Kleine Maräne

Die Kleine Maräne (Coregonus albula) ist ein schlanker, silbriger Lachsfisch mit Fettflosse, der in Schwärmen im Freiwasser klarer Seen lebt und Zooplankton frisst. Sie ist eine eigene Art und keine junge Renke, meist bleibt sie unter 25 Zentimetern. In Deutschland gilt sie als gefährdet.

Naturkundetafel einer Kleinen Maräne
Naturkundetafel von AngelMomente, KI-unterstützt entworfen.
  1. Kleine Fettflosse zwischen Rückenflosse und Schwanzflosse
  2. Leicht vorstehender Unterkiefer, das Maul wirkt oberständig
  3. Schlanker, heringsähnlicher Körper mit blaugrünem Rücken und silbernen Flanken
Typische Größe15 bis 25 cmselten über 30 cm
Alterbis 10 Jahrelaut FishBase und HELCOM
StatusGefährdetRote Liste 2023, FFH-Anhang V
LaichzeitNovember bis Dezemberbei 4 bis 7 °C

Fangchancen im Jahresverlauf

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  • Kaum Chancen
  • Möglich
  • Gut
  • Hauptsaison
  • Laichzeit (Schonzeit beachten)

Redaktionelle Einschätzung für Gewässer in Deutschland, kein Messwert und keine Garantie. Laichzeit ist nicht gleich gesetzliche Schonzeit.

Woran du sie erkennst

Die Kleine Maräne ist schlank und wirkt heringsähnlich. Die kleine Fettflosse zwischen Rücken- und Schwanzflosse zeigt aber, dass sie zu den Lachsfischen gehört. Der Unterkiefer steht etwas vor, deshalb wirkt das Maul oberständig. Der Rücken ist blaugrün, Flanken und Bauch sind silbern.

Meist misst sie 15 bis 20 Zentimeter, über 30 Zentimeter sind nach HELCOM selten. Wie bei allen Coregonen unterscheiden Fachleute die Formen vor allem über die Zahl der Kiemenreusendornen. Das sind kammartige Fortsätze an den Kiemenbögen, mit denen die Fische Plankton aus dem Wasser filtern.

Am häufigsten wird sie mit den größeren Coregonen verwechselt, die je nach Region Maräne, Renke oder Felchen heißen. Diese Gruppe stellt das Porträt Maräne, Renke, Felchen vor. Renken werden laut LFV Bayern im Schnitt 25 bis 45 Zentimeter lang, die Kleine Maräne bleibt kleiner und hat einen vorstehenden Unterkiefer.

Im Stechlinsee in Brandenburg lebt neben ihr die Fontane-Maräne, eine eigene Art, die nur dort vorkommt, tiefer steht und kleiner bleibt. Vom Hering, dem sie in der Form ähnelt, unterscheidet sie die Fettflosse.

Im direkten Vergleich

Naturkundetafel: Kleine Maräne (Coregonus albula) in Seitenansicht
Kleine MaräneLeicht vorstehender Unterkiefer, das Maul wirkt oberständig
Naturkundetafel einer Maräne mit Fettflosse, kleinem Kopf und tief eingeschnittener Schwanzflosse
MaräneKleiner Kopf mit großem Auge und kleiner, end- oder unterständiger Maulspalte

Wo sie lebt

Die Kleine Maräne ist ein Schwarmfisch des Freiwassers. Sie lebt in größeren, meist klaren und nährstoffarmen Seen und bildet in tieferen Seen pelagische Schwärme, also Schwärme im offenen Wasser. FishBase nennt einen Tiefenbereich von 6 bis 24 Metern. In der Ostsee gibt es Wanderformen, die zum Laichen kurz in Flüsse ziehen, und im nördlichen Bottnischen Meerbusen lebt sie sogar im ausgesüßten Meer.

Ihr natürliches Verbreitungsgebiet reicht vom Ostseeraum bis zu Seen an der oberen Wolga. In Deutschland ist sie östlich der Elbe heimisch, am Niederrhein ist sie ausgestorben. In Seen und Stauseen Nord- und Mitteldeutschlands wird sie häufig besetzt. Laut Roter Liste sind ihr über die Jahrzehnte Lebensräume verloren gegangen; manche Bestände gibt es nur noch, weil regelmäßig besetzt wird. Erfolgreich ist Besatz vor allem in Seen ohne eigene Bestände.

In klaren, tiefen Seen sind Maränenschwärme eine wichtige Beute für Hechte und große Barsche. Die Zeitschrift Blinker beschreibt, wie diese Räuber den Schwärmen dafür ins Freiwasser folgen.

