Peacock Bass, in Brasilien Tucunaré, ist kein einzelner Fisch, sondern die Buntbarsch-Gattung Cichla mit 16 Arten in Amazonas und Orinoco. Die größte ist der Speckled Peacock Bass (Cichla temensis) mit bis zu 99 cm. Am mittleren Rio Negro in Brasilien liegen die wichtigsten Reviere der Sportfischerei auf diese Fische.
- Schwarzer, goldgerandeter Augenfleck an der Schwanzflossenbasis
- Drei bis vier dunkle Querbinden auf olivfarbenem bis goldenem Körper
- Tiefe Kerbe zwischen hartem und weichem Teil der Rückenflosse, großes Maul
Fangchancen im Jahresverlauf
- Kaum Chancen
- Möglich
- Gut
- Hauptsaison
- Laichzeit (Schonzeit beachten)
Redaktionelle Einschätzung für das Heimatrevier (Rio Negro und Amazonasbecken (Brasilien)), kein Messwert und keine Garantie. Verbindlich sind die Regeln des Reiselandes.
Woran du ihn erkennst
Alle Peacock Bass sind gestreckte Buntbarsche mit großem Maul. Zwischen dem stacheligen und dem weichen Teil der Rückenflosse liegt eine tiefe Kerbe. Typisch sind dunkle Querbinden auf olivfarbenem bis goldenem Grund und ein schwarzer, gold umrandeter Augenfleck an der Schwanzwurzel. Bei Jungfischen fehlt dieser Fleck noch.
Die Arten unterscheiden sich in Zeichnung, Schuppenzahl und Größe. Der Butterfly Peacock (Cichla ocellaris) trägt drei bis vier schwarze Querbinden und wird laut FishBase bis 74 cm lang.
Der Speckled Peacock (Cichla temensis) ist größer und schlanker, mit sehr kleinen Schuppen und einem durchgehenden dunklen Band hinter dem Auge. Jüngere Fische zeigen ein dunkles Längsband und vier Reihen heller Flecken, daher der Name. FishBase nennt bis 99 cm Gesamtlänge und 12,2 kg.
Die Arten der Gattung Cichla sehen sich teils sehr ähnlich, erst 2006 wurden neun von ihnen neu beschrieben. Am Rio Negro fängt man vor allem drei: den Speckled Peacock (C. temensis), den Butterfly Peacock (C. orinocensis) und den Popoca (C. monoculus).
Trotz des englischen Namens ist der Peacock Bass kein Schwarzbarsch wie der Forellenbarsch, sondern ein Buntbarsch aus der Familie der Cichliden.
Wo er steht
Heimisch sind die Peacock Bass im Amazonas- und im Orinocobecken sowie in den Flüssen der Guayana-Länder. Sie gelten als die häufigsten und am weitesten verbreiteten Raubfische in den klaren und schwarzen Gewässern dieser Becken.
Erwachsene Speckled Peacocks stehen in den tieferen Uferzonen von Lagunen sowie an Sand- und Felsufern der Hauptflüsse. Der Popoca bevorzugt stilles, klares Wasser und nutzt umgestürzte Bäume und Äste als Deckung. Im Rio Negro schwankt die Wassertemperatur übers Jahr nur zwischen etwa 29 und 32 °C.
Außerhalb Südamerikas wurde der Butterfly Peacock unter anderem in Südflorida eingeführt, wo er in großen Kanälen, Bächen und Seen lebt.
Wie er jagt und laicht
Peacock Bass sind Fischjäger. Der Speckled Peacock frisst vor allem kleine Fische, besonders Salmler, der Butterfly Peacock lebt laut FishBase nur von kleinen Fischen.
Zur Fortpflanzung bauen Paare Nester in der Nähe von festem Untergrund oder an Stränden und bewachen Eier und Larven intensiv. Beim Popoca fällt das Laichen meist auf den Beginn des Hochwassers, im Amazonas etwa November bis März. Ein Weibchen trägt im Mittel rund 8.600 reife Eizellen. Beim Butterfly Peacock tragen die Eltern die geschlüpften Larven im Maul in vorbereitete Gruben.
Wann und wo die Saison ist
Eine Befragung von Sportfischerei-Betrieben am mittleren Rio Negro ergab eine Saison von im Mittel sechs Monaten: meist September bis Februar oder September bis März. Als Trophäen gelten dort Speckled Peacocks über 62 cm.
