln. Im Wasser ist der Dornhai für Menschen ungefährlich. An Bord oder an Land kann er sich aber schnell krümmen und mit den Stacheln stechen. Über die Wunde kann laut Thünen-Institut ein Gift eindringen, das meist nur leicht reizt, in Ausnahmefällen aber heftige allergische Reaktionen auslöst. Diese Hinweise ersetzen keine ärztliche Beratung.
Löse den Haken möglichst im Wasser oder direkt an der Bordwand und fasse den Hai nicht an den Stacheln. Dornhaie gelten als robust, zurückgesetzte Tiere haben gute Überlebenschancen.
Hände weg von den Stacheln: Fixiere den Körper nicht mit der bloßen Hand vor den Rückenflossen. Eine Lösezange und ein nasses Tuch helfen, den Fisch ruhig zu halten.
Kurz halten: Je kürzer der Fisch an Bord ist, desto besser. Fotos nur, wenn der Hai dabei im oder dicht über dem Wasser bleibt.
Passende Köder
Für diese Art zeigen wir bewusst keine Köder.
In Deutschland stark gefährdet: nicht gezielt beangeln, Beifang wegen der Stacheln vorsichtig lösen und schonend zurücksetzen.
Schutz und Regeln
Die Rote Liste der Meeresfische Deutschlands von 2025 führt den Dornhai als stark gefährdet, vorher galt er als vom Aussterben bedroht. Für die gesamte Ostsee stuft ihn die Helsinki-Kommission (HELCOM) seit 2013 als vom Aussterben bedroht ein. Die Weltnaturschutzunion IUCN bewertet ihn weltweit als gefährdet, in Europa laut Thünen-Institut als stark gefährdet.
Von 2011 bis 2022 durfte der Dornhai in EU- und britischen Gewässern nicht gezielt befischt werden. Weil sich der Bestand im Nordostatlantik erholt hat, ist die gezielte Fischerei seit 2023 wieder möglich. Die Vereinbarung zwischen EU und Vereinigtem Königreich sieht dazu laut Thünen-Institut Fangmengen und eine maximale Anlandelänge vor, die reife Weibchen schützen soll. In Norwegen gelten eigene Regeln, verbindlich ist dort das Fiskeridirektoratet.
Für Angler in Deutschland gilt: Verbindlich sind die Fischereiverordnung deines Küstenlandes und dein Erlaubnisschein, eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender. Wegen der Gefährdung empfehlen wir, einen gehakten Dornhai nicht zu entnehmen und schonend zurückzusetzen.
Häufige Fragen (FAQ)
Ist der Dornhai giftig?
Vor beiden Rückenflossen sitzt ein Stachel. Über einen Stich kann ein Gift in die Wunde gelangen, das meist nur leicht reizt, selten aber starke allergische Reaktionen auslöst. Das ersetzt keine ärztliche Beratung.
Darf ich in der Nordsee auf Dornhai angeln?
Er ist in Deutschland stark gefährdet und kein Zielfisch. Einen Beifang setzt du schonend zurück, verbindlich sind die Regeln deines Küstenlandes.
Was ist eine Schillerlocke?
So heißen in Deutschland die geräucherten Bauchlappen des Dornhais. Das marinierte Rückenfleisch wird als Seeaal verkauft.
Quellen
Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).
- Thünen-Institut, Fischbestände online: Dornhai (Biologie, Merkmale, Gift, Verbreitung, IUCN)
- Thünen-Institut, Fischbestände online: Nordostatlantischer Dornhai (Bestand, Management, EU- und norwegische Regeln)
- Rote-Liste-Zentrum: Dornhai (Rote Liste der Meeresfische Deutschlands 2025: stark gefährdet)
- FishBase: Squalus acanthias (Größe, Alter, Tiefe, Wanderungen, Fortpflanzung)
- Store norske leksikon (Universität Oslo): pigghå (Rote Liste Norwegen)
- FishBase: Galeorhinus galeus (Hundshai, zur Unterscheidung)
- FishBase: Scyliorhinus canicula (Kleingefleckter Katzenhai, zur Unterscheidung)
KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.
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