Nilbarsch

Der Nilbarsch (Lates niloticus) ist einer der größten Süßwasserfische Afrikas und wird bis 200 cm lang. Heimisch ist er im Nil und in weiteren Strömen der Sahelzone, im Viktoriasee wurde er in den 1950er-Jahren eingesetzt. Dort veränderte er das Ökosystem tiefgreifend, im Nassersee ist er ein wichtiger Speisefisch.

Naturkundetafel eines Nilbarschs
Naturkundetafel von AngelMomente, KI-unterstützt entworfen.
  1. Rückenflosse durch tiefe Kerbe in harten und weichen Teil getrennt
  2. Großes, vorstreckbares Maul mit leicht vorstehendem Unterkiefer und kräftigem Kiemendeckeldorn
  3. Gerundete Schwanzflosse, Körper silbrig bis graublau, Auge innen gelb
Größebis 200 cmbis rund 200 kg veröffentlicht
MerkmalGelbes AugeInnenseite auffällig gelb
StatusIUCN: nicht gefährdeteingeführt invasiv im Viktoriasee
RevierNil bis Nigerauch Nassersee, Albert- und Turkanasee

Fangchancen im Jahresverlauf

J○
F○
M○
A○
M○
J○
J○
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S○
O○
N○
D○
  • Kaum Chancen
  • Möglich
  • Gut
  • Hauptsaison
  • Laichzeit (Schonzeit beachten)

Redaktionelle Einschätzung für das Heimatrevier (Nassersee (Ägypten) und ostafrikanische Seen), kein Messwert und keine Garantie. Verbindlich sind die Regeln des Reiselandes.

Woran du ihn erkennst

Der Nilbarsch hat einen seitlich abgeflachten Körper und ein großes, vorstreckbares Maul. Der Unterkiefer steht leicht vor, Kiefer und Gaumen tragen zahlreiche kleine Bürstenzähne. Am Kiemendeckel sitzt ein kräftiger Dorn.

Die Rückenflosse ist durch eine tiefe Kerbe in einen stacheligen und einen weichen Teil getrennt, die Schwanzflosse ist gerundet. Der Körper ist silbrig oder am Rücken dunkel graublau. Auffällig ist das innen gelbe Auge. Jungfische sind bräunlich mit hellerer Marmorierung.

FishBase nennt als Höchstlänge 200 cm und als schwerstes veröffentlichtes Gewicht 200 kg, verbreitet sind Fische um 100 cm. Aus dem Albertsee ist ein Fisch von 180 cm und 164 kg dokumentiert.

Trotz des Namens ist der Nilbarsch kein echter Barsch wie der Flussbarsch. Er gehört zur Familie Latidae. Sein naher Verwandter ist der Barramundi aus Südostasien und Australien, der derselben Gattung Lates angehört.

Wo er lebt

Heimisch ist der Nilbarsch in den großen Flussbecken der Sahelzone: Senegal, Niger, Volta, Tschad und Nil. Er kommt außerdem im Kongobecken sowie im Albert-, Turkana- und Tanasee vor. Er lebt in Flussarmen, Seen und Bewässerungskanälen.

Erwachsene Nilbarsche stehen im tiefen Wasser, FishBase nennt 10 bis 60 m. Jungfische halten sich im Flachen auf.

Im Viktoriasee wurden zwischen 1954 und Anfang der 1960er-Jahre wenige Nilbarsche auf ugandischer und kenianischer Seite ausgesetzt, unter anderem, um eine Sportfischerei aufzubauen. 25 Jahre lang blieb er selten, zwischen 1979 und 1987 breitete er sich dann explosionsartig aus. Auch im Kyoga- und Nabugabosee wurde er dominant, in den heimischen Seen kommt er dagegen nur in geringer Dichte vor.

Wie er frisst und sich vermehrt

Nilbarsche jagen Fische, nach FishBase vor allem Heringsartige und Salmler der Gattung Alestes. Im Viktoriasee sind Buntbarsche die bevorzugte Beute; fehlen sie, fressen Nilbarsche verstärkt Artgenossen. Kleinere Nilbarsche nehmen auch größere Krebse und Insekten, Jungfische leben von Plankton.

Der Nilbarsch laicht frei ins Wasser und betreibt keine Brutpflege. Die Weibchen geben ihre Eier in mehreren Portionen ab. Nach FishBase wird er mit rund 76 cm geschlechtsreif, die Spanne reicht von 53 bis 85 cm.