Wie sie frisst und laicht

Erwachsene Kleine Maränen fressen nach FishBase planktische Kleinkrebse, HELCOM nennt zusätzlich Insektenlarven.

Gelaicht wird im Spätherbst nach der Herbstzirkulation, wenn sich das Seewasser vollständig durchmischt hat und überall 4 bis 7 °C misst, meist im November und Dezember. Ihre Eier messen rund zwei Millimeter und sinken auf Sand, Kies oder Pflanzen, in der Regel in 3 bis 10 Metern Tiefe, selten bis 22 Meter. In klaren Seen laicht sie tiefer, in braunen Moorseen näher an der Oberfläche. Wegen des kalten Wassers dauert die Entwicklung der Eier 100 bis 120 Tage.

Geschlechtsreif kann sie laut HELCOM schon mit einem Jahr sein, Wikipedia nennt zwei bis drei Jahre. Sie wird bis zu zehn Jahre alt.

Gibt es eine Saison?

Im Fangkalender stehen bei der Kleinen Maräne alle Monate auf null. Sie ist in Deutschland gefährdet, deshalb führen wir sie nicht als Zielfisch.

Im Spätherbst ziehen die Fische zum Laichen an die Ufer und in flachere Bereiche. Den Rest des Jahres stehen sie im Freiwasser, in einem klaren brandenburgischen See laut Blinker tagsüber meist unterhalb von 20 Metern.

Die Monatsübersicht aller Arten und den Wassertemperatur-Check findest du im Fangkalender.

Was du bei einem Beifang tust

Die Kleine Maräne wird hier nicht als Zielfisch geführt. Als Beifang kann sie beim Angeln im Freiwasser von Seen an den Haken gehen, in denen auch andere Coregonen leben.

Löse den Haken möglichst im Wasser und setze den Fisch zügig zurück. Ob die Kleine Maräne in deinem Gewässer entnommen werden darf, regeln Landesrecht und Erlaubnisschein.

Auf den Unterkiefer schauen: Ein leicht vorstehender Unterkiefer und eine Länge um 20 Zentimeter sprechen für die Kleine Maräne. Die Fettflosse trennt sie von heringsartigen Fischen.

Erst die Regeln lesen: Ob und wie Maränen beangelt werden dürfen, steht in Landesrecht und Gewässerordnung. Prüfe beides, bevor du im Freiwasser eines Maränensees angelst.

Passende Köder

Für diese Art zeigen wir bewusst keine Köder.

Gefährdet (Rote Liste 2023) und FFH-Anhang V: nicht gezielt beangeln; ob ein Beifang entnommen werden darf, regeln Landesrecht und Erlaubnisschein.

Alle Köder im Überblick

Was du beachten musst

Die Kleine Maräne steht in der Roten Liste Deutschlands von 2023 als gefährdet, ihr Bestand gilt als sehr selten. In der vorherigen Liste galt sie als ungefährdet, die neue Einstufung beruht laut Roter Liste auf besserem Wissen. Als Art der Gattung Coregonus steht sie in Anhang V der FFH-Richtlinie. Nach dem Bundesamt für Naturschutz dürfen Anhang-V-Arten nur genutzt werden, wenn das mit einem günstigen Erhaltungszustand vereinbar ist.

Schonzeiten, Mindestmaße und Entnahmefenster legen die Bundesländer fest. Sie unterscheiden sich je nach Land, Gewässertyp und Jahreszeit. Deshalb nennen wir keine starren Zahlen: Verbindlich sind stets die Fischereiverordnung deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein. Eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender.

Für maßige Fische, die entnommen werden dürfen, gilt die Pflicht zur sofortigen, tierschutzgerechten Betäubung und Tötung. Geschonte, untermaßige oder im Rahmen eines Entnahmefensters zu große Exemplare müssen mit nassen Händen äußerst schonend direkt im Wasser gelöst und zurückgesetzt werden.

Häufige Fragen (FAQ)

Ist die Kleine Maräne eine junge Renke?

Nein. Sie ist eine eigene Art, Coregonus albula, und bleibt meist unter 25 Zentimetern. Renken und Felchen gehören zu anderen Coregonen.

Was frisst die Kleine Maräne?

Vor allem Zooplankton, also kleine Krebse, die im Freiwasser treiben. Deshalb lebt sie in Schwärmen im offenen Wasser.

Wann laicht die Kleine Maräne?

Im Spätherbst, meist im November und Dezember, wenn das Seewasser auf 4 bis 7 °C abgekühlt ist.

Quellen

Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).

KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.

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