Der Braune Zackenbarsch (Epinephelus marginatus), auch Dunkler Zackenbarsch genannt, ist der bekannteste Zackenbarsch des Mittelmeers. Er lebt standorttreu in Felshöhlen, wird sehr alt und gilt im Mittelmeer als stark gefährdet. Für Angler ist er kein Zielfisch.
- Dunkel rotbrauner bis grauer Rücken, Bauch meist gelblich golden
- Unregelmäßige helle Flecken an Kopf und Körper, meist in senkrechten Reihen
- Schmaler weißer Saum an Afterflosse und Schwanzflosse
Fangchancen im Jahresverlauf
- Kaum Chancen
- Möglich
- Gut
- Hauptsaison
- Laichzeit (Schonzeit beachten)
Redaktionelle Einschätzung für das Heimatrevier (Mittelmeer und Ostatlantik), kein Messwert und keine Garantie. Verbindlich sind die Regeln des Reiselandes.
Woran du ihn erkennst
Der Braune Zackenbarsch ist ein massiger Fisch mit großem Kopf und weitem Maul. Rücken und Kopf sind dunkel rotbraun oder grau, die Bauchseite ist meist gelblich golden. Über Kopf und Körper verteilen sich unregelmäßige weiße, blassgrüne oder silbergraue Flecken, die meist in senkrechten Reihen stehen. Am Oberkiefer zieht oft ein dunkler Streifen entlang.
Die unpaaren Flossen sind dunkelbraun. After- und Schwanzflosse, oft auch die Brustflossen, tragen einen schmalen weißen Rand, die Bauchflossen sind zur Spitze hin schwärzlich. Der Rand der stacheligen Rückenflosse leuchtet häufig goldgelb. Die Rückenflosse hat elf Stacheln.
FishBase nennt als Höchstwerte 150 Zentimeter, 60 Kilogramm und ein Alter von 60 Jahren. Das portugiesische Meeresinstitut IPMA gibt ebenfalls bis 60 Kilogramm an, beim Alter bis 50 Jahre.
Im Mittelmeer leben weitere Zackenbarsche, etwa Epinephelus costae, Epinephelus caninus, Epinephelus aeneus und Mycteroperca rubra. Achte beim Braunen Zackenbarsch auf die hellen Flecken in senkrechten Reihen und die weißen Flossensäume. In Frankreich fallen die genannten Arten unter dasselbe Fangverbot, die Bestimmung ändert dort also nichts am Umgang mit dem Fisch.
Mit dem Flussbarsch oder dem Wolfsbarsch hat er außer dem Namensteil wenig gemeinsam. Er gehört zur Familie der Zackenbarsche (Epinephelidae).
Wo er lebt
Der Braune Zackenbarsch kommt im gesamten Mittelmeer vor und im Ostatlantik von der südlichen Biskaya bis zur Südspitze Afrikas. Weitere Vorkommen liegen im Südwestatlantik vor Brasilien, Uruguay und Argentinien sowie im westlichen Indischen Ozean. Einzelne Irrgäste wurden bis vor die Britischen Inseln und in den Ärmelkanal gemeldet. In Portugal ist er an der ganzen Küste zu finden, am häufigsten um die Azoren.
Erwachsene bevorzugen Felsgrund. Laut FishBase reicht seine Tiefenverbreitung von 8 bis 300 Metern, meist lebt er aber oberhalb von 50 Metern. Er sucht sich zwischen den Felsen oft eine feste Höhle als Unterschlupf. Jungfische halten sich näher an der Küste auf, auch in felsigen Gezeitentümpeln, und dringen gelegentlich ins Brackwasser vor.
Wie er lebt und sich fortpflanzt
Erwachsene leben einzeln und verteidigen ihr Revier. Gefressen werden vor allem Krabben und Kraken, größere Fische erbeuten zunehmend Fische, meist Arten der Felsriffe. Laut IPMA ist er neugierig, gewöhnt sich leicht an Taucher und ist deshalb für den Tauchtourismus wertvoll.
Bemerkenswert ist der Geschlechtswechsel: Der Zackenbarsch ist ein protogyner Zwitter, er wird zuerst als Weibchen geschlechtsreif und später zum Männchen. Die Reife als Weibchen erreicht er mit etwa fünf bis sieben Jahren. Der Wechsel zum Männchen erfolgt laut FishBase in Europa meist mit 14 bis 17 Jahren bei 80 bis 90 Zentimetern, andere Studien nennen jüngere und kleinere Fische. Zum Laichen bilden reife Tiere Ansammlungen. Diese langsame Entwicklung macht die Art anfällig für Überfischung.