Im Viktoriasee verschwanden mit seinem Aufstieg in den frühen 1980er-Jahren mehrere hundert Buntbarscharten. Ob der Nilbarsch die Hauptursache war oder ob Überdüngung und Sauerstoffmangel die Buntbarsche schon vorher geschwächt hatten, ist in der Forschung umstritten.

Wann und wo die Saison ist

Für den Nilbarsch liegen in den zugänglichen Quellen keine belastbaren Laichmonate vor, eine feste Saison lässt sich daraus nicht ableiten. Die Reisezeit richtet sich eher nach Klima, Wasserstand und den Regeln des Reiselandes.

Im Nassersee ist er nach den Tilapien der wichtigste Frischfisch der Berufsfischerei, 2002 machte er rund 11 Prozent der Fänge aus. Am Viktoriasee ist er der Hauptzielfisch der Haken- und Netzfischerei.

Womit er gefangen wird

Am Viktoriasee fischen Berufsfischer den Nilbarsch mit Stellnetzen und vor allem mit Langleinen. Haken werden passiv gestellt, geschleppt oder als Handangel geführt. In einer Untersuchung am Napoleon-Golf in Uganda arbeiteten alle Fischer mit lebendem Köderfisch: kleine Buntbarsche, Welse und Nilhechte, durch den Rücken geködert.

Für Angler heißt das: Ein lebender oder frischer Köderfisch passt zur Nahrung. Da Erwachsene tief stehen, gehört der Köder in größere Tiefe. Welcher Köderfisch verwendet wurde, hatte in der Studie deutlichen Einfluss auf Fangrate und Größe der gefangenen Nilbarsche.

Köderfisch aus dem Gewässer: Am Viktoriasee wurden die Köderfische vor Ort gefangen und lebend angeboten. Setze nur Köderfische ein, die im Gewässer heimisch und dort erlaubt sind.

Tief fischen: Erwachsene Nilbarsche stehen nach FishBase in 10 bis 60 m Tiefe, Jungfische im Flachen. Biete den Köder deshalb in tieferem Wasser an.

Passende Köder

Lebender oder frischer Köderfisch in Grundnähe.

Mehr dazu: Tierische Naturköder.

Nur heimische und erlaubte Köderfische verwenden, Nilbarsche nie umsetzen.

Alle Köder im Überblick

Welche Regeln gelten

Der Nilbarsch ist nach der Roten Liste der IUCN weltweit nicht gefährdet, gilt aber regional als überfischt. Im Viktoriasee gehen die Bestände trotz steigenden Fischereiaufwands zurück. Für den Nassersee stuft eine FAO-Übersicht seine Anfälligkeit für Überfischung als sehr hoch ein.

Für den Viktoriasee empfiehlt die Lake Victoria Fisheries Organization ein Entnahmefenster, in dem nur Fische einer bestimmten Größe entnommen werden. Lizenzen und Fangregeln legen die Fischereibehörden der Anrainerstaaten Uganda, Kenia und Tansania fest, am Nassersee die ägyptischen Behörden. Verbindlich ist die Auskunft der zuständigen Behörde vor Ort.

Setze Nilbarsche niemals in andere Gewässer um. Forscher raten wegen der genetischen Unterschiede zwischen west- und ostafrikanischen Beständen, Umsetzungen sorgfältig abzuwägen, und der Viktoriasee zeigt, welche Folgen eine Einführung haben kann.

Häufige Fragen (FAQ)

Ist der Nilbarsch im Viktoriasee heimisch?

Nein. Er wurde zwischen 1954 und Anfang der 1960er-Jahre eingesetzt und breitete sich ab 1979 massenhaft aus. Heimisch ist er unter anderem im Nil, im Albert- und Turkanasee.

Wie groß wird ein Nilbarsch?

Laut FishBase bis 200 cm und 200 kg, häufig sind Fische um 100 cm. Geschlechtsreif wird er mit rund 76 cm.

Womit fängt man Nilbarsche?

Am Viktoriasee mit lebendem Köderfisch an Langleinen und Handangeln, außerdem mit Netzen. Er frisst vor allem Fische, ein Köderfisch passt daher zur Nahrung.

Quellen

Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).

KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.

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