Danach beginnt die Hochwasserzeit, zu deren Beginn der Popoca laicht. In anderen Revieren, etwa am Orinoco oder in den Guayana-Ländern, verschieben sich Regen- und Trockenzeit, dort gilt ein anderer Kalender.
Womit du ihn fängst
Am Rio Negro wird mit Kunstködern gefischt. In einer Studie dort fischten die Forscher mit Baitcastruten und 36 kg geflochtener Schnur. Sie verwendeten Oberflächenköder um 20 cm, 15 bis 20 cm lange Tauchwobbler und einen Haarjig mit Einzelhaken. 59 Prozent der Fische bissen auf den Jig, 8 Prozent auf den Oberflächenköder. Am Rio Unini setzten Forscher dieselben Jigs und flach laufenden Wobbler ein wie die Sportangler.
Von 162 gefangenen und zurückgesetzten Fischen starben in derselben Studie fünf, alle unter 42 cm Standardlänge. Tödlich waren vor allem Verletzungen an Kiemen und Schlund. Eine zweite Untersuchung am Rio Unini fand bei mit Jigs gefangenen Fischen keine Sterblichkeit.
Schnell lösen, kurz an der Luft: In der Rio-Negro-Studie verging zwischen Biss und Herausheben meist weniger als eine Minute, und die Luftzeit wurde so kurz wie möglich gehalten. Kleine Fische und Kiemenhaken sind das größte Risiko.
Mit Jig und Oberflächenköder: Der Haarjig brachte die meisten Bisse und am Unini keine Ausfälle. Mit dem Oberflächenköder starb in der Rio-Negro-Studie kein einziger Fisch.
Passende Köder
Haarjigs, Tauchwobbler und große Oberflächenköder.
Mehr dazu: Hardbaits: Wobbler & Oberflächenköder, Fliegen, Fell- & Federköder.
Am Rio Negro meist Fangen und Zurücksetzen; Kiemenhaken vermeiden.
Welche Regeln gelten
In Brasilien wird Sportfischerei überwiegend als Fangen und Zurücksetzen betrieben, im mittleren Rio Negro vor allem dann, wenn Peacock Bass das Ziel ist. Forscher berichten zugleich von abnehmenden Größen beim Speckled Peacock in der Region, weil der Fischereidruck hoch ist (Boletim do Instituto de Pesca).
Lizenzen, Schutzgebiete und Fangregeln legen Bund und Bundesstaat fest. Verbindlich ist die Auskunft der zuständigen Behörde vor Ort, in Brasilien des IBAMA und der Umweltbehörde des Bundesstaats. Wo die Art eingeführt wurde, etwa in Florida, gelten die Regeln der dortigen Fischereibehörde.
Die Rote Liste der IUCN führt den Speckled und den Butterfly Peacock weltweit als nicht gefährdet.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie viele Arten Peacock Bass gibt es?
FishBase listet 16 Arten der Gattung Cichla. Für Angler am wichtigsten sind der Speckled Peacock, der Butterfly Peacock und der Popoca.
Wann ist Saison am Rio Negro?
Die meisten Betriebe am mittleren Rio Negro fischen von September bis Februar oder März. Danach beginnt das Hochwasser und mit ihm die Laichzeit.
Überlebt ein Peacock Bass das Zurücksetzen?
Meist ja. Am Rio Negro starben 3,5 Prozent der Speckled Peacocks, ausschließlich Fische unter 42 cm. Kurze Luftzeit und vorsichtiges Lösen verbessern die Chancen.
Quellen
Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).
- FishBase: Cichla temensis
- FishBase: Cichla ocellaris
- FishBase: Artenliste der Gattung Cichla
- Thomé-Souza et al. (2014), Acta Amazonica: Peacock bass mortality associated with catch-and-release sport fishing in the Negro River
- Barroco et al. (2017), Brazilian Journal of Biology: Estimation of peacock bass mortality rate during catch-release fishing
- Boletim do Instituto de Pesca (2023): Sport fishing in the middle Negro River
- Instituto Mamirauá: Gonadal development of the peacock bass Cichla monoculus in the middle Solimões
- Florida Museum of Natural History: Butterfly Peacock Bass (Cichla ocellaris)
KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.
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