Wann und wo man ihm begegnet
Der Braune Zackenbarsch wandert nicht, er bleibt das ganze Jahr in seinem Revier. Gelaicht wird im Sommer: Daten in FishBase zeigen für die Balearen und die Pelagischen Inseln die Monate Juni bis September, für die ostalgerische Küste Juli und August.
Eine Angelsaison gibt es für ihn nicht, denn wegen seiner Gefährdung ist er kein Zielfisch. Im Kalender stehen deshalb alle Monate auf null.
Was du bei einem Beifang tust
Angle nicht gezielt auf den Braunen Zackenbarsch. An Felsküsten kann er trotzdem beim Grundangeln mit Naturködern auf andere Arten an den Haken gehen, denn laut FishBase beißt er bereitwillig.
Hängt ein Zackenbarsch am Haken, halte den Drill kurz und hebe ihn nicht für Fotos aus dem Wasser. Löse den Haken möglichst im Wasser mit einer Zange und lass den Fisch sofort schwimmen. Sitzt der Haken zu tief, kappe die Schnur dicht am Maul. Wo es Fangverbote gibt, darf der Fisch ohnehin nicht behalten werden.
Lösezange griffbereit halten: Wer im Mittelmeer an Felsküsten mit Naturködern am Grund angelt, fischt im Lebensraum des Zackenbarschs, und er beißt leicht. Je schneller ein Beifang vom Haken ist, desto besser.
Lokale Regeln vorher klären: Fangverbote für Zackenbarsche unterscheiden sich von Land zu Land und von Schutzgebiet zu Schutzgebiet. Erkundige dich vor der Reise bei der zuständigen Fischereibehörde.
Passende Köder
Für diese Art zeigen wir bewusst keine Köder.
Im Mittelmeer stark gefährdet, in Frankreich Fangverbot: nicht gezielt beangeln, Beifang sofort schonend zurücksetzen.
Schutz und Regeln
Im Mittelmeer stuft die IUCN den Braunen Zackenbarsch regional als stark gefährdet ein (Endangered, Bewertung im IUCN-Bericht zu den Meeresfischen des Mittelmeers von 2011). Grund ist frühere Überfischung: Örtlich gingen die Fänge um bis zu 95 Prozent zurück, für das gesamte Mittelmeer schätzt die IUCN vorsichtig einen Rückgang um mehr als die Hälfte zwischen 1990 und 2010. Die Art steht zudem in Anhang III der Berner Konvention und in Anhang III des Barcelona-Übereinkommens, die eine geregelte Nutzung erlauben.
Frankreich verbietet laut IUCN seit 1993 die Unterwasserjagd auf ihn entlang der französischen Mittelmeerküste und vor Monaco. Vor Provence-Alpes-Côte d’Azur und Okzitanien untersagt eine Verordnung der französischen Seeverwaltung DIRM Méditerranée Unterwasserjagd sowie Freizeit- und Berufsfischerei mit Haken, Leinen und Langleinen auf den Braunen Zackenbarsch und weitere Zackenbarsche. Nach einer öffentlichen Konsultation im November 2023 wurde beschlossen, diese Regel für zehn Jahre fortzuführen.
Für andere Länder und für Meeresschutzgebiete gelten eigene Vorschriften. Verbindlich sind die nationalen Fischereibehörden und die Verwaltung des jeweiligen Schutzgebiets. Im Zweifel gilt: nicht befischen, einen Beifang sofort zurücksetzen.
Häufige Fragen (FAQ)
Darf ich einen Braunen Zackenbarsch im Mittelmeer angeln?
Er ist im Mittelmeer stark gefährdet und kein Zielfisch. In Frankreich ist der Fang mit Harpune und mit Angelhaken an der Mittelmeerküste verboten, andere Länder haben eigene Regeln. Ein Beifang gehört sofort zurück ins Wasser.
Warum wechselt der Zackenbarsch sein Geschlecht?
Er ist ein protogyner Zwitter: Junge Tiere sind Weibchen, ältere werden zu Männchen. In Europa geschieht das laut FishBase meist erst mit 14 bis 17 Jahren.
Wie groß wird der Braune Zackenbarsch?
Laut FishBase bis 150 Zentimeter und 60 Kilogramm. Er kann bis zu 60 Jahre alt werden.
Quellen
Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).
- FishBase: Epinephelus marginatus, Dusky grouper
- FishBase: Spawning List, Epinephelus marginatus
- IUCN: Overview of the Conservation Status of the Marine Fishes of the Mediterranean Sea (2011)
- DIRM Méditerranée: Arrêté portant réglementation de la pêche de différentes espèces de mérous (Entwurf zur Konsultation 2023)
- DIRM Méditerranée: Synthèse de la consultation du public (Mérou und Corb, 2023)
- Instituto Português do Mar e da Atmosfera (IPMA): Mero, Epinephelus marginatus
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